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Thema: Bitte um Hilfe..

  1. #1
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    Standard Bitte um Hilfe..

    Hallo Zusammen,

    ich brauche dringend Hilfe bei der Beurteilung/Werte meiner Tochter 15 Jahre.

    Vor kurzem wurde bei Ihr Hashimoto diagnostiziert. Meine Tochter hatte vor 3 Jahren eine Infektion mit dem Eppsteinbar Virus, seitdem leidet meine Tochter unter ständiger Müdigkeit, Blässe, Ängsten, Konzentrationsproblemen und Vergesslichkeit, hat Verstopfung und ist sehr antriebsarm.

    Nach drei Jahren und einer Odysee von Arzt zu Arzt (weil ich hartnäckig blieb), wurden wir endlich in einen US geschickt wo wir auch die Diagnose Hashi erhalten haben.

    Befund: Immunthyreophatie in einer normal grossen SD 4.9ml mit einer euthyroten Stoffwechsellage. Aufgelockerte, leichtgradig echoarme Binnenstruktur der SD.

    Empfehlung: Keine Medikation, kein Rauchen, Kontrolle der Sd in 2-3 Jahren. Jährliche Kontrolle des TSH, Abklärung von Unverträglichkeiten.

    Blutwerte: TSH 2.1 T4 liegt bei 14 Referenz: 12-22 T3 habe ich noch nicht erhalten, da die Ärztin die Werte noch nicht geschickt hat. AK keine Vorhanden.

    Aufgrund der BW wollen weder der Radiologe noch die ganzheitliche Ärztin die uns überwiesen hat Hormone verschreiben. Die Ärztin ist der Meinung, das Hashi heilbar ist und behandelt meine Tochter schon mit Spurenelementen/Nährstoffen, was auch gut ist. Ebenso achten wir sehr auf die Ernährung, gluten und Milchfrei sowie wenig Zucker.

    Ich bin jetzt wirklich am Ende meines Lateins.. Was denkt ihr? Lieg ich falsch damit das meine Tochter Hormone benötigt und es macht noch Sinn zuzuwarten, trotz ihrer heftigen Symptome? Besteht wirklich die Chance, das Hashi heilbar ist? Oder sollte man wenigstens warten mit Hormonen, bis die Pubertät vorüber ist? Der Leidensdruck meiner Tochter und auch von uns Eltern ist wirklich mittlerweile ziemlich gross!

    Vielen Dank schon einmal für Eure Hilfe und liebe Grüsse!

  2. #2
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    Standard AW: Bitte um Hilfe..

    Hallo,

    bei mir wurde Hashimoto erst nach einigen Jahren, nachdem es mir immer schlechter ging, diagnostiziert und ich bin nie wieder richtig fit geworden.

    Wenn sie die Diagnose hat, wird sie LT früher oder später sowieso brauchen, ich würde damit anfangen. Hashimoto ist nicht heilbar, das ist unseriös von der Ärztin. Wobei die Werte jetzt wirklich noch nicht dramatisch sind.

    4,9 ml sind nicht normal groß, das ist echt lächerlich. Mit 15 ist deine Tochter fast ausgewachsen, eine normale Frauenschilddrüse hat 18 ml.

    Wobei die Müdigkeit und die Blässe wirklich auch am EBV liegen können, mein Sohn hatte das auch und hat den Verdacht auf ME/CFS dadurch. Möglicherweise kann durch den Virus auch die Schilddrüse kaputt gehen, das weiß ich aber nicht sicher.

    Habt ihr einen Eisenstatus machen lassen? Ferritinwert?

    LG

  3. #3
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    Standard AW: Bitte um Hilfe..

    Vielleicht doch einen LT-Versuch starten. Aber vorsichtig und klein einsteigen. Dann seht ihr ja, ob es etwas bewirkt. Aber versprich dir nicht zu viel davon. Die Symptome können von einem individuellen SD-Hormon-Mangel kommen aber leider auch- zig andere Ursachen haben, gerade in der Pubertät. Ich selbst war so froh, als bei meinem Sohn auch HT diagnostiziert wurde und glaubte, alle Symptome kämen davon - Pustekuchen.

    Hashimoto heißt nicht zwingend, dass man Medikamente braucht. Meine Mutter hatte gleichzeitig mit mir vor 40 Jahren die Diagnose, sie braucht nach wie vor kein LT, ich nehme 160er und habe damit in etwa mittige Werte. Hohe SD-Werte vertrage ich nicht, dann bin ich ein hibbeliges Wrack. Mein Sohn hat auch Hashimoto und brauchte von 6 - 18 Jahren LT, er konnte es ausschleichen und die Werte sind immer noch in Ordnung. Natürlich werden beide, Sohn und Großmutter 1/4-jährlich kontrolliert.

