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Thema: Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

  1. #1
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    Standard Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

    Hallo,

    ich bin neu hier und möchte mich ein wenig austauschen.

    Meine Probleme fingen schon vor über einem Jahr an. Zuerst völlig unspezifisch mit hartnäckigem Gewicht trotz regelmäßigem Joggen und Taebo. Eine Weile später fing ich an mit Hitzewallungen und frösteln, kurz darauf mit plötzlich einsetzendem Herzrasen und Fluchtdrang, inklusive Schweißausbrüchen.
    Da meine Schwester an Hashimoto leidet, habe ich mich zum Endokrinologen uberweisen lassen, welcher Blut abnahm und eine Sonographie machte. Bis auf erhöhte TPO-AK war alles in Ordnung.
    Diagnose: mögliche Autoimmune Thyreoditis

    Nun ein Jahr später ging es mir psychisch nicht sehr gut und ich war des öfteren deprimiert. Nach ein paar Wochen fing das Schwitzen und Herzrasen an. Mein Hausarzt hat mir daraufhin Blut abgenommen und siehe da.... Der TSH Wert ist nicht mehr messbar und ft3 sowie ft4 deutlich erhöht.
    Also wieder ab zum Endokrinologen welcher nach Sono und Blutwerten von einer autoimmunen Thyreoditis mit möglichem Übergang zu Morbus Basedow ausgeht.

    Werte vom Hausarzt:
    TSH <0,01 Norm 0.2-2.5
    ft3 15,2 Norm 1.9-5
    ft4 4,3 Norm 0.8-2.3
    TPO-AK 936

    Werte Endokrinologie:

    TSH <0,01 Norm 0.4-4
    ft3 19, 4 Norm 2.0-4.4
    Ft4 4.2 Norm 0.93-1.7
    TPO-AK 675
    TRAK 6.71

    Werte Hausarzt nach 2 Wochen Carbimazol

    TSH <0,01 Norm 0.2-2.5
    ft3 12. 3Norm 1.9-5
    ft4 2.7 Norm 0.8-2.3

    Mein Hausarzt ist der Meinung, dass ich hashimoto habe und die Vermutung vom Endokrinologen verkehrt sein könnte.
    Auch meine Schwester behauptet, dass diese Schwankungen am Anfang der Hashimoto T. normal sei. Meine Augen sind normal, bis auf leichte Lichtempfindlichkeit und ein Gefühl der Schwere.

    Hattet ihr auch diese Schwankungen? Stimmt es, dass der TRAK Wert auch bei akuten Phasen der Hashimoto erhöht ist?

    Vielen Dank für eure Antworten
    Geändert von Dedras (15.10.19 um 21:03 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

    Das ist eher ein Morbus Basedow - und dein Hausarzt ist alles, aber kein Facharzt.

    Mein Hausarzt ist der Meinung, dass ich hashimoto habe und die Vermutung vom Endokrinologen verkehrt sein könnte.
    Die Werte sind wesentlich höher als diejenigen, die bei einer Hashitoxikose üblich sind.
    Der TRAK-Wert ist höher als bei Hashis, die auch ein wenig TRAK haben.
    Vor allem: Der fT3-Wert ist unverhältnismäßig stärker erhöht als der fT4, ebenfalls ein MB-Kennzeichen.

    Dass man mit Hashimoto anfängt, aber ein Morbus Basedow auftritt, ist keine Seltenheit. Allerdings ist es gut möglich, dass du primär doch bereits damals vor einem Jahr MB in Kinderschuhen hattest, nur eben ohne einen aktiven MB-Schub wie jetzt - die TPO-AK wurden bestimmt (sie sind genauso typisch für MB wie für Hashimoto), wurden auch die TRAK bestimmt damals?

    Letztlich ist es egal, Hashimoto wie MB schließen sich gegenseitig nicht aus - wichtig ist, was manifest ist, und bei dir ist momentan nach meinem Dafürhalten eindeutig MB manifest. Du solltest bitte dringend zum Nuklearmediziner, um die Diagnose mit einer Szintigrafie eindeutig zu bestimmen. Das sollte jetzt sein, nicht irgendwann bei bereits sich beruhigender Schilddrüse.

    Wie viel Carbimazol hast du genommen?

  3. #3
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    Standard AW: Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

    Oh je�� damit kann ich mich glaub noch weniger anfreunden als mit Hashimoto

    Letztes Jahr war der TRAK Wert <0.1
    Carbimazol nehme ich momentan 2x10mg pro Tag. Vor 3 Wochen habe ich damit angefangen.
    Geändert von Dedras (15.10.19 um 21:31 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

    Dass du vor einem Jahr erhöhte TPO-AK hattest, beweist nichts. Bei MB wie Hashi hat man mit einer entzündeten Schilddrüse zu tun, die Reaktion darauf sind TPO-AK. Sie lösen weder Hashimoto noch MB aus, sind eher Begleiter bei beider Krankheiten. Aber es ist auch egal, was vor einem Jahr war, es gibt Leute mit einer sog. Mischform, die mal dominant nach Hashi aussieht und mal kommt ein heftiger MB-Schub dazwischen. Der Arzt sagte damals: *mögliche* AI-Thyreoiditis wegen der TPO-AK - einfach weil Hashimoto häufiger vorkommt und du offenbar keine Überfunktion mit TRAK hattest. Aber jetzt sieht es einfach so aus, dass du eine autoimmun geschädigte Schilddrüse hast und das , was gerade vorliegt, behandelt werden muss.

