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Thema: Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

  1. #1
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    Standard Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

    Hallo,

    welche Vor- und Nachteile seht ihr in der Lebensqualität, aber auch gesundheitlicher Gefahren, bezüglich einer lebenslangen Substitution und einem Komplettausstieg mit möglicherweise lebenslanger Unterfunktion?

    Dosisfindung ist nicht toll, ständiges Werte kontrollieren ist nicht toll, immer wieder anpassen müssen auch nicht, etc.

    Ich bin in meinem Selbstexperiment vielleicht an einem Wendepunkt angekommen. Ich wurde gewissermaßen gezwungen das letze Jahr zu reflektieren und mir wurde dabei bewusst, dass ich in den Jahren 2016 und 2017 eindeutig die bessere Lebensqualität hatte und eigentlich nicht noch ein Jahr in dem Zustand von 2019 verbringen möchte.

    Sicher habe ich die Hoffnung, dass es nochmal besser werden kann, wenn sich der Regelkreis selbst reguliert, andererseits weiß das niemand, bzw. kann auch niemand versprechen, dass es mir ohne LT besser geht als jetzt.

    Mich würde einfach eure Meinung zu den beiden "Modellen" Leben mit lebenslanger Substitution gegenüber akzeptieren von leichter Unterfunktion als Preis für Leben ohne Substitution interessieren.

    Ist die Freiheit das Risiko wert? Soll ich weiter senken, oder einfach auf meinen Wunsch nach Ausstieg verzichten und den Ausstiegsversuch für gescheitert erklären? Ich möchte hier niemanden mit einem eingeforderten Ratschlag belasten, die Entscheidung treffe ich letztendlich selbst, ich würde mich einfach nur über ein paar theoretische Für und Wider freuen, anhand derer ich meine eigenen Gedanken etwas sortieren und entwickeln kann.

    Lieben Dank
    Geändert von Gedankenpause (29.01.20 um 22:12 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

    Ich habe ca. 17 Jahre mit stark schwankenden Befinden verbracht, vor LT. Seid Beginn mit LT nachdem ich meine Dosis gefunden habe, ist mein Befinden relativ stabil. Aus diesem Grund ziehe ich die lebenslange Einnahme von LT vor.
    Werte überprüfen muß ich nicht mehr ständig.

  3. #3
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    Standard AW: Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

    Vielen Dank

    Wie bist du persönlich beim Finden deiner Dosis vorgegangen und wie lange hast du gebraucht?

  4. #4
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    Standard AW: Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

    Eigene Erfahrung: Von LT 100 auf LT 0: Nach 8 Tagen gings auf einmal bergab. Dann zwangsläufig wieder eingestiegen mit LT 100.

    Weitere Erfahrung und dazu noch ärztlich verordnet: Von LT 150 runter auf LT 125 war es noch krasser: Ebenfalls nach ziemlich genau 1 Woche schlagartig eine totale Krise.

  5. #5
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    Standard AW: Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

    Mir ging es viele Jahre, so an die 10, schlecht. Aber sicherlich auch noch anderen Baustellen geschuldet. Relativ zügig mit Beginn LT besserte sich die Symptomatik (mal abgesehen von 2x frozen shoulder in der Zeit seit LT), besserer Schlaf, hormonelle Schieflagen weniger deutlich, weniger bis gar kein Schwitzen mehr, Muskelproblematik besser. Es gab sogar richtig gute Jahre.

    Die letzten Jahre (schiebe aber auch einiges auf's Alter) war's nicht mehr so toll - und erst mit der bexxxen neuen Euthyrox und der Umstellung fiel mir auf, dass es mir eigentlich auch besser gehen könnte bzw. besser hätte gehen können, und ich evtl. einige Zeit schon von der alten Euthyrox zu wenig genommen hatte, also wrs. eher unterdosiert war bzw. ich mich in meinem Leben eher unterfunktional bewege ... Hier schaue ich gerade, ob ich ein wenig mehr nehmen und damit wieder bessere Lebensqualität erhalte ...

