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Thema: Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

  1. #1
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    Frage Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

    Hallo liebe Leute,

    seit einiger Zeit habe ich zunehmende Augenprobleme und ich möchte Euch um Euren Rat bitten.
    Zuerst betraf es das rechte Auge; es fühlte sich müde und gereizt an, und es wirkte im Vergleich zum anderen Auge etwas eingefallen, das Augenlid hing leicht herunter.
    Im Verlauf der letzten ein zwei Jahre habe ich jedoch eine recht auffällige EO entwickelt. Jetzt treten beide Augen deutlich hervor, aber das linke stärker als das rechte. Das rechte Augenlid hängt noch immer leicht herunter, das Auge fühlt sich oft müde an.

    Ich habe das dummerweise lange verdrängt, indem ich nur noch selten in den Spiegel geschaut habe.
    Mittlerweile sind die Probleme aber recht stark und ich leide besonders aufgrund des veränderten Aussehens darunter.
    Deshalb bin ich vor kurzem zu meiner Hausärztin, um das endlich anzugehen. Die hat mir auch direkt Überweisungen zum Augenarzt und Endokrinologen mitgegeben.

    Der Augenarzt meinte, ich soll das erstmal vom Endokrinologen abklären lassen und danach eventuell wiederkommen.

    Jetzt möchte ich mich gerne auf den Termin beim Endokrinologen vorbereiten, so dass ich eine gute Behandlung bekommen kann. Dazu würde ich Euch gerne um Rat bitten.

    Deshalb beschreibe ich kurz den Verlauf und die Vorgeschichte.

    Über mich:
    männlich
    39 Jahre
    langjähriger Raucher (E-Zigarette, vor kurzem aufgehört)
    Zwei Schwestern, beide mit Hashimoto

    Vorgeschichte:
    Vor einiger Zeit war ich in psychotherapeutischer Behandlung in einer Tagesklinik. Dort habe ich verschiedene Medikamente bekommen und auch ein MRT mit Kontrastmittelgabe machen lassen. Wochen darauf hatte ich oft eiskalte Füße und zeitweise geschwollene Beine. Ich hatte das auf das Medikament (Bupropion) geschoben. Ich stelle den Zusammenhang zum MRT jetzt her, nachdem ich gelesen habe, dass viele Überfunktionen der Schilddrüse durch jodhaltige Kontrastmittel entstehen.
    Es kann aber gut sein, dass sich die EO auch schon vorher leicht entwickelt hatte, das kann ich nicht genau sagen.
    Beim MRT kam heraus, dass ich eine Läsion in der weißen Substanz und eine "abgeflachte Hypophyse" habe. Ich weiß nicht, was das bedeuten kann, und ich kann leider nicht mehr dazu schreiben. Kann das mit der EO zusammenhängen?

    Jedenfalls habe ich mich nach der Tagesklinik stark verändert:
    Letztes Jahr, in einer stressigen Phase, hatte ich starken Haarausfall und öfter Schluckbeschwerden. Das war auch die Zeit, in der sich die EO besonders schnell entwicklet hat.
    Ich habe einerseits zugenommen (besonders um den Bauch herum), schlafe aber deutlich weniger als früher und fühle mich oft aufgedreht. Während ich vor einigen Jahren oft zehn Stunden und mehr pro Tag geschlafen habe, sind es heute oft fünf bis sechs, und ich wache nachts gefühlt sehr häufig auf. Trotzdem bin ich morgens nach dem Aufwachen nicht so elendig müde, wie ich es früher war.
    Das mit dem Schlaf und dem Antrieb ist eigentlich eine eher positive Entwicklung, jedoch habe ich diese massiven Probleme mit den Augen.


