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Thema: Was sagen meine Werte und Symptome? Verunsicherter "Anfänger"...

  1. #1
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    Standard Was sagen meine Werte und Symptome? Verunsicherter "Anfänger"...

    Hallo ihr Lieben,

    ich weiß eigentlich gar nicht genau, wie ich anfangen soll, habe jetzt ein paar Tage hier mitgelesen und hoffe, jemand von euch kann mir einen Rat geben.

    Ich bin 39, Mutter von zwei Kindern (12, 5) und seit letzter Woche Freitag habe ich die Diagnose eines kalten Knotens und Hashimoto. Im Profil ist alles hinterlegt oder soll ich das auch hier posten?
    Ich bin - ehrlich gesagt - gerade ziemlich überfordert damit, weil es mir jetzt seit März immer schlechter geht und ich nicht weiß, wie ich weitermachen soll.

    Das liegt gerade leider auch daran, dass das Gespräch bei meinem Hausarzt (bzw dessen Kollegin, weil die auch den ersten Ultraschall gemacht hat), bei dem der Befund vom NUK besprochen werden sollte etwa so ablief: "Ja, sehr schön, Sie haben tatsächlich einen kalten Knoten, gut, und auch Hashimoto. Aber da kann man nichts machen. Sie könnten Selen nehmen, aber das bringt eigentlich auch nichts. Wir machen dann in 6 Monaten einen neuen Ultraschall und in einem Jahr will der NUK Sie wieder sehen."
    Auf meine Nachgfrage, ob man da jetzt trotz meiner Symptome tatsächlich gar nichts machen kann, hieß es bloß "Das haben wir doch jetzt ausführlich besprochen!" und wegen der Probleme mit dem Asthmamedikament müsste ich halt zum Pneumologen.
    Das ganze "Gespräch" lief vier Minuten.

    Am kommenden Montag habe ich einen Termin bei meinem eigentlichen Hausarzt, auf das ich mich mit eurer Hife gerne besser vorbereiten würde.
    Könntet ihr mir bitte helfen, die Werte der letzten Zeit zu verstehen? Das fT3 und fT4 gehen laut einem Rechner sehr auseinander? (Unterfunktion?) Und fT4 war einmal über Norm. Hormone nehme ich nicht.

    Ich würde gerne wissen, wo ich ansetzen soll? Erstmal Mängel abklären, würde ich schätzen, da ich eigentlich die komplette Liste an Eisenmangelsymptomen habe, aber welche wären noch wichtig?
    Oder soll ich den Hausarzt aufgrund der Werte und Symptome doch eher auf Hormone anprechen? Ist vielleicht schon eine Hormongabe nötig? Oder macht man dadurch vielleicht eher was schlimmer?
    ("schlafende Hunde wecken"?)

    Bitte seid nachsichtig, wenn sich hier irgendwas verwirrt oder unzusammenhängend anhört...

    Ich hänge seit diesem Termin letzte Woche Freitag einfach komplett durch.
    Vorher hatte ich schon einiges an Symptomen, aber seit diesem Termin (und einem heftigen Streit mit meinem Mann) habe ich keine Nacht mehr länger als 4 Stunden geschlafen bzw ich schlafe extrem schnell ein, wache dann kurz danach ruckartig auf und kann erst viel später wieder einschlafen (SO auf MO auch gar nicht mehr. Irgendwann war ich 38 Std wach.). Ich habe null Appetit, versuche mich aber zum Essen durchzuringen, weine urplötzlich, bin überall verspannt, Arme und Gesicht kribbeln ständig, im Bett ist mein Körper schwer wie Blei, kann mich kaum konzentrieren, mein Kopf ist sooo langsam, alles ist entgleist.
    Am Mittwoch hat allerdings meine Periode eingesetzt und seitdem wird es ein kleines bisschen besser. Sonntag bis Dienstag dachte ich noch, ich würde lieber sterben, also so weitermachen, seit heute habe ich ein bisschen Hoffnung, dass alles wieder auf die - oder irgendeine neue - Reihe kommt.

