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Thema: Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

  1. #1
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    Standard Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

    Hallo zusammen

    Kurz zum Hintergrund: Operative Entfernung meiner Schilddrüse im Oktober 2018, sowohl zuvor als auch post-operativ Hormonersatz durch eine Mischung aus NDT und zusätzlichem T4 (Tirosint). Damit waren meine Werte soweit im mittleren Normbereich.

    Dann plötzlich im Sommer ein stetig ansteigender ft3, ohne dass ich irgendwas an der Dosis geändert hätte. Dieser war zeitweilen über der Norm, so dass ich das NDT schrittweise von 1.25 Grain bis auf 0.25 Grain reduziert habe. Den T4 Anteil habe ich dabei 1:1 mit Tirosint ersetzt. Der ft3 sank dadurch etwas, lag aber nach wie vor bei ca. 80%.

    Jetzt im Verlauf der letzten 4-6 Wochen zunehmen das Gefühl in eine Überdosierung gerutscht zu sein. Werte vor 4 Wochen (Dosis 6 Wochen gehalten) zeigen sowohl einen ft4 am absolut obersten Normrand, der ft3 bei über 80%. Ich habe dann nochmals 3 Wochen zugewartet um zu sehen, ob das Ganze noch etwas klarer wird und bin am vergangenen Freitag erneut zur BE gegangen. Diesmal gleich in 2 Labors hintereinander (halbe Stunde Zeitdifferenz gleich frühmorgens, Hormone vorhin nicht eingenommen, Karenzzeit zur letzten T4 Einnahme 11-12 Stunden, zur letzten T3 Einnahme >24 Stunden) um zu sehen, ob sich das Bild deckt. Hier die Werte unter 150mcg Tirosint und 0.25 Grain NDT, 9-10 Wochen konstant:

    Labor 1:

    TSH: 0.01
    FT4: 18.6 (9.1-19.1)
    FT3: 5.3 (2.6-5.7)

    Labor 2:

    TSH: 0.01
    FT4: 24.2 (11.5-22.7)
    FT3: 6.4 (3.3-6.5)

    Die Werte decken sich absolut mit meinem Befinden und mir war klar, dass ich reduzieren muss. Das NDT möchte ich vorerst mal nicht ganz weglassen (0.25 Grain ist eh nicht mehr viel), aber so ganz ohne Schilddrüse möchte ich damit mal noch warten.

    Jetzt zwei Fragen an euch:

    1. Ich habe jetzt mal 2 Tage 100mcg Tirosint und die 0,25 Grain NDT (9mcg T4, 2.25mcg T3) genommen, heute bin ich auf 113mcg Tirosint und 0,25 Grain gegangen. Gefühlt nach wie vor in Überfunktion, keine grosse Veränderung beim Befinden. Als Zieldosis hätte ich mit 125mcg Tirosint und 0.25 Grain weitergemacht (wahrscheinlich ab übermorgen?) und wäre nach 4-6 Wochen wieder zur BE. Allenfalls müsste ich aber auch noch länger weniger T4 nehmen und einfach warten, bis sich die Symptome deutlich verändern, bis ich mit den 125mcg weitermache? Oder sollte ich eher bei 137mcg weiterfahren? Hat jemand Erfahrung, wie man ohne Schilddrüse die Dosis aussetzen kann? Meine Ärztin meinte ja mal mindestens einen Tag keine Hormone nehmen, aber da ist mir ehrlich gesagt nicht ganz wohl dabei...

    2. Wieso steigen die Werte plötzlich so krass an? Zuerst der ft3 und jetzt auch noch der ft4? Meine Theorie wäre ja, dass das T4 aus den Tirosint Gelkapseln besser aufgenommen wird als jenes aus dem NDT. Oder funktioniert irgendetwas anderes plötzlich wieder besser im Körper und ich brauche einfach weniger Hormone? Wie gesagt hat sich ansonsten nichts geändert: Keine anderen Einnahmezeiten, keine andere Ernährung oder Medikamente, kein Präparatwechsel, keine Gewichtsveränderung (nach wie vor 72kg bei 1.81m Körpergrösse). Falls jemand etwas ähnliches bei sich beobachtet hat, allenfalls ebenfalls nach Schilddrüsenentfernung oder auch so, würde mich das interessieren.