    Meine Schilddrüsenwerte:

    29.03.2018 (in Klammern der Normbereich)
    FT3: 3,640 (3,39-6,47 --- 1 pmol/l = 0,651pg/ml)
    FT4: 12,89 (10,28-21,88 --- 1 pmol/l = 0,078 ng/dl)
    b-TSH: 1,323 (0,3 - 2,6 mIU/L)
    s-TSH: 6,683 (< 25 mIU/L)
    MAK: 9,345 (1 - < 16 IU/mL)
    TAK: 10,60 (5 - < 100 IU/mL)
    TRAK: < 0,30
    Calcitonin: 1,45 ( < 1.0 -11,8 pg/mL)
    Parathormon: 42,3 (11,7 - 61,1 pg/mL)
    Vitamin D: 34,7 (30 - 100 ng/mL)

    03.07.2019
    Freies T3 LIA: 3,93 pg/ml (2,0 - 4,4)
    Freies T4 LIA: 1,43 ng/dl (0,90 - 2,00)
    TSH-Rezeptor Ak: < 0,30 IU/l, negativ (bis 0,80)
    TAK: < 10 u/ml, negativ (bis 115)
    TPO-Ak: LIA < 9 U/ml, negativ (bis 34)
    TSH basal LIA: 2,49 µIU/ml (0,27 - 4,2)

    Ich interpretiere es so, dass der FT3- und FT4-Wert deutlich gestiegen sind, aber dass es keinen Hinweis auf einen Morbus Basedow gibt, oder was meint Ihr?

    Soll ich wegen der Augenproblematik auf eine Kortison-Therapie bestehen? Was würdet Ihr mir empfehlen?

    Beim Endokrinologen soll eine Szintigrafie gemacht werden. Bei der ersten Untersuchung am 29.03.2018 war diese unauffällig. Mein Hauptproblem sind die Augen, das wird zu einer starken psychischen Belastung. In der letzten Zeit habe ich mich immer mehr zurückgezogen.

    Vielen Dank fürs Lesen und bitte schreibt, falls Ihr mir einen Rat geben könnt.

    Matthias
    Geändert von Matthias I. (04.08.19 um 21:21 Uhr) Grund: TSH hinzugefügt

  2. #2
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

    Matthias, ein Schilddrüsenproblem scheinst du nicht wirklich akut zu haben.

    Im März hat man bei dir sowohl einen basalen TSH-Wert, als auch einen stimulierten gemacht, wenn ich es richtig sehe. Die Stimulation dient dazu, eine versteckte Unterfunktion (bei der das basale TSH nicht richtig anzeigt) aufzudecken - aber wie gesagt, beide Werte sind normal und auch deine freien Schilddrüsenhormonwerte sind ja auch unauffällig, auch der Antikörperstatus.

    Im Juli dito. Die Werte sind nicht gestiegen, es ist ein anderes Labor mit anderen Referenzbereichen. Der TSH-Wert fehlt allerdings.

    Es kann in sehr-sehr seltenen Fällen vorkommen, dass eine EO unabhängig von einer zugrunde liegenden autoimmunen Schilddrüsenkrankheit auftritt. Ab das bei dir nun der Fall ist, können nur EO-Experten feststellen (wobei der Endo kein EO-Experte ist). Szintigrafie machen übrigens Nuklearmediziner, nicht der Endo.

    Was meiner Meinung nach ultimative Klarheit bezüglich der Augen bringen dürfte, wäre eine MRT der Orbita, spreche bitte den Endo darauf direkt an.

    Es ist nicht sinnvoll, vor einer Diagnose auf eine Cortisontherapie zu bestehen - erstmal sollte festgestellt werden, ob du eine EO hast, und dann aber auch, ob du eine *aktive* EO hast. Bei inaktiv gewordener EO (= nicht aktiv entzündet) nützt Cortison nicht.

  3. #3
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

    Hallo panna,

    danke für Deine Hilfe.

    Den TSH hatte ich vergessen, weil der auf einer anderen Seite der Laborwerte steht. Ich habe ihn oben im Beitrag hinzugefügt.

