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Thema: Unterdosiert? Beschwerden sind nicht eindeutig

  1. #1
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    Standard Unterdosiert? Beschwerden sind nicht eindeutig

    Hallo an alle..

    ich habe mich soeben registriert, war aber schon einmal vor einigen Jahren hier unter einem anderen Namen angemeldet.

    Aktuell habe ich Probleme mit meiner Schilddrüseneinstellung und wollte mal um Rat fragen.

    Zu meiner Person: Bin weiblich, 57 Jahre alt und schon seit vielen Jahren (über 30) Hashimoto-Patientin. Zusätzlich habe ich noch Morbus Crohn, aber zurzeit gut im Griff. Meine Schilddrüse ist im Laufe der Zeit auf winzige 1,5 ml zusammengeschrumpft…Habe die Werte der letzten Jahre in das Profil gestellt.

    Seit einiger Zeit scheint mein Bedarf an Lthyroxin laut Fachärztin nicht mehr so hoch zu sein, was sie auf die veränderten hormonellen Bedingungen der Postmenopause zurückführt. Ich habe seit letztem Jahr ein wenig reduziert, vor allem weil mein TSH immer sehr niedrig/supprimiert ist.

    Nun habe ich seit einiger Zeit zunehmend Beschwerden im Zusammenhang mit dem Kreislauf/Blutdruck. Dieser ist sehr schwankend. Mit einem niedrigen Blutdruck morgens von 95:70 kann ich bestens leben. Allerdings steigt mein Blutdruck in letzter Zeit oft auch plötzlich am Tag auf komische Werte wie 111:99 oder 120: 100 oder 115:98…. Also ist es hauptsächlich die Diastole, die steigt. Ich merke dann eine Art Wattegefühl und Ohrensausen, sehr unangenehm sowie Verspannungen in Nacken und Schulter. Ein Langzeit EKG war an dem Tag ohne Auffälligkeiten, es ist aber auch nicht immer so. Ich bin im Übrigen schlank, sportlich und nicht rauchend…

    Die Idee meines Hausarztes ist nun, das LT noch weiter zu reduzieren, da er eine Überdosierung vermutet. Meine aktuellen Werte:
    TSH 0,22 (0,5-4,5) fT3 2,88 (2.0-4.2) fT4 1,38 (0,8-1,7)

    Bis vor einer Woche habe ich 106ug LT genommen und nun ca. 94ug (75 +3/4 einer 25 LT). Bisher keine Veränderung in Bezug auf den Blutdruck…heute ist er wieder entgleist.

    Wäre es ratsam, angesichts der Probleme noch weiter zu reduzieren? Ich könnte es zunächst mit 100 probieren, das wäre sowieso einfacher wegen der ganzen Krümelei. Eine erhöhte Diastole ist aber eigentlich eher ein Zeichen von einer Unterfunktion. Dagegen spricht wiederum der niedrige TSH Wert. Ich nehme schon seit Jahren die einschlägigen NEM, Vitamin D, Selen, Magnesium, B12….

    Mein Hausarzt hat mir nun auch Bisoprolol verschrieben, das ich „bei Bedarf“ nehmen soll. Das Problem ist eben, dass der Blutdruck nicht dauerhaft so hoch ist.
    Vielleicht hat ja von euch jemand ähnliches erlebt oder eine Idee…?

    Viele liebe Grüße!

  2. #2
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    Standard AW: Unterdosiert? Beschwerden sind nicht eindeutig

    Ich kann Dir aus meiner Erfahrung sagen, dass Blutdruckentgleisungen immer bei unpassender zu hoher Dosis auftraten. In manifester UF war ich nie. In Zusammenhang mit T3 zusätzlich passiert dies meiner Meinung nach besonders häufig und auch da, kann man sicher nicht von einer UF ausgehen. Ich würde mal denken, die Diastole steigt tatsächlich nur in UF dauerhaft an, wärend es sonst (in ÜD) eher mal so Ausreißer gibt, wie Du auch schilderst. Davon abgesehen, wenn Du sonst einen eher niedrigen Blutdruck hast, was ich nicht weiß, dann wäre für Dich auch die Systole angestiegen bei den angegebenen Werten, auch wenn sie nicht über der Norm liegen. Aber was von Normen zu halten ist, sieht man an den Referenzbereichen... Der individuelle Mensch ist doch wohl entscheidend um zu beurteilen, um für ihn speziell gerade etwas angestiegen ist, oder nicht.

    Ich würde also dem Hausarzt und der Fachärztin erstmal recht geben und auch mit Blick auf die Werte denken, dass eine Reduzierung richtig ist. Nur mit 6,25µg würde ich vermuten, dass das viel zu wenig ist. Ich würde wohl 88µg testen. Aber Du schreibst auch nicht, von welcher Dosis Du eigentlich kamst.
    LG

  3. #3
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    Standard AW: Unterdosiert? Beschwerden sind nicht eindeutig

    Mit Crohn nimmst du ja einiges an Medikamenten ein die mit dem TSH und der SD interagieren. Welche sind das?