    Vielen Dank und eine gute Woche
    Cube87
    Geändert von Cube87 (09.10.19 um 13:38 Uhr)

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von roxanne
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    Standard AW: Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

    War die OP total? Ist das mal geprüft worden?

    Ansonsten kann es durchaus sein, dass Du das Tirosint anders aufnimmst als das aus NDT oder sich was anderes bei Dir geändert hat, das die Aufnahme verbessert.
    T3 bekommst Du ja nicht nur aus der NDT sondern hauptsächlich durch die körpereigene Umwandlung.

    Ich würde auf jeden Fall den T4-Anteil senken

  3. #3
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    Standard AW: Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

    Bei dem fT3 glaube ich nicht daran, dass Du T3 zusätzlich brauchst. Ich würde es komplett weg lassen. Mit dem T4 würde ich es mit 112,5µg probieren, dass ist ungefähr die Dosis die Du für Dein Körpergewicht als Einstiegsdosis mit 1,6 x Kg brauchen könntest. Im Moment jedenfalls liegst Du wirklich sehr, sehr hoch.
    LG

  4. #4
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    Standard AW: Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

    Tirosint wirkt auf alle Fälle viel stärker. Ich mußte auch nach der Umstellung von Serb weniger nehmen und habe jetzt trotzdem einen ft4 am Anschlag und senke langsam ab.

  5. #5
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    Standard AW: Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

    ist das richtig oder vertauscht?

    Karenzzeit zur letzten T4 Einnahme 11-12 Stunden, zur letzten T3 Einnahme >24 Stunden)

  6. #6
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    Standard AW: Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

    Hallo zusammen, danke für die Wortmeldungen. Es war eine totale Schilddrüsenentfernung und ja, die Karenzzeiten sind korrekt: Das Viertelgrain nehm ich morgens, das Tirosint splitte ich über den Tag.

  7. #7
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    Standard AW: Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

    Gibt es noch weitere Wortmeldungen? Ansichten? Ich nehme momentan die 113mcg weiter, heute war Tag 5 der Reduktion (2 Tage 100mcg, seither 113mcg). Nach wie vor bei kleinster Anstrengung ausser Puste mit hohem Puls, immer mal wieder kurzatmig, Muskelschmerzen, Krämpfe und Muskelzucken, kraftlose Muskeln die sich wie Gummi anfühlen, Nackenverspannungen, plötzlicher Kopfdruck, grippiges Frieren abgewechselt mit plötzlichem Schwitzen, total erschöpft.

    Wie lange dauert das, bis der Spiegel runter kommt? War ja doch ganz schön hoch - und zwar beide freien Werte. Bin mir aktuell nicht sicher ob ich bei den 113 bleiben soll oder doch wie geplant ab übermorgen mit 125mcg weiter zu machen. Wären halt 25mcg T4 weniger als vorhin, aber wie gesagt war ich ja ganz schön hoch mit den Werten und das Befinden passt dazu. Momentan herrscht gefühlt Chaos und nach wie vor Überdosierungssymptome...

    Danke und LG
    Cube

  8. #8
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    Standard AW: Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

    Der Spiegel kommt relativ zügig runter, bei direktem Sprung von einer Dosis zur niedrigeren ist nach 8 Tagen nur noch die Hälfte von dem "mehr" da, nach 16 Tagen 1/4, nach 24 Tagen 1/8 etc. Ohne SD gilt im wesentlichen netto für brutto. (Anpassungsphänomene z.B. bei den Rezeptoren wird es trotzdem geben.)
    Aber: Die ÜD-Symptome können noch länger anhalten, auch wenn die neue Dosis passt oder sogar zu niedrig ist. Ich selbst habe tw. bis 6 Wochen danach noch was gemerkt. Nach jetzigem Befinden die neue Dosis zu finden funktioniert also nicht. !!!

