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Thema: OP oder noch abwarten? MB bei immer nur latenter ÜF mit niedrigen AK

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  1. #1
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    Standard OP oder noch abwarten? MB bei immer nur latenter ÜF mit niedrigen AK

    Hallo zusammen,

    ich bin schon lange immer mal wieder stille Leserin, die sehr dankbar für die Informationsfülle hier ist, und habe mich vor einer Weile auch schon angemeldet. Weil sich bei mir die Lage in Sachen „endgültige“ Entscheidung zuspitzt, möchte ich gerne meine Geschichte erzählen und bitte euch um eine Einschätzung oder einen Tipp, vielleicht hat jemand Ähnliches erlebt oder weiß anderweitig Rat. Darüber würde ich mich sehr freuen.

    Ich habe Morbus Basedow, der mir nach meiner Schwangerschaft 2016 nach dem erstmaligen Auftreten von AK diagnostiziert wurde. Laut US und auch im Szintigramm sind jedoch keine Anzeichen auf einen floriden MB erkenntlich, meine Nuk meinte „och also, würde ich jetzt nur das Szintigramm sehen, würde ich jetzt nicht mal auf MB tippen“. Ich habe zwei kleine Knötchen, die sich aber seit Jahren nicht verändern. Meine Werte habe ich im Profil hinterlegt, warte gerade auf neue und trage diese dann nach. Vit. D ist zu niedrig, nehme eigentlich Dekristol aber switche jetzt auf Vigantol 3000 I.E./täglich, damit fühle ich mich besser und Dekristol ist ja nicht unumstritten.
    Des Weiteren nehme ich einen Vitamin B-Komplex von Loges, Magnesium Verla und sporadisch Eisen (hier sollte ich den Wert bald wieder bestimmen lassen, HA sagt „ok“, aber ok sagt er halt auch bei 30 wenn der Referenzbereich 30-300 ist).

    Ich habe 2016 eine kleine Tochter geboren, nach einer völlig problemlosen Schwangerschaft und Geburt. Gottseidank. Allerdings war der TSH-Wert während der gesamten Schwangerschaft unter der messbaren Grenze, deswegen habe ich auf Folsäure mit Jodzusatz verzichtet bzw. Jod grundsätzlich gemieden. Das tue ich im Übrigen bis heute, allerdings nicht in extremer Form, d.h. ich verzichte strikt auf stark jodhaltiges wie Meeresgetier, Algen (Sushi, buhuhuuu), E127 etc. und benutze jodfreies Salz, ich gehe aber unbekümmert essen und esse mal ein Wienerle, in dem sicher Jodsalz enthalten ist. Bei meiner Tochter ist die SD in Ordnung.

    Vielleicht noch zu meiner Persönlichkeit bzw. zu Zipperlein, die evtl. für die SD relevant sein können aber nicht müssen: Ich habe in den letzten 15 Jahren sehr oft viel Stress gehabt (Trennung, Umzüge, aktuell Hausbau). Weil ich seit 2005 eine kleine feine Angststörung (PTBS, davon ausgelöste somatoforme Störung + Hypochondrie, mit depressiven Phasen) habe, bin ich in stressigen Zeiten auch gleich recht down. In guten Phasen kann ich mich über meine abstrusen, panischen Gedanken schlapplachen, in schlechten Phasen rauben sie mir die Luft zum Atmen. Ich kann das selbst schwer beurteilen, würde aber sagen, dass ich nach außen und auch meinem Kind gegenüber sehr gut die Fassung wahre, ich kriege alles einigermaßen auf die Kette und wirke schätzungsweise recht entspannt. Und: Die guten Phasen dauern auch oft erfreulich lange, schlechte Episoden kommen meist dann, wenn Umbruchsituationen anstehen. Ich nehme keine Medikamente diesbezüglich, das habe ich lange genug und mittlerweile kann ich eine schlimme Phase einfach „aussitzen“, es wurde immer wieder irgendwie besser oder sogar gut. Ich weiß, dass die SD hier schon ordentlich mitmischen kann. Aber ich hatte diese Phasen halt auch schon vor dem MB, allerdings leider keine Werte mehr von der Zeit, als es erstmals losging. Manchmal frage ich mich aber schon, ob das vielleicht alles einfach aufhören würde, wenn meine SD „normal“ wäre.
    Ich neige zu trockener Haut (seborrhoisches Ekzem bzw. leichte Pso,), brüchigen Haaren und Haarausfall, ebenso habe ich eine leichte Hyperhidrose unter den Armen. Das alles habe ich aber schon sehr lange, zumindest schon seit frühen Schulzeiten und bringe es eigentlich nicht mit der SD in Verbindung, wissend, dass es dennoch der Fall sein könnte.