    Im Großen und Ganzen könnte ich mir vorstellen, dass das Corona-Stress-Chaos hier zuhause und evtl ein Mangel an was-weiß-ich und die nicht ganz gesunde Schilddrüse jetzt in der Summe einfach zu viel für mich waren. Die Frage ist, wie komme ich wieder auf einen guten Weg?

    Danke für eure Hilfe,
    Mariska

  2. #2
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    Standard AW: Was sagen meine Werte und Symptome? Verunsicherter "Anfänger"...

    Nach den Werten wäre eine Gabe vielleicht noch ein wenig verfrüht. Der FT4 springt mitunter über die Norm oder liegt recht hoch; fällt aber auch wieder ins Normalmaß. Daher würde ich vermuten, dass die Schilddrüse entzündungstechnisch getriggert wird. Ohne Selenwerte zu kennen, würde ich persönlich kein Selen nehmen. Was meist auch geht: Paranüsse. Allerdings nicht mehr als bis zu 4 täglich. Und ruhig mal versuchen, Jod zu meiden. Jod feuert meist die Entzündung noch an.

    Wie schon vermutet: würde ich auch Mängel abklären wie u.a. Eisen, Vitamin D und B12 und danach mal gut 6 Wochen abwarten und neue Werte machen. Das kann auch der Hausarzt.

    Jedenfalls ist es schwer auf einen hohen FT4 noch mehr raufzupacken. Evtl. vielleicht mit einer Minidosis. Aber erstmal würde ich bei den Mängeln anfangen.

  3. #3
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    Standard AW: Was sagen meine Werte und Symptome? Verunsicherter "Anfänger"...

    Hallo du Liebe... ich bin auch neu hier und kann dir keinen Rat geben aber die Symptome in deinem Profil habe ich (außer das schlafen) genauso..ganz seltsam weil mir gesagt wurde ich sei vielleicht Überdosiert.. wenn ich das aber so lese denke ich nicht das es die Entzündung ist.. wenn sie das in dieser heftigen Form sein kann,

    Ganz liebe Grüße, Nathalie

  4. #4
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    Standard AW: Was sagen meine Werte und Symptome? Verunsicherter "Anfänger"...

    Zitat Zitat von Myrrdin Beitrag anzeigen
    Nach den Werten wäre eine Gabe vielleicht noch ein wenig verfrüht. Der FT4 springt mitunter über die Norm oder liegt recht hoch; fällt aber auch wieder ins Normalmaß. Daher würde ich vermuten, dass die Schilddrüse entzündungstechnisch getriggert wird. Ohne Selenwerte zu kennen, würde ich persönlich kein Selen nehmen. Was meist auch geht: Paranüsse. Allerdings nicht mehr als bis zu 4 täglich. Und ruhig mal versuchen, Jod zu meiden. Jod feuert meist die Entzündung noch an.

    Wie schon vermutet: würde ich auch Mängel abklären wie u.a. Eisen, Vitamin D und B12 und danach mal gut 6 Wochen abwarten und neue Werte machen. Das kann auch der Hausarzt.

    Jedenfalls ist es schwer auf einen hohen FT4 noch mehr raufzupacken. Evtl. vielleicht mit einer Minidosis. Aber erstmal würde ich bei den Mängeln anfangen.
    Danke dir für deine Rückmeldung! Kurioserweise waren das einzige, was ich in den letzten Tagen ohne große Überwindung essen konnte, Paranüsse. (Und Bananen.) Waren aber dann auch mal mehr als vier. Aber das wird wahrscheinlich kein großes Problem sein, wenn ich das jetzt dann beachte, oder?

    Die Selenwerte kann ich dann hoffentlich am Montag prüfen lassen. Könnten die Paranüsse (heute waren es genau 4) da einen falsch höheren Wert anzeigen und ich warte besser noch?

