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Thema: Tipps zum Einstellen gesucht

  1. #1
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    Standard Tipps zum Einstellen gesucht

    Vorab: Blutwerte habe ich nicht, ich habe sie bei Arzt vergessen
    Die dürften im Moment aber sowieso null aussagekräftig sein.

    Ich gehöre zu denen, die mit Euthyrox-neu gar nicht klarkamen. Dabei bin ich eine, die sich aus ihrer Hashi-Diagnose nie was gemacht hat, und auch sonst ein äußerst robustes Persönchen ist. Krankheitstage in den letzten fünf bis zehn Jahren: Einer. Grund: Euthyrox-neu.

    Zahlreiche Nebenwirkungen, allem voran Panik, Herzklopfen, Pulsrasen und Atemnot, haben mich an den Rand der Verzweifelung getrieben. Eher aus psychologischen Gründen als aus pharmakologischen habe ich dann ich auf Hexal gewechselt. Seitdem habe ich eine Odyssee des Erhöhens und Reduzierens hinter mir, und bin jetzt etwas unsicher, wie ich weitermachen soll - vor allem, in welchem Tempo. Hier mal die Geschichte bis hierher: Ich war im Frühjahr 2019 auf 125ug Euthyrox-alt, was wahrscheinlich tatsächlich etwas viel war (aber eigentlich nur das Schwitzen war nervig), und habe nach der alljährlichen BE im März problemlos auf 118ug Euthyrox-alt gewechselt. Euthrox-neu 118ug habe ich seit Ende September genommen, Mitte Oktober bin ich damit dann total abgedreht. Dem Wechsel auf Hexal, mit dem das Protokoll anfängt, ging ein Versuch mit dem neuen Euthyrox voraus, sowie eine 2-3-tägige Auslassphase.

    14.11. 0,5*112 Hexal morgens Frieren, müde, leichtes Herzklopfen, Brustschmerzen, Augenbrennen, sehr niedergeschlagen
    15.11. je 0,25*112 morgens u. abends Leichte Niedergeschlagenheit, leichte Traurigkeit, bessere Belastbarkeit, Herz nachts störend
    16.11. je 0,25*112 morgens u. abends Vormittags gut, leichte Brustschmerzen, psychisch besser, nachmittags kalt, nachts besser
    17.11. je 0,25*112 morgens u. abends Leichtes Ohrenklingen, ganz leichte Brustschmerzen, sonst besser
    18.11. je 0,25*112 morgens u. abends Rückenschmerzen, blass, flau, psychisch besser
    19.11. je 0,25*112 morgens u. abends kaum Abweichungen vom Normalbefinden, nichts gravierendes (ich schätze mal, hier war ich aus der Überdosierung wieder raus, passt ja so ungefähr mit der Halbwertszeit)
    20.11. je 0,25*112 morgens u. abends wie gestern
    21.11. 0,5*112 morgens, 0,25*112 abends abends leichte Kopf- und Nackenschmerzen, eher frierend, psychisch gut
    bis 27.11.: gleiche Dosierung, insgesamt gute Verfassung.

    29., 30.11.: massive Schlafstörungen, daher Wechsel auf 0,75*112 morgens ab 01.12.
    01.12.: wieder massive Schlafstörungen
    02.12.: Telefon Arzt: 25er verschrieben, zur langsameren Steigerung. Auf 0,5* 112 runter, morgens
    03.12.: 0,5*112 morgens
    04.12.: 0,5*112 morgens, 0,5*25 abends
    05.12.: 0,25*112 morgens, 0,25*112 + 0,5*25 abends (56+12=68ug)

    ab 09.12.: 0,5*25 morgens, 0,5*112 + 0,5*25 abends (56+12=68ug +12= 80ug)

    planmäßig eigentlich ab 18.12.: 0,5*25 morgens, 0,5*112 + 1*25 abends (56+12=68ug +25=93ug)
    vorgezogen auf den 15.12. wegen aufkommender psychischer Probleme (fokussieren auf Einsamkeitsgefühl trotz guter sozialer Kontakte) und Hautproblemen (Rhagaden, Ekzeme am Lid) sowie Müdigkeit

    18.12.: Schlafprobleme vor Mitternacht
    20.12.: Unwohlsein abends (Gefühl von Verlorenheit und Überforderung, Einsamkeit in geliebter Gesellschaft). Sehr blass abends, sehr kalte Hände und Füße.
    daher 21.12. umgestellt auf 0,5*112 und 0,5*25 morgens und 1*25 abends

    Heute abend geht es mir deutlich besser als gestern. Insgesamt habe ich das Gefühl, dass ich noch mehr vertragen könnte. Ich bin ja auch noch recht weit von meiner vermutlichen Zieldosis von 118ug entfernt. Aber ich frage mich, ob ich jetzt schon wieder 12,5ug draufpacken sollte, oder lieber noch etwas warten. Sind ja erst sechs Tage seit der letzten Steigerung. Und dann besser auf der Bettkante mehr nehmen, oder doch morgens, obwohl ich dann wieder anfluten riskiere? Einfach ausprobieren? Mein Ziel ist es eigentlich, Ende Januar eine erste aussagekräftige BE hinzukriegen. Mit 12,5ug mehr wäre ich dann ja auch wieder über 100 insgesamt, was schon eine brauchbare Dosis sein könnte.

