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Thema: Neu hier: Rediziv mit normalem fT3/4 bei operierter Schilddrüse - Therapieempfehlung?

  1. #1
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    Standard Neu hier: Rediziv mit normalem fT3/4 bei operierter Schilddrüse - Therapieempfehlung?

    Hallo ihr Lieben,

    nach meiner ersten noch etwas "faktlosen" Frage, bin ich mittlerweile im Besitz eines Befundes (s. auch mein Profil).

    Nachdem ich Anfang November aufgrund von Magen-Darm-Beschwerden und Gewichtsabnahme eingehender untersucht worden bin, fiel dem Gastroenteorologen ein TSH-Wert von 0,01 auf.
    Da bei mir bei nach der Schwangerschaft schon einmal Morbus Basedow diagnostiziert wurde (das sich aber von alleine wieder zurückbildete), drängte sich schnell die Vermutung eines Rezidivs auf (hatte im September regelmäßig Spirulina eingenommen, aber auch viel Stress - kann ja von beidem kommen, oder?)

    Nun war ich beim Radiologen und Allgemeinmediziner mit einem wieder etwas besseren TSH und normalem fT3-und 4-Werten plus einem leicht erhöhten TRAK. Die Normwerte bei fT3/4 kommen laut meinem Arzt dadurch zustande, dass meine Schilddrüse nach einer OP (Strumektomie eines kalten, zu der Zeit inaktiven Knotens) so klein ist, dass sie die Menge der Hormone, die sie bei einer ÜF eigentlich produzieren will, nicht mehr produzieren kann.
    Meine Frage, ob es sich um eine latente oder manifeste ÜF handelt, beantwortete er mit einem "weder/noch" und einem dritten Adjektiv, das ich leider vergessen habe (konstitutiv? - wegen der Vorgeschichte würde die beiden anderen nicht passen).

    Radiologe und HA schlagen nun zunächst eine Behandlung mit Carbimazol 5mg/d und eine erneute Kontrolle in 4 Wochen vor. (Der Radiologe hält eine OP nach bereits erfolgter Strumektomie für zu riskant und wollte mir im Gespräch (noch ohne Laborwerte) am liebsten sofort eine RadioJod-Therapie andrehen).

    Abgesehen von der Frage nach der mittel- bis langfristigen Therapie (RJT oder OP) sind meine aktuell drängendsten Fragen:

    1. Ist bei den vorliegenden Laborwerten eine thyreostatische Behandlung überhaupt angezeigt / sinnvoll (mein Blutdruck war bisher immer normal, Puls i.d.R. auch)?

    2. Ist es nachvollziehbar, dass meine Symptome wie Nervosität, Herzklopfen, Schweißausbrüche und Gewichtsverlust (+ Magen-/Darm-Probleme) von der ÜF kommen oder ist sie viel zu schwach ausgeprägt und ich sollte lieber noch mal auf die Suche nach einer anderen Ursache gehen? (kleine Zusatzinfo: Ich hatte in den letzten zwei Jahren sehr viel Stress und aktuell kümmere ich mich viel um meine jüngst mit Krebs im späten Stadium diagnostizierte Mutter, die wohl nur noch wenige Wochen/Monate zu leben hat)

    Ich vermute, dass die Antwort einfacher wäre, wenn nicht der Umstand der durch die OP verkleinerten SD noch mit einberechnet werden müsste. Wenn ich wüsste, die ÜF ist normal "latent" könnte ich mir da eher was zusammenreimen, aber so fällt es schwer und meine Recherchen sind auch nicht von Erfolg gekrönt. Was meint ihr?

    Hier noch der Befund & die Werte:

    Sonographie ( 7,5 - 11 MHz):

    Annähernd symmetrische Restschilddrüse von 16 ml (VB 14 ml, N < 18 ml)
    Leicht herabgesetzte Echogenität des inhomogenen Schilddrüsenparenchyms wie bei Immunthyreopathie ohne Knotennachweis
    -----
    Szintigraphie (70MBq Tc 99 m Pertechnetat):

    Diffus verstärkte Nuclidbelegung der rechtsbetonten Schilddrüse. Die Pertechnetatausfnahme ist volumenproportional und ausreichend homogen. Globale Anreicherungsrate 0,67% (N < 1,6 %)
    -----
    Blutwerte:

    fT3: 3,59 (Normal: 2,1 - 4,7 pg/ml)
    fT4: 1,12 (Normal: 0,89 - 1,83 ng/100 ml)
    TSH basal 0,09 (Normal 0,25 - 4,0 mU/l (*Anfang November wie gesagt: 0,01)
    MAK (Anti-TPO) - Negativ (Normal < 50 U/ml)
    TRAK (TSH-Rezeptor-AK 1,1 (Normal < 1U/l

    Beurteilung: Hyperthyreoserezidiv einer Immuntyreopathie Typ Basedow bei einer klaren Restschilddrüse

    Therapievorschlag:
    Erneute (?? hatte ich vorher nie) Einleitung einer tyreostatischen Behandlung mit Carbimazol 5 mg/d und erneute Überprüfung der Stoffwechsellage unter dieser Dosierung in 3-4 Wochen. Zur definitven Beseitigung der Schilddrüsenüberfunktion rate ich bei dem vorliegenden Befund zur Radio-Jod-Therapie


