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Thema: Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

  1. #1
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    Standard Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

    Liebes Forum,

    Erstmal vielen Dank für die Aufnahme!
    Nun zu meinem relativ dringenden Problem:
    Ich wurde im März 2019 akut im Krankenhaus (Interne) aufgenommen wegen (relativ heftiger) Tachykardie, Luftnot, Panik und schweren Kreislaufbeschwerden.
    Festgestellt wurde eine Auto-Immun-Hyperthyreose (unmessbar hohe Antikörper, Werte folgen), welche mit Beta-Blockern und Tiamazol Sandoz behandelt wurde.
    Szintigraphie und Ultrashall der Schilddrüse wurden gemacht, Ergebnis: Volumen 32,4ml; inhomogenes, echoarmes Grundmuster, gut und gleichmäßige Speicherung, Struma diffusa.
    Werte: TSH <0,01, fT4 2.7 (0,8-1,7), fT3 10,8 (2.2-4.0), TPO-AK >1000 (0.0-34.0), TSH-Rezeptor-AK 6.1 (0.0-1.8), Thyreoglobulin-AK >3000 (0.0-40.0)

    Die Beschwerden bildeten sich nach drei Wochen vollständig zurück, dachte ich sei geheilt.
    Als die Werte allerdings ein bisschen besser wurden (TSH wieder messbar) wurde mir in der Schilddrüsenambulanz (wo ich alle vier Wochen zur Kontrolle bin) sofort eine starke Reduzierung vom Tiamazol empfohlen (von 20mg am Tag auf schließlich nur noch 10mg pro Woche!) und dort begann mein aktueller Leidensweg (bin seit über 5 Wochen im Krankenstand).
    Ich wurde immer müder, danach kamen stundenlange Kreislauf/Panikattacken, Muskelstarre, neurologische Störungen an Händen und Beinen, permanenter Durchfall, Übelkeit und nach ca. drei Wochen dann auch psychische Beschwerden (Ängste, emotionale Schwäche, Aggression/Gereiztheit, Zwangsgedanken, usw) bis ich schließlich nur noch schlafen konnte.
    Mehrere Aufenthalte in Notaufnahmen, Termine bei Internisten, Psychiatern, Nuklearmedizinern, EEG, MRT und dergleichen mehr später habe ich nun auf Anraten eines zweiten Nuklearmediziners die Dosis wieder erhöht was zu einem deutlichen Rückgang der Beschwerden geführt hat, das psychische Leid versuche ich aktuell in einer Therapie zu lindern, Psychopharmaka waren wirkungslos, Serotonin immer gut in der Norm, Durchfall hab ich nach wie vor, schwere Erschöpfung ebenfalls.

    Aktuelle Werte: TSH 0,59, fT4 0.9 (0,8-1,7), fT3 3.2 (2.2-4.0), TPO-AK >1000 (0.0-34.0), Thyreoglobulin-AK >3000 (0.0-40.0)

    Ich habe keine Augenbeteiligung und nach wie vor keine echte Diagnose (ob es nun Basedow ist oder nicht), darum bitte ich euch um Tipps.

    Vielen Dank fürs Lesen!

  2. #2
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    Standard AW: Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

    Ich finde den ft4 sehr niedrig, evtl. ist er die Ursache der Probleme.

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von KarinE
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    Standard AW: Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

    Kannst Du bitte Deinen gesamten Verlauf der Werte mit dazu gehöriger Dosierung in Dein Profil einfügen. Das sind jetzt nur 2 schwammige Momentaufnahmen. Das reicht nicht um Dir zu helfen.

  4. #4
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    Standard AW: Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

    Ergänzung meiner Werte:

    Datum: 15.03.19
    Thiamazol: 30 mg täglich
    TSH: < 0,01 (0,36-3.6)
    Freies T4: 2.7 (0,8-1,7)
    Freies T3: 10,8 (2,2-4,0)
    FT3/FT4 Index: 4,0
    TPO-AK: > 1000 (0,0-34,0)
    TSH-Rezeptor-AK: 6,1 (0,0-1,8)
    Thyreoglobulin-AK: > 3000 (0,0-40,0)
    Sonographie: 32,4 ml, Struma diffusa

