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Thema: Endokrinologe Hashimoto JA - Nuklearmediziner Hashimoto NEIN... und jetzt?

  1. #1
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    Standard Endokrinologe Hashimoto JA - Nuklearmediziner Hashimoto NEIN... und jetzt?

    Hallo liebe Leute,
    war seit März 2019 nicht mehr im Forum.
    Es ist viel passiert...

    Hatte ja LT Ende Februar nach einer Versuchsphase abgesetzt (alles Wichtige im Profil).

    Hatte jetzt endlich (nach mehreren Wochen Warten) einen Termin bei einem SD-Facharzt/Nuklearmedizin bekommen und heute wieder nach mehreren Wochen Warten den Arztbrief bekommen.


    TSH 2,34 (0,3-3,5)
    fT3 4,78 (1,9-6,2)
    fT4 10,08 (7-25)
    TPO 6905,88 (<60)
    TSH-Rezeptor-AK 0,17 (<1,5)
    -Befund: Normal große, diffus echoarme SD.
    Erhöhter Titer TPO als Ausdruck einer Autoimmunthyreoiditis. Sonographisch kein Hashimoto-Befund.

    - Selen-Spiegel im mittleren Normbereich, Vitamin-D unterer Normbereich 29,93 (30-50)


    Wie passt es zusammen, dass der Endokrinologe im Herbst 18 einen Hashimoto diagnostiziert und mir LT als 'Versuch' gibt -

    ein Nuklearmediziner diesen Hashimoto-Befund ausschliesst mit den Worten "sie haben kein Hashimoto".

    Im Arztbrief steht allerdings erhöhter Anti-TPO als Ausdruck einer Autoimmunthyreoiditis.

    Ist eine Autoimmunthyreoiditis nicht gleich Hashimoto? Was denn nun?


    Was meint Ihr zu meinen Werten bezüglich der SD-Leistung? Nehme bisher kein LT mehr und fühle mich eigentlich ganz gut... definitiv besser als noch im März 19... da ging es mir 1x richtig richtig schlecht mit starken Schmerzen im Hals, Fieber, Gliederschmerzen.... hatte eine schlimme Phase mit Depressionen, Panikzuständen, Nervosität usw... paar Wochen später todmüde, Kopfweh, Schwindel, Zittern usw...

    Kann es auch sein dass ich eine subakute Thyreoiditis hatte bzw. habe und diese am Abklingen ist? Mir geht es wie gesagt seit Februar immer besser, Tag um Tag... natürlich noch Luft nach oben aber mir ging es schon wesentlich schlechter !!!!!

    Hab auch den Nuklearmediziner gefragt aber er sagte nur er kann nicht nach hinten schauen und nur das beurteilen was aktuell ist... Befund s.o.

    Achse das komische ist ja dass der Nuklearmediziner mir einen niedrig dosierte SD-gabe von LT25 empfiehlt. Obwohl ich ja seiner Meinung nach KEIN Hashimoto habe. Ich verstehe die Welt nicht mehr...

    Werde mir wohl noch eine 3. Meinung einholen... oder es einfach mal auf sich ruhen lassen... mir machen nur die hohen AK-Werte Angst

    Kennt jemand einen guten SD-Arzt Raum Nürnberg/Augsburg?

  2. #2
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    Standard AW: Endokrinologe Hashimoto JA - Nuklearmediziner Hashimoto NEIN... und jetzt?

    Hallo Mel,
    Das ist alles nicht halb so kompliziert, wie du meinst. Zunächst deine Antikörper, die sind hoch, aber nicht ungewöhnlich hoch. Also eigentlich ist das egal. Dann die Diagnosen, da gibts halt so Feinheiten und Abstufungen. Eine Autoimmunthyreoiditis ist tatsächlich hochoffiziell nicht dasselbe wie Hashimoto. Und die vielen Leute, bei denen die Schilddrüse schrumpft, haben eigentlich Ord und nicht Hashimoto. Aber im Endeffekt ist das sowas von egal für dich.
    Die einzige wichtige Frage ist, ob du jetzt LT brauchst oder erst später irgendwann. Das du Hashimoto bzw. Unterarten hast, ist klar bei deinen Antikörpern. Subakut ist da nichts. Ob man LT braucht, hat also auch gar nichts mit der genauen Diagnose zu tun, sondern nur damit, ob dein Körper zu wenig Schilddrüsenhormone zur Verfügung hat. Bei dir könnte das jetzt gut tun, eine kleine Menge LT zu nehmen, aber es könnte genauso gut zu früh sein. Das überlassen beide Ärzte dir, und genau so ist es auch korrekt. Eingestiegen warst du ja mit viel zu hohen Dosen, da ging es dir richtig schlecht damit. Von daher ist soviel klar, entweder du probierst die Minidosis LT 25, oder du wartest noch, wenn es dir momentan gut geht.
    Noch ein Arzt, das kannst du dir schenken, es ist alles klar und korrekt gelaufen.

