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Thema: Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

  1. #1
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    Standard Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

    Liebes Forum,

    ich lese seit einiger Zeit still mit, da ich seit Oktober 2019 offiziell ein Neuling, aber inoffiziell sehr wahrscheinlich schon seit über 20 Jahren betroffen bin.
    In meiner "Teenie-Zeit" nahm ich trotz meines sportlichen Daseins schlagartig zu, fühlte mich dauerhaft abgeschlagen und es kam ein diffuser Haarausfall (lt. Ärzten evtl. hormonell bedingt) dazu, der dafür sorgte, dass sicherlich mehr als die Hälfte der Haare sich verabschiedeten. Seitdem wuchsen die ausgefallenen Haare nicht mehr nach, zudem wurden sie dünner und sahen strohig aus, das Halten meines Gewichts war mit eiserner Willenskraft mal mehr mal weniger erfolgreich (schwankt um 10 Kg) und der Antriebsmangel blieb. Meine Eltern unternahmen in der Zeit wirklich alles, um herauszufinden, woran das lag. Zig Fachärzte und Unikliniken später konnte immernoch nichts gefunden werden.
    Es verging Jahr um Jahr. Als ich vor 1,5 Jahren die Pille absetzte, bekam ich wieder Haarausfall und zudem entwickelten sich Spinnweben-Haare (ich weiss gar nicht, wie ich das anders beschreiben soll). Nach 3 Monaten liess ich ein gr. Blutbild (Internistin) sowie einen Hormonstatus (Gyn.) machen und mir wurde von der Gyn. Regaine empfohlen, klasse dachte ich mir. Weitere 3 Monate später ging ich wegen einer Colon-Hydro Therapie zu einem Heilpraktiker, da ich mich in der Zeit verstärkt mit meinem Darm auseinandersetzte in der Hoffnung, die Haare wachsen wieder). Der Heilpraktiker hat sich freundlicherweise meine Werte anschaut und erwähnt, dass sich ein Facharzt meine Schilddrüsenwerte genauer anschauen sollte. Im März 2019 war ich dann erneut bei der Gyn, um einen genaueren Hormonstatus (3 Termine) zu machen und raus kam, dass ich Jod nehmen solle, bevor wir es mit härteren Medikamenten versuchen. Zu der Zeit machte ich einen Termin bei einem Nuklearmediziner, das Ergebnis war eine "zunächst abwartende Haltung". Der nächste Termin fand im Oktober 2019 statt, das Ergebnis war eine tägliche Einnahme von Thyroxin 50.
    Mein Leben hat sich innerhalb kürzester Zeit verändert - so kannte ich mich gar nicht! Ich war hellwach, hatte Freude dabei aktiv zu sein, meine Muskeln fühlten sich nicht mehr schwer wie Blei an und mir ging es richtig gut. Dieser Zustand hielt bis kurz vor Weihnachten an. Dann flachte es leider wieder ab, habe den Zustand wie zuvor wieder. Ist der Verlauf üblich?
    Seit Weihnachten hatte ich dann aber wieder eine andere Veränderung vernommen: meine Kopfhaut fühlte sich anders an als sonst. Ich spüre, dass sich da was tut, es piekst gefühlt, aber zu sehen ist absolut und rein gar nichts! Könnte das ein Haarneuwuchs sein? Wenn ja wäre das ja phänomenal! Google sagt zu dem Zustand leider nicht viel Aussagekräftiges.

    Anbei der Verlauf meiner Werte:
    27.09.2017
    TSH basal: 3,36

    17.10.2018
    TSH basal: 3,06
    fT3: 3,65 (1,8-5,7)
    fT4: 14,9 (8-18)

    04.03.2019 (leider ohne Referenzwerte)
    TSH-30: 2,8
    fT3: 5,0
    fT4: 11,4
    Jodid Substitution von 03.19-10.19, Selen Substitution von 12.18- 05.19

    02.04.2019
    TSH: 1,9

    17.04.2019
    TSH sensitiv: 3,2

    24.06.2019 (Nuk)
    TSH: 1,54
    fT3: 4,64 (2.76-7.37)
    fT4: 12,2 (10,29-24,45)

    Aktuelle Werte Anfang Oktober 2019:
    TSH: 3,18
    fT3: 4,82 (2.76-7.37) = 44,68 %
    fT4: 13,3 (10,29-24,45) = 21,25 %
    a-TPO: - 35 (<10,0)
    TRAK: - 1 (<1)
    TAK: -55 (<20,0)

    Kann ein TSH Wert so enorm schwanken? Kann es sein dass ich seit 22 Jahren eine unentdeckte Unterfunktion habe? Meine Eltern haben die damaligen Unterlagen leider nicht mehr, die Werte hätten mich brennend interessiert.
    Ich sauge gerade förmlich alle Infos auf, die es dazu gibt und freue ich mich, von euch Tipps zu erhalten oder Infos, auf die ich achten sollte beim nächsten Termin.