    Die Einstellung klappte damals mit Hilfe des Forums recht gut - habe entgegen der Verordnung des damaligen HA'es in 12,5-Schritten-gesteigert, bin nie über 50 hinausgekommen. 75-er-Anraten des NUK habe ich ignoriert, bin nach meinem Befinden gegangen (kann sein, dass ich das mal einige Zeit probiert hatte - ich weiß es ehrlich gesagt nicht mehr so genau); im Sommer einige Jahre eigenmächtig runterdosiert, im Winter wieder hochgegangen. Irgendwann fing ich mit der Abendeinnahme an, weil ich sonst morgens nicht in die Puschen kam. Auch das klappte gut.

    Einen Selbstversuch vor einigen Jahren hatte ich gemacht. Euthyrox war alle, ich hatte keine Lust, ein Rezept zu holen, hatte sowieso schon eigenmächtig runterdosiert, weil mir das so auf den Keks ging - das hielt ich 2 Wochen durch, wurde immer aggressiver, konnte nicht mehr schlafen. Dann kapitulierte ich und beamte mich wieder auf 50 hoch.

    Ich sehe für mich lebenslange Einnahme vor.

  6. #6
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    Standard AW: Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

    Ich bekam meine Diagnose in einer Phase der ÜF. Mir wurde damals schon gesagt, dass meine SD sehr klein wäre und dass die Sache irgendwann mal behandelt werden müsse. Damit war es erstmal erledigt und ich habe mich nicht mehr drum gekümmert. Rückblickend schätze ich es anhand der Symptome so ein, dass ich schon lange vorher mehr oder weniger in Unterfunktion war und nach dieser kurzen Phase (ca. ein halbes Jahr) wieder. Hauptsymptom in UF waren fiese Menstruationsbeschwerden, Symptömchen in ÜF waren Pickel und fettende Haare. Im Großen und Ganzen war ich auch in Unterfunktion nicht eingeschränkt, konnte recht intensiv Sport treiben, war im Studium leistungsfähig, nur während der Mens habe ich mich mitunter vor Schmerzen gekrümmt.

    Sieben Jahre nach der Diagnose ergab eine Zufalls-BE beim Hausarzt ein TSH von 4,5 und - da die Diagnose schon bekannt war und die UF sozusagen erwartet wurde - es ging gleich los mit der Behandlung. Besser gesagt, erstmal mit einer Fehlbehandlung mit Jodthyrox für zwei Jahre. Meine SD gibt's inzwischen fast nicht mehr (< 1 ml), von daher ist die Hormoneinnahme für mich alternativlos.

    Wenn ich mir aber vorstelle, ich könnte auf die Hormone verzichten und hätte dafür "nur" oben beschriebene Unterfunktionssymptome, dann würde ich die Hormone trotzdem nehmen. Erstens war das sehr belastend, zweitens läuft dann offensichtlich was nicht rund, wo ich möglicherweise nur die Spitze des Eisberges wahrnehme. Die Unterfunktion bedeutet nun mal, dass von einem lebenswichtigen Hormon nicht genug da ist. Bei einer gesunden SD, die nur durch LT lahmgelegt wurde, könnte ich mir vorstellen, es auszusitzen. Bei einer mehr oder weniger zerstörten SD sehe ich darin keinen Vorteil. Befinden und Symptome zeigen ja nur an, dass etwas nicht in Ordnung ist - daran ändert sich nichts, wenn man sich mit den (behandelbaren) Symptomen arrangiert und sie erduldet. Der Organismus läuft nicht rund und wird möglicherweise nachhaltig geschädigt.

