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Thema: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein

  1. #21
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    Standard AW: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein

    Niemand kann für eine Einzelperson voraussagen, was bei supprimiertem TSH passieren wird, nämlich: was später passieren wird.

    Ja, alle Studien sagen, für bereits postmenopausale Frauen geht ein supprimiertes TSH mit gesteigertem Knochenverlust einher, das steht außer Frage. Ist man also prämenopausal aus dem Schneider? Wieso klares Risiko bei postmenopausalen Frauen und unklare Lage bei allen anderen? Das ist leicht nachvollziehbar:

    Der Knochenabbau fängt sehr früh im Leben an, das ist ein ganz natürlicher Prozess, der manchmal, später, zur Osteoporose führt und manchmal nicht. Manchmal, weil es eben noch andere Faktoren gibt, nicht nur Vitamin D und genug Calcium, sondern auch die genetische Veranlagung - oder sonstige Faktoren, ja, wie etwa die Sache mit dem TSH. Aber in *allen* Menschen ist die Kurve der Knochendichte ab einem gewissen Alter nach abwärts gerichtet - und diese Abwärtsrichtung ist natürlich noch sehr lange in einem nicht-osteoporotischen Bereich.

    Eine bereits postmenopausale Frau rutscht, bei auf natürlicher Weise geringer gewordener Knochendichte, klar leichter in den "roten", osteoporotischen Bereich als jemand, der noch genug Östrogen hat und deren Knochendichte auch dann noch im nicht-osteoporotischen Bereich verbleibt, wenn sie bereits infolge diverser Faktoren (die TSH-Supprimierung ist einer davon), auf dem absteigenden Ast sein sollte. Denn dass die Supprimierung mit dem KNochenstoffwechsel zu tun hat, steht außer Frage.

    Was ich damit sagen will: Der Minus, den man sich bereits in der Jugend oder auch im östrogengeschützten Alter durch Faktoren wie zum Beispiel ein supprimiertes TSH eventuell zusätzlich "erwirbt", schlägt erst ein gutes Stück später im Leben zu.

    Und deswegen sollte man nicht andere Leute in einem anonymen Forum fragen, ob das eigene supprimierte TSH nun zu Osteoporose führt oder nicht. Das kann nämlich auf der individuellen Ebene niemand voraussagen. Auch nicht, dass genug Vitamin D die Sache schon verhindern wird, weil man es eben nicht weiß, Olines individuelle "Knochenkurve" und sonstige Faktoren bei ihr kennen wir nicht.

    Was man also sagen kann: Ja, Vitamin D ist ein positiver Faktor. Sport ist ebenfalls ein positiver Faktor. Keine Osteoporose in der Familie auch. Aber mit genauso viel Berechtigung kann man sagen: Ein nicht-supprimiertes TSH ist ebenfalls ein positiver Faktor, eine Art Vorsorge, die sich quasi erst später auszahlt. Wie man damit umgeht, ob die Supprimierung unerlässlich fürs Wohlbefinden ist - das muss jeder für sich auskundschaften. Ich persönlich glaube, dass viele Leute eventuell mehr T3 nehmen als es nötig wäre, probieren kann sich lohnen.

    Zitat Zitat von Oline Beitrag anzeigen
    Es kursieren ja einige Halbwahrheiten hier im Forum , die zur Wahrheit erhoben werden. Das soll jetzt nicht blöd rüberkommen. Ich freu mich über deine Antwort. Aber kann man sich da wirklich drauf verlassen?
    Ein Forum ist doch ein prima Ort für Halbwahrheiten . Nein, verlassen kann man sich auf anonyme Laienaussagen natürlich nicht. Jemand wie roxanne, die für sich selbst abwägt, die Risiken kennt und ein Auge auf ihre Knochendichte hat, handelt für sich verantwortungsvoll, und fragt nicht in die Runde, ob sie richtig handelt oder nicht. Und ob ihre Vorgehensweise für jemanden anderen auch gute Ergebnisse bringt - garantieren kann das keiner.

