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Thema: Carbimazol senkt TRAK?

  1. #1
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    Standard Carbimazol senkt TRAK?

    Ich habe von einem Arzt gehört, dass Carbimazol aufs Immunsystem wirken kann und die Antikörper senken könne. Warum, sei bisher nicht bekannt. Hat das einer von euch schon mal gehört? Also außer der bekannten Wirkung auf SD und FTs.
    Mir wurde als letzte Möglichkeit für die Augen eine winzige Dosis Carbimazol angeboten. Natürlich muss ich eh erst warten, bis Leber wieder ok nach dem letzten Experiment. Aber mich würde interessieren, ob das schon mal erwähnt wurde.(SD ist ja raus bei mir).

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von KarinE
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    Standard AW: Carbimazol senkt TRAK?

    Ich bin da eher skeptisch. Carbi ist ja auch nicht ohne und vielleicht gehen ja Deine TRAK auch noch von allein weiter zurück.
    Bei mir sind sie nach der letzten OP wenigstens bis in den einstelligen Bereich zurück gegangen.

  3. #3
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    Standard AW: Carbimazol senkt TRAK?

    Laut Doc ist alles raus. Szinti war völlig schwarz. Also bunt, da wo Speicheldrüsen sind. Und unten schwarz. Totale Sonnenfinsternis #freu.

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Carbimazol senkt TRAK?

    Soweit ich das mitbekommen habe, war das nie mehr als ein dunkles Raunen seit den 80-ern und 90-ern, aber lediglich Hypothese und Annahme ohne Beweise.

    Aktuellere Literatur ist contra: Die Beruhigung des Autoimmunprozesses soll nicht direkt durch die Thyreostatika erfolgen, sondern vielmehr mittelbar, durch die Beendigung der abnormalen, nämlich überfunktionierenden Hormonlage, so dass irgendwelche immunrelevanten Signalwege nicht mehr oder nicht mehr so sehr aktiviert sind, s. hier (2001):
    https://www.ingentaconnect.com/conte...00006/art00003

    Ein Nein mit gleicher Begründung aus dem Jahr 2006:
    https://eje.bioscientifica.com/view/.../6/1550783.xml

    Die Beobachtungen, dass der Autoimmunprozess auch gänzlich ohne Thyreostatika zum Stillstand kommt (etwa durch OP ohne nachfolgende Unter- oder Überdosierung - beide können sich fatal auswirken), sowie umgekehrt: dass EO keineswegs immer gleich, vielmehr bereits unter laufender Thyreostatika-Therapie ausbricht, sprechen dagegen.

  5. #5
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    Standard AW: Carbimazol senkt TRAK?

    Indirekt halte ich es für möglich: Bei mir löst Dauerfeuer mit Jodsalz anscheinend Basedow-Schübe aus. Und Carbimazol hemmt die Jodaufnahme (aber erst, wenn die TRAK schon da sind, vorher nimmt man es ja nicht), was günstig ist. Allerdings kann man auch TRAK bekommen, ohne die Jodzufuhr erhöht zu haben ...

    Und wenn man Basedow hat, sollte man die Jodzufuhr reduzieren. Über Jodzufuhr und Basedow hört man in Deutschland leider wenig, weil ja PR-Kampagne "Arbeitskreis Jodmangel" ohne Beweise behauptet, dass Jodsalz niemand schadet, und einige bekannte Ärzte im Boot sind.

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von KarinE
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    Standard AW: Carbimazol senkt TRAK?

    Naja, da muss man wohl genau differenzieren. Nette hat ja keine SD mehr und damit entfällt das Speicherorgan. Sie kann also nur die Hormone überdosieren.
    Deshalb denke ich nicht, dass sie mit Carbi die TRAK drücken kann. Ich würde jetzt erst mal auf Geduld setzen, solange die Augen nicht schlechter werden.

  7. #7
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Carbimazol senkt TRAK?