  3. #3
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    Standard AW: Endokrinologe Hashimoto JA - Nuklearmediziner Hashimoto NEIN... und jetzt?

    Moin

    Irgendwas Autoimmunes wirds schon sein - gesund geht anders. Du solltest in jedem Fall ein oder zwei Mal jährlich die Blutwerte checken lassen. Die Antikörper sind weit außerhalb der Grauzone.

    Um aus dem Nähkästchen zu plaudern: Ich habe seinerzeit die Diagnose aufgrund der erhöhten Antikörper (nur ein paar Hundert; also deutlich weniger als Du) und der latenten Unterfunktion bekommen (TSH steigerte sich über Monate bis fast auf 6).

    Im Ultraschall war hingegen kein auffälliges Gewebe zu sehen - kein Ord, kein Hashimoto (Ist das bei Dir angekommen, dass der NUK-Befund möglicherweise nur wegen „korrekter“ Verwendung von Fachvokabular Hashimoto ausschließt? Ord ist die autoimmune Schilddrüsenverkleinerung; Hashimoto die Vergrößerung. Im Alltag wird allermeistens einfach beides als Hashimoto bezeichnet).

    Ein Jahr später sah es ganz anders aus, und das Gewebe zeigte Schäden.

    In Deinem Bericht steht nur, dass SONOGRAPHISCH (noch?) kein Hashimoto zu erkennen ist. Das heißt aber nicht, dass es langfristig so bleibt.
    Geändert von Schlomis Muddi (02.08.19 um 02:19 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Endokrinologe Hashimoto JA - Nuklearmediziner Hashimoto NEIN... und jetzt?

    Erstmal vielen Dank Euch Beiden für Eure Antwort.

    Zitat Zitat von Schlomis Muddi Beitrag anzeigen
    Moin

    Ist das bei Dir angekommen, dass der NUK-Befund möglicherweise nur wegen „korrekter“ Verwendung von Fachvokabular Hashimoto ausschließt?
    Ist es richtig, dass der FA nicht von Hashimoto spricht weil der US (noch) keine Schäden zeigt? Es ist sozusagen eine Vorstufe von Hashimoto und kann irgendwann Hashimoto werden? Kann man etwas machen um die Antikörper zu senken oder den "Prozess" aufhalten?

    Nimmt eine frühe LT-Gabe Einfluss auf den Verlauf der "Erkrankung"? Also kann ich mit einer Minidosis von LT25 (obwohl es mir eigentlich soweit gut geht und ich ungern mit LT anfangen würde solange es ohne geht) was daran ändern, dass die SD irgendwann zerstört wird?

    Hat man bei Hashimoto eigentlich Schmerzen im Hals also an der Schilddrüse? Ich dachte es sei eben was akutes/subaktues weil ich im März akut! krank geworden bin mit sehr starken Schmerzen an der SD die bis in die Ohren und den Brustkorb ausgestrahlt sind... ganz schlimm... dann gefühlt die ÜF und dann eine UF... und jetzt pendelt es sich gefühlsmässig wieder ein... so langsam... aber eben stetig besser... mein Gefühl täuscht mich da nicht... habe die Hölle hinter mir

  5. #5
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    Standard AW: Endokrinologe Hashimoto JA - Nuklearmediziner Hashimoto NEIN... und jetzt?

