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Thema: TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

  1. #1
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    Standard TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

    Ich habe nun seit knapp 14 Jahren die Diagnose Hashimoto.
    Ganz oft hieß es vor einigen Jahren noch suprimierter TSH wäre nicht von Bedeutung bei T3 Einnahmen wäre das auch normal. Dann hieß es noch die freien Werte sollten im oberen Drittel liegen. Haarausfall, Müdigkeit und Gewichtszunahme waren UF zuzuordnen und Herzrasen und Unruhe eher ÜF.

    Jetzt, da ich mich immer an diese "Regeln" gehalten habe und ständig SD-Hormone gesteigert habe wenn ich "UF" Symptome (hautschlich Schwäche und Mdigkeit) hatte, heißt es mit diesen Symptomen = Überdosierung.

    Ist es also so dass man Symptome weder UF noch ÜF zuordnen kann obwohl doch aber das Befinden wichtig ist beim einstellen. FT3 aber bei T3 Einnahmen auch nicht unbedingt zu beachten ist, auf was sollte man denn nun ein Auge haben? Doch der TSH? Nur fT4? Werte unter SD-Medikation? Und wo kommt plötzlich dieser rt3 Wert her und wann sollte man diesen machen lassen?

    Vielleicht habt ihr ein paar Antworten fr mich. Mich lässt das Thema einfach nicht los und bin etwas entsetzt das ich wahrscheinlich Jahre lang einfach nur überdosiert war *grübel*

  2. #2
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    Standard AW: TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

    Verkürzte Antwort auf die Überschrift: ja.

    Das Befinden ist natürlich wichtig beim Einstellen, aber nur das eigene. Allgemein kann man nicht sagen, dass bestimmte Symptome eindeutig einer UF oder ÜF zuzuordnen sind. Müdigkeit kann bspw. entstehen, wenn die Hormone und damit die Betriebsstoffe fehlen, aber auch als Erschöpfung eines permanent hochtourigen Organismus... Um sich an den Symptomen orientieren zu können, braucht man Erfahrung mit dem eigenen Körper - d.h. eine eher langfristige Beobachtung von Befinden, Hormondosis und Werten.

    Das obere Drittel ist Quatsch, u.a. deswegen wurde der Infobeitrag für Neue geändert. Die Prozentrechnerei ist mangels Vergleichbarkeit ebenfalls meistens unsinnig.

    Die Messung von fT3 ist nicht so aussagekräftig wie erhofft. Vor allem dass fT3 nicht nachziehe und deswegen LT erhöht oder T3 gegeben werden müsse, stimmt so nicht. Sinkendes fT3 kann mit zu hoher Hormonzufuhr einhergehen, also ein Zeichen der Überdosierung sein. Außerdem hat T3 eine geringe Halbwertzeit. Wenn man dann nach 24 Stunden Karenz misst, ergibt sich ein falsch niedriger Wert. Überhaupt sind die Werte nach 24 Stunden die hormonellen Tiefststände - wenn die dann noch an der Oberkante liegen, weil man das magische obere Drittel anpeilt, ist eine ÜD recht wahrscheinlich.

    Bei T3-Gabe kommt es oft dazu, dass TSH supprimiert wird. Das dürfte hauptsächlich an der unphysiologisch hohen Dosis bspw. in Kombipräparaten liegen. Es ist weder wünschenswert noch unbedenklich, man muss im Einzelfall überlegen, ob man supprimiertes TSH in Kauf nimmt. T3-Gabe heißt aber nicht automatisch, dass TSH verschwindet. Und abgesehen von möglichen Risiken, die mit supprimiertem TSH in Verbindung gebracht werden, ist vorhandenes TSH ein weiterer Parameter, um die Einstellung zu beurteilen.

    Die Messung von rT3 ist überflüssig, da keiner die Ergebnisse interpretieren kann. Es entsteht, wenn zuviel T4 nicht in stoffwechselaktives T3, sondern in das inaktive reverse T3 umgewandelt wird - wohl eine Schutzfunktion des Körpers.

  3. #3
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    Standard AW: TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

    Danke fr diese tolle Erklärung.

    Ich hatte auch schon einen supprimierten TSH nur unter T4.