    Störend ist im Moment vor allem die depressive Verstimmung, die mich ab dem späten Nachmittag befallen hat. Das würde ich der vorwiegenden Abendeinnahme zuschreiben?

    Ich nehme im Moment einen Immunkomplex (Eisen, Folsäure, Kupfer, Selen, Vitamin A, Vitamin B12, Vitamin B6, Vitamin C, Vitamin D, Zink). Außerdem Fischöl fürs Herz und Magnesium wegen Wadenkrämpfen. Alles so seit ca. 3 Wochen.

    Ich fühle mich im Moment so allein mit meiner Situation, weil ich auch niemanden sonst kenne, der aus heiterem Himmel so sensibel mit den Hormonen ist. Und dieses dramaqueenige liegt mir auch so gar nicht

  2. #2
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    Standard AW: Tipps zum Einstellen gesucht

    Ich war im Frühjahr 2019 auf 125ug Euthyrox-alt, was wahrscheinlich tatsächlich etwas viel war (aber eigentlich nur das Schwitzen war nervig), und habe nach der alljährlichen BE im März problemlos auf 118ug Euthyrox-alt gewechselt. Euthrox-neu 118ug habe ich seit Ende September genommen, Mitte Oktober bin ich damit dann total abgedreht.
    Bei den 125er alt und bei der Umstellung auf 118er alt wären die Werte interessant. Das einige Probleme mit dem neuen Euthyrox bekommen haben, ist bekannt. Gut, da kann man durchaus wechseln auf ein anderes Präparat. Dann aber nicht mit einer starken Reduzierung.

    Persönlich wäre ich wie folgt vorgegangen: die 118 mit dem neuen Präparat nehmen und abwarten was geschieht. Sollte sich nach 2 Wochen einpendeln. Hat man das Gefühl, es ist zuviel - dann etwas senken. Höchstens 6,25 - 12,5. Und dann wieder abwarten. Alle anderen Dosierungen bringen nur zuviel Unruhe hinein. Hier würde ich wahrscheinlich jetzt erstmal um die 93 nehmen und morgens nüchtern. Ist es am Abend noch etwas zu wenig 6,25 hinzu (nicht nüchtern). Die geringen Dosierungen beim splitten können auch starke UD-Gefühle hervorrufen.

  3. #3
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    Standard AW: Tipps zum Einstellen gesucht

    Mein Ziel ist es eigentlich, Ende Januar eine erste aussagekräftige BE hinzukriegen.
    Das kann sich nicht mehr ausgehen. Du brauchst mindestens 6 Wochen mit konstanter Dosis, um etwas annähernd Verwertbares zu bekommen. Und selbst dann kann sich vom Befinden noch etwas ändern. (Ich hatte oft noch Ändeungen in der 7. Woche.)

  4. #4
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    Standard AW: Tipps zum Einstellen gesucht

    Danke für eure Antworten
    Ich versuche es jetzt dann erstmal weiterhin mit knapp über 90. Die Dosis nehme ich ja seit dem 15ten, nur zu verschiedenen Zeitpunkten. Jetzt habe ich alles morgens nüchtern genommen.

    118 von Anfang an hatte ich ja durchaus probiert, aber da war ich noch total aus dem Ruder wegen der neuen Euthyrox. Es war so schlimm, dass ich ernsthaft über die psychiatrische Ambulanz nachgedacht habe. Das hätte ich keine zwei Wochen mehr durchgehalten.

  5. #5
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    Standard AW: Tipps zum Einstellen gesucht

    Ich möchte hierzu bemerken:

    recht weit von meiner vermutlichen Zieldosis von 118ug
    Es gibt keine Zieldosis, du stellst neu ein mit Euthyrox neu. Wenn E. alt in der Dosis 125 zu viel war und du dann eine Weile 118 genommen hast, heißt das nicht, dass du mit E. neu auch 118 brauchst.

    6 Wochen brauchen die Werte (womit überhaupt nicht gesagt ist, dass sich die Werte danach nicht ändern) und ich finde, das Befinden sollte man erst ab dann wirklich ernst nehmen, während der Umstellungszeit nicht wirklich. Denn genau dies kann dazu führen, dass man wegen des Befindens während der Umstellungszeit denkt, die endlich nach 6 Wochen erhaltenen Werte seien schuld daran.