    Ich habe schon seit Jahren ein sehr auffälliges EKG (diverse St-Senkungen auch schon in Ruhe und einen inkompl. RSB), das Echo ist aber top, zur endgültigen Abklärung wurde dieses Jahr im August ein CT bei den Heidelbergern gemacht (unter Irenat, ekelhaftes Zeugs!). Habe die Untersuchung gut vertragen und Entwarnung hinsichtlich des Herzens bekommen, keine Medis, keine Einschränkungen. Wohl aber sagte meine Kardiologin, dass auch die latente ÜF irgendwann verschwinden sollte, weil diese das Herz-Kreislaufsystem auch schon sehr belasten kann auf Dauer. Mein Ruhepuls ist eigentlich nie niedriger als 85. Wenn ich Sport mache, habe ich zu Zeiten, in denen ich gut trainiert bin, eine gute Kondition und einen guten Kraft-/Muskelaufbau, mein Puls ist aber z.B. beim Laufen ruckzuck auf 180, ich fühle mich dabei aber gut. Blutdruck meist 100/60, seit der Geburt meiner Tochter auch ab und zu mal 110/70, also niedrig bis gut. Eine Freundin kann bei 100/60 nicht mehr geradeaus schauen, ich fühle mich damit meist normal. Apropos Sport: Mache ich zur Zeit aus Zeit-(und Faulheits-)gründen quasi nicht, aber mein Vorsatz für 2020 … ach, ihr kennt das. Weil ich in den letzten Monaten auch null auf meine Ernährung geachtet habe, wiege ich bei 1,75 m nun etwa 70 kg. Normalgewicht zwar, aber vor der Schwangerschaft waren es 10 weniger und ich habe mich damit wesentlich fitter und besser gefühlt. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass die SD mein Gewicht beeinflusst, dafür bin ich denke ich selbst verantwortlich (die zwei großen Fs halt, „Fressen und Faulheit“ ;-)). Ach ja, und ich habe noch nen Morbus, und zwar den Meulengracht, aber der hat mit der SD meines Wissens ja nix zu tun.

    So, nach der langen Rede jetzt zu meinem eigentlichen Anliegen:
    Ich musste NIE Medikamente wegen dem MB nehmen. Seit etwa einem halben Jahr empfehlen mir die NUK dennoch eine totale Lösung, also RJT oder OP, „weil es jetzt ja schon so lange bei mir so geht“, Medikamente würden bei mir nichts bringen (?). Eigentlich kommt für mich nur die OP in Frage. Auch wegen dem Wunsch nach einem weiteren Kind, aber nicht primär, mir ist die RJT an sich äußerst suspekt.

    Ich frage mich jetzt, ob diese Keule bzw. OP wirklich sein muss. Ich hatte noch NIE eine manifeste ÜF, die freien Werte waren zumindest immer im Referenzbereich. Die Antikörper waren maximal bei 3,7 iU/l (bei Referenz <1,8 iU/l). Und bei grenzwertigem oder erniedrigtem TSH gab es lange Phasen völlig ohne AK, machmal war ich sogar gänzlich euthyreot. Bereits Ende 2018 frage ich meine NUK ob ich, wenn die Werte so stabil bleiben, nochmal schwanger werden dürfte, was sie bejahte. Wurde ich dann auch ruckzuck, habe das Kind aber in der 10. SW verloren. Ob das jetzt SD-bedingt war oder nicht … hm. Rein vom Gefühl: Von 8 meiner engeren Freundinnen hatten 6 eine oder mehrere Fehlgeburten, entweder beim ersten oder zweiten Kind. Ich denke es kommt sehr häufig vor, auch mit normaler SD-Funktion.