    Dass ich keine akuten Schilddrüsenprobleme und somit (wahrscheinlich?) kein MB habe, ist schon mal beruhigend, auch wenn es die Behandlungsmöglichkeiten, so wie ich es verstehe, einschränkt.

    Dass meine Augen unterschiedlich stark hervotreten haben der Augenarzt und die Hausärztin bestätigt. Die Hausärztin will mich auch nach den weiteren Untersuchungen je nach Ergebnis zu einem Hirn-MRT schicken.

    Was meiner Meinung nach ultimative Klarheit bezüglich der Augen bringen dürfte, wäre eine MRT der Orbita, spreche bitte den Endo darauf direkt an.
    Ok, danke, das werde ich machen. Das geht hoffentlich auch ohne Kontrastmittel?

    Wenn Ihr mir weitere Tipps geben könnt, bin ich Euch sehr dankbar.

    Ich poste auf jeden Fall die Ergebnisse der weitern Untersuchungen.

    Edit: Wie finde ich einen EO-Experten im Raum Kempten? Ich könnte auch nach München fahren.
    Geändert von Matthias I. (04.08.19 um 21:35 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

    Hallo Matthias,
    meine Augen treten auch unterschiedlich stark hervor, seit vielen Jahren. Die Nuklearmedizinerin hatte mich bei der SD-Untersuchung erstmals darauf angesprochen. Meine Augenärztin hat mich in die Uniklinik (Augenabteilung) verwiesen, die Oberärztin stellte dort vor 3 Jahren eine milde EO fest. Beim Kontrolltermin 2 Jahre später (ich habs schleifen lassen, weil ich das nicht ganz geglaubt habe, auch weil die Assistenzärztinnen das anders gesehen hatten, die Oberärztin sich aber durchgesetzt und es so im Arztbericht festgeschrieben hat) meinte die nun andere Oberärztin, sie sähe da keine EO, ich solle aber ein MRT der Orbita machen. Auch das habe ich bisher nicht getan - was jetzt keine Aufforderung an dich sein soll, mir Angsthasen das nachzumachen. Die NUK meinte später, eine EO sähe ganz anders aus und sie denkt, mein Schlupflid verändert den Eindruck so. Wie bei dir hängt das eine Augenlid und dieses Auge ist auach schwächer.
    Bist du sicher, daß deine Augen so stark hervortreten? Manchmal hat man ja selber eine andere Wahrnehmung, bei mir nehmen es manche Leute nicht wahr, ich hingegen schon., weil ich mir auch Sorgen mache. Wollte also doch mal zum MRT.

  5. #5
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

    Zitat Zitat von Matthias I. Beitrag anzeigen

    Dass ich keine akuten Schilddrüsenprobleme und somit (wahrscheinlich?) kein MB habe, ist schon mal beruhigend, auch wenn es die Behandlungsmöglichkeiten, so wie ich es verstehe, einschränkt.

    .
    Was die Augen angeht: Nein.

    Dass meine Augen unterschiedlich stark hervotreten haben der Augenarzt und die Hausärztin bestätigt. Die Hausärztin will mich auch nach den weiteren Untersuchungen je nach Ergebnis zu einem Hirn-MRT schicken.
    Auf jeden Fall MRT der Orbita mit T2-Relaxationsparameter, wenn es um die Augen geht. Nicht Hirn allgemein. Das sollte von jemandem gemacht werden, der eben den Orbitabefund interpretieren kann.


    Ok, danke, das werde ich machen. Das geht hoffentlich auch ohne Kontrastmittel?
    Eher mit, aber nicht mit Jod.

    Edit: Wie finde ich einen EO-Experten im Raum Kempten? Ich könnte auch nach München fahren
    Such dir bitte Augenkliniken mit Schielambulanz, meistens befindet sich dort die EO-Ambulanz. Die MRT davor wäre ganz nützlich.

