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Thema: Software ermittelt persönlichen, optimalen TSH-Wert

  1. #1
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    Standard Software ermittelt persönlichen, optimalen TSH-Wert

    Bin gerade über folgenden Spektrum-Artikel gestolpert:

    "In Zukunft müssen Ärzte über den idealen TSH-Wert ihrer Patienten vielleicht nicht mehr nur spekulieren. Denn Dietrich hat zusammen mit Kooperationspartnern aus den Niederlanden und Singapur ein Verfahren entwickelt, um den persönlichen TSH-Idealwert per Simulation zu rekonstruieren. Dafür müssen bei einem Patienten über einen Monat hinweg mehrmals die TSH- und T4-Werte bestimmt werden. Mit Hilfe eines Programms kann man die exponentielle Funktion, welche den Zusammenhang zwischen TSH und T4 beschreibt, an die gemessenen Werte angleichen und den TSH-Idealwert abschätzen.

    Obwohl das Modell eine starke Vereinfachung der tatsächlichen Schilddrüsenfunktion ist, zeigen Pilotstudien, dass es die individuellen TSH-Idealwerte bei Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen zuverlässig findet."

    https://www.spektrum.de/news/autoimm...orscht/1682326

  2. #2
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    Standard AW: Software ermittelt persönlichen, optimalen TSH-Wert

    Hm, aber selbst wenn es zu schaffen ist, den Wert von TSH zu bestimmen, welcher die Persönliche Beziehung zu T4 beschreibt, müsste man ja immer noch herausfinden, was der persönlich ideale T4-Wert ist, um den persönlichen idealen fT3-Wert zu erhalten. Und es ist ja noch nicht gesagt, dass sich diese Beziehungen nicht auch ändern können, je nach Alter, Ernährung, Krankheiten…

    Ich befürchte, was erstmal toll klingt, bricht etwas recht Komplexes nur weiter auf eine Zahl herunter, die wenig zuverlässig und noch weiter von den eigentlichen Hormonen entfernt ist. Ich wage zu bezweifeln, ob das am Ende Arzt und Patient hilft.

  3. #3
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    Standard AW: Software ermittelt persönlichen, optimalen TSH-Wert

    Ich finde den Artikel sehr gut gemacht. Ich sehe nicht, wie da irgendwas "heruntergebrochen" werden soll. Sondern im Gegenteil haben sich da Ärzte tatsächlich Gedanken dazu gemacht warum es Patienten gibt, bei denen TSH im Normbereich eben nicht reicht. Und dem einen oder anderen der bisher aus dem TSH-Normbereich rausfällt, könnte es durchaus helfen, wenn er zB. ein niedrigeres oder höheres TSH "haben darf". Das die Anpassung sowohl mit T4 als auch unter Umständen mit T3 passieren muss, wird ebenfalls angesprochen. Was will man also mehr.
    Davon das dieses "Ideal-TSH" für alle bestimmt werden soll, ist ja nicht die Rede. Könnte also ein "Notnagel" werden für die, die ansonsten nicht einstellbar sind.
    Ich finde es jedenfalls gut, wenn und das die Forschung weiter geht. Durch zerreden und Pessimismus geht ja nunmal nichts voran.

  4. #4
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    Standard AW: Software ermittelt persönlichen, optimalen TSH-Wert

    Die Mathematik, die hinter der Setpoint-Berechnung steckt, ist freizugänglich veröffentlicht (in Kurzform zumindest) und man könnte sich das danach selbst berechnen. Nach meinem Verständnis funktioniert das Ganze aber nur, wenn man von den Laborwerten mindestens deutlich in subklinischer, besser echt in Unterfunktion war und dann eben Laborwerte von mehreren Dosissteigerungen hat. Es geht ja darum, die Werte gut durch eine Exponentialfunktion zu nähern, und das funktioniert erst, wenn man auch hohe TsH-Werte hat.

  5. #5
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    Standard AW: Software ermittelt persönlichen, optimalen TSH-Wert

    Zitat Zitat von Amarillis Beitrag anzeigen
    Ich finde den Artikel sehr gut gemacht. Ich sehe nicht, wie da irgendwas "heruntergebrochen" werden soll. Sondern im Gegenteil haben sich da Ärzte tatsächlich Gedanken dazu gemacht warum es Patienten gibt, bei denen TSH im Normbereich eben nicht reicht. Und dem einen oder anderen der bisher aus dem TSH-Normbereich rausfällt, könnte es durchaus helfen, wenn er zB. ein niedrigeres oder höheres TSH "haben darf". Das die Anpassung sowohl mit T4 als auch unter Umständen mit T3 passieren muss, wird ebenfalls angesprochen. Was will man also mehr.
    Davon das dieses "Ideal-TSH" für alle bestimmt werden soll, ist ja nicht die Rede. Könnte also ein "Notnagel" werden für die, die ansonsten nicht einstellbar sind.
    Ich finde es jedenfalls gut, wenn und das die Forschung weiter geht. Durch zerreden und Pessimismus geht ja nunmal nichts voran.
    Dass kein allgemeiner Ideal-TSH ermittelt werden soll, habe ich schon verstanden. Aber was genau bietet diese Berechnung an Mehrwert? Das Wichtige ist doch, dass bei der Allgemeinheit der Ärzte sich etablieren würde, dass TSH im Normbereich eben nicht für das Individuum gut sein muss, wie du und der Artikel ja auch darstellen. Dafür braucht es die freien Werte gekoppelt mit dem Befinden. Ich sage auch nichts gegen Forschung und testen von Hypothesen, das will ich nicht zerreden. Ich glaube nur, dass auch bei dieser Berechnung die Gefahr besteht, was wir eh schon haben. Heute wehren sich viele Ärzte schon, mehr als nur TSH zur Kontrolle zu bestimmen; wie viel mehr Diskussionen werden wohl anfallen, wenn ein auch noch vermeintlich individuell bestimmter TSH-Wert vom Patienten angezweifelt wird, weil das Befinden schlecht ist, weil sich eventuell unbemerkt (durch Krankheiten etc.) die Relation von TSH zu idealem T4 geändert hat?

    Nicht in der Forschung an sich sehe ich das Problem, sondern wie durch ungenügendes Wissen über den Einsatz der Methode bei der Suche nach Ursachen von Symptomen Dinge übersehen werden könnten.

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