    Das mit dem Jod vermeiden werde ich auch versuchen. Gerade kommt mir das alles wie ein riesiger, unüberwindbarer Haufen Probleme und Baustellen vor, aber ich habe hier ja schon gelesen, dass viel Geduld gefragt ist.

    Danke nochmal, ich bin so froh, dass jemand geantwortet hat!

  5. #5
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    Standard AW: Was sagen meine Werte und Symptome? Verunsicherter "Anfänger"...

    Zitat Zitat von Natt Beitrag anzeigen
    Hallo du Liebe... ich bin auch neu hier und kann dir keinen Rat geben aber die Symptome in deinem Profil habe ich (außer das schlafen) genauso..ganz seltsam weil mir gesagt wurde ich sei vielleicht Überdosiert.. wenn ich das aber so lese denke ich nicht das es die Entzündung ist.. wenn sie das in dieser heftigen Form sein kann,

    Ganz liebe Grüße, Nathalie


    Hallo Nathalie... So ganz verstehe ich das nicht, was meinst du, ist nicht die Entzündung? In dieser heftigen Form? Bei mir?

  6. #6
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    Standard AW: Was sagen meine Werte und Symptome? Verunsicherter "Anfänger"...

    Hallo Mariska!

    Du hattest mich in Talea's Thread angesprochen und um Tipps gebeten. Ich hab deinen Beitrag von dort hierher kopiert, hoffe, dass ist okay für dich.
    Liebe Jutta,
    ich bin ganz neu hier im Forum und lese deine Beiträge hier mit großem Interesse mit. Sehr informativ, Herzlichen Dank!
    Hättest du auch so tolle Tips, wie hier im Beitrag #60 für den Fall von eher zu wenig Cortisol? Ich finde mich eher wieder bei Erschöpfung, Körper schwer wie Blei, Keinen Hunger, Schlafstörungen, Depressionen...

    Und ich entschuldige mich, wenn ich mich hier einklinke, aber ich habe auf meinen eigenen Thread nicht so viele Reaktionen bekommen und bin, so neu wie für mich die Hashimoto - Diagnose ist, furchtbar verunsichert und suche irgendwie einen Weg für mich zu finden... Ich würde das alles so gerne richtig verstehen.
    Ich hab mir mal dein Profil angesehen. An zu wenig Cortisol würde ich im Moment bei dir nicht denken, sondern eher, dass deine Beschwerden wahrscheinlich hauptsächlich Folge der Anämie sind, die du hast. Denn auch eine Anämie kann Beschwerden wie Erschöpfung, Schlafstörungen und Depressionen verursachen, denn bei einer Anämie leidet der Körper unter Sauerstoff- und Energiemangel. Auch Herzrasen, Kurzatmigkeit/Atemnot, Konzentrationsstörungen können bei Anämie auftreten sowie - je nach Ursache der Anämie - auch noch viele weitere Beschwerden, siehe auch hier: https://www.leading-medicine-guide.d...system/anaemie und hier: https://www.imd-berlin.de/fachinform...sorgungen.html

    Laut deinem Profil waren im März und Mai Hämoglobin, MCH und MCHC erniedrigt, außerdem war im Mai deine RDW (Erythrozytenverteilungsbreite) erhöht. Letzteres bedeutet, dass bei dir eine Anisozytose vorliegt, d.h. du hast viele sehr unterschiedlich große rote Blutkörperchen. Und das wiederum deutet darauf hin, dass Du wahrscheinlich nicht nur eine Eisenmangelanämie hast (auf die deutet das erniedrigte MCH und MCHC hin, denn dass diese Werte erniedrigt sind, bedeutet, dass deine roten Blutkörperchen hypochrom (zu blass) sind und ein einzelnes rotes Blutkörperchen einen zu geringen Hämoglobingehalt hat), sondern wahrscheinlich auch noch eine Anämie aufgrund von Vitamin B12-Mangel und/oder Folsäuremangel und/oder Vitamin B6-Mangel. Siehe auch die Erklärungen hier: https://www.medpertise.de/blutwerte/blutbild/rdw/

