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Thema: Was mir geholfen hat

  1. #1
    Benutzer
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    Süddeutschland
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    159

    Standard Was mir geholfen hat

    Ich möchte heute Danke ans Forum sagen und meinerseits einen Beitrag leisten.

    Als ich vor ca. 11 Jahren hier aufgeschlagen bin, hat mich das Forum aufgefangen. Hier habe ich Erklärungen gefunden und Infos, die mir geholfen haben bei den Ärzten die richtigen Fragen zu stellen. Ich war lange nicht mehr hier aktiv, auch weil es mir inzwischen sehr viel besser geht. Heute will ich schreiben, was mir geholfen hat. Es sind meine ganz persönlichen Erfahrungen – sie müssen nicht für alle anderen gelten, aber wenn der eine oder die andere von Euch davon profitiert, würde es mich sehr freuen. Das Ganze war ein Prozess über mehere Jahre und vermutlich ist die Reise noch nicht zu Ende.

    Meine Beschwerden zu Beginn und im Verlauf der Erkrankung (In Klammern gebe ich dahinter die Verbesserung an)
    - Diagnose Basedow-Schub, später dann Hashi-Werte. Zum Teil musste ich über 200 LT nehmen (heute: stabile Werte bei 50 LT, geringe TPO, TRAK nicht mehr vorhanden)
    - Augenbeteiligung: Licht- und Luftempfindlichkeit, leichte Vergrößerung, oft das Gefühl von Muskelkater im Auge (heute: ab und zu noch leichte Trockenheit, sonst keine Beschwerden mehr)
    - Chronische Nesselsucht (heute: geheilt)
    - Angststörung mit Panikattacken (heute: deutlich verbessert)
    - Massive Ein- und Durchschlafstörungen (heute: entspanntes Ein- und Durchschlafen)
    - Herzrasen, Ruhepuls gerne auch mal über 80 (heute: ruhiger Puls)
    - Starke Gewichtsschwankungen bei 1,63m zwischen 50-68kg (heute: stabil bei 58kg)
    - Heuschnupfen, der in allergisches Asthma umschlug – Jeder Frühling ein Drama (heute: geheilt)

    Es sind einige Schrauben, an denen ich in den vergangenen Jahre gedreht habe. Schritt für Schritt habe ich folgende Dinge verändert/in mein Leben geholt:
    1) Körperliche Aktivität
    2) Ernährung
    3) Coaching/Therapie
    4) Entspannungstechniken
    5) Kreativität


    Was bedeutet das im Einzelnen?

    1) Körperliche Aktivität
    Wie die meisten von uns war ich schon allein vom Alltag körperlich total erschöpft. Der Gedanke mich auch noch sportlich zu betätigen war für mich lange absolut abwegig. Tatsächlich waren es meine Panickattacken, die meinen Raum immer kleiner gemacht haben, weswegen ich mich entschloss, trotzdem mit dem Laufen anzufangen. Ab da wurde alles besser. Zunächst bin ich sehr kleine Runden gelaufen, Teile davon sogar gegangen und habe mich dann langsam gesteigert. Ich kam am Anfang echt schnell außer Puste.
    Wichtig war die Regelmäßigkeit und vor allen Dingen: Kein Druck durch Waage, Zeit oder Kilometer. Einfach nur Licht, Luft und Bewegung. Fertig.

    2) Ernährung
    Eine vollwertige pflanzliche Ernährung. Sie hat nicht nur meine Schilddrüsenwerte stabilisiert, ich habe seitdem auch keinen Heuschnupfen mehr und bekomme deutlich besser Luft. Ich habe vorher gerne Wein getrunken, Käse gegessen und Schokolade geliebt. Das alles habe ich mir gerne „gegönnt“, gerade, wenn es mir schlecht ging. Dabei hat es mir nicht gutgetan. Es hilft alte Gewohnheiten über Bord zu werfen und sich- nicht nur bei der Ernährung - zu fragen: „Tut mir das wirklich gut?“, „Nährt mich das?“

    3) Coaching/Therapie
    Ich habe mich in einer Therapie mit meiner Familiengeschichte auseinandergesetzt. In meinem persönlichen Umfeld gibt es einige Schilddrüsenpatienten und bei vielen gibt es in den Herkunftsfamilien sogenannte „dysfunktionale Muster“ (Suchterkrankungen, Narzissmus, Borderline etc.). So auch bei mir. Viele von uns haben nicht gelernt, dass ihre Bedürfnisse gehört werden. Wir nehmen sie daher selbst kaum wahr und gehen häufig nicht gut damit um.

    4) Entspannungstechniken
    Mir persönliche hat MBSR-Programm von John Kabat-Zinn sehr geholfen, aber es gibt sicher auch viele andere Möglichkeiten. Seit ich Meditation praktiziere, sind meine Antikörper kontinuierlich heruntergegangen und ich schlafe deutlich besser. Außerdem ist meine chronische Nesselsucht verschwunden.

    5) Kreativität
    Wenn unsere Seele unseren Körper als „Spielfläche“ benutzt – und das tut sie bei Schilddrüsenerkrankungen – kann es helfen, ihr eine andere „Stimme“ zu geben. Es kann helfen, der eigenen Kreativität, der eigenen Stimme Raum zu geben, z.B. durch Schreiben, Singen, Malen, Musizieren o.ä.

    Inzwischen haben sich alle Beschwerden verbessert, einige sind sogar ganz verschwunden. Zitat meines Endokrinologen beim letzten Ultraschall „Oh, da muss ich aber ganz genau schauen. Ein Arzt, der nicht so oft mit Schilddrüsenerkrankungen zu tun hat, würde hier vermutlich gar nichts Auffälliges sehen.“
    Ich wünsche Euch alles Gute!

  2. #2

    Standard AW: Was mir geholfen hat

    Danke für diesen wichtigen Beitrag, der unheimlich Mut macht

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