Seite 1 von 3 123 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 30

Thema: Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

  1. #1
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    24.10.16
    Ort
    NDS
    Beiträge
    443

    Standard Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

    Hallo Forum,

    ich frage mal hier, weil mich die Internetsuche etwas überfordert. Ich habe 2017-18 etwas erlebt, mit dem ich allein nicht klar komme und möchte aus der Situation heraus, meinen mitbetroffenen Lebenspartner permanent mit diesem Erlebnis zu belasten (aka zuzuquatschen). Letztendlich suche ich nur jemanden, dem ich den vollständigen Wahnsinn, den ich erlebt habe, erzählen kann. Nach welcher Ausrichtung des Therapeuten suche ich da? (Verhaltenstherapie ist unnötig, die Folge-Angststörung hab ich mir wieder abgewöhnt; Tiefenpsychologisches halte ich für Humbug); und wie bekommt man ohne Hausarzt unter Coronabedingungen einen Nottermin?

    Vielen Dank für Ratschläge,
    Ness

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Thursday Next
    Registriert seit
    18.10.11
    Ort
    Ignoreland
    Beiträge
    1.648

    Standard AW: Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

    Wenn es von der GKV bezahlt werden soll, bleiben da als Richtlinienverfahren nur noch die Psychoanalyse und die systemische Therapie übrig: https://www.therapie.de/psyche/info/...-krankenkasse/ Vielleicht wäre eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie doch das Richtige für dich, das ist im Prinzip eine Gesprächstherapie, die z. B. auch bei reaktiven Depressionen funktioniert (bei mir zumindest ).

    Bei deiner GKV müsstest du auch ein Verzeichnis von Therapeut:innen in deiner Gegend finden. Teilweise gibt es auch regionale Verbände für Therapeut:innen, die Kurzprofile ihrer Mitglieder online stehen haben.

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    24.10.16
    Ort
    NDS
    Beiträge
    443

    Standard AW: Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

    Zitat Zitat von Thursday Next Beitrag anzeigen
    Wenn es von der GKV bezahlt werden soll, bleiben da als Richtlinienverfahren nur noch die Psychoanalyse und die systemische Therapie übrig: https://www.therapie.de/psyche/info/...-krankenkasse/ Vielleicht wäre eine tiefenpsychologisch fundierte Therapie doch das Richtige für dich, das ist im Prinzip eine Gesprächstherapie, die z. B. auch bei reaktiven Depressionen funktioniert (bei mir zumindest ).

    Bei deiner GKV müsstest du auch ein Verzeichnis von Therapeut:innen in deiner Gegend finden. Teilweise gibt es auch regionale Verbände für Therapeut:innen, die Kurzprofile ihrer Mitglieder online stehen haben.
    Danke dir für deine Antwort. Die tiefenpsychologische Ausrichtung schreckt mich etwas ab, letztendlich will ich nur jemanden zuquatschen können und meine Ruhe haben -- aber mit einem guten Therapeuten wär's das dann das vieleicht. Bevor ich mein Restgeld weiter aufesse, würde ich ja auch privat bezahlen, wenn es denn hilft.

    Mein Problem ist halt, dass mir im Nachhinein aufgefallen ist (sicher und nachweislich), dass ich über Jahre manipuliert und betrogen worden bin, -- da ist jedwedes Vertrauen zerstört und genau da muss ich heraus. Blöderweise ist halt das Grundvertrauen in andere Menschen nachhaltig zerstört. Da beißt sich die Katze etwas in den Schwanz.

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    40.688

    Standard AW: Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

    Zitat Zitat von Ness Beitrag anzeigen
    letztendlich will ich nur jemanden zuquatschen können und meine Ruhe haben --
    In vergleichbarer Lage wollte ich auch nur das, mit genau den gleichen Therapie-Vorbehalten (die meist besagen: "die können mir sowieso nichts Neues erzählen"). Und genau so war es. Ich konnte zwar nach Herzenslust endlos reden, aber es ist quasi nicht zu verhindern, dass der Therapeut auch mal was sagt .

    Und wenn man dann jedes Mal, wirklich jedes Mal das Gefühl hat, dass man das, was der Therapeut sagt, doch selbst ganz genau weiß, wird es irgendwie sinnlos.
    Denn du willst zwar nur in eine Richtung quatschen (wirklich? brauchst du sonst nichts?), aber "Gespräch" ist nun mal leider bidirektional.

  5. #5
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    24.10.16
    Ort
    NDS
    Beiträge
    443

    Standard AW: Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

    Na, vielleicht quatsch ich auch ersteinmal einen Telefonseelsorger voll oder gehe zu meiner Gemeinde (für irgendwas muss man ja den Kirchenaustritt über Jahre verpeilt haben); so ein wenig Input über den Rückkanal würde ich ja annehmen; nur meine ich das (mein) Problem sehr gut zu kennen. Den einzigen Menschen, der das aus eigener Erfahrung versteht, würde ich nur gerne mal damit in Ruhe lassen ... (ich schreib doch ein Drehbuch, jede*r Außenstehende würde die gesamte Story für etwas durchgeknallt halten.)