    Leider hast du nicht angegeben, wie dein MCV-Wert war (erhöht, normal, erniedrigt?) so dass man leider nicht sagen kann, ob du überwiegend eine makrozytäre (viele rote Blutkörperchen vergrößert), normozytäre (viele rote Blutkörperchen normal groß) oder mikrozytäre (viele rote Blutkörperchen verkleinert) Anämie hast. Schau bitte noch mal auf deinen Laborbefund (bzw. frag beim Arzt nach), ob der Wert dort angegeben ist und wenn ja, dann poste ihn bitte auch noch.

    Unabhängig vom MCV-Wert würde ich dir allerdings ohnehin empfehlen, unbedingt weiter abklären zu lassen, was die Ursache für deine Anämie ist. Da du Hashimoto hast, sind die wahrscheinlichsten Ursachen Eisenmangel, Vitamin B12-Mangel und/oder Folsäure-Mangel und/oder Vitamin B6-Mangel, denn diese Nährstoffmängel treten leider recht häufig als typische "Nebenbaustellen" auf. Bitte am besten deinen Hausarzt, er möge mal einen kompletten Eisenstatus bei dir machen (Ferritin, Eisen im Serum, Transferrin, Transferrinsättigung, CRP (C-reaktives Protein), außerdem Homocystein (ist ein Marker für B12-, Folsäure- und B6-Mangel), B6 im Serum, Folsäure im Serum, Holo-TC (aktive Form von B12) und Methylmalonsäure im Blut (Marker für zellulären B12-Mangel).

    Außerdem würde ich noch machen lassen: Zink im Vollblut (dein heftiger Heuschnupfen und verstärktes Asthma könnte auf einen Zinkmangel hindeuten), 25-OH-D3 (Vitamin D), Calcium im Serum und Parathormon.

    Wenn Dein Hausarzt die Werte nicht machen will (weil zu belastend für sein Laborbudget) würde ich mir an deiner Stelle ein Labor in der Nähe suchen und die Werte dort als Selbstzahler machen lassen (kostet dann zwar, aber dafür brauchst du auch nicht mit dem Arzt diskutieren).

    Wenn B12-Mangel bei dir festgestellt werden sollte, dann würde ich dir außerdem empfehlen, dir unbedingt eine Überweisung zu einem Gastroenterologen (für eine Magenspiegelung und Bestimmung von Antikörpern gegen die Magenbelegzellen und Antikörpern gegen den Intrinsic-Faktor) geben zu lassen, denn als Hashimoto-Betroffene ist die Wahrscheinlichkeit, dass du eine sogenannte "perniziöse Anämie" aufgrund einer Autoimmungastritis (autoimmun verursachte Magenschleimhautentzündung) haben könntest, leider recht hoch, denn ca. 40 % aller Hashi-Patienten haben leider auch bei dieser weiteren Autoimmunerkrankung "hier" geschrien. Deine Appetitlosigkeit und auch die Gewichtsabnahme, aber auch neurologische Beschwerden wie das Kribbeln im Gesicht und den Armen sowie die psychischen Probleme könnten übrigens Hinweise darauf sein, dass du möglicherweise eine perniziöse Anämie hast (siehe auch hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Perniz...20B12%20beruht. )

    Eine Autoimmungastritis selbst kann man zwar leider nicht heilen/behandeln, aber den B12-Mangel, der dadurch verursacht wird, kann und sollte man unbedingt mit lebenslangen B12-Injektionen behandeln, siehe dazu auch die Infos im Forumswissen unter Vitamin B12 (<-- klick drauf!)