    Datum: 19.04.19
    Thiamazol: 20 mg täglich
    TSH: < 0,005 (0,36-3.6)
    Freies T4: 0,9 (0,8-1,7)
    Freies T3: 2,9 (2,2-4,0)
    FT3/FT4 Index: 3,2
    TPO-AK: > 1000 (0,0-34,0)
    TSH-Rezeptor-AK: 4,4 (0,0-1,8)
    Thyreoglobulin-AK: > 3000 (0,0-40,0)
    Sonographie: 24,6 ml, Struma diffusa

    Datum: 05.06.19
    Thiamazol: 10 mg jeden 2. Tag
    TSH: 0,2 (0,36-3.6)
    Freies T4: 0,6 (0,8-1,7)
    Freies T3: 2,1 (2,2-4,0)
    FT3/FT4 Index: 3,5
    TPO-AK: > 1000 (0,0-34,0)
    TSH-Rezeptor-AK: nicht bekannt (0,0-1,8)
    Thyreoglobulin-AK: > 3000 (0,0-40,0)
    Sonographie: 32,1 ml, Struma diffusa

    Datum: 19.06.19
    Thiamazol: 10 mg jeden 2. Tag
    TSH: 0,59 (0,36-3.6)
    Freies T4: 0,9 (0,8-1,7)
    Freies T3: 3,2 (2,2-4,0)
    FT3/FT4 Index: 3,6
    TPO-AK: > 1000 (0,0-34,0)
    TSH-Rezeptor-AK: nicht bekannt (0,0-1,8)
    Thyreoglobulin-AK: > 3000 (0,0-40,0)
    Sonographie: 25,8 ml, Struma diffusa

    Datum: 09.07.19 (anderes Institut)
    Thiamazol: 10 mg pro Woche (2x 1/4)
    TSH: 0,46 (0,47-3.5)
    Freies T4: 0,93 (0,75-2.0)
    Freies T3: 2,92 (1,39-4,14)
    FT3/FT4 Index: nicht bekannt
    TPO-AK: > 1000 (0,0-34,0)
    TSH-Rezeptor-AK: nicht bekannt (0,0-1,8)
    Thyreoglobulin-AK: > 3000 (0,0-40,0)
    Sonographie: Struma diffusa

    Aktuell nehme ich seit zwei Wochen wieder 10 mg Thiamazol täglich, nächste Kontrolle übermorgen.

  5. #5
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    Standard AW: Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

    Sei so nett und schreibe bei den Dosisangaben dazu, ob die Dosis für die Zeit vor der Kontrolle gilt (und wenn, dann seit wann genommen) oder für die Zeit nach der Kontrolle?

    Wurde keine Szintigrafie gemacht?

  6. #6
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    Standard AW: Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

    Dosis ist immer der Ist-Zustand (seit der letzten Kontrolle) zum Zeitpunkt der Blutabnahme, danach habe ich immer eine neue Dosis-Empfehlung erhalten, Dosis wurde also jeweils ca. 4 Wochen eingehalten.
    Szintigraphie wurde beim ersten Mal gemacht.
    Ergebnis:
    Gabe von 74 MBq 99mTc04: Vergrößerte, gut und gleichmäßig speichernde Schilddrüse.
    SD-Uptake: deutlich erhöht, linker Lappen 3,16%, rechter Lappen 3,58%
    Geändert von nemis (28.07.19 um 00:09 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

    Zitat Zitat von nemis Beitrag anzeigen
    Dosis ist immer der Ist-Zustand (seit der letzten Kontrolle) zum Zeitpunkt der Blutabnahme, danach habe ich immer eine neue Dosis-Empfehlung erhalten, Dosis wurde also jeweils ca. 4 Wochen eingehalten.
    Szintigraphie wurde beim ersten Mal gemacht.
    Ergebnis:
    Gabe von 74 MBq 99mTc04: Vergrößerte, gut und gleichmäßig speichernde Schilddrüse.
    SD-Uptake: deutlich erhöht, linker Lappen 3,16%, rechter Lappen 3,58%
    Bei dem deutlich erhöhten Uptake-Wert mit ebenfalls klar erhöhten TRAK ist Basedow ziemlich klar nachgewiesen. Die Werte gucke ich mir gleich an.

  8. #8
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    Standard AW: Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

    Mit 20 mg Thiamazol ab Mitte April bis Anfang Juni - wobei dein fT4 Mitte April bereits niedrig war - hat man dich natürlich in eine Unterfunktion gebracht. Geht kaum anders bei einer derartigen Kontroll-Lücke bei hoher Dosis - das ist ganz doof. Alle zwei Wochen sollte es sein anfangs, bzw. bei noch hoher Dosis, mit häufiger feiner Dosisanpassung.