    Ich selbst senke normalerweise nur 6,25µg-weise (reagiere eher stark auf Änderungen, auch in den Werten) und das funktioniert für mich gut, lieber mehrere kleine Senkungen als wenige große. Ich glaube, dass ich damit den geringstmöglichen Verlust an Lebensqualität habe. Meistens verschwinden damit die Symptome vorübergehend oder auch bis zur nächsten BE bleibend, obwohl die neuen Werte dann schon noch Senkungsbedarf zeigten. Ich habe zwar noch eine SD, aber vor 2 Jahren war sie nur mehr 2 ml und das in inhomogen etc., da wird nicht mehr viel Eigenproduktion da sein.

    Die starken Senker sehe ich hier mit viel mehr Problemen. Also wenn deine persönliche Wahl zwischen 112 und 125 liegt, würde ich 125 nehmen.

  9. #9
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    Standard AW: Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

    Vielen Dank. Ich mache jetzt mit 125 weiter. Chaos entsteht durch die Reduktion so oder so, und 12.5 mcg weniger zu nehmen scheint für mein Gefühl nicht auszureichen. So wie es aussieht brauche ich keine Werte am obersten Normrand. Werde die 125mcg jetzt mal wieder im Minimum 6 Wochen halten und neue Werte machen lassen. Falls jemand noch eine Erklärung für den plötzlichen Werteanstieg hat, zuerst ft3, dann noch ft4, fänse ich das interessant.

  10. #10
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    Standard AW: Überdosierung ohne Schilddrüse - wie reduzieren?

    Hallo zusammen,

    6 Wochen nach der oben genannte Reduzierung (von 150mcg auf 125mcg Tirosint, wie gehabt habe ich dazu weiterhin 0.25 Grain (rund 10mcg T4 + 2.25mcg T3) genommen) habe ich heute neue Werte bestimmen lassen. Diesmal nur noch bei einem Labor:

    TSH: 0.01
    FT4: 16.1 (9.1-19.1)
    FT3: 5.34 (2.6-5.7)

    Der ft4 ist also gesunken, der ft3 sogar noch ein bisschen höher als beim letzten mal, was mich doch einigermassen erstaunt? Der ft3 wäre beim anderen Labor sicherlich über der Norm. Wie gehabt nehme ich die 0.25 Grain NDT jeweils mit der Morgendosis, sprich die letzte T3-Einnahme ist zum Zeitpunkt der BE rund 26 Stunden her.

    Vom Befinden her fühl' ich mich zur Zeit grippig, mit Gliederschmerzen (hauptsächlich Arme und Beine), Nackenverspannungen, entzündeter Mundschleimhaut (die scheint nachts anzuschwellen, es entstehen Aphten wo die Zähne dann die Wange berühren) und in der Folge schmerzhaften Kieferlymphknoten, Müdigkeit und Abschlagenheit, nicht erholsamer Schlaf (oberflächliches Dösen mit lebhaften Träumen) und so einem komischen inneren Brennen, das ich normalerweise habe, wenn die Werte sich gerade verschieben. Ist so wie eine innere Unruhe, bei der man am liebsten aus der Haut fahren möchte. Dazu noch knackende Gelenke am ganzen Körper, vermehrt Haarausfall und der Tinnitus ist tendenziell auch lauter als sonst. Eine wahre Freude das Ganze.

    Die Frage ist nun: Soll ich das Viertelgrain NDT einfach weglassen? Ggf. den T4-Anteil durch Tirosint ersetzen? Oder gar nicht ersetzen? Ich denke nicht, dass mir dieser ft3 auf die Dauer bekommt. Keine Ahnung wieso der sich hartnäckig in dieser Höhe hält.

    Eure Gedanken sind willkommen.

    LG Cube
    Geändert von Cube87 (11.11.19 um 17:57 Uhr)

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