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Thema: Psychotherapie - welche Therapieform?

  1. #11
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    Standard AW: Psychotherapie - welche Therapieform?

    Zitat Zitat von Twiix Beitrag anzeigen
    Liebe Alle,

    vielen Dank für euer Feedback!

    Es ginge mir schon darum, möglichst schnell etwas zu erreichen. Aktuell hat mich die Depression und auch körperliche Schwäche im Griff, sodass ich nichts hin bekomme.
    Und daher war mein erster Impuls auch die VT. Allerdings verunsichert mich, dass ich schonmal 4 Monate VT gemacht hatte und es mir nichts gebracht hat. […]

    Hallo Mayana! Danke für deine Antwort. Darf ich fragen: wie lange hat es denn bei dir gedauert, bis du die Depression los geworden bist? Und wie viel Anteil hatte deiner Einschätzung nach die Therapie dabei prozentual gesehen neben anderen Maßnahmen?

    Ich hatte schon 3 Sprechstundentermine. Die Therapeuten haben mir jeweils Therapie empfohlen, da ich die Diagnosekriterien für eine mittelschwere-schwere Depression objektiv erfülle. 2x war es VT, 1x TP und die Therapeuten haben jeweils das eigene Verfahren empfohlen. Allerdings hatten sie alle aktuell keine Plätze frei (Warteliste..).

    LG, Twiix

    Meiner Erfahrung nach sind 4 Monate viel zu wenig, um Änderungen zu sehen. Ich meine, bei mir hat das locker doppelt so lange gedauert, und auch dann waren es erst kleine Schritte. Insgesamt hatte ich bestimmt 1 1/2 bis 2 Jahre jeweils Therapiesitzungen.

    „Losgeworden“ bin ich sie leider garnicht, es kam nur etwas dazu, was die Diagnose verändert hat. Aber ich habe unschätzbar viel gelernt, um aus Katastrophendenken herauszufinden, Selbstwert aufzubauen, Frühwarnsysteme zu haben falls ich wieder abrutsche etc. Die Medikamente haben bewirkt, dass ich überhaupt eine Therapie anfangen konnte; 80% zu besserem Befinden hat die Therapie an sich gebracht, würde ich sagen. Trotz Schilddrüsenproblemen.

    Ich fühle mit dir, ich warte auch gerade auf einen Platz, seit Juli letzten Jahres…

  2. #12
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    Standard AW: Psychotherapie - welche Therapieform?

    Zitat Zitat von Twiix Beitrag anzeigen
    Hallo KapscII!

    Interessant die Erfahrung mit den Medis. Ich schleiche auch grad das Escitalopram aus, damit ich dann mit was anderem einsteigen kann. Bisher merke ich auch von dem Ausschleichen zum Glück nichts. Gehe ja evtl. auch in eine psychosom. Klinik und die haben dann hoffentlich auch zusätzlich zur Therapie medikamentöse Ansätze. Was hat dein Sohn genommen an Medis? Wusste gar nicht, dass es spezielle Psychiater für Kinder gibt aber man lernt ja nie aus
    Aber 3 Jahre.. das klingt für mich so lang. Aber erste Erfolge stellten sich schon schneller ein oder?
    Ja, es gibt ein eigenes Fachgebiet für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ein Problem ist, dass die Medis im "Off-Label-Use" verschrieben werden müssen, da man sie ja an Kindern nicht testen kann. Nicht leicht dafür als Mutter Verantwortung zu übernehmen. Mein Sohn bekam Mutan 40 mg (SSRI) morgens und Quetialan bis zu 300mg abends (Neuruleptikum). Damit kam er gut zurecht.

    Erste Erfolge haben sich schon binnen Wochen - wenigen Monaten eingestellt und das nach über einem Jahr erfolgloser reiner Verhaltenstherapie ohne Begleitmedikation. Die Medis haben ihn tatsächlich erst therapiefähig gemacht.

