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Thema: Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

  1. #1
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    Standard Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

    Dass die Hormonersatztherapie das Brustkrebsrisiko erhöht, ist nicht neu. Für eine aussagefähige Risikoabschätzung müssen Frauen auch wissen, wie hoch das Brustkrebrisiko nach Beendigung der Therapie bleibt.

    "Bislang gingen Forscher ... davon aus, dass nach dem Absetzen der Medikamente die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs wieder in etwa gleich ist mit der einer Frau, die keine HET erhalten hat. Die "Lancet"-Studie widerlegt nun an diese Annahme. Das Erkrankungsrisiko sei laut den Studienautoren doppelt so hoch wie bisher gedacht. Sogar mehr als zehn Jahre nach Beendigung der HET bleibt das Brustkrebsrisiko erhöht – wie stark, hängt von der Dauer der vorherigen Verwendung ab. ...Die Risiken der HET seien bisher "weitgehend falsch dargestellt worden" – nämlich viel geringer, als sie in Wahrheit sind –, sagt Peto. Man wolle nicht übermäßig alarmieren, aber auch nicht übermäßig beruhigen,...


    https://www.derstandard.at/story/200...bisher-gedacht

  2. #2
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    Standard AW: Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

    Mich würde interessieren, was konkret genommen wurde. Aus der Summary:

    Every MHT type, except vaginal oestrogens, was associated with excess breast cancer risks, which increased steadily with duration of use and were greater for oestrogen-progestagen than oestrogen-only preparations.
    Was ist denn Progestagen? Nicht-bioidentisches Gestagen?

  3. #3
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    Standard AW: Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Mich würde interessieren, was konkret genommen wurde. Aus der Summary:



    Was ist denn Progestagen? Nicht-bioidentisches Gestagen?
    Scheint hier als Sammelname verwendet zu werden, folgere ich aus diesem Zitat:

    In general, the RR did not differ substantially by the progestagenic constituent of the combinations, including rarely used hormones, such as micronised [natural] progesterone (RR 2·05, 1·38–3·56), although the RR appeared to be somewhat lower for oestrogen plus dydrogesterone (appendix p 45).
    Wenn "progestagenic consitituents" auch "natural progesterone" umfassen, dann wird das hier eher als Sammelname benutzt.


    **
    PS wenn man sich den Appendix herunterlädt, sieht man auf S. 45 die Ergebnisse nach Progesteron-Komponente gelistet. Natürliches Progesterone hat ein etwas kleineres relatives Risiko als ein Teil der synthetischen Komponenten - aber dann gibt es noch eine Reihe synthetischer Komponenten, die wiederum ein niedrigeres relatives Risiko haben als die natürliche ... also so einfach ist es nicht mit der Natürlichkeit.

    ***

    Das wird schon ein Echo haben, jetzt auch im Ärzteblatt:
    https://www.aerzteblatt.de/nachricht...stkrebsrisiken

    Beral schätzt aufgrund der Ergebnisse der Studie, dass von den 20 Millionen Brustkrebs*erkrankungen, die seit 1990 in westlichen Ländern aufgetreten sind, etwa eine Million durch die Hormontherapie verursacht wurde.

    Die Studienergebnisse bestätigen die derzeitigen Empfehlungen der meisten Fachge*sellschaften, die nur bei starken klimakterischen Beschwerden zu einer Hormontherapie raten. Diese sollte so kurz wie möglich erfolgen. Am sichersten scheint eine vaginale Anwendung zu sein, die in den Studien mit keinem erhöhten Brustkrebsrisiko verbunden war.
    Geändert von panna (01.09.19 um 17:28 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

    Diese 'Hormonersatztherapie' mit künstlichen Hormonen ist doch im Grunde nichts anderes als die Pille. Das sind doch die selben Derivate. Nur die Pille wird verschrieben wie Bonbons trotz ihrer vielfältigen Nebenwirkungen.