    Ja, auch ein eventueller indirekter Einfluss (also durch die Ruhigstellung der hormonproduzierenden Zellen, die irgendwie mit dem Immunsystem kommunizieren oder so) entfällt ja so oder so ohne Schilddrüse.

    Die Sache mit dem Jod habe ich nicht ganz verstanden, die Stimulation geht ja in Richtung Thyreozyren (falls vorhanden). Dass ein überreiztes Organ das Immunsystem beeinflussen kann, mag sein, aber das hat dann mit dem Jod nicht direkt zu tun. Eine Autoimmunreaktion passiert z.B. gerne bei sonstigen hormonellen Umstellungen, nach der Schwangerschaft usw., oder auch bei sonstigen Entzündungen.

  8. #8
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    Standard AW: Carbimazol senkt TRAK?

    Missverständnis: Ich meinte das allgemein, nicht auf Nette bezogen. Wir hatten das Thema ja schon öfter.

    Wieso zuviel Jod einen Basedow auslösen kann, kann ich dir im Detail auch nicht sagen. Aber dass es so ist, ist zumindest für hohe Dosen anerkannt und beruht auf vielen Erfahrungen. Meine eigene Erfahrung bezieht sich auf eine niedrigere, aber langfristigere Jodzufuhr.

    Eigentlich müsste man den AK Jodmangel nach Beweisen für seine Behauptung fragen, dass Jodsalz niemand schadet und auch kein Rezidiv begünstigt. Aber so eine Studie käme vermutlich nicht durch die Ethik-Kommission. Ohne Beweise ist die Behauptung, dass Jodsalz niemand schadet, nur PR und Werbung im Rahmen einer Kampagne pro Jodsalz. Und da geht es nicht um Basedow, sondern den Jodmangelkropf (ich erkläre das so genau für die Google-Besucher).

  9. #9
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Carbimazol senkt TRAK?

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen

    Wieso zuviel Jod einen Basedow auslösen kann, kann ich dir im Detail auch nicht sagen.
    Ja klar, das bezweifle ich doch gar nicht, ganz im Gegenteil, haben wir doch genug gesehen hier.
    Mir ging es nur um den hier thematisierten Zusammenhang mit Autoimmunität/Thyreostatika.

  10. #10
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    Standard AW: Carbimazol senkt TRAK?

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Soweit ich das mitbekommen habe, war das nie mehr als ein dunkles Raunen seit den 80-ern und 90-ern, aber lediglich Hypothese und Annahme ohne Beweise.

    Aktuellere Literatur ist contra: Die Beruhigung des Autoimmunprozesses soll nicht direkt durch die Thyreostatika erfolgen, sondern vielmehr mittelbar, durch die Beendigung der abnormalen, nämlich überfunktionierenden Hormonlage, so dass irgendwelche immunrelevanten Signalwege nicht mehr oder nicht mehr so sehr aktiviert sind, s. hier (2001):
    https://www.ingentaconnect.com/conte...00006/art00003

    Ein Nein mit gleicher Begründung aus dem Jahr 2006:
    https://eje.bioscientifica.com/view/.../6/1550783.xml

    Die Beobachtungen, dass der Autoimmunprozess auch gänzlich ohne Thyreostatika zum Stillstand kommt (etwa durch OP ohne nachfolgende Unter- oder Überdosierung - beide können sich fatal auswirken), sowie umgekehrt: dass EO keineswegs immer gleich, vielmehr bereits unter laufender Thyreostatika-Therapie ausbricht, sprechen dagegen.
    Danke für sehr interessante Quellen. In einer steht was über die Wirkung von Carbi auf Interleukin, daher könnte es schon helfen. Denn gegen diese Chose sollte ja auch die Studie greifen, in der ich nicht bin.
    Und ja, die Erfahrungen hier im Forum sprechen eher nicht für totalen Schutz von Carbi gegen EO, schon klar

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