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Thema: Überfunktion unter L-Thyroxin, nach 2,5 Jahre Thiamazol

  1. #1
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    Standard Überfunktion unter L-Thyroxin, nach 2,5 Jahre Thiamazol

    Hallo liebes Forum, ich beschreibe gleich mein Problem, ich würde gerne eure Meinung dazu hören.
    Diagnose Basedow im April 2016 mit den folgenden Werten:
    T3 - 18,4 pmol/l (3,1-7,0)
    T4 - 28,5 pg/ml (8.0 - 17,0)
    TPO - 1285 IU/ml (<60)
    TRAK - 1,99 IU/l (<1)
    TSH natürlich nicht messbar.
    Darauf folgte eine Thiamazol-Therapie mit anfangs 40 mg, innerhalb von 2-3 Monaten reduziert bis ca 5 mg, mit denen weiter therapiert wurde (mal 5, mal 2,5, mal wieder 5 je nach werte und immer konstant über längere Zeitabstände, so das ich das Gefühl habe die Therapie würde richtig durchgeführt), bis Anfang 2019 Thyamazol ganz abgesetzt werden konnte und und erst Anfang April 2019 habe ich mit 25 Mcg L-Thyroxin angefangen, als es klar wurde, dass die SD nicht wieder hochfährt und ich ohne in die UF gehe. Also Thyamazol ca 2,5 Jahre.
    Werte zum Anfang der SD-Hormonsubstitution (10.4.2019):
    T3: 4,1 pmol/l (3,1-7,0)
    T4: 9,6 pg/ml (8,0-17,0)
    TSH: 4,6 mcU/ml (0,30-3,70)
    TPO: >3000 (<60)
    TRAK: 3,30 (<1)
    Man muss sagen, während der 2,5 Jahre Thiamazol sind die TRAK bis Max 10 gependelt. TPO sind ab ca 2018 sehr hoch (bis 12000 im Herbst 2019) gegangen.
    L-thyroxin wurde langsam erhöht auf 50 und dann 75 am 22.8.2019.
    Die Werte zum Anfang der Erhöhung auf 75 Mikrogramm:
    T3: 4,6 pmol/l (3,1-7)
    T4: 11,7 pg/ml (8,0-17)
    TSH: 2,11 (0,30-3,7)
    Die nächste Kontrolle sollte in 3 Monaten sein.
    Ich muss sagen in diesen drei Monaten nach der Erhöhung auf 75 ging es mir so gut, wie seit Jahren nicht mehr! Ich war belastbar (mal wieder), habe in 7-8 Stunden genug Schlaf, stabile Stimmung, kein Haarausfall - war einfach alles gut.
    Nun BE am 17.12.2019, werte unter 75 L-Thyroxin:
    T3: 7,0 (3,1-7)
    T4: 17,5 (8,0-17)
    TSH: 0,01 (0,30-3,70)
    TPO: >3000
    TRAK: 2,05 (<1)
    Also grenzwertig hoch.
    Die Ärztin empfiehlt auf 50 runterzugehen, ich erbettle 62,5, da es mir ja doch so saugut geht. Nächste Kontrolle solle in 8 Wochen sein.
    Die aktuellen Werte vom 4.3.2020 unter L-Thyroxin 62,5
    T3: 11,5 (3,1-7)
    T4: 22,2 (8-17)
    TSH natürlich nicht messbar. ÜF ganz klar, oder? Bin auch seit Januar zum dritten Mal erkältet, die letzten Tage vor der BE angespannt und zittrig, dachte mir aber nix dabei.
    Ach ja, bin weiblich, 40, 56 kg. Falls es für Wertedeutung relevant sein sollte.
    Die NUK empfiehlt, Hormone sofort absetzten (hab’s heute gemacht) und 5 mg thiamazol pro Tag zu nehmen. Kontrolle in 2 Wochen. Meine Sorge ist, ist es nicht zu krass? Schaffe ich es vielleicht aus der ÜF ohne Blocker?

    Überhaupt habe ich so was nicht erwarte und bin verzweifelt. Ist es wieder der Basedow? Oder was anderes? Weil ich dachte, seit 2019 spätestens ist basedow bei mir in Hashimoto übergegangen und ich habe keine ÜF mehr gefürchtet.
    Ich werde euch für eure Empfehlungen, Meinungen und Erfahrungen sehr dankbar!