    Zitat Zitat von Twiix Beitrag anzeigen
    Die Ursachenfrage plagt mich aktuell auch sehr..aber bin auch genetisch etwas vorbelastet. Das spielt sicher auch eine Rolle bei mir. Es ist halt für mich so schwer anzunehmen, weil ich das von früher halt gar nicht kenne und immer die 'Stabile' und Ausgeglichene der Familie war. Und dann frage ich mich: wieso hat sich das nun geändert?
    Genetische Vulnerabilität spielt schon eine große Rolle.Meist kumulieren einfach viele Ursachen, bis das System kippt. Aber man wird auch älter und ist dann generell weniger belastbar. Merke ich ja selbst mit meinen chronischen Erkrankungen. Ich bin viel schneller erschöpft, die Erschöpfung hält länger an und ich brauche wesentlich mehr Erholungszeit nur für mich. Das zählen der Monate (aktuell 17), bis ich in Altersteilzeit gehen kann hilft mir da schon sehr.

    Zitat Zitat von Twiix Beitrag anzeigen
    Aktuell bin ich einfach total entscheidungsunfähig und das treibt mich in den Wahnsinn..
    Das gehört 1. zum Krankheitsbild und 2. war wahrscheinlich noch nicht der oder die richtige Therapeutin für dich dabei. Eine psychosomatische Klinik muss doch auch FÄ für Psychiatrie haben. Da hast du viele verschiedene Ansätze, es könnte dir sehr gut tun.

    LG
    Kapsc

  3. #13
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    Standard AW: Psychotherapie - welche Therapieform?

    3,5 Jahre ist natürlich eine lange Zeit. Aber wenn es zum Ziel gefühlt hat, dann hat es sich ja gelohnt und die Ausdauer wurde belohnt. War das Ergebnis von Dauer?
    3,5 Jahre ist nicht wirklich lang, in Therapiezeit gerechnet. Und ja, das war dauerhaft und schon ziemlich von Anfang an stark gebessert, da einfach alles schon in Fluss gekommen ist und die Ausweglosigkeit weg war.

    Du weißt, dass du auch Probesitzungen vereinbaren kannst? Dann fällt die die Entscheidung vielleicht leichter.

  4. #14
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    Standard AW: Psychotherapie - welche Therapieform?

    hallo, ich weiß ja nicht, wo du wohnst, aber in berlin gibt es das BIPP, die dir helfen je nach vorliegendem problem, die richtige therapieform zu finden und auch bei der therapeutensuche zu helfen.
    vllt gibt es soetwas an deinem wohnort auch.
    meiner erfahrung nach ist verhaltenstherapie bei praktisches problemen angebrachter, wo es z.b. um rollenverhalten in z.b. beruflichen oder familieren kontext geht.
    bei tiefer gehenden problemen, die durch konflike aus der in die kindheit herrühren, ist meiner erfahrung nach eine analyse super sinnvoll, wenn man sich wirklich darauf einlassen kann und nicht die flinte ins korn wirft, wenn es schwierig wird, denn gerade diese punkte, sind so wertvoll angesehen zu werden. aber das ist sehr sehr kraft- und zeitintensiv. mit tiefenfundierter / gesprächstherapie habe ich keine erfahrung, was ich aber im bekanntenkreis gehört habe, schließt es im grunde genau die lücke zu den beiden anderen (analyse hast du ja nicht aufgeführt, aber dennoch )

    einen mir sehr wichtigen punkt möchte ich gerne noch ansprechen:
    wenn du depression hast, ist es meiner erfahrung nahcganz ganz schwierig mit dme gedanken heranzugehen, dass du die therapie "weghaben" willst. ein teil in dir ist offenbar tieftraurig und möchte wahrgenommen werden.
    Geändert von inaf. (25.03.22 um 13:34 Uhr) Grund: ergänzung

  5. #15
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    Standard AW: Psychotherapie - welche Therapieform?

    Hallo ihr, ich danke euch für eure zahlreichen Erfahrungsberichte. Entschuldigt bitte, dass ich erst jetzt darauf reagiere!

    ich glaube ich habe inzwischen meine Therapeutin gefunden. Etwas skeptisch bin ich noch, aber das liegt einfach daran, dass ich halt generell nicht so gerne mit jemandem fremden nicht anonym über Privates rede und es auch immer etwas dauert, bis ich jemandem vertraue.
    Die vielen Sprechstundentermine bei unterschiedlichen Therapeuten waren auf jeden Fall dahingehend gut, dass ich vergleichen konnte, bei wem ich mich wie gefühlt habe in den Erstgesprächen. Und ich bin bei der Wahl nun auch rein nach meinem Gefühl gegangen. Es ist nun VT geworden. Den richtigen Platz werde ich vermutlich erst Ende Mai haben, bis dahin nur Sprechstunde alle paar Wochen.