    Mich würde auch sehr interessieren, ob es jemandem von euch auch über Jahre so ergangen ist und wie es weiter ging :-)

    Vielen Dank für das Lesen meines Romans!
    Geändert von Rory36 (04.01.20 um 20:48 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

    Bei den Referenzwerten des NUK: handelt es sich da um pmol-Werte? Zur besseren Einschätzung wäre das schon dienlich. Nach einem Vierteljahr LT-Einnahme wäre es nicht verkehrt, jetzt mal eine neue BE zu machen.

  3. #3
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    Standard AW: Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

    Hallo Rory.
    Also eine jahrzehntelange Unterfunktion halte ich für äußerst unwahrscheinlich. Eine fortgeschrittene Unterfunktion gab es ja nicht, und z. B. die Werte von 10/18 zeigen sogar eine gute und eher hohe Versorgung an. Der TSH ist weitgehend unauffällig, solche Schwankungen sind normal. Aber man könnte in den ft4 eine Absenkung hineininterpretieren, insofern ist ein Versuch mit LT sicher gut so.

    Wichtig wären jetzt aber erste Kontrollwerte unter dem LT. Das du dich wieder schlechter fühlst, kann mehrere Ursachen haben. Die LT 50 könnten dazu geführt haben, das deine Schilddrüse weniger arbeitet, die Werte könnten daher jetzt sogar tiefer sein als vor Beginn. Genauso wäre aber auch möglich, das LT nicht deine Lösung ist, und du mittlerweile Richtung Überdosierung gerutscht bist. Üblich ist, bei Beginn mit LT nach etwa 6-8 Wochen erste Blutkontrolle zu machen, bei dir sind es ja nun schon drei Monate.
    Nicht ganz übersehen darf man, das Schilddrüsenhomone auch anfangs einen etwas aufputschenden Effekt haben, den Depressive oft sehr positiv bemerken und später enttäuscht sind, weil der nicht anhält. Dazu kann man aber ohne aktuelle Werte gar nichts mutmaßen. Die sicherste Antwort auf die Frage, ob und wie lange du schilddrüsenkrank bist, gibt dir übrigens der Ultraschall, der ja sicherlich vom NUK gemacht worden ist. Da gibt es auch Unklarheiten und Interpretationsspielräume, aber eine langjährige Erkrankung der Schilddrüse sieht man ganz klar an starker Zerklüftung.

  4. #4
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    Standard AW: Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

    Guten Morgen,

    und vielen Dank für eure Antworten!

    @ Myrrdin, ja genau, das sind pmol/l Werte

    @ Larina, falls das noch wichtig sein sollte, die Sonigraphie hat ergeben:
    - rechter SDL 6,6 ml
    - linker SDL 5,1 ml
    - links zentral nicht mehr abgrenzbar
    - echoärmerer Herd von 1,5 MM
    - beidseitig zonal leichte echoarmut
    - kräftige Perfusion

    Beim Text habe ich mich falsch ausgedrückt, eine depressive Verstimmung habe ich nicht, in der Hinsicht geht es mir gut. Es ging nur um die schweren Glieder und irgendwie körperlich "hochzukommen" nach der Arbeit und etwas energiereich zu unternehmen. Und das war ein krasser Unterschied.

    Es waren auch weitere positive "Nebenwirkungen" neben der gesteigerten Energie und der Haare zu spüren, wie z.B. mir war nicht mehr so kalt, ich war über den Tag verteilt nicht mehr so müde, die Schichten meiner Fingernägel blieben zusammen, meine Konzentration war wieder perfekt etc.

    In der nächsten Woche habe ich einen weiteren Termin zur Kontrolle. Der Auswertungsbrief dauert immer 3-4 Wochen, deshalb wollte ich den Nuk fragen, ob ich schon mal das LT erhöhen kann. Aus euren Informationen lese ich allerdings heraus, dass ich besser auf die Ergebnisse warten soll.

  5. #5
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    Standard AW: Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

    Hallo Rory,

    ich würde die neuen Werte abwarten, vielleicht kannst du sie vor dem Arztbrief per Telefon bekommen. Dass, wie Larina schrieb, L-Thyroxin anfangs antriebssteigernd wirkt, merkt man auch ohne depressiv zu sein. Der Effekt wiederholt sich bei einigen bei weiteren Dosissteigerungen. Manche lassen sich dadurch dazu verleiten, die Dosis in absurde Höhen zu steigern. (Da es ihnen bei jeder Steigerung erstmal "besser" ging.)

    LG Ness

  6. #6
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    Standard AW: Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

    Zitat Zitat von Rory36 Beitrag anzeigen
    Guten Morgen,

    und vielen Dank für eure Antworten!

    @ Myrrdin, ja genau, das sind pmol/l Werte

    @ Larina, falls das noch wichtig sein sollte, die Sonigraphie hat ergeben:
    - rechter SDL 6,6 ml
    - linker SDL 5,1 ml
    - links zentral nicht mehr abgrenzbar
    - echoärmerer Herd von 1,5 MM
    - beidseitig zonal leichte echoarmut
    - kräftige Perfusion

    Beim Text habe ich mich falsch ausgedrückt, eine depressive Verstimmung habe ich nicht, in der Hinsicht geht es mir gut. Es ging nur um die schweren Glieder und irgendwie körperlich "hochzukommen" nach der Arbeit und etwas energiereich zu unternehmen. Und das war ein krasser Unterschied.