    Andererseits möchte ich natürlich bei einer Schwangerschaft keine Schäden für das Kind riskieren, ebensowenig wie für mich z.B. eine EO, falls der MB dann doch nochmal anfängt zu toben (bzw. überhaupt mal anfängt, denn „getobt“ hat er ja irgendwie noch nie). Ich habe zwar ab und zu trockene, juckende Augen und ab und an ein Fremdkörpergefühl und sehe nachts helle Lichtquellen leicht versetzt nach unten doppelt (dachte erst es liegt am Crémant, haha), habe aber auch nen leichten Astigmatismus, arbeite sehr viel am Laptop und bin nicht gerade zimperlich mit Wimperntusche, Abschminkzeugs etc.. Ich sehe unterm Strich gut und benötige keine Sehhilfe o.ä.. Mein linkes Auge steht minimal weiter vor als das Rechte, mein Augenarzt attestiert mit das als rein physiologisch. Ihm vertraue ich sehr, denn er hat selbst MB und hatte hinsichtlich der EO wohl echt eine üble Phase. Ich lasse meine Augen einmal pro Jahr komplett durchchecken, inklusive Augenhintergrund etc.

    Was meint ihr? Ich denke immer, wenn mal alles ein bisschen zur Ruhe kommt, ich gut mit Nährstoffen versorgt bin (Vit D- und Eisenspeicher weiter aufgefüllt), ich endlich wieder mehr Sport mache etc., erledigt sich das Thema vielleicht von selbst? Ich habe bei meinen Werten irgendwie kein gutes Gefühl, wenn ich mir ein ganzes Organ entnehmen lasse und lebenslang künstliche Hormone zuführen muss, wenn es immer wieder so „normale“ und gute Phasen gibt.

    Manchmal frage ich mich, ob bei mir die Diagnose MB überhaupt gesichert ist?

    Ich möchte aber auch nicht unnötig lange rumfackeln, zumal mir die Nuklearmediziner schon sehr deutlich sagen, dass sie bei Kinderwunsch eine zügige totale Therapie anraten (bin 38, eigentlich wollte ich mit 40 den Sack zu machen) und abgesehen davon damit auch eine Entlastung des Herzkreislaufsystems anstreben sowie das Osteoporoserisiko senken möchten. Ich habe Mitte Januar ein Vorgespräch für eine OP in FfM. In der Regel operieren sie dann innerhalb der nächsten 1-2 Monate. Mir schwirrt der Kopf und ich habe große Sorge, dass ich eine Entscheidung für die Total-OP bereue bzw. sie schlichtweg unnötig ist. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr bitte über meine Werte schauen und mir eine Einschätzung geben könntet, wie ich am besten verfahren kann/soll/muss.

    Vielen Dank schonmal fürs Lesen. Bitte entschuldigt, dass es so lang geworden ist, ich dachte nur, ich schreibe halt alles hin, das mit der SD zu tun haben könnte, damit ein besseres Gesamtbild entsteht.

    Für euch alle einen guten Rutsch in ein gesundes und glückliches neues Jahr. Möge für jeden das Päckchen, das er trägt, ein bisschen leichter werden.

  2. #2
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    Standard AW: OP oder noch abwarten? MB bei immer nur latenter ÜF mit niedrigen AK

    Enny, mir fehlt der Zeitpunkt der Geburt bzw. die Angabe der Schwangerschaftswoche (Trimester reicht völlig) bei den Werten, zum Datum dazu im Profil. Trägst du das noch nach, um das Wertegeschehen jeweils in Relation zur Schwangerschaft zu sehen? Das wäre u.U. schon interessant. Oder habe ich was überlesen?

    habe das Kind aber in der 10. SW verloren.
    Hast du Werte dazu, also direkt vor/innerhalb dieser 10 Wochen? Wenn sie im Profil sind, schreib den Abort einfach zum Datum der BE dazu, auch, um dies in (zeitliche) Relation setzen zu können.