    Ich bin ziemlich verwirrt und würde mich sehr über Input von euch freuen!
    Danke!
    Geändert von Christine29 (11.12.19 um 11:36 Uhr)

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Neu hier: Rediziv mit normalem fT3/4 bei operierter Schilddrüse - Therapieempfehl

    Hallo Christine, wenn du die Jahreszahlen im Profil mit dabei hättest, müsste ich jetzt nicht rätseln, auf was sich "aktuelle Diagnose und Werte" bezieht - ich meine, wenn ich mich anstrenge, dann kriege ich es jetzt auf Grund des Kontextes hin, das nächste mal aber sicher nicht mehr.

    Zitat Zitat von Christine29 Beitrag anzeigen
    Meine Frage, ob es sich um eine latente oder manifeste ÜF handelt, beantwortete er mit einem "weder/noch" und einem dritten Adjektiv, das ich leider vergessen habe (konstitutiv? - wegen der Vorgeschichte würde die beiden anderen nicht passen).
    kompensiert? Allerdings sind freie Werte in der Norm + TSH supprimiert = latente ÜF, da fährt die Eisenbahn drüber. Wobei wenn sich dein TSH bis zur 0,1 hochturnt, dann ist es "offiziell" ein erniedrigtes TSH, nicht mehr voll supprimiert. Also soweit ist die Lage kompensiert, dass es nicht - tja, oder noch nicht - zur ÜF kommt. ABer keineswegs wegen der kleinen Größe des Organs, weil es eben nicht klein ist.

    Die Normwerte bei fT3/4 kommen laut meinem Arzt dadurch zustande, dass meine Schilddrüse nach einer OP (Strumektomie eines kalten, zu der Zeit inaktiven Knotens) so klein ist, dass sie die Menge der Hormone, die sie bei einer ÜF eigentlich produzieren will, nicht mehr produzieren kann.
    14-16 ml ist doch alles, nur nicht klein? Die Größe ist absolut normal und dein Uptake ist überhaupt nicht erhöht. Bei MB ... müsste der Wert zumindest normal sein, vielleicht bedeutet N < 1,6% dass alles darunter zumindest nicht basedowmäßig erhöht ist - aber das wundert mich schon, weil 0,67 ist ziemlich niedrig, das ist sogar für einen schwachen Basedow niedrig *sichwunder*. Und deine TRAK sind gerade mal eben ... das nenne ich kaum erhöht.

    Also ... seltsam. Wenn du jetzt deinen sowieso niedrigen fT4 mit dem Hemmer noch tiefer bringst - wo ist der Gewinn oder der Erkenntnisgewinn?

    Stress: also nein, das würde ich nicht unbedingt aus Auslösefaktor ansehen. Spirulina umso mehr!

    Deine Symptome: Dazu reicht bei manchen auch eine kleine latente ÜF mit etwas vorwitzigem fT3. Bei Symptomen müsste man schon irgendwie etwas machen, aber normaleweise rät man bei latenter ÜF zur abwartenden Haltung. Ich würde jetzt die Zeit bis zur nächsten Kontrolle damit verbringen (Jodkarenz) und beobachten, was passiert (oder nicht passiert) auf der Symptome-Ebene. Und RJT: war das ein Nuk? Lass dich nur nicht dazu drängen. Übrigens, operieren kann man notfalls natürlich ein zweites Mal, ein Rezidiv-Operateur kann das. Aber erstmal ... abwarten.

    So - habe ich alles, habe ich mich irgendwo vertan?

  3. #3
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    Standard AW: Neu hier: Rediziv mit normalem fT3/4 bei operierter Schilddrüse - Therapieempfehl

    Hallo Panna,

    vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort und deine Mühe - auch bei fehlenden Jahreszahlen im Profil. Ich hatte irgendwie vor allem den Anspruch, das alles möglichst übersichtlich aussieht, aber da hätte eine zusätzliche Jahreszahl wohl keinen Abbruch getan. Sorry... ich lerne noch

    Also, aktuelle Diagnose und Werte heißt 29. November 2019

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    kompensiert? Allerdings sind freie Werte in der Norm + TSH supprimiert = latente ÜF, da fährt die Eisenbahn drüber. Wobei wenn sich dein TSH bis zur 0,1 hochturnt, dann ist es "offiziell" ein erniedrigtes TSH, nicht mehr voll supprimiert. Also soweit ist die Lage kompensiert, dass es nicht - tja, oder noch nicht - zur ÜF kommt. ABer keineswegs wegen der kleinen Größe des Organs, weil es eben nicht klein ist.
    14-16 ml ist doch alles, nur nicht klein?
    Ja, kompensiert kommt hin. Die Größe des Organs kann ich nicht beurteilen. Ich habe ihm geglaubt, als er sagte, sie sei klein, nachdem das wegen der OP für mich ja auch nachvollziehbar erschien. Er hat übrigens sogar auch noch gesagt, fT3 und fT4 würde man heutzutage gar nicht mehr unbedingt bestimmen, das sei nicht so aussagekräftig, höchstens noch am Anfang. Nach der Aussage war es für mich (nach dem, was ich bisher hier im Forum gelesen hatte, klar, dass ich euch lieber noch mal fragen wollte!)