    Es waren auch weitere positive "Nebenwirkungen" neben der gesteigerten Energie und der Haare zu spüren, wie z.B. mir war nicht mehr so kalt, ich war über den Tag verteilt nicht mehr so müde, die Schichten meiner Fingernägel blieben zusammen, meine Konzentration war wieder perfekt etc.

    In der nächsten Woche habe ich einen weiteren Termin zur Kontrolle. Der Auswertungsbrief dauert immer 3-4 Wochen, deshalb wollte ich den Nuk fragen, ob ich schon mal das LT erhöhen kann. Aus euren Informationen lese ich allerdings heraus, dass ich besser auf die Ergebnisse warten soll.
    Ja, es bleibt dabei, du brauchst jetzt neue Werte. Ohne die lässt sich hier nur spekulieren, und ohne die würde ich auch nicht das LT erhöhen.
    Klar dürfte nun aber soviel sein, nein, du hast nicht seit Jahrzehnten eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion. Auch die Sono ist kein Hinweis darauf. Da ist irgendwas, aber was, ob überhaupt von Bedeutung, und wie es weiter geht, muss man abwarten. Die kräftige Perfusion lässt aufhorchen. Auf jeden Fall kann man aktuell bei dir keine Diagnose Hashimoto stellen. Was nicht meint, du dürftest das LT nicht weiter probieren. Aber sicher ist da grade noch nichts.
    Was Depressionen angeht, hatte ich dich schon richtig verstanden. Was du schilderst, sind durchaus klassische Anzeichen von Depression, das läuft ganz oft körperlich ab. Heisst aber nicht, ich würde dir sowas hier ferndiagnostizieren. Natürlich kann auch die Schllddrüse das machen. Du wirst es in absehbarer Zeit wissen, ob LT die Lösung ist.

  7. #7
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    Standard AW: Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

    Die Ergebnisse per Telefon zu erfragen, ist eine gute Idee, das mache ich.
    A propos Telefon, wollte die Praxis vorher noch fragen, ob ich LT am Morgen vor der Blutabnahme (15 Uhr) nehmen soll. Das handhabt jeder Arzt anscheinend anders?

    Vielen Dank für die ganzen Infos, auch wenn ich gerade ein wenig desillusioniert bin, helfen sie mir, mich richtig einzuordnen. Nicht, dass ich auf Biegen und Brechen eine Störung der Schilddrüse haben möchte, aber das wäre die Antwort auf belastende Dinge in meinem Leben.
    Gerne melde ich mich mit den neuen Werten zurück, wenn das in Ordnung geht.

    Einen schönen Sonntag!

  8. #8
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    Standard AW: Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

    Eine BE sollte immer morgens gemacht werden. Gerade bei noch vorhandenem TSH macht das eine Menge aus. Der TSH fällt im Tagesverlauf und wenn all deine BE's nachmittags waren, dann wären sie möglicherweise mit einer Morgen-BE über dem Referenzbereich.

    Im jetzigen Fall könnte eine Nachmittags-BE sogar zur Falscheinschätzung führen und eine evt. notwendige Erhöhung wird verweigert. Versuche den Termin unbedingt auf früh morgens zu verlegen.

  9. #9
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    Standard AW: Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

    Danke für deinen Hinweis Janne, das wusste ich nicht. Ich hoffe, dass ich da so spontan morgens noch einen Termin bekomme. Die Wartezeiten sind der Hit. Aber ein Versuch ist es wert, soll ja schon unverfälscht sein. Beide Blutabnahmen beim NUK erfolgten nachmittags.
    Geändert von Rory36 (05.01.20 um 16:23 Uhr)

  10. #10
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    Standard AW: Deutung von Blutwerten, UF seit Jahren unentdeckt, gibt es Leidensgenoss*innen?

    Zitat Zitat von Janne1 Beitrag anzeigen
    Eine BE sollte immer morgens gemacht werden. Gerade bei noch vorhandenem TSH macht das eine Menge aus. Der TSH fällt im Tagesverlauf und wenn all deine BE's nachmittags waren, dann wären sie möglicherweise mit einer Morgen-BE über dem Referenzbereich.

    Im jetzigen Fall könnte eine Nachmittags-BE sogar zur Falscheinschätzung führen und eine evt. notwendige Erhöhung wird verweigert. Versuche den Termin unbedingt auf früh morgens zu verlegen.
    Wobei hier sicherlich wieder die freien Werte mitgemacht werden, dann spielt das kaum eine Rolle. Vermutlich gehts sogar erstmal eher darum, was überhaupt im Gange ist. Also Rory, deshalb wieder um Wochen verschieben musst du nun echt nicht. Hauptsache, du bekommst bald neue Werte.

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