  2. #22
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    Standard AW: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein

    Die SD-Medikamente stören die Messung im Labor, daher empfehlt der Kit-Hersteller (Roche) eine 24-Stunden-Karenz vor der Messung einzuhalten. Wird die Karenz nicht eingehalten, erscheinen die freien Werte falsch hoch, TSH möglicherweise falsch niedrig. Wenn ein Arzt aus Unwissenheit dies nicht berücksichtigt, kann er die Werte nicht korrekt einschätzen. Abgesehen davon, gehört dieses Wissen zu seinem Job.

  3. #23
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    Standard AW: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein

    Die SD-Medikamente "stören" die Messung keinesfalls, bloß werden u.U. die einnahmebedingten Hormonspitzen mitgemessen. Das ergibt manchmal einen Volltreffer auf die absolute Spitze, mal erwischt man einen Wert ein wenig vor oder nach dem Spitzenwert, und genau deswegen ist keine Vergleichbarkeit gegeben, wie sie bei einer ausreichenden Karenz (die auch 12 Stunden betragen kann, wenn sie *immer* 12 Stunden beträgt) gegeben ist. Die Karenz kann auch z.B. 10-12 Stunden betragen bei Nachmittags-BE - ob 24 oder 20 oder 12 Stunden, das ist egal, Hauptsache: Immer gleiche Uhrzeit, für bessere Vergleichbarkeit der Werte.

    Dies ist die eine Seite der Medaille. Die andere, nicht uninteressante ist:

    (Monitoring: )Given evidence for poorer outcomes with raised thyroid hormone levels/suppressed TSH levels in both subjects not on thyroid hormone replacement and on LT4 monotherapy it is reasonable to measure TSH, free T4 and free T3 2–4 h post dose as this is the expected peak of serum T3 post dose. Keeping both the serum T3 and TSH within the reference range at this point would suggest that the patient is at the least risk of developing both short and long term complications.
    Übersetzt:

    (Kontrollen: ) Da mit erhöhten Hormonwerten und supprimiertem TSH auch bei T4-Monotherapie schlechtere Therapieergebnisse erzielt werden, ist es (bei der Kombitherapie) vernünftiger, TSH und freie Werte 2-4 Stunden nach Einnahme zu messen (zur Spitzen-Zeit also!), da dies die Zeit der Hormonspitze ist. TSH und fT3 sollten beide auch zur Spitzen-Zeit innerhalb des Referenzbereichs sein, dadurch könnte das Entstehen Kurz- wie Langzeit-Komplikationen am besten verhindert werden.

    Dies kann man durchaus einmal so machen, eben um halbwegs darüber Klarheit zu gewinnen, wo ein Wert, den man bei Langkarenz-BE etwa mittig wähnt, sich einige Stunden lang täglich wirklich befindet. Kann auch mal lehrreich sein (für mich war es das).

    Quelle hier drin:
    https://www.ht-mb.de/forum/entry.php...on-%DCbersicht
    Geändert von panna (02.10.19 um 17:24 Uhr)

  4. #24
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    Standard AW: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein

    Hier

    Autoantikörper gegen Schilddrüsenhormone können mit dem Test interferieren.
    Bei Patienten, die mit Schilddüsenhormonen substituiert werden, darf die Bestimmung von fT4 und fT3 erst 24 Stunden nach der letzten Einnahme erfolgen, da andernfalls falsch-hohe Werte gemessen werden können.
    Quelle
    https://www.mh-hannover.de/fileadmin...yroxin_fT4.pdf

  5. #25
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    Standard AW: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein

    Das waren jetzt wirklich viele lehrreiche Infos, die mich weiterbringen.