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Sugarhashi
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    Standard AW: Überfunktion unter L-Thyroxin, nach 2,5 Jahre Thiamazol

    Hallo Mäda,

    gibt es für die aktuellen Werte vom 04.03. auch Antikörper, speziell TRAK? Im Dezember waren die TRAK schon angestiegen, richtig? Für mich sah die Situation schon im Dezember nicht so wirklich beruhigend aus. :-\
    Gibt es Angaben zur Durchblutung der SD, also Ultraschall? Was eine Szinti unter 62 mcg LT aussagen könnte, weiß ich nicht. Schwierig.

    Ob man von LT gleich zu Thiamazol wechselt, können die MB-Profis sicherlich einschätzen.

    Erst mal alles Gute!

    LG,

    sugarhashi

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Überfunktion unter L-Thyroxin, nach 2,5 Jahre Thiamazol

    Hallo Mäda,

    Also Thyamazol ca 2,5 Jahre.
    Das ist natürlich ein Unding und wahrscheinlich unnötig. Da ich keine Details kenne (=ganz genauer Werte- und Dosisverlauf), gehe ich darauf gar nicht erst ein, ist auch relativ irrelevant jetzt. Im Gegensatz hierzu:

    bis Anfang 2019 Thyamazol ganz abgesetzt werden konnte und und erst Anfang April 2019 habe ich mit 25 Mcg L-Thyroxin angefangen, als es klar wurde, dass die SD nicht wieder hochfährt und ich ohne in die UF gehe.
    Möglicherweise war der Einstieg mit LT schlicht zu früh, denn in wenigen Wochen wird es eben gar nicht klar, dass die SD funktionsuntüchtig ist - erst recht nicht nach 2,5 Jahren Hemmereinnahme. Und deine Werte kurz vor Einstieg sind gar nicht hoffnungslos, nämlich: Es war nur das TSH ein wenig höher, das bedeutete aber wohl nur, dass der Impuls zu Hormonproduktion stark da war, eben damit die Schilddrüse anspringt und mehr tut. Aber deine Hormonwerte (fT3, fT4) waren dabei nicht wirklich bedenklich, die SD arbeitet, du warst nicht in Unterfunktion, das TSH ist kein Schilddrüsen- sondern ein Signalhormon aus der Hypophyse. Dies mal zum Thyroxineinstieg.

    L-thyroxin wurde langsam erhöht auf 50 und dann 75 am 22.8.2019.
    Die Werte zum Anfang der Erhöhung auf 75 Mikrogramm: genaues Datum? wann Kontrolle? schon unter 75 LT oder davor? Diese Angaben sollten immer gemacht werden, bei jeder Kontrolle, dort, wo das auch das Datum der Kontrolle angibst.
    T3: 4,6 pmol/l (3,1-7)
    T4: 11,7 pg/ml (8,0-17)
    TSH: 2,11 (0,30-3,7)
    Ich sehe bei diesen Werten wirklich nicht, warum hier erhöht wurde. Und noch etwas: Du nimmst bei der Kontrolle das LT nach der Blutabnahme und die ist morgens, können wir davon ausgehen? Bitte auch immer angeben.

    Nun BE am 17.12.2019, werte unter 75 L-Thyroxin:
    T3: 7,0 (3,1-7)
    T4: 17,5 (8,0-17)
    TSH: 0,01 (0,30-3,70)
    TPO: >3000
    TRAK: 2,05 (<1)
    Also grenzwertig hoch.
    Die Ärztin empfiehlt auf 50 runterzugehen, ich erbettle 62,5, da es mir ja doch so saugut geht.
    Also hier sieht man, was man bereits bei der Erhöhung vermuten konnte: Die Erhöhung war erstens eventuell überflüssig und zweitens wenn schon, dann viel zu viel. Mag sein, dass es dir saugut ging, aber lange hätte es nicht gedauert, du warst bereits in manifester Überfunktion (LT-Einnahme nach der BE?) und vermutlich nicht wegen der TRAK sondern wegen zu viel Thyroxin. Warum ich das denke: Dein fT3 ist scheinbar nicht unverhältnismäßig stärker erhöht als als dein fT4 und die TRAK sind gering. Ich denke weiterhin: die ganze LT-Substitution war übereilt. TPO-AK haben auch MB-ler, das beweist nichts.