    Mein Sohn hatte übrigens unabhängig von der Hashimoto eine generalisierte Angst- und Panikstörung, zu der noch eine Depression kam. Und nein, die brauchen keinen "Grund" wie ich lernen musste, eine gewisse Vulnerabilität genügt da vollkommen. Die psychischen Erkrankungen wurden auch behandelt, mit Therapie und Medikamenten. Auch diese Medikamente konnte er absetzen und lebt mittlerweile das normale Leben eines jungen Erwachsenen. Er ist nur heilfroh darüber, dass er jetzt schon weiß, was ihm hilft falls es zu Rückfällen kommt, was leider immer möglich ist. Teil der Therapie war ja auch zu lernen, entsprechende Strategien zu entwickeln um mit der Erkrankung klar zu kommen.

    Die Größe der SD spielt auch nur bedingt eine Rolle, es kommt darauf an, was das Gewebe noch produzieren kann. Die Größennorm geht bis 18 ml, nicht ab 18 ml.

  4. #4
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    Standard AW: Bitte um Hilfe..

    Zitat Zitat von KapscII Beitrag anzeigen
    Mein Sohn hat auch Hashimoto und brauchte von 6 - 18 Jahren LT, er konnte es ausschleichen und die Werte sind immer noch in Ordnung.

    Mein Sohn hatte übrigens unabhängig von der Hashimoto eine generalisierte Angst- und Panikstörung, zu der noch eine Depression kam. Und nein, die brauchen keinen "Grund" wie ich lernen musste, eine gewisse Vulnerabilität genügt da vollkommen. Die psychischen Erkrankungen wurden auch behandelt, mit Therapie und Medikamenten. Auch diese Medikamente konnte er absetzen und lebt mittlerweile das normale Leben eines jungen Erwachsenen. Er ist nur heilfroh darüber, dass er jetzt schon weiß, was ihm hilft falls es zu Rückfällen kommt, was leider immer möglich ist. Teil der Therapie war ja auch zu lernen, entsprechende Strategien zu entwickeln um mit der Erkrankung klar zu kommen.

    .
    Vielen Dank für den ausführlichen Bericht, ich dachte echt, du schreibst über meinen Sohn. Woran hat er gemerkt, dass er es weglassen kann? Wir hatten mal wieder einen Reduzierungsversuch von 75 mcg auf 50 mcg, das ging nicht, jetzt nimmt er 62,5, obwohl er wieder hoch sollte auf 75. Ich hoffe sehr, die Schilddrüse wächst endlich richtig mit.

  5. #5
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    Standard AW: Bitte um Hilfe..

    Wie es bei jungen Erwachsenen so ist, er wollte nichts mehr täglich schlucken müssen ! Nachdem er keinerlei Beschwerden hatte und die Werte auch OK. waren, gab es keinen Grund wieder anzufangen. Er wird natürlich 1/4-jährlich kontrolliert. Die SD ist schon relativ klein, scheint aber genug intaktes Gewebe zu haben um ausreichend Hormone zu produzieren.

    Aber bei ihm funktionierte alles Absetzen recht einfach, das Neuroleptikum konnte er auch binnen 4 Wochen ausschleichen. Das Antidepressivum wie das LT einfach von einem Tag auf den anderen. Scheint in der Familie zu liegen, ich habe auch keine Absetzsymptome, weder bei Kortison (da kann ich nach der Stoßtherapie problemlos von 5 mg Urbason auf 0), noch bei Antidepressiva.

    Was er von Anfang an gemerkt hat ist, dass er hohe SD-Werte vermeiden muss, die triggern bei ihm die Angsterkrankung.

    Aber bei jedem ist das anders, man muss halt leider viel herumprobieren.

  6. #6
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    Standard AW: Bitte um Hilfe..

    Vielen Dank für deine Antwort. Laif 900 musste er im Februar spontan absetzen wegen schlechter Leberwerte, das war auch kein Problem. Nur ohne LT ist er ein Zombie, kommt nicht aus dem Bett, steigt in den falschen Bus ein, vergisst alles...

    Sorry fürs kurzzeitiges Kapern des Threads an @laramaria, ich hoffe, bei euch ist alles okay!

  7. #7
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    Hallo Ihr Lieben!!

    und vielen Dank für Eure Antworten! Bei uns ging es drunter und drüber und deshalb melde ich mich erst jetzt wieder..