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    40.688

    Standard AW: Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

    Zitat Zitat von Ness Beitrag anzeigen
    so ein wenig Input über den Rückkanal würde ich ja annehmen; nur meine ich das (mein) Problem sehr gut zu kennen.
    Hehe, ja. Als hörte ich mich selbst reden.

    Nur, wenn du das Problem kennst und dir alles klar ist, warum brauchst du weiterhin immerfort darüber zu reden?

    (und als Fortsetzung: Stell dir vor, du gehst in Therapie, und quatschst deinen Partner dann mit dem zu, was dort passierte. Vielleicht liegt da der Hase im Pfeffer oder der Hund begraben, ist ja nicht ausgeschlossen)

    Aber Probelauf mit Telefonseelsorger hört sich ganz gut an.

  7. #7
    Benutzer
    Registriert seit
    03.08.19
    Ort
    Bergheim bei Köln
    Beiträge
    229

    Standard AW: Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

    Check das nicht. Mach doch, wodrauf Bock hast?! Sport, Soziales, was Kinder oder mit Natur?!

    Oder geht das hier in Rtg. PTBS? (OK, glaub ich hab es jetzt, dieses xx-Ligthning, Manipulation halt)

    Autsch.

  8. #8
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    06.03.13
    Ort
    anderswo - siehe Profil
    Beiträge
    5.845

    Standard AW: Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

    Zitat Zitat von Ness Beitrag anzeigen

    Mein Problem ist halt, dass mir im Nachhinein aufgefallen ist (sicher und nachweislich), dass ich über Jahre manipuliert und betrogen worden bin, -- da ist jedwedes Vertrauen zerstört und genau da muss ich heraus. Blöderweise ist halt das Grundvertrauen in andere Menschen nachhaltig zerstört. Da beißt sich die Katze etwas in den Schwanz.
    Das spricht überhaupt nicht gegen Verhaltenstherapie, finde ich. Misstrauen gegenüber Unbeteiligten ist ja auch ein Verhalten, das du ändern willst.

    Vielleicht gibt es zu deinem Thema auch passende Youtube-Videos. Manchmal fühlt man sich auch dadurch verstanden, dass jemand Ähnliches erlebt hat.

  9. #9
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Andrine
    Registriert seit
    22.10.16
    Ort
    Das Bessere ist der Feind des Guten. Voltaire
    Beiträge
    1.598

    Standard AW: Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

    Geht das nicht in Richtung Traumatherapie? Ich wollte mich darüber auch schon informieren, offenbar ist das noch etwas in den Kinderschuhen. Und es soll schwierig sein, einen geeigneten Therapeuten zu finden. Ok, allzu lange habe ich bisher noch nicht gesucht, weil ich dann alles nochmals erzählen müsste.

    Wenn Du einen guten Seelsorger an den "Draht" bekommst wäre das sicher auch eine Alternative. Oder ein geeignetes Buch?
    Mir ist auch Schlimmes passiert, wenn auch vielleicht in anderer Form als bei Dir.

    Meine Termine bei der Psychologin liefen etwa so ab, wie von Dir beschrieben - ich redete viiiiel.. nur um nichts zu hören zu bekommen, das ich sowieso schon weiss oder aber nichts mit meinem Problem zu tun hat.

    Ich gehe immer noch hin ab und zu, irgendwie gibt es mir doch etwas Stabilität - auch, weil sie akzeptiert zu haben scheint, dass sie mir nicht "helfen" kann. Da kann ich auch mal jammern und das erzählen, was mir gerade durch den Kopf geht. Wenn es auch mein Grundproblem, das in der Vergangenheit liegt und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, nicht löst.

    Vielleicht heilt nur Zeit die Wunden, und neue, bessere Erfahrungen mit Menschen. Beides, falls vorhanden. Bei mir kommt mein letzter Impuls sicher auch aus dem Glauben, obschon dieser erschüttert wurde, durch alles erlebte. Aber ich habe erkannt, dass ich es nicht wegen meines Glaubens erlebt habe, sondern wegen dem, was die Menschen trotz ihrem Glauben bzw. ihrer Auslegung desselben getan haben. Und daher gibt er mir nach wie vor Kraft. Und auch die Beziehung zu meinem Freund, der keinen transzendenten Glauben hat in dem Sinn, der aber an mich glaubt und an andere Dinge, die ihn erden. So konnte schon Heilung geschehen, die ich vielleicht nirgendwo sonst gefunden hätte.

    Jetzt bin ich am Punkt, an dem ich mich wieder aufraffen will und nach vorne schauen. Auch wieder auf Menschen zugehen, an Vertrauen glauben - und durch das Erlebte habe ich auch eine bessere Menschenkenntnis entwickelt, was das Vertrauen wiederum stärkt. Ups, so viel wollte ich gar nicht schreiben. Aber vielleicht findest Du Dich ja in irgendwas davon wieder.