  7. #7
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    Standard AW: Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

    Zitat Zitat von Gedankenpause Beitrag anzeigen
    Vielen Dank

    Wie bist du persönlich beim Finden deiner Dosis vorgegangen und wie lange hast du gebraucht?
    Es hat etwas gedauert, alles in allem etwa 3 Jahre.
    Erschwerend kam hinzu dass ich massives Sodbrennen und diverse Muskel- und Gelenkprobleme bekam nachdem ich mit dem LT begann.
    Alles 3 ging aber weg nachdem ich meine Ernährung zeitweise komplett umgestellt hatte.
    Vorher hatte ich es auch mit hoher Dosierung und T3 versucht, aber außer einer Überdosierung hat es nichts gebracht.
    ich habe dann während der Überdosierung schrittweise auf meine jetzige Dosis gesenkt, auch T3 konnte ich komplett weglassen. Bin jetzt seid fast 10 Jahren stabil bei 112 µg Euthyrox. Habe da aber noch das alte und zehre von meinen Vorräten. Bin aber auch nicht empfindlich was unterschiedliche Hersteller betrifft.

  8. #8
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    Standard AW: Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

    Zitat Zitat von Gedankenpause Beitrag anzeigen
    Hallo,

    welche Vor- und Nachteile seht ihr in der Lebensqualität, aber auch gesundheitlicher Gefahren, bezüglich einer lebenslangen Substitution und einem Komplettausstieg mit möglicherweise lebenslanger Unterfunktion?

    Dosisfindung ist nicht toll, ständiges Werte kontrollieren ist nicht toll, immer wieder anpassen müssen auch nicht, etc.
    Ständiges Optimieren... das machen manche mit ihrer Website, ihrem Unternehmen oder mit ihrem Aktienpaket. Von nix kommt nix.

    Ich sehe bei LT eine andere Gefahr: Viele Leute nehmen eine Pi-mal-Daumen-Dosis, haben aber zugleich höchste Ansprüche an ihr Befinden, das sie aber mit der Pi-mal-Daumen-Dosis nicht erreichen. Dann sind die Hormone schuld oder die Schulmedizin, man setzt die Hormone ab und erwartet teils von anderswo Wunder (Alternativmedizin, Ernährungsmoden ...), die sich aber auf Glückstreffer beschränken.

    Bei einem FT4 an der Oberkante würde ich mir eher Gedanken über eine Reduzierung machen als über philosophisch verpacktes Alles oder Nichts.

  9. #9
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    Standard AW: Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Ständiges Optimieren... das machen manche mit ihrer Website, ihrem Unternehmen oder mit ihrem Aktienpaket. Von nix kommt nix.

    Ich sehe bei LT eine andere Gefahr: Viele Leute nehmen eine Pi-mal-Daumen-Dosis, haben aber zugleich höchste Ansprüche an ihr Befinden, das sie aber mit der Pi-mal-Daumen-Dosis nicht erreichen. Dann sind die Hormone schuld oder die Schulmedizin, man setzt die Hormone ab und erwartet teils von anderswo Wunder (Alternativmedizin, Ernährungsmoden ...), die sich aber auf Glückstreffer beschränken.

    Bei einem FT4 an der Oberkante würde ich mir eher Gedanken über eine Reduzierung machen als über philosophisch verpacktes Alles oder Nichts.
    da schliess ich mich voll an. ist doch offensichtlich, dass du erstmal ne vernünftige dosis brauchst, danach kannst du ja ntscheiden wie du willst. 175 LT ist ja nun auch nicht gerade wenig, da braucht man sich nicht wundern...

  10. #10
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    Standard AW: Vor- und Nachteile bzgl. Substitution und Komplettausstieg

    Wenn man wirklich keinen Nerv mehr für die Optimierung der Details hat, weil man denkt, das bringt einem nichts: Man könnte ja tatsächlich eine Pi-mal-Daumen-Dosis nehmen, die sicher nicht zuviel ist, statt ganz abzusetzen (dann bleiben ggf. immer noch genug Symptome, mit denen man vorerst leben muss). Und sich dann um andere Gesundheitsthemen und Lebensbereiche kümmern. Und dann nochmal auf die Werte schauen.

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