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    dein Uptake ist überhaupt nicht erhöht. Bei MB ... müsste der Wert zumindest normal sein, vielleicht bedeutet N < 1,6% dass alles darunter zumindest nicht basedowmäßig erhöht ist - aber das wundert mich schon, weil 0,67 ist ziemlich niedrig, das ist sogar für einen schwachen Basedow niedrig *sichwunder*. Und deine TRAK sind gerade mal eben ... das nenne ich kaum erhöht.
    "ziemlich niedrig" soll heißen wie bei Nicht-Basedow-Patienten?


    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Ich würde jetzt die Zeit bis zur nächsten Kontrolle damit verbringen (Jodkarenz) und beobachten, was passiert (oder nicht passiert) auf der Symptome-Ebene.
    Sprich: Keine Hemmer, kein Betablocker, gar nix - NUR Jod vermeiden, richtig?

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Und RJT: war das ein Nuk?
    Ja, das war ein NUK.

    Dann mache ich erst mal das, wovon ich schon geahnt habe, dass es womöglich das Richtige ist: Abwarten (und keine Job essen).
    (Es sei denn - wie gesagt - das habe ich falsch verstanden).

    Noch mal: DANKE!

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Neu hier: Rediziv mit normalem fT3/4 bei operierter Schilddrüse - Therapieempfehl

    "ziemlich niedrig" soll heißen wie bei Nicht-Basedow-Patienten?
    Ich bin da etwas unsicher wegen "N < 1,6%". Normalerweise sind die Szinti-Einstellungen so, dass ein Uptake über 2 oder 2,5 % als erhöht gilt, unter 1 eher als erniedrigt. 1,6% ist irgendwie nicht Fisch, noch Fleisch, aber erhöht, basedowartig, ist dein Uptake sicher nicht. Ob erniedrigt oder normal, das kann ich nicht sagen, weil obige Normangabe irgendwie luschig ist, d.h. niedrig und normal nicht differenziert.

    Das sagt noch nicht unbedingt etwas Definitives aus, nämlich es könnte theoretisch ein schwachbrüstiges Basedöwchen sein, oder aber auch eines, das bereits abklingt, oder auch eines, was gerade anfängt. Nur eines weiß ich: Man beobachtet, gibt bei Beschwerden etwas Betablocker (kannst du nehmen, wenn du willst), solange die freien Werte bequem in die Norm passen.

    Ja, das war ein NUK.
    Mit irgendwas muss man ja seine Brötchen verdienen.

    Jod vermeiden: Mit Jod sparsam sein. Keine Meerestiere, Algen, Krill, kein Jodsalz zu Hause und Auswärtsessen minimieren.
    Keine Totalkarenz, dein fT4 ist ja niedrig, nur viel Vorsicht.

  5. #5
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    Standard AW: Neu hier: Rediziv mit normalem fT3/4 bei operierter Schilddrüse - Therapieempfehl

    Super, vielen Dank, liebe Panna.

    Und was den NUK und dessen luschige Normangabe angeht - ich habe im Januar noch mal einen Termin bei einem anderen NUK zur Kontrolle und Zweitmeinung, der hier auch einen besseren Ruf hat. Vielleicht kann der (bzw. die) ja einschätzen, wie diese Angabe des Kollegen einzuschätzen ist.

    Vielen Dank für deine Zeit und Mühe

  6. #6
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    Standard AW: Neu hier: Rediziv mit normalem fT3/4 bei operierter Schilddrüse - Therapieempfehl

    Ich hoffe, dass du nach der langen Zeit noch benachrichtigt wirst, Panna, wenn ich noch was zu diesem Thread hinzufüge.

    Ich wollte mich nämlich unbedingt noch bei dir für deine Einschätzung bedanken!
    Denn ich wurde zwar von mehreren Ärzten entweder ausgeschimpft oder mit hochgezogenen Augenbrauen dafür bedacht, dass ich eigenmächtig KEINE Thyreostatika eingenommen habe, aber wie du schon sagtest: dem Erkenntniswert war das überaus zuträglich!!

    Als ich nämlich letzte Woche bei der Zweimeinungs-NUK war und mir noch mal alle Werte abgenommen wurden, zeigte sich:

    1. Diagnose Basedow Unsinn - vielmehr eine Schilddrüsenautonomie
    2. sämliche Werte waren OHNE Thyreostatika-Einnahme wieder im Normbereich

    Die Überfunktion war also wohl tatsächlich durch die Spirulina-Einnnahme bedingt und nur temporär.

    Dennoch - so wurde mir gesagt - sollte ich über kurz oder lang über eine Radio-Jod-Therapie nachdenken.
    Aber für diese Entscheidung bin ich dann mit meiner Diagnose nun wohl doch im falschen Forum...

    Danke Panna! Hast mir Sehr geholfen!

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