    Laut US und auch im Szintigramm sind jedoch keine Anzeichen auf einen floriden MB erkenntlich,
    Ein Sparflammen-MB macht auch keinen Sturm in der Szintigrafie. Du fragst:

    Manchmal frage ich mich, ob bei mir die Diagnose MB überhaupt gesichert ist?
    Eine Hashitoxikose ist das eher nicht, zum Beispiel, weil das nicht jahrelang andauert und danach (also nach einem akuten Entzündungsgeschehen mit "Gewebeleck", wobei Hormone vermehrt in die Blutbahn gelangen) die Werte sich entweder normalisieren oder man langsam einen Mangel entwickelt (muss aber nicht sein). Dasselbe gilt für eine postpartale Thyreoiditis (für gewöhnlich ca. 3 Monate nach der Geburt anfangend, MB eher nach ca. 6 Monaten). Bei beiden gilt, dass geringfügige TRAK dabei sein können - allerdings dann vielleicht eher nicht unbedingt von der stimulierenden Sorte (TSI). Aber der Zustand bleibt nicht jahrelang so, leise vor sich köchelnd. Und vor allem, die latente Hyperthyreose bestand ja schon vor der Schwangerschaft jahrelang (wurden da keine AK gemessen?)

    Apropos AK: Bei dir wurden nebst TRAK/TSI immer die TAK (Tg-AK) gemessen. Das ist schade, diese AK sind sehr viel weniger spezifisch als die TPO-AK (=MAK). Wären sie immer so negativ oder niedrig wie das eine Mal, als sie gemessen wurden, spräche dies auch für MB (obwohl der jahrelang anhaltende Zustand sowieso nicht nach Hashimoto o.ä. aussieht).

    Eine weitere Differenzialdiagnose wäre Autonomie. Der Nuk sieht aber keinerlei mehr- oder minderspeichernde Bereiche bei dir, auch der Gesamt-Uptake ist unauffällig.

    Und wenn es ein leise köchelnder MB ist: Kein Arzt, niemand, wird dir garantieren, dass das bei der nächsten Schwangerschaft so bleibt. Deswegen wird es auch so sein, dass Arzt A zur OP rät und Arzt B vielleicht sagt: "ach machen sie nur, wird schon gut gehen". Das ist alles subjektiv, felsenfest begründbar ist das nicht. Nach der Schwangerschaft ausbrechend - OK, aber das Risiko besteht, dass es im ersten Trimester ausbricht, mit unbekanntem Schweregrad. Keiner kann so etwas voraussagen ... deswegen bleibt dein Wunsch

    mir eine Einschätzung geben könntet,
    leider unerfüllbar.

    Ich denke immer, wenn mal alles ein bisschen zur Ruhe kommt, ich gut mit Nährstoffen versorgt bin (Vit D- und Eisenspeicher weiter aufgefüllt), ich endlich wieder mehr Sport mache etc., erledigt sich das Thema vielleicht von selbst?
    Wenn du nicht schwanger werden wolltest, würde dir jeder vernunftbegabter Mensch zum Abwarten raten (sicher nicht wegen Nährstoffe und Sport :-). Aber Schwangerschaft ist nun mal ein Triggerfaktor.

    Mein linkes Auge steht minimal weiter vor als das Rechte
    Man könnte ja mal eine Augen-Sonografie riskieren ... das muss aber wirklich von einem Experten sein, sonst MRT der Orbita, um zu gucken, ob die Augenmuskeln OK sind (oder doch leicht verdickt). Zur Sicherheit oder als weiterer Wink vom Basedow.


    So jetzt mal du mit evtl. fehlenden Angaben.

  3. #3
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    Standard AW: OP oder noch abwarten? MB bei immer nur latenter ÜF mit niedrigen AK

    Herzlichen Dank, Panna, für Deine Antwort. Ich habe die Werte bzw. Daten zur Schwangerschaft und Fehlgeburt im Profil nachgetragen. Dummerweise habe ich davor keine Befunde vorliegen, ich werde schauen, ob ich diese noch erhalte.

    Ich musste vor einigen Jahren mal eine kurze Zeitlang Jodetten nehmen, das muss zwischen 2009 und 2012 gewesen sein. Damals habe ich leider meine Werte noch nicht so hinterfragt wie heute.
    Bezüglich der Antikörper habe ich auch keine Ahnung, ob die vor der Schwangerschaft jemals gemessen wurden, ich versuche das zu erforschen. Kann mich aber erinnern, dass eine NUK mich mal 2013 ganz konkret fragte, ob ich einer höheren Jodexposition wie Kontrastmittel o.ä. ausgesetzt war. Ich verneinte, sagte allerdings, dass ich mich wenige Wochen zuvor in Portugal fast täglich einmal durch das komplette Meer gefuttert habe. Sie meinte das wäre kein Problem. Rückblickend kann ich mir schon vorstellen, dass es da einen Zusammenhang gab.