    Zitat Zitat von *Mayana* Beitrag anzeigen
    Meiner Erfahrung nach sind 4 Monate viel zu wenig, um Änderungen zu sehen. Ich meine, bei mir hat das locker doppelt so lange gedauert, und auch dann waren es erst kleine Schritte. Insgesamt hatte ich bestimmt 1 1/2 bis 2 Jahre jeweils Therapiesitzungen.

    „Losgeworden“ bin ich sie leider garnicht, es kam nur etwas dazu, was die Diagnose verändert hat. Aber ich habe unschätzbar viel gelernt, um aus Katastrophendenken herauszufinden, Selbstwert aufzubauen, Frühwarnsysteme zu haben falls ich wieder abrutsche etc. Die Medikamente haben bewirkt, dass ich überhaupt eine Therapie anfangen konnte; 80% zu besserem Befinden hat die Therapie an sich gebracht, würde ich sagen. Trotz Schilddrüsenproblemen.

    Ich fühle mit dir, ich warte auch gerade auf einen Platz, seit Juli letzten Jahres…
    Mayana, ich fühle auch mit dir und drücke die Daumen, dass du bald deinen Platz bekommst. Fast ein Jahr Wartezeit finde ich aber extrem lange! Woran liegt das denn, wohnst du auch in D?
    Ich gebe dir recht, ich denke auch nicht, dass ich meine Probleme loswerden werde. Aber ich hoffe zu lernen, besser damit umgehen zu können.




    Hi Kapsc, die Geschichte von deinem Sohn gibt mir viel Hoffnung. Denn ich bin eigentlich ein sehr wissenschaftlicher Mensch und es fällt mir sooo schwer zu glauben, dass man durch Reden und Verhaltensänderung auch wirklich biochemische Prozesse im Gehirn beeinflussen kann.
    17 Monate bis zur Altersteilzeit ist toll, ich drücke die Daumen, dass die Zeit schnellvergeht.




    Hallo Flamme, 3,5 Jahre fühlt sich für mich aber wirklich soooo lang an. Toll, dass du so lange durchgehalten hast. Ich hoffe, dass ich das auch schaffe, wenn es sein muss.
    Ich hatte nun 3 Probesitzungen bei der Therapeutin, für die ich mich entschieden habe. Ich hoffe, dass das reicht.




    Zitat Zitat von inaf. Beitrag anzeigen
    einen mir sehr wichtigen punkt möchte ich gerne noch ansprechen:
    wenn du depression hast, ist es meiner erfahrung nahcganz ganz schwierig mit dme gedanken heranzugehen, dass du die therapie "weghaben" willst. ein teil in dir ist offenbar tieftraurig und möchte wahrgenommen werden.
    Liebe/r Inaf, danke für deinen Erfahrungsbericht. Da hast du vermutlich recht. Werde probieren, daran zu arbeiten. Ich empfinde es als schwierig, wenn man generell nicht so gerne mit anderen im persönlichen Kontext über seine Gefühle und Probleme spricht. Auf einmal geht es Stunden lang nur darum. Aber werd es probieren. Versuche mir auch immer zu sagen, dass die andere Person ja auch Geld dafür bekommt.
    Psychoanalyse finde ich auch total interessant. Würde ich mir persönlich aber nicht zutrauen..



    Es hilft mir wirklich sehr, von euren positiven Erfahrungen hier zu lesen. Und fühle mich dadurch auch weniger alleine damit.

    LG, Twiix

  6. #16
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    Standard AW: Psychotherapie - welche Therapieform?

    Zitat Zitat von Twiix Beitrag anzeigen
    Mayana, ich fühle auch mit dir und drücke die Daumen, dass du bald deinen Platz bekommst. Fast ein Jahr Wartezeit finde ich aber extrem lange! Woran liegt das denn, wohnst du auch in D?
    Ich gebe dir recht, ich denke auch nicht, dass ich meine Probleme loswerden werde. Aber ich hoffe zu lernen, besser damit umgehen zu können.
    Dankeschön! Ja, ich wohne auch in Deutschland. Eigentlich wurde mir eine Wartezeit (Stand Juli 21) bis Herbst gesagt, ich habe auch schon nachgefragt, aber ist nichts bis jetzt. Für meine Diagnose haben sich einfach nicht so viele Therapeuten spezialisiert, und als klar wurde, dass es wohl doch länger dauert, habe ich nur noch geschafft bei ein paar anderen Therapeuten anzufragen, weil es mir dann schon wieder ziemlich schlecht ging; dass die meisten Therapeuten alles per Telefon regeln möchten, legt mir zusätzlich Steine in den Weg, weil das ein großer Knackpunkt bei mir ist.