    Eine Szintigrafie sicherheitshalber wäre vielleicht auch nicht schlecht, mindestens aber eine Sonografie, die wird der Endo wohl sowieso machen.

  6. #6
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

    Ich bekam vom Augenarzt eine Überweisung an die Schielsprechstunde, ich denke, die wirst du auch brauchen. Dann kann er dir auch gleich eine Adresse sagen. Das MRT hätte bei mir die Uniklinik in Auftrag gegeben.

  7. #7
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

    Hallo,

    Eine Sonografie wurde von der Hausärztin gemacht. Dort gab es eine leichte Auffälligkeit, weshalb ich zur Szintigrafie soll. Auf der Überweisung steht "li echogleicher knoten ca 1,3 x 2 cm". Das hatte ich vergessen. Außerdem ist die Schilddrüse leicht vergrößert, aber noch im Normbereich. Besonders besorgt wirkte sie nicht, und ich mache mir deshalb auch keine großen Sorgen. Ich denke sie wollte sichergehen, dass da kein Problem vorliegt, obwohl die Werte soweit okay sind.

    Ich gehe wohl am besten nochmal zur Hausärztin und lasse mir eine Überweisung für das "MRT der Orbita mit T2-Relaxationsparameter" geben. Sie hatte ja eh schon angesprochen, dass ein MRT eventuell nötig ist.
    Das mit der Schielambulanz ist ein guter Tipp für danach, denke ich.

    Fast habe ich mich schon damit abgefunden, damit leben zu müssen, aber ich will versuchen, etwas zu unternehmen. Ich hatte deshalb schon ziemlich depressive Gedanken, aber gerade habe ich die Kraft, einen Anlauf zu unternehmen.

    Danke und viele Grüße,
    Matthias

  8. #8
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

    EO-Ambulanz, Matthias. Meist integriert in die Schielambulanz zu finden.

    Bildgebung durch den Hausarzt ist nicht wirklich viel Wert, da muss der Fachmann (am besten Nuklearmediziner, der sowieso die Szintigrafie macht) ran.
    Echogleicher Knoten wäre, wenn er wirklich echogleich ist, nicht weiter aufregend und oft gibt sich das dann auch. Vielleicht geriet deine Schilddrüse durch den jodhaltigen Kontrastmittel doch etwas in Aufruhr, das kann sich auch wieder beruhigen. Rein wertemäßig ist deine Schilddrüse wirklich nicht auffällig, aber den Stand per Bildgebung zu haben ist nicht verkehrt.

    Es gibt keinen Grund, aufzugeben. Und sollte es keine EO sein, auch dann gibt es Möglichkeiten einer Korrektur.

  9. #9
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

    Ich stelle den Zusammenhang zum MRT jetzt her, nachdem ich gelesen habe, dass viele Überfunktionen der Schilddrüse durch jodhaltige Kontrastmittel entstehen.
    MRT-Kontrastmittel sind üblicherweise nicht jodhaltig. Oder war es in Wirklichkeit ein CT? Obwohl, wenn es Hypophyse war, wird's schon ein MRT gewesen sein.

  10. #10
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie ohne Morbus Basedow? (Laborwerte)

    Hallo Flamme,

    das wäre gut, wenn ich das ausschließen kann. Ich hatte mir bereits große Vorwürfe gemacht, dass ich doch noch der Kontrastmittelgabe zugestimmt habe, wegen der Auffälligkeiten.
    Um dem nachzugehen, habe ich gerade eine E-Mail an die Tagesklinik gesendet, mit der Bitte, mir die Untersuchungsergebnisse zuzusenden. Dort müsste ja auch die Untersuchungsmethode aufgeführt sein.

    EO-Ambulanz, Matthias. Meist integriert in die Schielambulanz zu finden.
    Ich habe ein Institut in München gefunden, dort gibt es eine EO-Sprechstunde. Ich rufe direkt morgen an.

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