    Wegen den TPO, danke, das wusste ich nicht. Sie wurden tatsächlich nur selten gemessen, ich habe die alten Werte noch ergänzt, dann komme ich auf 4 mal mit folgenden Werten:

    10.12.2015 (30. SSW, 1. Schwangerschaft)
    FT4: 1,4 ng/dl (0,8-2,0)
    FT3: 2,5 ng/dl (2,2-5,4)
    TSH basal: 0,0 mU/l (0,3-3,0)
    TPO (MAK): 20 U/ml (0-60)
    TSI: 0,4 U/l (0,0-1,0)

    01.02.2017 (11 Monate nach Geburt)
    FT4: 1,5 ng/dl (0,8-2,0)
    FT3: 5,0 ng/dl (2,2-5,4)
    TSH basal: 0,2 mU/l (0,3-3,0)
    TPO (MAK): 0 U/ml (0-60)
    TSI: 1,0 U/l (0,0-1,0)

    11.02.2019 (5. SSW, 2. Schwangerschaft)
    FT4: 1,4 ng/dl (0,8-2,0)
    FT3: 4,8 ng/dl (2,2-5,4)
    TSH basal: 0,2 mU/l (0,3-3,0)
    TPO (MAK): 24 U/ml (0-60)
    TSI: 0,7 U/l (0,0-1,0)

    18.03.2019 Fehlgeburt festgestellt
    26.03.2019: Abrasio

    08.05.2019 (anderes Labor)
    FT3-RIA: 3,05 pg/ml (2,0-4,2)
    FT4-RIA: 1,08 ng/dl (0,8-1,7)
    TSH-basal: 0,25 uU/ml (0,35-4,5)
    TPO-AK: <1 iU/ml (<9)
    TRAK: <1,8 iU/l (<1,8)
    Calcitonin: <2 pg/ml (<5)

    D.h. es passt hier gut zu MB, wenn die TPO nach den Schwangerschaften so niedrig sind und währenddessen mehr in Richtung mittlerer Normbereich tendieren (wahrscheinlich wegen der immunsuppressiven Wirkung einer Schwangerschaft?), verstehe ich das richtig?

    Ich habe auch versucht noch einen Termin beim Endokrinologen zu bekommen, der ist - tadaahhh - im März. Da wäre ich im Zweifelsfall schon operiert. Ich habe übrigens keine Angst vor der OP, Narben sind mir wurscht, es ist tatsächlich nur diese Ungewissheit, ob es nötig ist bzw. ich habe eher Sorge wegen der Einstellung danach, weil ich eben noch nie Schilddrüsenhormone genommen habe und ich dann ggf. erst recht Probleme bekomme. Aber, da hast Du ja vollkommen recht, die Entscheidung zur OP kann mir keiner abnehmen.

    Bezüglich der EO werde ich Deinen Vorschlag mit meinem Augenarzt besprechen, sicher ist sicher. Und ich krame mal in meinen Unterlagen. Weil ich nämlich eine starke Papillenexkavation habe und auch wegen dem Doppeltsehen nachts, wurden meine Augen ich glaube 2015 in der Augenklinik einen Tag lang quasi auseinandergenommen. Wobei, wenn der MB später kam, bringt mir das ja jetzt nix mehr …

    Würde ich abwarten oder gar kein Kind mehr bekommen, würde man dann bei weiterhin bestehender latenter ÜF wahrscheinlich Medikamente geben? Ein bisschen schallt mir ja abgesehen vom Wunsch nach einem zweiten Kind auch das Osteoporoserisiko und die Herz-/Kreislaufbelastung in den Ohren.

    Hab einen guten Jahresbeschluss!