    Für das Reduzieren und Abwägen muss ich mir jetzt erst einmal einen Plan zurechtlegen, um das Risiko für Osteoporose zu minimieren.
    Was Panna geschrieben hat, mir sehr in puncto Durchblick geholfen, d.h. überhaupt einen roten Faden zu sehen, welche Faktoren wie eine Rolle spielen.

    Und Danke an Peter.
    Geändert von Oline (03.10.19 um 08:14 Uhr)

  6. #26
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    Standard AW: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein

    Jaja. Das wissen wir doch, dass "hohe" Werte gemessen werden.

    Bloß falsch sind sie nicht, die Spitzenwerte sind natürlich *unsere* Werte, verursacht durch die Einmaleinnahme der Hormone.
    Falsch sind sie nicht, nur untereinander sind sie nicht mehr vergleichbar, weil, wie oben bereits steht: Man weiß nicht, ob man die Spitzen-Spitze erwischt oder irgendwas davor oder danach. Also zum Vergleichen des Werteverlaufs ungeeignet - zum eigenen Erkenntnisgewinn sehr gut geeignet.

    ... und zum Verdrängen unangenehmer Tatsachen ganz und gar nicht geeignet.

    Zu den angeblich "obligatorischen" 24 Stunden (die ja quasi falsch-niedrige Werte ergeben, jedenfalls: Tiefstwerte), zitiere ich immer wieder gerne:

    Zitat Zitat von L.Brakebusch Beitrag anzeigen
    Lieber Rudi, wenn zwischen Tabletten einnahme und Blutentnahme mehr als 5 Stunden liegen dürfte es nichts mehr ausmachen. Ich würde das nächste Mal dann versuchen trotzdem morgens die Tablette zu nehmen, wenn dei Blutabnahme spät ist, dann hat man einen guten Aufschluss, wie die Werte normalerweise liegen.
    Weil, "wie die Werte normalerweise liegen": ... sie liegen normalerweise weder so, wie 2-3 Stunden nach LT-Einnahme, noch so, wie 24 Stunden nach LT-Einnahme

  7. #27
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    Standard AW: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein

    Hallo Oline,
    nur ein Beispiel von mir:
    Die Werte sind von 07.09.17 mit 125 Lt und 10 Thybon 4 mal gesplittet. 24/24 Karenz

    TSH 0,08 mU/l (0,55-4,78)
    FT3 3,06 pg/ml (2,30-4,20)
    FT4 1,13 ng/dl (0,89-1,76)

    Meine Werte von 08.11.17. nach 4 Stunden Karenz mit 75 mg LT plus 2,5 µg Thybon. Mit Tabletten vor BE. (LT 75/50 gesplittet + 4x2,5 Thybon)
    TSH 0,05 mU/l (0,55 - 4,78)
    fT3 4,20 pg/ml (2,30 - 4,20) ft3 Spitze bei 100 %
    fT4 1,45 ng/dl (0,89 - 1,76)

    Befinden ist gut. Keine Schlafstörungen. Klares Denken.

    Ps: die Blutwerte sind aber für mich und nicht für die Ärzte gedacht.
    Geändert von Peter. (02.10.19 um 19:31 Uhr) Grund: Ps

  8. #28
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    Standard AW: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein

    Falsch-hoch bedeutet, daß die Werte falsch-hoch gemessen werden. Da man die gemessenen Werte mit Referenzbereichen vergleicht, die ohne Substitution gemessen worden sind, ist es logisch, daß man bei der Messung unter Therapie eine annähernd vergleichbare Situation schaffen will, um nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen. Hält man die Karenz nicht ein, vergleicht man einen Apfel mit einer Birne, obwohl unter Substitution die Homöostase ganz anders aussieht, als bei Gesunden ohne Therapie.

  9. #29
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    Standard AW: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein


  10. #30
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    Standard AW: Thybon und LT vor der Blutuntersuchung ja oder nein

    Ganz klar: ich brauch einen Plan.

    Ich muss das erst einmal verdauen. Danke für eure Hilfe! Klasse Beiträge.

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