    Das ist die richtige Einstellung - manche Dinge kann man nicht direkt ändern, sondern nur die eigene Sicht darauf, und das macht vieles schon besser!

  7. #17
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    Standard AW: Psychotherapie - welche Therapieform?

    Liebe Twixx,

    du klingst schon viel positiver, das ist doch schon was . Wie Mayana schon schrieb, es liegt auch viel an der Einstellung bzw. Sicht auf die Dinge und die kann man nur selbst (wenn auch ev. mit therapeutischer Hilfe) ändern.

    Dir auch alles Gute, liebe Mayana.

    Kapsc

  8. #18
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    Standard AW: Psychotherapie - welche Therapieform?

    Zitat Zitat von *Mayana* Beitrag anzeigen
    Dankeschön! Ja, ich wohne auch in Deutschland. Eigentlich wurde mir eine Wartezeit (Stand Juli 21) bis Herbst gesagt, ich habe auch schon nachgefragt, aber ist nichts bis jetzt. Für meine Diagnose haben sich einfach nicht so viele Therapeuten spezialisiert, und als klar wurde, dass es wohl doch länger dauert, habe ich nur noch geschafft bei ein paar anderen Therapeuten anzufragen, weil es mir dann schon wieder ziemlich schlecht ging; dass die meisten Therapeuten alles per Telefon regeln möchten, legt mir zusätzlich Steine in den Weg, weil das ein großer Knackpunkt bei mir ist.

    Das ist die richtige Einstellung - manche Dinge kann man nicht direkt ändern, sondern nur die eigene Sicht darauf, und das macht vieles schon besser!
    Ich finde hier liegt leider generell ein Problem - dass man alles selbst organisieren muss, auch wenn psychisch gerade nichts geht. Ich finde es ja super, dass das Gesundheitssystem überhaupt so vielfältige Angebote für psychische Erkrankungen bereit stellt. Aber es ist zum Teil unmöglich, die Hürden, um diese überhaupt wahrzunehmen, zu überwinden, wenn man akut erkrankt ist.

    Diese Anrufe bei den Therapeuten und Kliniken haben mich auch unendlich viel Kraft gekostet. Konnte mich auch erst darum kümmern, als es mir etwas besser ging. Daher fühle ich mit dir!

    Telefonieren empfinde ich dann auch als extrem unangenehm und extreme Hürde. Dabei muss ich beruflich viel telefonieren und da ist es gar kein Problem gewesen

    Wünsche dir noch einen schönen Sonntag und dir auch KapscII!

    LG, Twiix

  9. #19
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    Zitat Zitat von Twiix Beitrag anzeigen
    Telefonieren empfinde ich dann auch als extrem unangenehm und extreme Hürde. Dabei muss ich beruflich viel telefonieren und da ist es gar kein Problem gewesen
    So ziemlich alles, was ich beruflich problemlos mache, geht mir privat extrem auf die Nerven: Viele Menschen um mich, Teams, viel telefonieren und kommunizieren generell.

    Privat lebe ich vollkommen zurückgezogen, gehe kaum aus oder unter Menschen abgesehen von Familienmitgliedern und einigen wenigen Freunden. Da tanke ich die Kraft, die ich für die Arbeitswoche brauche.

    Man kann mich als schrullige Eigenbrötlerin beschreiben.

  10. #20
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    Standard AW: Psychotherapie - welche Therapieform?

    Twiix, da stimme ich dir vollkommen zu, die Unterstützung ist wirklich mau, wenn man nicht gerade ein aufopferndes soziales Umfeld hat. Ich möchte bald eine Beantragung auf Erhöhung des GdB stellen, da graut es mir jetzt schon vor.

    Bei mir macht es (leider) keinen Unterschied, ob beruflich oder privat, die Hürden sind die gleichen für mich, ich habe die gleichen Probleme. Da machste nix.

    Ich wünsche euch beiden auch alles Gute und einen schönen Wochenstart!

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