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Thema: Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

  1. #1

    Standard Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

    Hallo allerseits!

    ich bin neu hier und hoffe, jemand kann mir mit Erfahrungen oder Ratschlägen weiterhelfen.

    Ich habe schon seit Jahren Probleme, die auf eine Schilddrüsenunterfunktion hinweisen, eigentlich kann ich jedes Symptom abnicken, das dazu gehört. Allerdings waren die Blutwerte bei mir immer unauffällig.
    Vor ein paar Monaten gab es erstmals beim Rheumatologen den Hinweis auf eine Autoimmunkrankheit, vor ein paar Wochen schließlich, nach einem Ultraschall und einem weiteren Bluttest, erstmals den Hinweis auf latente Unterfunktion mit Verdacht auf Hashimoto.
    Das war eine Erlösung, weil ich dachte, jetzt kommt endlich was ins Rollen und den Verdacht darauf hatte ich schließlich schon lange.

    Werte:
    TSH 4,33
    fT4 1,03
    fT3 4,4
    TRAK 0,7
    anti-TPO 39
    Vitamin D trotz monatelanger, hochdosierter Substitition tief im Keller.

    Ich sollte nun 50 Mikrogramm L-Thyroxin nehmen, anfangen und einschleichen mit 25. Das führte jedoch schlagartig zu heftigsten Kopfschmerzen und Dauermigräneattacken, sowie Schmerzen an den Sehnenansätzen in der Schulter. Ich dachte erst, das ist nur am Anfang, aber nach zehn Tagen habe ich aufgegeben.
    Präparatwechsel, dabei runterdosiert, 12,5 war verträglich, 18,75 auch noch ohne Kopfschmerz (allerdings zuckt seither mein rechtes Auge, ich weiß nicht, ob es einen Zusammenhang gibt). Aber ab 25 bekam ich wieder einen dicken Kopf und den Schulterschmerz. Habe die Dosen immer so ca. 4 Tage genommen, vor dem Höherdosieren.

    Ich vermute, dass die latente UF schon lange besteht, ggf ist mein Körper stark an den Mangel gewöhnt. In den letzten zwanzig Jahren hatte ich zwei große Schübe mit nennenswerter Gewichtszunahme, ohne ersichtlichen Grund, dazwischen stagnierte es. Seit einem Jahr sind die Beschwerden (vor allem starker Muskel/Gliederschmerz, extreme Morgensteifigkeit, Frieren, Kraftlosigkeit, permanenter, leichter Halsschmerz) besonders ausgeprägt. Mein Gewicht steht in keinem Verhältnis zu meiner Ernährung und sportlichen Aktivität. Ich war froh, dass es jetzt endlich eine Diagnose gibt und die Behandlung startet.
    Aber ich scheine sie nicht zu vertragen und bin echt ratlos.

    Arzt meinte: Dann halt wieder absetzen, ich bin ja bei TSH-Wert nur knapp über der Norm.
    Aber dann bin ich genauso weit wie vorher, denn die Beschwerden habe ich ja trotzdem und sie waren zuletzt fast unerträglich. Dafür wurde bisher auch noch keine andere Ursache gefunden.
    Die Kopfschmerzen halte ich nicht aus. Nun sind wir so verblieben, dass ich drei Monate lang 12,5 nehmen soll, was aber stark unter der eigentlich empfohlenen Zieldosis liegt.

    Habt ihr Ähnliches erlebt?
    Hattet ihr Anfangs auch solche Kopfschmerzen und habt ihr es irgendwie lösen können?
    Habe ich das Einschleichen ggf. zu schnell vorgenommen, hätte ich die Dosen besser länger als nur wenige Tage beibehalten sollen?

    Ich bin für jeden Tipp oder Hinweis dankbar!

    Viele Grüße
    MissPeppermint

  2. #2
    Benutzer
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    Standard AW: Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

    Die „errechnete Zieldosis“ muss ja nicht zwangsläufig die Dosis sein, die für dich dann auch passt. Ich hatte Kopfschmerzen, Muskelzuckungen, hohen Puls in Überfunktion. Ob das bei dir nach 4 Tagen allerdings schon der Fall wäre, ist zweifelhaft... allerdings fehlen bei deinen Blutwerten die Normbereiche, es wäre gut, wenn die diese noch dazu schreiben könntest. Außerdem meine ich, dass der TSH im Tagesverlauf schwankt; wann wurde gemessen?

  3. #3
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    Standard AW: Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

    Was dir passiert ist ist nicht ungewöhnlich. Dein Arzt hat wohl jahrelang auf den TSH geschielt und der war nunmal unauffällig, genauso wie die gemessenen Antikörper. Die TGAK fehlen übrigens. Auch sehe ich in deiner Beschreibung keinen Hinweis auf einen Ultraschall.

    Bei deinen Werten fehlen die SI-Einheiten und die Referenzbereiche, wäre gut, wenn du das ergänzen könntest.