    Auffällig waren ja auch noch deine erhöhte Blutsenkung, verminderten Lymphozyten, erhöhte Monozyten, erhöhte Eosinophile und verminderten Neutrophile. Da sollte man m. E. jetzt noch mal schauen, ob die Werte sich inzwischen wieder normalisiert haben oder weiterhin auffällig sind. Falls letzteres würde ich an deiner Stelle auch mal einen Test auf Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus (Pfeiffersches Drüsenfieber) und auch gegen das Corona-Virus in Betracht ziehen, denn wie ich gelesen habe, können erhöhte Monozyten auch auf eine Covid-19-Erkrankung hinweisen und so ganz unwahrscheinlich wäre es ja doch nicht, dass dieser schwere Infekt, den du im Februar hattest, Folge einer Corona-Infektion war.

    Fortsetzung ...
    Geändert von Jutta K. (14.07.20 um 09:10 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Was sagen meine Werte und Symptome? Verunsicherter "Anfänger"...

    Jetzt zu deiner SD und deinen SD-Werten:

    Angesichts deiner erhöhten TAK und der entzündlichen Strukturveränderungen im Sono und deiner Anamnese (UF in der Schwangerschaft) würde ich an Deiner Stelle davon ausgehen, dass du Hashimoto hast. Dein im März minimal erhöhte fT4-Wert bei eher hohem TSH könnte darauf hindeuten, dass du wahrscheinlich einen (zum Zeitpunkt der BE bereits wieder im Abflauen begriffenen) Entzündungsschub hattest, bei dem vorübergehend aufgrund der Entzündung verstärkt SD-Hormone aus kaputt gegangenen SD-Follikeln freigesetzt wurden.

    Dazu würde auch passen, dass sich deine Werte im Mai dann ja deutlich verschlechtert hatten (wenn SD-Follikel entzündungsbedingt kaputtgehen, kann die Hormonproduktion nach dem Schub vermindert sein). Das erhöhte Cholesterin und LDL spricht auch dafür, dass deine SD nicht mehr ganz optimal funktioniert und möglicherweise bereits etwas zu wenig Hormone produziert, denn eine Fettstoffwechselstörung mit erhöhtem LDL ist sehr häufig ein frühes Anzeichen für einen SD-Hormonmangel (wenn zu wenig SD-Hormone da sind, kann die Leber LDL nicht mehr richtig abbauen). Daneben kann auch ein Eisenmangel/Eisenmangelanämie ein Anzeichen für einen SD-Hormonmangel sein - auf jeden Fall sollte man die Möglichkeit in Betracht ziehen, wenn keine anderen Ursachen für Eisenmangel gefunden werden und wenn der Eisenmangel sich trotz mindestens 3-monatiger Eiseneinnahme nicht zufriedenstellend beheben lässt (Normalisierung Hämoglobin, MCV, MCH und MCHC und Ferritin mindestens > 30, besser >50!)

    Beim NUK sahen deine SD-Werte dann zwar wieder etwas besser aus, so dass ich zwar verstehen kann, dass der NUK derzeit keine Behandlungsbedürftigkeit sieht und lieber abwarten möchte. Andererseits ist da aber zum einen die Tatsache, dass du einen nicht ganz kleinen kühlen Knoten hast, den man mit L-Thyroxin zumindest versuchsweise evtl. verkleinern oder am möglichen Weiterwachsen hindern könnte; zum anderen gibt es Hinweise aus der Forschung, dass L-Thyroxin bei Hashimoto einen den Autoimmunprozess beruhigenden Effekt hat und vor dem Fortschreiten der entzündungsbedingten SD-Zerstörung schützen könnte.
    The present study showed that levothyroxine treatment significantly decreased the TPOAb and TgAb levels of the hypothyroid patients. These results are also supported by some previous studies. Levothyroxine treatment significantly reduced the TPOAb levels in both hypothyroid and euthyroid patients with AIT (28, 29, 32). On the one hand, the decrease in TPOAb level is probably due to increased clearance of TPOAb following levothyroxine treatment. On the other hand, the decreased TPOAb level also might suggest the alleviated humoral immunity.

