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Thema: Latente Hyperthyreose und bifokale Autonomie

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  1. #1
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    Standard Latente Hyperthyreose und bifokale Autonomie

    Hallo

    ich bin neu hier und hoffe eventuell ein wenig Rat zu meiner jetzigen Situation zu bekommen.

    Habe letzte Woche folgende Diagnose bekommen:

    Latente Hyperthyreose bei Struma nodosa mit bifokaler Autonomie rechts cranial und links claudal, Uptake 1,1%

    Volumen rechts 12 ml, links 8 ml, gesamt 20 ml (Normal 18ml) mit Solitärknoten rechts 1,5x2x2xcm echodicht, sowie 2x1x1x cm echoarm und links 1,1x1,5x1 cm echoarm

    Werte vom 29.03.21

    TSH 0,249 (0,27 - 4,20)
    FT4 14,92 (12.00 - 22.00)
    FT3 4,23 (3.10 - 6.80)
    TPO -AK 6,10 (0.00 - 34.00)
    TRAK 1,08 (0.00 - 1.75)
    Calcitonin < 0,50 (0-5,17)

    Ich bin schon länger aufgrund des linken Knotens beim NUK. Bisher war immer alles soweit in Ordnung (TSH immer ca. 2 und T3/T4 im Normalbereich, Antikörper auch im Normbereich, fühlte mich gut.), bis auf den Umstand, dass ich immer an der Grenze zum Untergewicht bin und nicht zunehmen kann. Im November war ich im KH wegen anhaltenden Herz-/Kreislauf Problemen (Brustschmerzen, Herzrasen nachts, schneller Puls/anfallsartiges Herzrasen tagsüber, Schwindel, Atemnot, etc.) und da wurde eine latente Hyperthyreose diagnostiziert. Dann im Februar wurden rechts zwei weitere Knoten entdeckt und ein Eisen und Vitamin D Mangel festgestellt. Im März war ich wieder im KH wegen Herz-/Kreislaufproblemen und massiven Schlafstörungen wo leichter Bluthochdruck und eine nur niedrig normale Pumpleistung des Herzens festgestellt wurden (letztes Jahr war die noch völlig in Ordnung). Nach der Szinti am 29.03.21 dann die oben genannt Diagnose. Der NUK meint das müsste nicht behandelt werden und ich sollte in 3 Monaten zur Kontrolle kommen.

    Alllerdings habe ich sehr schlimme Schlafstörungen, zunehmende Kreislaufprobleme (Herzrasen, Blutdruckspitzen), etc. seit dem die Schilddrüsewerte nicht mehr in Ordnung sind. Die Werte schwanken ziemlich stark und je nach dem sind meine Symptome auch unterschiedlich ausgeprägt. Außerdem sind die Knoten seit Februar ziemlich gewachsen und rechts sogar tastbar. Sie machen sich im Hals inzwischen sehr unangenehm bemerkbar (Schmerzen, Druck- und Spannungsgefühl) und sind störend. Auch ist rechts ein Lymphknoten (NUK sagt nicht bösartig) der stetig mit dem Knoten mitzuwachsen scheint. Ich empfinde die Situation momentan als sehr belastend und kann die Entscheidung des NUK nicht so ganz nachvollziehen. Der sagt immer, dass ne latente Hyperthyreose gar keine Probleme macht. Sollte ich mir eventuell eine Zweitmeinung beim Endokrinologen holen? Hab nächste Woche eh einen Termin beim Endo (allerdings nicht wegen Schilddrüse).

    Ich hatte vorher nie Probleme mit Blutdruck, dem Herzen oder Schlafstörungen. Die kamen buchstäblich aus heiterem Himmel. Bin weiblich, 37, Nichtraucher, trinke keinen Alkohol und wiege 53 Kg und war bis letztes Jahr vollkommen gesund aber inzwischen fühle ich mich als wäre ich 80. Mache mir ziemliche Sorgen wegen meinem Herzen und dem Blutdruck. Kann das alles schon von einer latenten ÜF kommen?

    Bin für jeden Rat dankbar.