    Unser Hausarzt hat aktuelle Werte von unserer Tochter machen lassen und einige andere Dinge abgeklärt und ich hoffe, das ihr mir da wieder behilflich sein könnt.

    Die aktuellen Werte meiner Tochter sind:

    Tsh: 3.1
    T3 6.63 Referenz: 3.5-7.7 (74.52%)
    T4 14.7 Referenz: 12-20.6 (31.4%)

    Cortisol: 620 Referenz 133-537

    Antikörper der Schildrüse sind alle negativ. Ultraschall bestätigt Hashi mit Schildrüsengrösse 4.9ml. Laut HA sind die Werte ok, deshalb kein LT vorerst.

    Vitamin d und Ferritin sind an der unteren Normgrenze. Alle sonstigen Werte ok.

    Was allerdings auffällig ist sind hohe Rheuma Antikörper! Deshalb haben wir eine Überweisung zur Kinder-Rheumatologie bekommen.

    Wir sind jetzt ziemlich verunsichert und natürlich erstmal froh, das weitere Abklärungen stattfinden. Dennoch sind wir nicht sicher ob die Schilddrüse nicht auch jetzt schon unterstützt werden sollte.. oder macht es Sinn abzuwarten was da in den weiteren Untersuchungen rauskommt?

    Hat jemand Erfahrung/eigene Kinder die Hashi und Rheuma haben?

    Was haltet ihr von den Werten? Was bedeutet der eher hohe T3 und tiefe T4? Muss man den hohen Cortisolwert beachten?

    Unsere Tochter leidet weiterhin an extremer Müdigkeit, Blässe, schnell Überfordert sein, Vergesslic, ängstlich einfach nicht belastbar.

    Ich danke Euch so herzlich für Eure Hilfe und Unterstützung! Es tut gut, das man nicht alleine ist und es auch andere Betroffene gibt!

    Liebe Grüsse, Laramaria

  8. #8
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Braunbär
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    Standard AW: Bitte um Hilfe..

    Weitere Abklärung halte ich für wichtig.

    Auch Rheuma-Erkrankungen können die niedrigen Werte für Vitamin D und Ferritin erklären .
    Und natürlich liegt auch der Verdacht nahe, dass die Pubertät ihren Tribut fordert.

    Hashimoto/Basedow und Rheumaerkrankungen sind alles autoimmune Erkrankungen. Daher kann es sein, dass deine Tochter gleich mehrfach "ins Klo gegriffen "hat. Entschuldige diesen flapsigen Ausdruck...ich wollte nur sagen, dass diese Anhäufung von Autoimmunerkrankungen nicht so selten ist.

    Ich würde an eurer Stelle noch weitere Klärungen abwarten. Die reinen Schilddrüsenwerte sind noch nicht soooo besorgniserregend, dass sofort LT her muss.
    Würde deine Tochter jetzt mit LT anfangen, könnte es ja sein, dass andere Diagnosen gar nicht erst in Erwägung gezogen werden (wenn es ihr schon mal besser geht). Und so verzögert sich evtl. die weitere Diagnostik. Andererseits kann man immer noch anfangen, die Schilddrüse zu stützen, wie du so schön schreibst.

    Ggfs. könntet ihr mit Selen anfangen, dazu lies vielleicht auch mal im Forumswissensschatz. Nur nicht allzu hoch dosiert, bitte.

    Gute Besserung...hoffentlich geht es deiner Tochter bald besser. Das ist ja schon belastend für beide Seiten.

  9. #9
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    Hallo, das klingt ja nicht so toll mit den Rheumawerten, das tut mir leid! Ich würde den Rheumatologentermin abwarten und vorher nichts ändern. LG Geisterfahrerin

  10. #10
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Braunbär
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    Zitat Zitat von laramaria Beitrag anzeigen


    Unsere Tochter leidet weiterhin an extremer Müdigkeit, Blässe, schnell Überfordert sein, Vergesslic, ängstlich einfach nicht belastbar.
    Es muss ja nicht gleich am SARS-CoV-19 liegen, aber vielleicht hatte deine Tochter in der letzten Zeit viele Virusinfekte zusätzlich zum Ebstein-Barr-Virus vor drei Jahren? Also "banale" Infekte oder sowas? Es gibt solche Erschöpfungsphasen nämlich auch nach gehäuften Erkältungsinfekten oder den sogenannten Kinderkrankheiten wie Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Keuchhusten, also alles Virusinfektionen.

    Manches mal so eine Situation auch verkannt und den Betroffenen statt Schonung härteres Training empfohlen, was es aber nicht besser macht.
    War jetzt so ne Idee.....

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