    Zitat Zitat von Mel13 Beitrag anzeigen
    Hat man bei Hashimoto eigentlich Schmerzen im Hals also an der Schilddrüse? Ich dachte es sei eben was akutes/subaktues weil ich im März akut! krank geworden bin mit sehr starken Schmerzen an der SD die bis in die Ohren und den Brustkorb ausgestrahlt sind... ganz schlimm... dann gefühlt die ÜF und dann eine UF... und jetzt pendelt es sich gefühlsmässig wieder ein... so langsam... aber eben stetig besser... mein Gefühl täuscht mich da nicht... habe die Hölle hinter mir
    Mein letzter Facharzt vertrat die Meinung, dass die Welt der nicht-autoimmunen Thyreoditen sehr viel vielfältiger ist, als in der Facharztpraxis, den Lehrbüchern und Unis gedacht, weil der SD-Spezialist sie so selten zu Gesicht bekommt -- die meisten gehen mit den entsprechenden Beschwerden zum HA oder HNO und die überweisen selten an den Nuklearmediziner... Gerade eine Ohrenbeteiligung sei ein Hinweis, dass da auch akut die Schilddrüse entzündet sein könnte.

    Nun sprechen bei dir natürlich die erhöhten AK für etwas Autoimmunes, aber könnte ja beides sein, theoretisch. Mir sagte der NUK, wenn die SD einmal autoimmun entzündet war, wird das US-Bild nicht wieder besser und tippte daher bei mir auf irgendeine andere (sub)akute Entzündung, wovon wohl auch Einzelfälle (der nicht klassischen) in der Literatur beschrieben sind. Allerdings habe ich keine Antikörper.
    Geändert von Ness (02.08.19 um 19:30 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Endokrinologe Hashimoto JA - Nuklearmediziner Hashimoto NEIN... und jetzt?

    Hallo Ness,
    vielen Dank für deinen Beitrag - sehr interessant.

    Die Frage ist ob bei den nicht-autoimmunen Thyreoditen auch die Antikörper eine Rolle spielen?

  7. #7
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    Standard AW: Endokrinologe Hashimoto JA - Nuklearmediziner Hashimoto NEIN... und jetzt?

    Hallo Mel,

    soweit ich weiß, sind TPO-Antikörper schon spezifisch für Hashimoto/Ord. Aber die Antikörper machen nicht die Entzündung, die entsteht schon vorher durch Lymphozyten, die in die SD einwandern. Wenn dann SD-Zellen untergehen, gelangt TPO ins Blut, die normalerweise außerhalb der SD nichts zu suchen hat, und daher vom Immunsystem als Fremdstoff mit entsprechender Antikörperbildung angesehen wird. Die TPO-AK verstärken dann scheinbar wiederum den Entzündungsprozess. TG-Antikörper sind weniger spezifisch (in der Diagnostik), da Thyreoglobolin (TG) häufiger ins Blut gelangen, auch bei Einwirkung von außen (Schläge, Drosseln) oder Kropf. Ob theoretisch bei einer akuten Entzündung auch TPO ins Blut gelangt und man Antikörper bildet, weiß ich nicht (bei TG-AK weiß ich, dass das vorkommt).

    LG Ness

  8. #8
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    Standard AW: Endokrinologe Hashimoto JA - Nuklearmediziner Hashimoto NEIN... und jetzt?

    Zitat Zitat von Mel13 Beitrag anzeigen
    Erstmal vielen Dank Euch Beiden für Eure Antwort.

    Ist es richtig, dass der FA nicht von Hashimoto spricht weil der US (noch) keine Schäden zeigt?
    Entweder das, oder es ist Ord. In jedem Fall brütest Du irgendwas Autoimmunes aus. Steht ja auch im Befund.

    Es ist sozusagen eine Vorstufe von Hashimoto und kann irgendwann Hashimoto werden?
    Nee, es gibt keine Vorstufen von Hashimoto. Es gibt höchstens sowas wie Krankheitsphasen (laienhaft ausgedrückt). Am Ende steht meist eine Mini-Schilddrüse mit 2 oder 3 ml. Auf dem Weg dorthin kann die Krankheit auch mal jahrelangen Stillstand haben. Meine Schilddrüse veränderte sich anfangs schnell; seit Jahren habe ich entweder Volumen-Stillstand oder büße mal 1ml ein.

    Kann man etwas machen um die Antikörper zu senken oder den "Prozess" aufhalten?
    Tje, gute Frage Letzten Endes kommt es darauf an, wie aktiv das Immunsystem ist. Das kann aber leider von Faktoren angeheizt werden, gegen die man gar nichts tun kann (mir persönlich bekommt der Sommer nicht so gut). Oder Du hast plötzlich einen Pflegefall in der Familie oder Stress im Beruf. Oder bekommst selbst eine Krankheit dazu. Heiß umstrittenes Thema ist Jod - das regt ja die Schilddrüse zum Arbeiten an, was allerdings das Immunsystem ebenfalls anheizt.