    Die Kommentare unter dem Artikel sind lesenswert.

  5. #5
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    Standard AW: Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Was ist denn Progestagen? Nicht-bioidentisches Gestagen?
    Da das Progesteron sehr rasch verstoffwechselt wird und aus diesem Grunde relativ hohe Dosierungen benötigt werden, hat man synthetische Derivate entwickelt, bei denen durch strukturelle Veränderungen die Inaktivität des Substrates verzögert ist. Die Bezeichnung "Pro-Gestagene" beschreibt den Charakter einiger Gestagene, welche erst in den Gestagen wirksamen Stoff metabolisiert werden.

    Die Wirkungsweise von Gestagenen kann man nicht mit der Wirkung von bioidentischem Progesteron gleichsetzen.

  6. #6
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    Standard AW: Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

    Zitat Zitat von London Beitrag anzeigen
    Die Wirkungsweise von Gestagenen kann man nicht mit der Wirkung von bioidentischem Progesteron gleichsetzen.
    Wohl nicht, aber das tut auch niemand, weil es ja hier gar nicht darum geht, sondern um das quantifizierte relative Risiko. Und da tut sich das natürliche P nicht sonderlich hervor in der Langzeitverwendung über 5 Jahre.

    Ich habe hier S. 45 aus dem Appendix abgelichtet, s. unten.

    Bei der Kombination von Ö und P sind diverse synthetische und ein natürliches P angeführt - einfach weil diese Präparate in den analysierten nn Einzelstudien vorkamen. Was man sieht: Bei unter 5 Jahren Therapie schneidet das natürliche P noch gut ab, aber bei einer Therapiedauer zwischen 5 und 14 Jahren ist dieser Vorteil überhaupt nicht gegeben, da schneiden synthetische Präparate sogar etwas besser ab.

    Demnach kann man nur sagen, was die Studienmacher ja auch sagen: Wenn unbedingt nötig, dann höchstens kurze Therapiedauer, sonst ist es, was das Risiko angeht, ziemlich egal, was man schluckt.

    Sofern ich das Krixikraxi richtig interpetiert habe, natürlich.

    Bildschirmfoto 2019-09-01 um 20.26.06.png

  7. #7
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    Standard AW: Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

    Wie wurde der Faktor Leidensdrang in die Studie mit berücktsichtigt? Ein bisschen Brustspannen, ein bisschen fliegende Hitze ist ja kein Grund... Die Ausprägung sollte also in jedem Fall mit berücksichtigt werden. Genau diese vielen Einflussfaktoren vermisse ich immer bei den Studien. Was nat. kein Freibrief oder keine Entschuldigung sein soll, aber diese Shades of Grey sollten immer berücksichtigt und einfließen.

  8. #8
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    Standard AW: Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

    Zitat Zitat von Janne1 Beitrag anzeigen
    Wie wurde der Faktor Leidensdrang in die Studie mit berücktsichtigt? Ein bisschen Brustspannen, ein bisschen fliegende Hitze ist ja kein Grund... Die Ausprägung sollte also in jedem Fall mit berücksichtigt werden. Genau diese vielen Einflussfaktoren vermisse ich immer bei den Studien. Was nat. kein Freibrief oder keine Entschuldigung sein soll, aber diese Shades of Grey sollten immer berücksichtigt und einfließen.
    Der Leidensdruck hat in den Studien nichts verloren, sondern nur in der individuellen Behandlung, wo man Nutzen und Risiken abwägt.

  9. #9
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    Standard AW: Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

    Sehe ich anders

  10. #10
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    Standard AW: Hormonersatztherapie (HET) und Brustkrebsrisiko

    Zitat Zitat von Janne1 Beitrag anzeigen
    Sehe ich anders
    Man will doch die tatsächlichen Risiken untersuchen und für die ist es irrelevant, ob man für die Behandlung zwingende oder gute oder weniger gute Gründe hatte.

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