    Und: Einige dieser sorgen auch für div. Mängel, wird das regelmäßig gecheckt?

  4. #4
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    Standard AW: Unterdosiert? Beschwerden sind nicht eindeutig

    Danke für eure Ideen.

    Ich habe in drei Wochen einen Termin bei meiner Endokrinologin. Es werden dort jährlich alle Parameter gecheckt inklusive der weiblichen Hormone. Bis dahin werde ich mal sehen, wie sich die Werte so verändern nach der Reduktion um 12,5 ug LT.

    Mich hat eben gewundert, dass NUR der untere Wert ansteigt beim Blutdruck. An beiden Armen und auch immer in ruhigem Zustand...Sehr eigenartig. Das hatte ich aber auch in früheren Zeiten schon mal.

    Zur Zeit nehme ich auch null Medikamente für bzw. gegen den Crohn. Hab seit einem Jahr alles absetzen können und nur noch leichte Reizdarmsymptome zur Zeit. Somit scheiden da Wechselwirkungen aus.
    Blieben noch Interaktionen mit der HET. Ich nehme einen Hub Gynokadin und 1 Kapsel Progesteron alle zwei Tage, was nicht viel ist. Und eben auch schon fast zwei Jahre, da sollte jetzt nicht irgendwas plötzlich anders sein...
    Tatsache ist, dass meine Östrogenwerte seeehr niedrig sind trotz der niedrigdosierten Substitution. Das ist sicherlich eine Variable im Zusammenhang mit einem eventuell veränderten Bedarf an Schilddrüsenhormonen. Angeblich soll ja Östrogen den Bedarf erhöhen, so dass in/nach der Menopause unter Umständen wohl plötzlich weniger benötigt wird.

    Aber das müsste dann in meinem Fall doch auch bei den freien Werten zu sehen sein. Und die sind nicht so doll (trotz Selen, Eisen,Vitamin D...).

    Euch noch einen schönen Abend!

  5. #5
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    Standard AW: Unterdosiert? Beschwerden sind nicht eindeutig

    Blutdruckentgleisungen gibt es auch bei lang bestehender Unterfunktion. Zuerst hat man i.d.R. einen niedrigen Blutdruck, danach schlägt es in Bluthochdruck um.

    Den TSH würde ich jetzt erstmal außer Acht lachen. Der Ft3 liegt schlecht - zu niedrig. Der ft4 wäre für einen gesunden Menschen, der keine Hormone nimmt, völlig in Ordnung. Für jemanden, der LT nimmt, kann das aber schon ganz anders aussehen. Für mich persönlich ist er etwas zu niedrig.

    Du kannst ja senken und dann schauen, wie’s wird. Wenn‘s nach 2-3 Wochen etwas besser wird, war es der Richtige Weg. Wenn‘s Dir schlechter geht, würde ich persönlich die Dosis eher um eine Kleinigkeit erhöhen.

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Unterdosiert? Beschwerden sind nicht eindeutig

    Zitat Zitat von candymilk Beitrag anzeigen
    Blutdruckentgleisungen gibt es auch bei lang bestehender Unterfunktion. Zuerst hat man i.d.R. einen niedrigen Blutdruck, danach schlägt es in Bluthochdruck um.

    Den TSH würde ich jetzt erstmal außer Acht lachen. Der Ft3 liegt schlecht - zu niedrig.
    Mag sein, aber hier besteht keinerlei Unterfunktion, die irgendein Umschlagen verursachen könnte.

    Den TSH würde ich jetzt erstmal außer Acht lachen. Der Ft3 liegt schlecht - zu niedrig.
    Also erstens, 2,8 ist nicht allgemein für jeden im negativen Sinn niedrig. Zweitens, es gibt hier keinen vernünftigen Grund, die Signalfunktion des TSH außer Acht zu lassen (es sei denn, man will das Signal bewusst ausklammern, aber wozu sollte das bei all den Symptomen gut sein. Erst recht bei einem niedrigeren fT3 nicht, denn wenn das TSH auch dann noch niedrig ist, unterstützt das die Interpretation, dass die T4-Dosis individuell zu hoch ist - bzw. zu hoch war, denn die Senkung erfolgte erst vor einer Woche.

    Der ft4 wäre für einen gesunden Menschen, der keine Hormone nimmt, völlig in Ordnung. Für jemanden, der LT nimmt, kann das aber schon ganz anders aussehen. Für mich persönlich ist er etwas zu niedrig.
    Das ist alles irrelevant, man therapiert ja Individuen. Wenn für dich ein solcher fT4 zu niedrig ist, ist das genauso OK, wie wenn es für jemanden anderen zu hoch ist.

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