    Das es einem nach 10 Tagen schlechter geht ist nichts Ungewöhnliches, sondern eher normal. Die SD regelt nach und die 25 waren def. zu wenig. In dem Fall wäre eine Steigerung auf 50 sinnvoll gewesen. Jetzt hast du erst einmal Chaos. Lies dich einmal hier im Forum gut ein. Besorg dir auch am besten das Buch von Frau Dr. Brakebusch, der Forumgründerin.

    Das was du beschreibst, nennt sich Erstverschlimmerung, und du kannst hier einiges dazu im Forum finden.

  4. #4

    Standard AW: Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

    Hab nochmal ergänzt, aber ich weiß nicht wie man die Sonderzeichen schreibt

    TSH 4,33 ?IU/ml (0,35-4)
    fT4 1,03 ng/dl (0,78-1,94)
    fT3 4,4 pg/ml(2,3-5,3)
    TRAK 0,7 IU/l (<1,5)
    anti- TPO 39U/ml (<60)

    Vit D: 18 ng/ml (20-50)
    Kreatinin 0,72 mg/dl (<1)
    Calcium 2,3 mmol/l(2,13-2,56)
    Phosphat im Serum 3,08 mg/dl(2,5-5)
    Gesamtvolumen Schilddrüse 16ml, echoärmeres, aufgelockertes Reflexmuster.
    Blutwerte wurden um die Mittagszeit genommen.

    Mehr Werte wurden nicht genommen, TGAK stehen nicht dabei, auch keine anderen Nährstoffe wurden untersucht.

    Mir ging es allerdings nicht nach 10 Tagen schlechter, sondern ab dem ersten Tag für zehn Tage, dann habe ich abgebrochen, weil ich es nicht mehr ausgehalten habe.
    Die Kopfschmerzen beginnen immer so ca 3-4 Stunden nach der Einnahme und bleiben dann den ganzen Tag.

    Aber ich habe gerade bei der "Erstverschlimmerung" gelesen, dass man eine Dosis bis zu 14 Tagen beibehalten soll, das habe ich natürlich nicht gemacht. Ich dachte, vier Tage reichen, weil man so ja ggf manche auch Medikamente ausschleicht.
    Geändert von MissPeppermint (03.03.21 um 22:44 Uhr)

  5. #5
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Schlomis Muddi
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    Standard AW: Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

    Wenn Du 12,5 auf einen Schlag verträgst, könntest Du diese Dosis morgens nehmen und den Rest irgendwann im Laufe des Tages ( Stichwort Splitting). Ist natürlich nicht vorschriftsmäßig und es wird weniger Wirkstoff aufgenommen werden als bei kompletter Morgeneinnahme; aber es ist eine Lösung für die erste Zeit. Perspektivisch würde ich dann auf komplette Morgeneinnahme hinarbeiten.

    Eine andere Idee wäre, für die erste Zeit die komplette Dosis nach (nicht vor) dem Frühstück zu nehmen.
    Geändert von Schlomis Muddi (04.03.21 um 08:58 Uhr)

  6. #6

    Standard AW: Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

    Ich könnte auch eine Zwischendosis nehmen und so ausloten, was geht und was nicht, aber der Arzt wollte mir keine Topfen verschreiben und auch um die niedriger dosierten 25er Tabletten musste ich hart kämpfen (die kann man notfalls vierteln, aber toll ist das auch nicht).

    Fakt ist eben, dass die Veränderung um so eine minimale Dosis ausreicht, um starke Beschwerden zu verursachen. Der Arzt wollte das nicht so recht glauben.

    Gestern hieß es dann, ich soll bis zur nächsten Verlaufskontrolle erstmal nur 12,5 nehmen, Verlaufskontrolle wurde in drei Monaten (!) angesetzt. Das kommt mir seltsam vor, weil es ja eigentlich ein Kompromiss ist, erstmal so wenig zu nehmen.Und dann gleich drei Monate lang?

  7. #7

    Standard AW: Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

    Mich würde nochmal interessieren, welche Werte ihr für unbedingt notwendig haltet, vor allem dann, denn es Probleme gibt und irgendwas nicht zusammenpasst.
    Anscheinend wurden bei mir einige Werte nicht genommen, die bei euch zum Standard gehören.

    Sind dem Hausarzt da bei manchen Werten die Hände gebunden oder ist das immer nur eine Willensfrage?

  8. #8
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    Standard AW: Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

    Hallo Peppermint,

    die Dosis scheint noch nicht auszureichen, wenn ich deine obigen Werte betrachte. Dein Vitamin D ist zu niedrig, das solltest du auch nehmen, denn Vitamin D ist gerade bei Autoimmunerkrankungen oft im Mangel und hat Auswirkungen auf die Muskeln und Knochen. Dazu solltest du Magnesium nehmen, aber nicht zu gleichen Zeit. Vitamin D ist fettlöslich, daher am besten zur Hauptmahlzeit nehmen.