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Latente Hyperthyreose und bifokale Autonomie

    Hallo mazo,
    aber natürlich kann eine latente Hyperthyreose Beschwerden machen. Deine freien Werte sehen hübsch aus (fT4, fT3), aber das gesunkene TSH ist ein Beweis genau dafür, wie du deine Beschwerden schilderst:
    Die Werte schwanken ziemlich stark und je nach dem sind meine Symptome auch unterschiedlich ausgeprägt
    Wenn du also eine Autonomie/heiße Knoten hast, feuern sie, wie und wann sie wollen, das ist am Stand der freien Hormone nicht direkt ablesbar, aber das TSH reagiert ganz offensichtlich auf das Überangebot.

    Eine solche Autonomie kann lange kompensiert bleiben (d.h., die übrige Produktion wird leicht runtergefahren), oder eben auch nicht. Teils (aber auch nur teils) kommt es auf das Jodangebot an. Kannst ja versuchen, die Jodzufuhr einzuschränken. Aber eine Dauerlösung wird das nicht sein.

    Zu einem Endo würde ich weniger gehen, eher zu einem zweiten NUK, soll der mal auch gucken, wie groß, was, wo da wächst. Aber die Therapieentscheidung, die liegt bei dir, nicht beim NUK, wenn du Beschwerden hast.

    Normalerweise behandelt man Autonomie durch Radiojodtherapie. NUKs schlagen meist genau dies vor. Ich mahne da ein wenig zur Vorsicht, weil die RJT im Zweifelsfall einen Morbus Basedow triggern könnte . Ein einschlägiger Antikörperwert (TRAK) ist zwar normwertig, aber immerhin sind ein Paar TRAK da, wäre der Wert 0,00 sowie deine übrigen SD-Antikörper (TPO-AK und Tg-AK) klar negativ, wäre das Risiko hierfür geringer.

  3. #3
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    Standard AW: Latente Hyperthyreose und bifokale Autonomie

    Hallo panna,

    danke für die Antwort. Ich werde mir dann eine Zeitmeinung bei einem anderen NUK holen.

    Was wäre denn außer der RJT ansonsten eine Möglichkeit zur Behandlung? Medikamente?

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Latente Hyperthyreose und bifokale Autonomie

    Erstens, Schilddrüsenhemmer hemmen zwar die Neuproduktion, aber unselektiv, d.h. sie hemmen, aber du kannst die Dosierung nicht "kompensierend" einsetzen, d.h. ausrechnen, wie viel nötig wäre bei dir. Das macht man eher bei alten Leuten, die man nicht operieren will. Zweitens, diese Pillen sind nicht harmlos.

    Dann gibt es die OP.

    Die RJT würde ich dann überhaupt in Betracht ziehen, wenn bei dir Autoimmunität total zweifelsfrei ausgeschlossen werden könnte und wenn du keine kalten Knoten hast. Du hast sicher einen Szintigrafie-Befund mit Text, der täte mich zur Gänze interessieren (nämlich, sind diese Knoten die heißen Knoten oder gibt es auch andere)?

  5. #5
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    Standard AW: Latente Hyperthyreose und bifokale Autonomie

    Meinst du diesen?

    Szintigraphie nach i.v. Gabe von 42 MBq TC-99 Pertechnetat
    Indikation: Solitärknoten beidseits.
    Befund: Struma mit fokaler Mehranreicherung rechts cranial und links caudal, Uptake 1,1%.

    Von kalten Knoten wurde nix gesagt.
    Geändert von mazo (06.04.21 um 17:19 Uhr)

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Latente Hyperthyreose und bifokale Autonomie

    Ja, das meinte ich, wenn da sonst nichts steht, danke.

    Du kannst natürlich auch zu einem Endo gehen, aber erstens sind da die Termine schwieriger und zweitens ist Bildgebung wichtig. Eine zweite Szintigrafie ist zwar nicht so prickelnd ... hm. Du kannst ihm ja den Befund zeigen, um eine gründliche Sono mit Zweitmeinung bitten und betonen, dass es dir um die Klärung geht, ob bei dir eine Schilddrüsen-Autoimmunität in Frage kommt. Er sollte nochmal TPO-AK und TRAK sowie aiuch die Tg-AK machen.

    Ich meine, ein guter Schilddrüsen-Endo ist auch mit der Sonografie gut, aber dann solltest du darauf achten, dass es kein Diabetes-Spezialist ist ...

    Wer sagt, dass man bei latenter ÜF wegen Autonomie keine Symptome hat, ist in meinen Augen ein wenig ... hm, stur

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