    "Fein" ist alles, nur nicht: Alle zwei Tage 10 Thiamazol. Wenn, dann nimmt man der Regelmäßigkeit halber 5 mg täglich. Die letzte Ausdünnung auf 10 mg pro Woche mit bloß zweimaliger Einnahme in einer Woche ist noch doofer, bei Hemmern ist Regelmäßigkeit Trumpf, und angesichts der (relativ kurzen) Halbwertszeit des Hemmers gewährleistet eine tägliche Einnahe Regelmäßigkeit - keineswegs aber eine Einnahme zweimal die Woche.

    Was ich jetzt gar nicht verstehe: Wieso hat man vor zwei Wochen die Dosis erhöht - und zwar radikal erhöht? Deine Werte geben keine Anhaltspunkt für so eine Aktion. Ich halte, wie gesagt, die Dosierung davor für ziemlich unmöglich, aber von 1,xx mg pro Tag (10 mg die Woche) auf 10 mg pro Tag zu springen ist eine Vervielfachung der Dosis ohne ersichtlichen Grund. 1,xx mg war zwar viel zu wenig und viel zu uunmöglich genommen, aber für 10 mg täglich sehe ich einfach keinen Grund.

    Lass bitte die Dosis bis zur Kontrolle so wie sie ist, das sind nur noch zwei Tage, sonst kann man die Auswirkung und die nächste Dosis nicht wirklich gut beurteilen. Bemühe dich, die Werte am Tag nach der BE in Erfahrung zu bringen! Vom Labor aus geht es.

    Trotz dieser komischen Dosierung: Du hattest zwar am 5. Juni eine Unterfunktion, danach jedoch keine mehr, allerdings auch keine Überfunktion. Insofern sehe ich wertetechnisch keine Erklärung für deinen Zustand - und aber auch keinen Grund für die radikale Erhöhung. Guck dir selbst deinen fT4-Wert an, wo er sich innerhalb des Referenzbereichs befindet ... weit entfernt von der Obergrenze, also nicht einmal ein leiser Schatten einer Überfunktion mehr, die eine solche Dosiserhöhung rechtfertigen könnte.

  9. #9
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    Standard AW: Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

    Vielen Dank für deine umfangreiche Analyse!
    Die Dosis habe ich in der Verzweiflung (auf Anraten eines Arztes) erhöht und ich hatte Recht damit.
    Innerhalb von ca. drei Tagen kam es zu einer vollständigen Zurückbildung der neurologischen Symptome, der Kopfnebel, die Kreuzschmerzen, viele meiner Beschwerden waren plötzlich weg, dafür kam die extreme Müdigkeit zurück, auch der Durchfall in den Morgenstunden wurde aggressiver, generell bessert sich mein Zustand aber täglich.
    Hirn, Herz, Bauchorgane und Psyche dürften, soweit untersucht, in Ordnung sein, ausgeschlossen wurden auch B12/Selen/Zink/Cortisol/Serotonin Mangel, was allerdings bestand war ein schwerer Vitamin D Mangel (8,3), jener wurde dann mittels Kur (20.000er Einheiten) über 10 Tage behoben, spielte also sicher auch eine Rolle.
    Neben den Schilddrüsenwerten ist bei jeder Kontrolle auch die alkalische Phosphatase stark erhöht, falls du damit was anfagen kannst.
    Ich leide nun seit 7 Wochen durchgehend, am Montag werde ich um einen OP Termin ersuchen.

  10. #10
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    Standard AW: Schwere Erschöpfung und psychische Probleme

    Deine freien Hormonwerte waren voriges Mal in keiner Weise erhöht, darum ist für mich die Erhöhung weiterhin nicht nachvollziehbar.

    OK, was die Alkalische Phosphatase angeht: Sie kommen in vielen Organen vor, allerdings ist die höchste Anzahl in den Knochen zu finden. In deiner Situation sind gleich zwei Ursachen der Erhöhung möglich: 1. Bei Hyperthyreose ist der Wert erhöht (weil der Knochenumbau/-abbau erhöht ist), normalisiert sich danach und/oder 2. bei Vitamin-D-Mangel ist der Calciumhaushalt gestört, Calcium kann nicht in die Knochen eingebaut werden (dafür ist genug Vitamin D nötig), langfristig ist Osteoporose die Folge.

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