    The present study is the first one focused on the effect of levothyroxine on thyroid destruction in hypothyroid AIT patients using thyroid T1-mapping technique. Our study found that in addition to ameliorating metabolic disorders and restoring the functions of heart and skeletal muscle, levothyroxine treatment also alleviates thyroid destruction in hypothyroid AIT patients. These results might suggest that early treatment has potential to delay disease progression for the hypothyroid AIT patients.
    Quelle: https://www.frontiersin.org/articles...00138/full#B28

    Übersetzt: Die vorliegende Studie zeigte, dass die Behandlung mit Levothyroxin die TPO-AK- und Tg-AK-Spiegel der hypothyreoten Patienten signifikant senkte. Diese Ergebnisse werden auch durch einige frühere Studien gestützt. Die Levothyroxin-Behandlung senkte die TPO-AK-Spiegel sowohl bei hypothyreoten als auch bei euthyreoten Patienten mit AIT signifikant (28, 29, 32). Einerseits ist der Rückgang des TPO-AK-Spiegels wahrscheinlich auf eine erhöhte Clearance von TPO-AK nach einer Levothyroxin-Behandlung zurückzuführen. Andererseits könnte der gesunkene TPO-AK-Spiegel auch auf eine gemilderte humorale Immunität hindeuten.

    Die vorliegende Studie ist die erste, die sich auf die Wirkung von Levothyroxin auf die Schilddrüsenzerstörung bei Patienten mit hypothyreoter AIT unter Verwendung der T1-Mapping-Technik der Schilddrüse konzentriert. Unsere Studie ergab, dass die Levothyroxin-Behandlung nicht nur Stoffwechselstörungen lindert und die Funktionen von Herz- und Skelettmuskel wiederherstellt, sondern auch die Schilddrüsenzerstörung bei Patienten mit hypothyreoter AIT lindert. Diese Ergebnisse könnten darauf hindeuten, dass eine frühzeitige Behandlung das Fortschreiten der Krankheit bei Patienten mit hypothyreoter AIT verzögern kann.


    Ich würde dir daher folgende Vorgehensweise vorschlagen: lass erstmal die Ursache für die Anämie und alle ggf. bei dir bestehenden Mängel abklären und ggf. behandeln. Sehr wahrscheinlich wird das schon mal einen Teil deiner Beschwerden beheben oder zumindest lindern. Und dann würde ich an deiner Stelle die SD-Werte in spätestens 3 Monaten (und nicht erst in einem Jahr) wieder kontrollieren zu lassen, vor allem, wenn du trotz Behandlung der Anämie/Nährstoffmängel weiterhin Beschwerden haben solltest und wenn dein Cholesterin/LDL weiterhin erhöht sein sollten. Je nach Werten und Beschwerden könntest du dann noch mal mit deinem HA sprechen, ob er einer probatorischen (d.h. versuchsweisen) Behandlung mit LT - ggf. auch zur Verhinderung des Knotenwachstums und weiterer SD-Zerstörung - zustimmen würde.

    Liebe Grüße
    Jutta

    P.S:: Du erwähnst "Bartwuchs" und Haarausfall in deinem Profil. Das kann ein Hinweis auf zu viele männliche Hormone sein. Nimmst du die Pille oder verhütest anderweitig hormonell? Wenn nein, würde ich auch mal einen Sexualhormonstatus beim Frauenarzt machen lassen, um zu sehen, ob du evtl. ein zu niedriges SHBG (Sexualhormon bindendes Globulin) und dadurch eine Hyperandrogenämie (zu hohes freies Testosteron oder DHT) hast. Ein niedriges SHBG kann übrigens auch ein Hinweis auf zu wenig SD-Hormone sein.
    Geändert von Jutta K. (14.07.20 um 09:18 Uhr)

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