  4. #4
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    Standard AW: OP oder noch abwarten? MB bei immer nur latenter ÜF mit niedrigen AK

    Kann mich aber erinnern, dass eine NUK mich mal 2013 ganz konkret fragte, ob ich einer höheren Jodexposition wie Kontrastmittel o.ä. ausgesetzt war. Ich verneinte, sagte allerdings, dass ich mich wenige Wochen zuvor in Portugal fast täglich einmal durch das komplette Meer gefuttert habe. Sie meinte das wäre kein Problem. Rückblickend kann ich mir schon vorstellen, dass es da einen Zusammenhang gab.
    Ach ja ... gibt es evtl. einen Befund/Werte dazu?

    wenn die TPO nach den Schwangerschaften so niedrig sind und währenddessen mehr in Richtung mittlerer Normbereich tendieren (wahrscheinlich wegen der immunsuppressiven Wirkung einer Schwangerschaft?
    Die TPO-AK sind, wenn MB feststeht, völlig egal. Nur im Falle eines Zweifels sind sie nützlich. Die TAK hingegen sind so oder so eher geschenkt, da die Autoimmunität anderweitig (TRAK) ja feststeht.

    Ich habe auch versucht noch einen Termin beim Endokrinologen zu bekommen,
    Das kann ein Zufallstreffer sein oder ein totaler Reinfall. Bedenke, dass Diabetes sehr-sehr viel häufiger ist als MB ... entsprechend dünner gesät sind Endos, die speziell sehr gut bei MB sind. Ein auf Schilddrüse spezialisierter NUK ist meist besser, zumal er bei der Bildgebung meist kompetenter ist. Wobei - wenn wir von MB ausgehen, und das scheint der Fall zu sein auf Grund der Indizien in meiner ersten Antwort, dann - naja, was sollen die sagen? Es gibt weiterhin nur die zwei Alternativen: Riskieren oder nicht riskieren, das sollte aber nicht der Arzt entscheiden, sondern du ... Aber OK, eine weitere Meinung wird nicht schaden. Ehrlich, wenn ich die kleinste Chance sehen würde, dass du mit TRAK um 2-3 und sehr niedrig dosiertem Hemmer wegkommst ... nein, eigentlich auch dann würde ich keinem Fötus Hemmer/TRAK wörtlich an (in) den Hals wünschen, auch wenn die Menge klein und somit "zulässig" ist - aber der Hauptpunkt bleibt: Niemand garantiert, dass es bei dir immerzu auf kleiner Flamme köcheln wird.


    Würde ich abwarten oder gar kein Kind mehr bekommen, würde man dann bei weiterhin bestehender latenter ÜF wahrscheinlich Medikamente geben?
    Langfristig ist das nicht so prickelnd. Gegen eine latente ÜF gibt man üblicherweise keine Medis, sie sind ja nicht gerade gesund. Bei dir reichte ja eine Minidosis für ein Jahr, vielleicht gäbe es dann eine etwas länger andauernde Ruhe, die aber jederzeit wieder unterbrochen werden kann - die Rezidive passieren am häufigsten im ersten Jahr und außerdem bleibt die Ungewissheit wegen der Schwangerschaft gleich, daran ändert eine Hemmertherapie auch nichts.

    Achte auf gute Vitamin-D-Versorgung und viel Calcium aus der Nahrung, wegen der Knochen. Wegen des langfristigen Herz-Kreislaufrisikos, da gibt es leider nichts, womit man es irgendwie wegschubsen könnte.

    Ist dein Befinden eigentlich gut?

  5. #5
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    Standard AW: OP oder noch abwarten? MB bei immer nur latenter ÜF mit niedrigen AK

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Ach ja ... gibt es evtl. einen Befund/Werte dazu?
    Ich werde zusehen, dass ich da noch die Werte bekomme, das müssten die ja nach 7 Jahren noch aufbewahren.


    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Die TPO-AK sind, wenn MB feststeht, völlig egal. Nur im Falle eines Zweifels sind sie nützlich. Die TAK hingegen sind so oder so eher geschenkt, da die Autoimmunität anderweitig (TRAK) ja feststeht.
    Jetzt muss ich nochmal doof fragen: Die TRAK weisen also IMMER auf eine Autoimmunität hin, die aber nicht zwingend MB sein muss? Wenn in meinem Fall auch wahrscheinlich.