    Deine Carbi-Dosis überzeugt mich nicht ganz, man sollte Leute etwas schneller aus der manifesten Überfunktion holen. Aber egal wie, wenn du die Diagnose sichern willst, dann bitte mit einer Szintigrafie, die dir beide Ärzte längst hätten verpassen lassen sollen - lieber vorgestern als morgen, also schnell.

    Vielleicht liest du mal hier ein wenig ein:
    https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...-Neumitglieder

    und wenn du für die werteangepasste Hemmerdosierung Hilfe brauchst, dann wärest du im MB-Forum besser aufgehoben. Kannst dich per "Warndreieck" unterhalb eines Beitrags von dir in diesem Baum an die Moderatoren wenden und dich bei Bedarf dorthin verschieben lassen.

    PS
    Ach moment - letztes Jahr war das TSH bereits <0,1? Und die freien Werte?

  5. #5
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    Standard AW: Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

    Nein, letztes Jahr waren alle Werte in Ordnung, lediglich die Antikörper waren erhöht.

  6. #6
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    Standard AW: Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

    Ach sorry ja, ich habe falsch gelesen (das waren die TRAK)

  7. #7
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    Standard AW: Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

    Ist es normal, dass ich von einer Minute auf die andere von Normalzustand zu extremen Hitzewallungen und Herzrasen wechsle? Wie als hätte jemand den Schalter umgelegt

  8. #8
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    Standard AW: Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

    Du hast noch immer eine sehr starke Überfunktion. Der Normbereich deines HA täuscht sogar, die Obergrenze ist nach oben verschoben, vermutlich wegen Thyroxin-Nehmer. Deswegen meine ich, dass die Carbi-Dosis etwas zu sparsam ist.

    Du solltest bitte Jod in jeder Form sehr stark meiden, das heizt der Schilddrüse, die jetzt wie verrückt angetrieben wird und aus jedem Fitzelchen Hormone macht, zusätzlich ein. Möglicherweise hat der Schalter auch mit jodhaltigem Essen zu tun - aber auch sonst, ich kann nur wiederholen: Du hast eine starke Überfunktion, die eingedämmt gehört.

    Und Herzrasen: Bitte um Propranolol oder °Metoprolol (Betablocker, einen der beiden) , das ist Standard in der Überfunktionsphase, um dein Herz zu schonen (und das hohe fT3 evtl. ein wenig zu senken). Verlass dich bitte nicht auf deinen HA.

  9. #9
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    Standard AW: Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

    Erstmal danke für die schnelle und kompetente Antwort.

    Könnte es auch sein, dass die Werte durch Jodsalbe so hoch geschossen sind? Mir wurde vor 6 Wochen ein eröffnetes Furunkel mit Jod gespült und eine andere Wunde mit Jodsalbe ein paar Tage behandelt.

    Und noch eine Frage: Ab welchem Wert besteht eine Thyreotoxische Krise?

    Ps: zur Dosierung von Carbimazol wurde mir gesagt, dass eine höhere Dosis nicht mehr Wirkung bringt sondern eher die Nebenwirkungen erhöht. Und Metroprolol habe ich verordnet bekommen. Jedoch ist mein Puls recht normal, manchmal auch etwas langsamer. Nur bei den Schüben schnellt er hoch.
    Geändert von Dedras (15.10.19 um 23:00 Uhr)

  10. #10
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    Standard AW: Von Hashimoto zu Morbus Basedow?

    Auweia. Sagen wir es mal so: Das kann mit beitragen zum Ausbruch, bei einer autoimmunen Schilddrüse, egal ob Hashi oder MB, sollte man mit anderen Mitteln desinfizieren, es gibt da genug Auswahl. Also Jod kann zum Ausbruch mit beitragen, aber dass die Werte jetzt so hoch sind, hat nicht mehr mit dem Jod vor Wochen zu tun.
    Jedenfalls: bitte keine NEM, die Jod enthalten, kein jodiertes Salz (Meersalz, ohne Jodzusatz ist OK), keine Meerestiere, in der akuten ÜF auch Fertignahrung mit Jodsalz meiden.

    Eine thyreotoxische Krise kann man leider nicht an bestimmten Werten, die dann für alle gelten, festmachen. Man sollte jedenfalls schauen, dass man rasch aus der Überfunktion kommt.

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