  6. #6
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    Standard AW: Tipps zum Einstellen gesucht

    Hexal

    Ich denke, die bisherige Achterbahn an Befindlichkeiten schiebe ich der Achterbahn an Einnahmen zu. Nach zehn symptomfreien Jahren ohne große Schwankungen (ich habe 125 seit meiner Hemithyreoidektomie quasi ab der OP durchgehend genommen) ist mein Durchhaltevermögen bei Nebenwirkungen wahrscheinlich einfach zu gering. Dazu lebe ich auch noch alleine, und auch wenn ich mich bemühe, eventuellen Symptomen keine Beachtung zu schenken, so ist das doch sehr schwierig. Ich versuche, viel in Gesellschaft zu sein, oder mich sonstwie abzulenken, damit der Blick nicht so nach innen gerichtet ist. Trotzdem habe ich heute vormittags wieder mein Herz gespürt, und meine Ohren klingen. Ich bleibe tapfer, lasse morgen Vormittag den Kaffee aus, und hoffe, dass das nur vorübergehend ist.

  7. #7
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    Standard AW: Tipps zum Einstellen gesucht

    Jetzt geht es wieder rund mit nächtlichem Herzrasen, das mich aufweckt

    Ich nehme nach wie vor die 93 Mikrogramm. Wäre das jetzt ein guter Anlass für 6,25 abends, oder sollte ich besser weiter abwarten? Sonst geht es mir körperlich ganz gut, bis auf leichte Sehprobleme und ein Gefühl der Entrücktheit (oder so, schwer zu beschreiben) in der zweiten Tageshälfte. Und morgens bin ich im Moment ein bisschen schlapper als sonst (fahre mit dem Rad zur Arbeit, was im Moment anstrengend ist. Aber das kann ja auch an sonstwas liegen). Alles nichts wirklich wildes, nur das Herz hindert mich am Schlaf

  8. #8
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    Standard AW: Tipps zum Einstellen gesucht

    Zitat Zitat von Doozer Beitrag anzeigen
    Wäre das jetzt ein guter Anlass für 6,25 abends
    Ich habe mich für ja entschieden und gut geschlafen. 6,25 ist ja nix, und wenn es hilft dann gerne

  9. #9
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    Standard AW: Tipps zum Einstellen gesucht

    So, ich habe jetzt ein paar Blutwerte. Eigentlich wollte ich noch bis Ende Februar bis zur BE warten, aber es war gesundheitlich nicht möglich.

    Erstmal ein historischer Wert, 125 ug Euthyrox alt am 28.03.2019
    TSH 0,33 (0,27-4,2 uU/ml)
    Daraufhin habe ich auf Wunsch meines Arztes auf 112 gesenkt. Hat mir nicht geschadet.

    22.10.2019, 112 ug Euthyrox neu, viele Nebenwirkungen:
    TSH 2,72 (0,27-4,2 uU/ml) -> hier war der TSH auch entgegen meiner Symptome total hoch, das hatten ja schon Andere unter Euthyrox neu
    fT3 2,4 (2-4,4 pg/ml)
    fT4 wollte mein Arzt nicht machen. Fand er unsinnig.

    Seit Ende 2019 nehme ich über 100 ug morgens, seit Mitte Januar wieder 112 ug. Ich hatte seit Anfang Februar Probleme mit Sensibilitätsstörungen/Kribbeln im linken Arm und anfallsweise Veränderungen in der Wahrnehmung (Geräusche haben sich plötzlich so angehört, als würde ich gerade einschlafen). Da ich ja auch im Oktober so starke neurologische Symptome hatte, habe ich einen Tag ausgelassen, und nehme jetzt abwechselnd eine ganze und eine dreiviertel, und komme so auf etwa 100 ug. Meine Werte von vorgestern:
    TSH 1,84 (0,27-4,2 uU/ml) -> bewegt sich in die richtige Richtung
    fT3 2,6 (2-4,4 pg/ml)
    fT4 1,3 (0,9-1,7 ng/dl)
    Wegen der Symptome gabs als Kirsche obendrauf noch
    TPO-AK: 35 (<34 iu/ml) -> Hashimoto-Schub kann man als Ursache wohl ausschließen
    TRAK: <0,8 iu/l (<1,75)

    Entgegen der Werte geht es mir aber ziemlich gut. Die oben geschilderten Symptome sind weg. Ich lasse es jetzt erstmal so weiterlaufen, und hoffe auf ein klareres Bild in ein paar Wochen. Generell scheine ich bei um-die-hundert-hexal ganz gut aufgehoben zu sein, ich denke, die Blutwerte werden noch folgen.

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