    Ich hab mich mit meinem hyperaktiven Immunsystem angefreundet: Im Vergleich zu meinem Umfeld bin ich viel seltener erkältet oder sonstwie mit Infekten verkeimt.

    Nimmt eine frühe LT-Gabe Einfluss auf den Verlauf der "Erkrankung"? Also kann ich mit einer Minidosis von LT25 (obwohl es mir eigentlich soweit gut geht und ich ungern mit LT anfangen würde solange es ohne geht) was daran ändern, dass die SD irgendwann zerstört wird?
    Bei MIR hat das nichts gebracht. Im Gegenteil - rückblickend ging der Schilddrüsenfraß erst so richtig los, als ich mit LT angefangen habe.
    Aber was vielleicht nicht so ganz bei Dir angekommen ist: Deine Schilddrüse löst sich bereits auf, sonst wären die Antikörper nicht so hoch. Du bist voll drin in der Krankheit. Wenn Du noch kein LT nehmen möchtest, kannst Du natürlich abwarten, wie sich die Werte entwickeln. Im Moment sehen die Hormonwerte noch ganz gut aus. Die Schilddrüse kann ja über Monate und bestenfalls Jahre noch normale Werte bringen.

    Hat man bei Hashimoto eigentlich Schmerzen im Hals also an der Schilddrüse? Ich dachte es sei eben was akutes/subaktues weil ich im März akut! krank geworden bin mit sehr starken Schmerzen an der SD die bis in die Ohren und den Brustkorb ausgestrahlt sind... ganz schlimm... dann gefühlt die ÜF und dann eine UF... und jetzt pendelt es sich gefühlsmässig wieder ein... so langsam... aber eben stetig besser... mein Gefühl täuscht mich da nicht... habe die Hölle hinter mir
    Also, meines Wissens deuten Schilddrüsen-Schmerzen nach einem Infekt eher auf eine akute Entzündung. Die Frage ist, ob durch etwas Akutes auch noch nach einem halben Jahr die Antikörper so exorbitant erhöht sein können.
    Akute Schilddrüsen-Entzündungen haben wir hier eher selten - wir sind eben ein Forum für Autoimmunes
    Mein Hashi macht jedenfalls keine Schmerzen. Allenfalls drückt es mal ein, zwei Wochen (besonders, wenn man dran denkt) - aber als Schmerzen im Sinne von „ich brauch ne Schmerztablette“ würde ich das keinesfalls bezeichnen.

  9. #9
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    Standard AW: Endokrinologe Hashimoto JA - Nuklearmediziner Hashimoto NEIN... und jetzt?

    Zitat Zitat von Schlomis Muddi Beitrag anzeigen
    Ich hab mich mit meinem hyperaktiven Immunsystem angefreundet: Im Vergleich zu meinem Umfeld bin ich viel seltener erkältet oder sonstwie mit Infekten verkeimt
    Das ist ja seltsam, bei mir ist es leider genau andersrum. Bin ständig erkältet oder auch im Winter häufiger "richtig" krank mit Grippe, Magen-Darm usw. brauche auch ewig bis ich wieder richtig fit werde
    Meine 3 Kids gehen in die Krippe, KiTa und Schule... da wird so einiges mit nach Hause gebracht... ich bin dann meistens auch gleich mit krank...
    müsste man bei Hashimoto dann "seltener" krank sein weil das Immunsystem aktiver ist?

  10. #10
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    Zitat Zitat von Schlomis Muddi Beitrag anzeigen
    Bei MIR hat das nichts gebracht. Im Gegenteil - rückblickend ging der Schilddrüsenfraß erst so richtig los, als ich mit LT angefangen habe.
    Aber was vielleicht nicht so ganz bei Dir angekommen ist: Deine Schilddrüse löst sich bereits auf, sonst wären die Antikörper nicht so hoch.
    ... das Gefühl hab ich eben auch. Vorher war soweit noch alles "gut". Aber mit Beginn der LT-Phase wurde alles noch viel viel schlimmer. Ich hoffe es pendelt sich ohne LT wieder ein, meine Werte sind ja eigentlich ganz gut.

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