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Das kann ein Zufallstreffer sein oder ein totaler Reinfall. Bedenke, dass Diabetes sehr-sehr viel häufiger ist als MB ... entsprechend dünner gesät sind Endos, die speziell sehr gut bei MB sind. Ein auf Schilddrüse spezialisierter NUK ist meist besser, zumal er bei der Bildgebung meist kompetenter ist. Wobei - wenn wir von MB ausgehen, und das scheint der Fall zu sein auf Grund der Indizien in meiner ersten Antwort, dann - naja, was sollen die sagen? Es gibt weiterhin nur die zwei Alternativen: Riskieren oder nicht riskieren, das sollte aber nicht der Arzt entscheiden, sondern du ... Aber OK, eine weitere Meinung wird nicht schaden. Ehrlich, wenn ich die kleinste Chance sehen würde, dass du mit TRAK um 2-3 und sehr niedrig dosiertem Hemmer wegkommst ... nein, eigentlich auch dann würde ich keinem Fötus Hemmer/TRAK wörtlich an (in) den Hals wünschen, auch wenn die Menge klein und somit "zulässig" ist - aber der Hauptpunkt bleibt: Niemand garantiert, dass es bei dir immerzu auf kleiner Flamme köcheln wird.
    So hab ich das noch gar nicht gesehen. Ich gehe in ein recht großes Zentrum in FfM und hoffe ich gerate an einen, der sich auskennt. Ich habe bei der Terminvergabe sehr deutlich gesagt, um was es geht. Aber klar, entscheiden muss ich selbst.


    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Ist dein Befinden eigentlich gut?
    Das ist eine gute Frage, Panna, die Antwort darauf enthält ein großes „Eigentlich“. Eigentlich geht es mir ganz gut bzw. sagen wir so: Es gibt eben Phasen, in denen ich psychisch nicht so ganz auf der Höhe bin. Das schlägt sich dann in allem nieder. Ich bin extrem unruhig, habe ständig diesen vielerorts beschriebenen „Druck auf der Brust“, bin trotz der inneren Unruhe aber oft wie gelähmt, kurzatmig und total schnell aus der Puste. Ich muss dazu sagen, dass 2019 echt ein bescheidenes Jahr war. Neben dieser lange unklaren Herzgeschichte wurde mir eine Fehldiagnose gestellt, die mich eine Menge Nerven gekostet hat. Da ist die Angststörung aber so richtig schön mit mir durchgeknallt, ich war wie ausgeknockt. Die Psyche kann bei mir vieles bewirken. Als sich bestätigt hat, dass es eine Fehldiagnose ist, ging es mir schlagartig besser. Quasi wie Phoenix aus der Asche, alle Beschwerden weg, bis dann halt die nächste Sache kommt, in die ich mich reinsteigern kann. Wenn alles rund läuft, habe ich eigentlich keine Beschwerden. Niedringen Blutdruck, hohen Puls, Haarausfall, ok … aber nichts, das mich im Alltag großartig einschränkt. „Uneigentlich“ könnte man aber sagen, dass halt das Gesamtbild doch immer wieder gut auf ne SD-Funktionsstörung passen könnte. So wie aber vieles halt auch auf einen Vitamin D oder B-Mangel, auf niedrige Eisenwerte o.ä. passen könnte. Ach, ich weiß es nicht. Es ist schwer, das einzuschätzen, oder? Ich weiß nicht, ob man das bei latenten Fehlfunktionen jemals genau abgrenzen kann, kann man?

    Ich bin sehr dankbar, dass ich ein gesundes Kind habe. Ein zweites wäre wunderbar, aber nicht um jeden Preis. Ich habe große Angst davor, nach der OP schlechter dazustehen als jetzt, was mein Befinden betrifft. Letztendlich müsste es dann meine Tochter ja irgendwie mitbüßen, wenn ich aus welchen Gründen auch immer nicht mehr aus dem Quark komme. Zwei Seelen wohnen, ach … Wenn ich dann nämlich drüber nachdenke, dass sich die OP vielleicht auch absolut positiv auf alles auswirken könnte, ich vielleicht in den letzten Jahren wegen der ständigen latenten ÜF ganz verlernt habe, wie sich ein gutes und normales Befinden anfühlt, dann sieht das auch schon wieder ganz anders aus.