  4. #4
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    Standard AW: TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

    Von einer Metaebene betrachtet: Bei Entwicklungen, ob generell in der Gesellschaft oder in kleinerem Kreis wie hier im Forum, kommt es nach Abwendung von einem Extrem oft zu einem Überschießen ins andere. Bis es irgendwann wieder zur Abwendung davon kommt. Von daher würde ich auch die jetzige hier vorherrschende Meinung nicht als absolute Wahrheit ansehen, sondern denken, dass die Realität irgendwo dazwischen liegt. Es liegt in der Natur so eines Forums, dass "Wahrheiten" gesehen werden, wo tatsächlich vielleicht nur Hinweise, Tendenzen oder Wahrscheinlichkeiten sind. Studien z.B. werden m.E. hier manchmal zu absolut gesehen und zu weitreichende Schlüsse daraus gezogen.

    Also alles mit vielen Körnchen Salz nehmen. Einfach in Erwägung ziehen, dass etwas dran sein könnte, und wenn das Bisherige nicht gut funktioniert hat, ausprobieren, ob dich das Neuere oder Teile davon weiterbringen. Es gibt hier keine "Regeln".

  5. #5
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    Standard AW: TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

    Zitat Zitat von Jula Beitrag anzeigen
    Danke fr diese tolle Erklärung.

    Ich hatte auch schon einen supprimierten TSH nur unter T4.
    Ja. Wenn es viel LT war, 150 mcg LT und mehr. Was nicht direkt wenig ist. Unterhalb dieser Dosis war dein TSH nicht supprimiert.

  6. #6
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    Standard AW: TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

    @ Flamme:

  7. #7
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    Standard AW: TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Ja. Wenn es viel LT war, 150 mcg LT und mehr. Was nicht direkt wenig ist. Unterhalb dieser Dosis war dein TSH nicht supprimiert.

    Doch, bereits mit 100LT

  8. #8
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    Standard AW: TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

    Zitat Zitat von Jula Beitrag anzeigen
    Doch, bereits mit 100LT
    Weil du von 75 LT ohne freie Werte mirnixdirnix auf 100 gesprungen bist, nicht etwa auf 81, 88, 93, sondern 100, so dass dein vermutlich nüchtern abgenommener fT4-Wert danach an der Oberkante war.Ja was soll da dein TSH machen außer supprimieren?
    Das muss ich aber doch nicht anführen, zumal sich die Werte danach zumindest soweit eingekriegt haben, dass das TSH wieder da war. Darum habe ich 150 und darüber geschrieben.

    Weil du das erwähnst, ich hab das vorher schon gesehen und es kann wohl sein, dass genau dort der Anfangsfehler in deiner Einstellung passiert ist: Statt abwarten steigern und in Riesenschritten steigern. Durch so etwas passiert es, dass man an einer potentiellen Wohlfühldosis vorbeimarschiert.

    Gesteigert hast du übrigens auf Grund eines TSH von 2,0 - also da war schon ein TSH-Glaube da, aber nur in einer Richtung.

  9. #9
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    Standard AW: TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

    Wahrscheinlich hast du recht.

    Gesteigert habe ich bei einem Wert von 2.0 da wir einen Kinderwunsch hatten. Es heißt (damals jedenfalls hieß es) dafür sollte der TSH unter 1.0 liegen.
    Ich steigerte damals um 25 auf Anraten meines Arztes.

  10. #10
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    Standard AW: TSH doch wichtig und fTs müssen doch nicht oberes Drittel sein?

    Zitat Zitat von Flamme Beitrag anzeigen
    Von einer Metaebene betrachtet: Bei Entwicklungen, ob generell in der Gesellschaft oder in kleinerem Kreis wie hier im Forum, kommt es nach Abwendung von einem Extrem oft zu einem Überschießen ins andere. Bis es irgendwann wieder zur Abwendung davon kommt. Von daher würde ich auch die jetzige hier vorherrschende Meinung nicht als absolute Wahrheit ansehen, sondern denken, dass die Realität irgendwo dazwischen liegt. Es liegt in der Natur so eines Forums, dass "Wahrheiten" gesehen werden, wo tatsächlich vielleicht nur Hinweise, Tendenzen oder Wahrscheinlichkeiten sind. Studien z.B. werden m.E. hier manchmal zu absolut gesehen und zu weitreichende Schlüsse daraus gezogen.

    Also alles mit vielen Körnchen Salz nehmen. Einfach in Erwägung ziehen, dass etwas dran sein könnte, und wenn das Bisherige nicht gut funktioniert hat, ausprobieren, ob dich das Neuere oder Teile davon weiterbringen. Es gibt hier keine "Regeln".

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