  10. #10
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    24.10.16
    Ort
    NDS
    Beiträge
    443

    Standard AW: Gesprächstherapie -- wie finde ich einen Therapeuten?

    Liebe Andrine,

    danke für deinen langen Beitrag, das war hilfreich. Ich antworte auf einzelnes:
    Zitat Zitat von Andrine Beitrag anzeigen
    Geht das nicht in Richtung Traumatherapie? Ich wollte mich darüber auch schon informieren, offenbar ist das noch etwas in den Kinderschuhen. Und es soll schwierig sein, einen geeigneten Therapeuten zu finden. Ok, allzu lange habe ich bisher noch nicht gesucht, weil ich dann alles nochmals erzählen müsste.
    Jeder Mensch, der sich im Berufsleben von einem charismatischen (und manipulativen) Teamleiter zur Selbstausbeutung hat antreiben lassen und dann nach fünf Jahren mit einem freundlichen 'ich sehe keine gemeinsame Zukunft für uns' verabschiedet wurde, ist vermutlich ähnlich traumatisiert wie ich; da lass ich die Traumatherapie den echt Traumatisierten.

    Wenn Du einen guten Seelsorger an den "Draht" bekommst wäre das sicher auch eine Alternative. Oder ein geeignetes Buch?
    Mir ist auch Schlimmes passiert, wenn auch vielleicht in anderer Form als bei Dir.
    Mir reicht der Gollum aus 'Herr der Ringe' und die nette Fernsehserie 'Game of Thrones' erzählt auch nichts anderes; aber immer nur aus Sicht der Täter, wenn ich nach Opfern von Habgier anderer suche, läuft es immer auf Totschlag oder Mord hinaus.

    Meine Termine bei der Psychologin liefen etwa so ab, wie von Dir beschrieben - ich redete viiiiel.. nur um nichts zu hören zu bekommen, das ich sowieso schon weiss oder aber nichts mit meinem Problem zu tun hat.

    Ich gehe immer noch hin ab und zu, irgendwie gibt es mir doch etwas Stabilität - auch, weil sie akzeptiert zu haben scheint, dass sie mir nicht "helfen" kann. Da kann ich auch mal jammern und das erzählen, was mir gerade durch den Kopf geht. Wenn es auch mein Grundproblem, das in der Vergangenheit liegt und nicht mehr rückgängig gemacht werden kann, nicht löst.
    Eine gut Bekannte sagte auch, sie mache ihre Therapiestunden als Wellnesserlebnis. Ja, mit einer lang bekannten Therapeutin könnte ich mir das vorstellen, aber zum Anfangen?, da quatsch ich lieber einen Baum zu.

    Vielleicht heilt nur Zeit die Wunden, und neue, bessere Erfahrungen mit Menschen. Beides, falls vorhanden. Bei mir kommt mein letzter Impuls sicher auch aus dem Glauben, obschon dieser erschüttert wurde, durch alles erlebte. Aber ich habe erkannt, dass ich es nicht wegen meines Glaubens erlebt habe, sondern wegen dem, was die Menschen trotz ihrem Glauben bzw. ihrer Auslegung desselben getan haben. Und daher gibt er mir nach wie vor Kraft. Und auch die Beziehung zu meinem Freund, der keinen transzendenten Glauben hat in dem Sinn, der aber an mich glaubt und an andere Dinge, die ihn erden. So konnte schon Heilung geschehen, die ich vielleicht nirgendwo sonst gefunden hätte.
    Glauben ist so eine Sache. Zwar bin ich zum Teil ein spirituelles Wesen, möchte aber lieber der Vernunftmensch sein. Was ich am Christentum aber hilfreich finde, ist das 'wie auch wir vergeben unseren Schuldigern' als Imperativ ernst zu nehmen und für sich selbst zu sagen, dass man erst vergeben wollen muss und das 'Vergeben-Können' dann danach kommt (mit Beten wär ich da vielleicht weiter, aber 'that's not my style')
    Jetzt bin ich am Punkt, an dem ich mich wieder aufraffen will und nach vorne schauen. Auch wieder auf Menschen zugehen, an Vertrauen glauben - und durch das Erlebte habe ich auch eine bessere Menschenkenntnis entwickelt, was das Vertrauen wiederum stärkt. Ups, so viel wollte ich gar nicht schreiben. Aber vielleicht findest Du Dich ja in irgendwas davon wieder.
    Ganz genau: nach vorne schauen. Und, was mein Liebster in erschreckender Konsequenz praktiziert: aktiv verdrängen. (Was mich ja manchmal hinterrücks packt, ist, dass ich, objektiv betrachtet, nur die Mitbetroffene war, nur muss ich das aktive Wegschieben noch üben )

    Danke Dir Andrine für Deinen Beitrag hier und ich wünsche Dir, dass Du das Aussöhnen und zur eigenen Ruhe finden schneller (oder mindestens genauso schnell) schaffst, wie ich.

    Beste Grüße,
    Ness

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •