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Thema: Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

  1. #1
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    Standard Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

    Hallo zusammen

    Bin auf der Suche nach Berechnungsmöglichkeiten der individuellen LT-Dosis auf folgendes gestossen, das für den einen oder anderen interessant sein könnte. Auch häuften sich hier in letzter Zeit Geschichten von Leuten, die lange viel zu viel Hormone eingenommen haben und jetzt drastisch am Reduzieren sind:

    Die Diskussion bezüglich Levothyroxin-Bedarf wurde in der medizinischen Literatur mehrfach diskutiert. Lange galten das Körpergewicht in Kilogramm oder aber die "Lean Body Mass", also das fettfreie Körpergewebe (Muskeln, etc.) als Indikatoren für den individuellen Hormonbedarf. Es gibt aber auch Studien, die den BMI als den genauesten Indikator bezeichnen. Dies, weil er sowohl Körpergewicht, als auch die Körperfläche (welche offenbar auch relevant ist und im BMI durch die Körpergrösse ein Stück weit mit abgebildet wird) berücksichtigt:

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3658157/

    Auch wenn es in dieser Publikation um den Hormonbedarf nach Schilddrüsen(teil-)entfernung geht, so lassen sich auch generelle Erkenntnisse für Nicht-Operierte daraus ableiten. Beispielsweise, dass mit steigendem BMI der Hormonbedarf eher abnimmt. Ein untergewichtiger Mensch braucht relativ gesehen also mehr Hormone, als ein übergewichtiger. Die Formel, die dafür verwendet wurde, ist folgende:

    Mcg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag = -0.018 x BMI (Gewicht geteilt durch Grösse in Meter im Quadrat) + 2.13

    In meinem Fall (1.81, 74.5kg) heisst das also für meine tägliche Dosis:

    -0.018 x 22.74 + 2.13 = 1.72mcg pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag

    --> Bei meinem Gewicht von 74.5kg entspricht dies einer Tagesdosis von 1.72mcg * 74.5 = 128mcg

    Dieser Bedarf kann selbstverständlich nach oben wie nach unten individuell abweichen, da natürlich auch diese Berechnungsmethode nicht perfekt ist und unser Körper keine einfach kalkulierbare Maschine ist. Glaubt man der statistischen Relevanz der Studie, so kommt diese Methode aber vergleichsweise gut hin.

    Dem einen oder anderen könnte das helfen bei der Frage, ob er oder sie heillos über- oder unterdosiert ist. Klar, krasse Ausnahmen gibt es immer, Störfaktoren (Supplementierung mit Nährstoffen wie Eisen, Calcium, etc., Sexual- und weitere Hormone, weitere Erkrankungen, usw.) spielen auch eine Rolle und werden in der Studie auch als solche erwähnt. Auch Patienten, welche zusätzlich T3 einnehmen dürften mit dieser Formel nicht hinkommen.

    Für alle "nur" T4 (LT) - Konsumenten könnte das aber noch interessant sein .

    LG Cube
    Geändert von Cube87 (13.02.20 um 15:35 Uhr)

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

    Zitat Zitat von Cube87 Beitrag anzeigen
    Auch wenn es in dieser Publikation um den Hormonbedarf nach Schilddrüsen(teil-)entfernung geht,
    Sorry Cube, es geht um Thyreoidectomy, so steht es bereits im Titel, also nur um Totalentfernung. Und daraus lassen sich leider keine Schlüsse betreffend Dosierung bei vorhandener Schilddrüse ableiten. Auch sehr kleine Schilddrüsen sind (individuell) aktiv und total inaktiv ist eine Schilddrüse auch bei einem supprimierten TSH nicht.

    Ich bin der Meinung, dass hier jede Berechnung in die Sackgasse führt. Zumal diese Berechnungen sowieso nur für den LT-Einstieg nach Totaloperation gelten und danach sollte man seine individuelle Dosis per Feintuning finden.

  3. #3
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    Standard AW: Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

    Das habe ich ja so geschrieben, panna. Bei mir als Totaloperierter hat sich der Bedarf von vor zu nach der OP beispielsweise nicht wesentlich verändert. Ich hatte nicht mehr viel Restgewebe (ca 4 ml) und scheinbar machte meine SD praktisch nichts mehr. Es gibt auch keine klare Erkenntnis, ob jemand nach einer OP weniger, gleich viel oder mehr Hormone braucht. Das ist individuell genauso verschieden wie bei nicht operierten und kann nicht im Voraus mit Sicherheit gesagt werden.

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

    Es gibt einen autonomen Anteil der Schilddrüse, der TSH-unabhängig "etwas macht". Wie viel oder wenig das ist, kann man nicht feststellen. 4 ml ist übrigens nicht wenig für einen Rest ... da spricht man eher von subtotal**.

    Es gibt auch keine klare Erkenntnis, ob jemand nach einer OP weniger, gleich viel oder mehr Hormone braucht.
    Ja Cube, dasselbe sag ich ja auch und eben deswegen finde ich diese Berechnungen (außer direkt nach Thyreoidekttomie) eher gefährlich-suggestiv als sonstwas.

    PS
    **
    Die subtotale Resektion war über 100 Jahre hindurch das Standardverfahren in der Strumachirurgie. Rechts und links wurden jeweils Schilddrüsenreste von 3-4 ml Volumen belassen.
    http://www.profhermann.at/index.php/operation/wie-viel-gewebe-muss-entfernt-werden-resektionsverfahren

    (und die sog. Dunhill-OP belässt einen solchen Rest nur einseitig, wenn ich mich recht erinnere)
    Geändert von panna (13.02.20 um 15:51 Uhr)

  5. #5
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    Standard AW: Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Es gibt einen autonomen Anteil der Schilddrüse, der TSH-unabhängig "etwas macht". Wie viel oder wenig das ist, kann man nicht feststellen. 4 ml ist übrigens nicht wenig für einen Rest ... da spricht man eher von subtotal**.
    Lesen hilft: VOR Operation hatte ich einen Rest von 4ml, jetzt ist alles raus. Es war auch nicht die Meinung dass die Leute hier aufgrund dieser Berechnung ihre (Wohlfühl-)Dosis über den Haufen werfen. Vielmehr ist das als grobe Überprüfungsmethode gedacht (unter Einbezug von Grösse, Gewicht und indirekt der Lean Body Mass) um zu sehen, ob man allenfalls deutlich zuviel oder zuwenig Hormone nimmt. Deshalb auch der Verweis auf die diversen Einschränkungen einer solchen Berechnung und der explizite Hinweis, dass der Hormonbedarf im Körper nicht einfach kalkuliert werden kann. Auch habe ich klar geschrieben, dass sich daraus allgemeine Erkenntnisse auf den Hormonbedarf ableiten lassen dürften: Beispielsweise das umgekehrte Verhältnis von BMI und Hormonbedarf. Eine operative Entfernung des SD-Gewebes ändert daran meines Erachtens nichts.

    Ich bleibe dabei und finde es als grobe Berechnungsgrundlage interessant, vorausgesetzt man tut dies mit eingeschaltetem Kopf.
    Geändert von Cube87 (13.02.20 um 16:01 Uhr)

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

    Zitat Zitat von Cube87 Beitrag anzeigen
    Lesen hilft: VOR Operation hatte ich einen Rest von 4ml, jetzt ist alles raus. .
    Sorry.

    Ansonsten: bleibt die grundsätzliche Meinungsverschiedenheit zwischen uns.

    Sehe einfach viel zu oft und schon seit viel zu langer Zeit, dass und wie jeder falsche Strohhalm ergriffen wird, um irgendwie eine Richtschnur zur "richtigen" Einstellung zu finden. Es gibt aber keine, die Einstellung und daher die nötige Dosis ist und bleibt individuell.

  7. #7
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    Standard AW: Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

    Das ist doch alles schon ein "alter Hut" und von Panna auch hier: https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...14#post2855814 veröffentlicht, ebenso im Eingangsthread für Neueinsteiger im MB-Forum verlinkt.
    Kann also jeder schon seit Jahren lesen, wenn er möchte.
    LG

  8. #8
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    Standard AW: Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

    Zitat Zitat von Cube87 Beitrag anzeigen
    Das habe ich ja so geschrieben, panna. Bei mir als Totaloperierter hat sich der Bedarf von vor zu nach der OP beispielsweise nicht wesentlich verändert. Ich hatte nicht mehr viel Restgewebe (ca 4 ml) und scheinbar machte meine SD praktisch nichts mehr. Es gibt auch keine klare Erkenntnis, ob jemand nach einer OP weniger, gleich viel oder mehr Hormone braucht. Das ist individuell genauso verschieden wie bei nicht operierten und kann nicht im Voraus mit Sicherheit gesagt werden.
    Eine OP wird den Hormonbedarf sicher nicht senken. Wenn es doch passiert, lag es wohl an etwas anderem (nach OP mit Sport aufgehört, Pille abgesetzt, zufällig in die Wechseljahre gekommen...).

    Formeln funktionieren nicht. Die Leute mögen sie trotzdem, weil sich viele nicht zutrauen, die Werte zu verstehen und ihrer körperlichen Wahrnehmung zu trauen.

  9. #9

    Standard AW: Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Eine OP wird den Hormonbedarf sicher nicht senken. Wenn es doch passiert, lag es wohl an etwas anderem (nach OP mit Sport aufgehört, Pille abgesetzt, zufällig in die Wechseljahre gekommen...).

    Formeln funktionieren nicht. Die Leute mögen sie trotzdem, weil sich viele nicht zutrauen, die Werte zu verstehen und ihrer körperlichen Wahrnehmung zu trauen.
    Wie wahr, wie wahr!

    So eine Formel kann höchstens aussagen, dass 1kg LThyroxin wahrscheinlich zu viel für einen Menschen ist...

    Mit der Einstellung des Thyroxins verhält es sich ähnlich wie beim Stimmen der e Saite einer Violine! (die kann schon bei Luftfeuchtigkeits- und Temperaturunterschieden schnell ihre Stimmung ändern)

  10. #10
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    Standard AW: Berechnung der individuellen Levothyroxin-Dosis

    . Therefore, this study focuses on patients with benign thyroid disease whose goal is achieving a TSH value in the normal range.
    Quelle https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3658157/

    Normal range für TSH 0.45–4.50 uIU/mL

    In dieser, total überholten, Studie macht man sich das Leben sehr einfach und definiert Euthyreose nur anhand des TSH. TSH im der Norm - Patient euthyreot. Wenn das so einfach wäre.....Zudem hält man nicht für notwendig anzumerken, ob die Tabletten vor der BE eingenommen worden sind oder nicht....Auch bei nur-TSH-Messung ist das eine wichtige Information.

    Zudem sind die "Erkenntnisse" extem gefährlich, weil sie die Ärtzte in der "ausschließlich TSH-bezogen-Behandlung" unterstützt. Da sie nur einen minimalen Budgetaufwand und fast keine Fachkenntnisse bei der Behandlung rechtfertigt, ist sie extrem populär geworden. Und ist nicht aus der Welt zu schaffen....
    Geändert von Maja5 (13.02.20 um 19:04 Uhr)

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