    Bei der Ernährung ist darauf zu achten, möglichst keine mit Jodsalz gewürzten Lebensmittel zu essen, da dadurch der Entzündungsprozess angekurbelt wird.

    Hast du vor der letzten Blutkontrolle das Schilddrüsenmedikament genommen? Es sollte vorher nicht eingenommen werden, weil dann die Werte nicht aussagekräftig sind.

    Grüße

    Artista
    Geändert von Artista (06.03.21 um 11:44 Uhr)

  9. #9

    Standard AW: Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

    Dein Vitamin D ist zu niedrig, das solltest du auch nehmen, denn Vitamin D ist gerade bei Autoimmunerkrankungen oft im Mangel und hat Auswirkungen auf die Muskeln und Knochen.
    Der Vitamin D Mangel fiel schon vor einem Jahr auf, seither nehme ich Tabletten und es wurde nicht besser. Trotz Tabletten, prachtvollem Hochsommer und jeden Tag in der Sonne bin ich nie über 25 ng/mol gekommen.

    Erst daraufhin erfolgte die erneute Untersuchung der Schilddrüse und die Diagnose "latente UF mit Verdacht auf Hashimoto" wurde gestellt. Die Schilddrüsenmedikamente nehme ich erst seit ca. 4 Wochen, d.h., ich versuche es. Ich sollte 50 micg nehmen, mit 25 einschleichen, aber die Dosis hat die unerträglichen Beschwerden ausgelöst. Mit den 12,5 habe ich keine Probleme.
    Ich habe nach ein paar Tagen mit der Dosis nochmal versucht zu erhöhen, mit 18,75 entstand das Augenzucken, 25 haben wieder Kopfschmerzen und Sehnenschmerz ausgelöst (und nicht zu knapp, das ist dann sehr stark). Mit 12,5 verschwanden Schmerzen und Augenzucken schlagartig wieder.

    Ich überlege nun, ob es Sinn macht, die niedrige Dosis mal sechs Wochen zu nehmen, bis zur nächsten Blutabnahme, auch wenn es wahrscheinlich viel zu wenig ist und eine gefühlte Ewigkeit dauert.

    EDIT: Zuvor ist leider niemals irgendein Arzt auf die Idee gekommen, mal nach der Schilddrüse zu sehen. Die Odyssee kennen sicher die meisten von euch. Zur Gewichtszunhame hört man nur Ermahnungen, selbst wenn man hoch und heilig beteuert, dass das Gewicht nicht zu Ernährung und sportlicher Aktivität passt, bei den restlichen Symptomen waren alle Ärzte ratlos, obwohl sie eigentlich perfekt zu der jetzt gefallenen Diagnose passen und das ja nun wirklich nichts Seltenes und Exotisches ist. Auf die Idee hätte man schon kommen können.
    Geändert von MissPeppermint (06.03.21 um 11:09 Uhr)

  10. #10
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    Standard AW: Kopfschmerzen von Minimaldosis L-Thyroxin

    Hallo Peppermint,

    ja die Ärzteodysee haben viele hier hinter sich, ich auch. Wie viel Vitamin D nimmst du denn? Manche habe auch einen Mangel an Vitamin B 12 oder Ferritin. Das könntest du auch noch testen lassen.

    12,5 mg Thyroxin liegt unter der kleinsten Dosis von 25 mg. Ich habe bei jedem Herunter- oder Heraufdosieren Symptome. Es dauert bis das im Organismus ankommt. Daher macht es auch keinen Sinn, einfach immer weiter von alleine rauf- u. runter zu dosieren ohne die Dosis, mind. am besten 8 Wochen oder noch länger zu halten. Erst dann lässt sich bei einer erneuten Blutabnahme mehr sagen.

    Versuch es doch noch mal mit 25 mg. Es kann sein, dass es eine Erstverschlechterung war, weil sich dein Organismus, der jahrelang versucht den bestehenden Mangel selber zu kompensieren, an die Substituierung mit Schilddrüsenhormonen erst gewöhnen muss.

    Nimmst du noch andere Medikamente? Alles das spielt eine Rolle? Hast du viel Stress? Oder eine Erkältung oder Grippe oder anderes gehabt, was mit reinspielen kann?

    Am besten liest du den Einführungsthread hier im Forum oder das Buch von Frau Dr. Brakebusch, der Betreiberin dieses Forums und Professor Heufelder: Leben mit Hashimoto. Dort ist viel erklärt und du findest dort gute Infos. Die Schilddrüse ist ein komplexes Thema.

    Das Budget der Hausärzte ist oft begrenzt. Du könntest die Untersuchungen bei einem Facharzt wie einem Nuklearmediziner oder Endokrinologen machen lassen. Bei den letztgenannten musst du allerdings sehr, sehr lange auf einen Termin warten, da es nicht so viele gibt.

    VG

    Artista
    Geändert von Artista (06.03.21 um 15:37 Uhr)

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