    Das Gespräch in FfM werde ich jetzt im Januar wahrnehmen, um auch mal die chirurgische Seite zu hören (Die NUK wollen mir eh am liebsten ne RJT verpassen). Ich habe es mir jetzt mal so zurechtgedacht, erstmal den Hausbau etc. abzuschließen, etwas zur Ruhe kommen und während dieser Zeit engmaschig die Werte kontrollieren zu lassen und zu schauen, was insbesondere die Antikörper machen. Notfalls hänge ich halt noch ein Jahr dran. Klaro, bin nicht mehr die Allerjüngste fürs Kinderkriegen, aber ein halbes Jahr oder Jahr macht den Braten denke ich nicht so fett. Habe zum Glück einen sehr stabilen Zyklus und visualisiere jetzt einfach mal einen Eizellenvorrat eines jungen Kaninchens. Hust.

    Gutes neues Jahr, Panna!

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: OP oder noch abwarten? MB bei immer nur latenter ÜF mit niedrigen AK

    Zitat Zitat von Enny81 Beitrag anzeigen
    Jetzt muss ich nochmal doof fragen: Die TRAK weisen also IMMER auf eine Autoimmunität hin, die aber nicht zwingend MB sein muss? Wenn in meinem Fall auch wahrscheinlich.
    Die TRAK und die TPO-AK weisen auf jeden Fall beide auf Schilddrüsenautoimmunität hin, die TRAK eindeutig schilddrüsenbezogen, die TPO-AK größtenteils (sie sind allerdings ein klein bisschen weniger SD-spezifisch als die TRAK). Hashis wie MB-ler können beide haben. Zwischen den Reinformen (MB: nur TRAK, Hashi: nur TPO-AK) gibt es Übergänge. Da das, was bei MB passiert, auch eine Entzündung ist, sind die TPO-AK, die eher reaktive, nicht wirklich auslösende AK sind, bei den meisten MB-lern doch mit dabei. Wie viele Hashis auch TRAK haben, ist insofern unbekannt, als man bei glasklarer Hashimoto die TRAK nicht misst. Um es komplizierter zu machen: Es gibt blockierende TRAK, die fördern quasi eine hashimotobedingte Unterfunktion, und es gibt stimulierende TRAK (dein TSI). Und deswegen gibt es Mischformen, wobei es darauf ankommt, welche TRAK-Art jeweils dominiert.

    Das ist aber bei dir insofern eigentlich unwichtig, als ich dich relativ klar nicht bei den Hashis sehe, ganz einfach weil deine subklinische ÜF/dein teils oder ganz supprimiertes TSH eine Dauereinrichtung ist, nicht so, wie eine anfängliche Hashitoxikose bei einigen Hashis, die geht von alleine einfach wieder weg.

    Unruhe, Puste weg, Angst: Das sind alles Dinge, die nicht notwendigerweise, aber gerne die Folge zu hoher freier Hormonwerte sind.

    So wie aber vieles halt auch auf einen Vitamin D oder B-Mangel, auf niedrige Eisenwerte o.ä. passen könnte
    Sehe das anders. Vom Vitamin-D-Mangel etc. bekommt man eher keine Panik oder Unruhe und Eisenmangel macht auch eher müde/erschöpft.

    Ein mögliches Experiment: Bitte mal den Arzt, dir für 2-3 Wochen Hemmer aufzuschreiben, allerdings würde ich ich nicht mehr und nicht länger als 5 mg Thiamazol pro Tag für 2-3 Wochen lang nehmen. Bei dieser Dosis sind Nebenwirkungen unwahrscheinlich. Das Mittel braucht ca. 12-14 Tage, um voll anzukommen. Es wäre interessant zu sehen, ob Unruhe, Angst, Atemlosigkeit etc. geringer werden/weggehen oder nicht.

    Bereuen kann man das Eine wie das Andere. Das Eine wie das Andere kann gut ausgehen oder weniger gut und in beiden Ungut-Fällen (mit oder ohne OP) kann man sich ewiglich Vorwürfe machen ("hätte ich doch (nicht)..."). Es gibt zahllose Szenarien. Es ist ohne Frage eine schwierige Entscheidung - und die Tatsache, dass du über die latente ÜF nicht hinauskommst, macht es nicht leichter. Andererseits, die latente ÜF sollte so oder so keine lebenslange Einrichtung werden.

    Dir auch ein gutes neues Jahr, in welchem Sinn auch immer es gut werden soll.

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