    OK, und die Lage jetzt: Entweder hausgemachte Überfunktion oder MB-Rezidiv oder ggf. beides. Die TRAK hätten gemacht (oder nachverlangt) werden sollen, sofort bei diesen Werten. Hat der NUK das nicht veranlasst? Was jetzt gleich hätte gemacht werden sollen, und zwar unbedingt bevor du auch nur eine Tablette Thiamazol nimmst: Die TRAK und zumindest eine Doppler-Sonografie (oder Szinti), hat der NUK dies nicht gemacht? Wenn ja, wie lautet sein Befund? Warum hat er gleich Hemmer verordnet? Nämlich, bist du überdosiert, müsste die Doppler-Sono beim Nuklearmediziner eine eher ruhige Schilddrüse zeigen. Hast du ein Rezidiv, wäre da eine gesteigerte Durchblutung zu erkennen. Das ginge natürlich auch per Szintigrafie. Sind diese Dinge schon klar?

    Bei meinem Rezidiv verfuhr ich so: sofort Hormone absetzen, sofort Dopplersono/Szinti, abwarten. Kontrolle in 2 Wochen, Werte fallend. Aber erst als die Werte 4 Wochen nach Absetzen weiter noch in leichter ÜF waren, habe ich Thiamazol genommen, da war nämlich das LT raus und somit die nötige Thiamazol-Dosis besser bestimmbar, denn Thiamazol sollte man werteangepasst nehmen und nicht blind feuer gegen Werte, die evtl. teils LT-bedingt hoch sind? Die Werte, die du jetzt hast, zeigen entweder eine MB-ÜF oder eine Misch-ÜF aus MB-Aktivität und Hormone von außen.

  4. #4
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    Standard AW: Überfunktion unter L-Thyroxin, nach 2,5 Jahre Thiamazol

    Guten Abend!
    Erstmal vielen lieben Dank an Sugarhashi und panna für die schnellen Anworten, man kann nicht genug Lob an dieses Forum aussprechen, das ist nämlich sehr viel, was ihr hier für Menschen in schwieriger Lebensphase macht!!!

    Nun beantworte ich möglichst die Fragen.

    Die letzte kurze Kontrolle (nus das Bestimmen von T3-T4-TSH) war ja am Mittwoch, am Donnerstag habe ich die Werte per Email bekommen. Am Freitag dann die Empfehlung der Ärztin, Hormone abzusetzen und Thiamazol anzufangen, per SMS. Am Montag habe ich vor in der Praxis anzurufen und, dank panna!, ein konkretes Gespräch zu führen, dass ich vorab die TRAK und die Scinti/Sonographie möchte, bevor ich die 2. Thiamazol-Therapie anfange. V

  5. #5
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    Standard AW: Überfunktion unter L-Thyroxin, nach 2,5 Jahre Thiamazol

    Das ist das Fortsetzten meiner Antwort:

    Alle Werte bei der Blutentnahme sind bei mir die Werte ohne L-Thyroxin. Einnahme erst nachher.

    Ich habe noch eine Frage wegen Selen. Ich nehme seit geraumer Zeit Cefasell, da ich einen leichten Selen-Mangel habe und ohne Augenlidschwellungen kriege. Irgendwo hier habe ich gesehen, dass Cefasell irgendwie eine ÜF provozieren könnte? Stimmt es, oder habe ich es falsch verstanden bzw gespeichert.

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Überfunktion unter L-Thyroxin, nach 2,5 Jahre Thiamazol

    Zitat Zitat von Mäda Beitrag anzeigen
    Das ist das Fortsetzten meiner Antwort:

    Alle Werte bei der Blutentnahme sind bei mir die Werte ohne L-Thyroxin. Einnahme erst nachher.

    Ich habe noch eine Frage wegen Selen. Ich nehme seit geraumer Zeit Cefasell, da ich einen leichten Selen-Mangel habe und ohne Augenlidschwellungen kriege. Irgendwo hier habe ich gesehen, dass Cefasell irgendwie eine ÜF provozieren könnte? Stimmt es, oder habe ich es falsch verstanden bzw gespeichert.
    Mindestens und auf jeden Fall die TRAK!

    5 mg Thiamazol ist zwar nicht viel, aber Hemmer sind keine harmlosen Medis, also zu viel, wenn überflüssig. Ich neige zwar dazu, dass es doch MB sein könnte (nämlich: unter 75 Werte tiefer als jetzt unter 62,5). -

    Selen: Weiß nicht, wie stark der Mangel, weiß nicht, wie viel du nimmst, weiß nicht, seit wann :-)) . "Geraumer Zeit": naja, man kann auch hübsch überdosieren. 2-300 auf Dauer würde ich nicht machen ohne Kontrolle. Auch mit Kontrolle nicht auf Dauer, eher kurmäßig. Lidschwellungen, überhaupt Augen: kommen gerne bei schlechter Einstellung, und Überdosierung ist auch eine schlechte Einstellung.

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