Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 12

Thema: Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

  1. #1
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    18.07.13
    Beiträge
    9.064

    Standard Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

    Für diejenigen, deren eine RJT wärmstens empfohlen worden ist.

    Langzeitstudie sieht Hinweise auf erhöhtes Krebsrisiko bei Radiojodtherapie.


    https://www.aerzteblatt.de/nachricht...cc1ca95ae35079

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Ort
    Trägerin des Rosa Ehrenknopfes
    Beiträge
    37.443

    Standard AW: Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

    Vielen Dank Maja!

    ich konnte beim Ärzteblatt nicht alles lesen, dafür hier das Original:
    https://jamanetwork.com/journals/jam...rticle/2737319

    Auf den ersten Blick:

    Es geht darum, dass eine Assoziation (keine strikte Kausalität!!) zwischen der verabreichten Dosis und dem Risiko fürs Entstehen spezieller Arten von Tumoren festgestellt wurde (u.a. Brustkrebs).

    (Wir wissen ja, dass insbesondere anderweitige Drüsen als die Schilddrüse ebenfalls Jod und damit auch das radioaktive Jod speichern: https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...-Schilddr%FCse )

    Nicht umsonst gibt es Limits bezüglich der verabreichten Dosis und wohl deswegen sollte man insbesondere bei großen Schilddrüsen auf die RJT erst recht verzichten. Nur fehlten bis jetzt aussagekräftigere Studien.
    Geändert von panna (04.07.19 um 00:30 Uhr)

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    18.07.13
    Beiträge
    9.064

    Standard AW: Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

    In dem Artikel wird darauf hingewiesen, daß die Assoziation so auffalend stark war, daß eine Kausalität stark zu vermuten ist.

    Daß keine Aussagefähige Studien zu dem Thema gibt, finde ich gar nicht verwunderlich. Wer hat schon ein Interesse daran, eine bequeme und sichere Einnahmequelle wegzuschaffen.

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Ort
    Trägerin des Rosa Ehrenknopfes
    Beiträge
    37.443

    Standard AW: Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

    Zitat Zitat von Maja5 Beitrag anzeigen
    In dem Artikel wird darauf hingewiesen, daß die Assoziation so auffalend stark war, daß eine Kausalität stark zu vermuten ist.
    Findest du irgendwo ein Wort, das "Kausalität" (einer eindeutigen Ursache-Wirkung-Beziehung) entsprechen würde? Falls ja, bitte die Stelle genau zitieren! Da wir hier etliche RJT-Patienten haben und nicht Angst sondern erhöhte Aufmerksamkeit erzeugt werden sollte, bringe ich am besten ich die Stellen, die die Ergebnisse zusammenfassen bzw. werten:

    This study’s findings suggest a modest positive association between greater organ-absorbed doses of radioactive iodine and risk of solid cancer death; additional studies are needed to fully weigh the risks and advantages of radioactive iodine and other treatment options for patients with hyperthyroidism.
    ...
    In RAI-treated patients with hyperthyroidism, greater organ-absorbed doses appeared to be modestly positively associated with risk of death from solid cancer, including breast cancer.
    ...
    Considering the number of statistical tests performed, some results may be because of chance; therefore, the results should be interpreted with caution. As the results were unadjusted for smoking, obesity, alcohol use, or reproductive factors, confounding by these known cancer risk factors is possible.
    ...
    We believe the results of this study provide quantitative estimates of the risks of radiation-associated cancer deaths in RAI-treated patients with hyperthyroidism, which were previously not well understood, and suggest that the risk of death from solid cancer (including breast cancer) increases with the greater absorbed dose to exposed organs and tissues.
    Diese Studien legen eine einfache positive Assoziation (nicht Kausalität!) zwischen höheren Dosen des organ-absorbierten radioaktiven Jods und dem Risiko eines Krebstods; zusätzliche Studien sind notwendig, um die Risiken und Vorteile einer Behandlung durch radioaktiven Jods und anderen Behandlungsoptionen voll beurteilen zu können.
    ...
    In durch RJT behandelten Patienten mit Überfunktion, höhere Dosen scheinen positiv assoziiert zu sein mit dem Risiko eines Krebstodes , inklusive Brustkrebs.
    ....
    Unter Berücksichtigung der Anzahl der statistischen Tests, manche Ergebnisse könnten Zufall sein; daher sollten die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden. Da Rauchen, Adipositas, Alkoholkonsum oder reproduktive Tatsachen (also: Geburten usw.) nicht berücksichtigt wurden, ist es möglich, dass diese Faktoren bezüglich der Ergebnisse Störfaktoren sind.
    ...
    Wir glauben, dass die Ergebnisse quantitative Schätzungen des Krebsrisikos ermöglichen, die früher nicht möglich waren und wir legen nahe, dass das Risiko eines Krebstodes mit der Höhe der absorbierten Strahlendosis wächst.


    (ich glaube, "absorbiert" ist ungleich "verabreicht" in dieser Hinsicht, normalerweise ist beides angegeben im Bericht)

    Von Kausalität sehe ich nichts, guck mir später die Ergebnisse noch genauer an (also: Beziehung zwischen Strahlendosis und Risiko).

    Panikmache durch Übertreibung und Ärztebashing wären hier wohl fehl am Platz.
    Geändert von panna (04.07.19 um 08:24 Uhr)

  5. #5
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    18.07.13
    Beiträge
    9.064

    Standard AW: Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

    Dass die Strahlung tatsächlich für die Krebserkrankungen verantwortlich war, kann eine epidemiologische Studie nicht sicher belegen. Der nahezu lineare Anstieg mit der Dosis der Organexposition weist jedoch auf eine Kausalität hin.
    Quelle wie oben https://www.aerzteblatt.de/nachricht...cc1ca95ae35079

    Was hat die Suche nach einer mögl. Erlkärung für fehlendes Interesse an Studien zu diesem Thema mit Ärzte-Bashing zu tun? Man ruft "Ärzte-Bashing!" und schon ist eine unbequeme Wahrheit nicht wahr?

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Ort
    Trägerin des Rosa Ehrenknopfes
    Beiträge
    37.443

    Standard AW: Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

    Zitat Zitat von Maja5 Beitrag anzeigen
    Quelle wie oben https://www.aerzteblatt.de/nachricht...cc1ca95ae35079

    Was hat die Suche nach einer mögl. Erlkärung für fehlendes Interesse an Studien zu diesem Thema mit Ärzte-Bashing zu tun? Man ruft "Ärzte-Bashing!" und schon ist eine unbequeme Wahrheit nicht wahr?
    Dein letzter Satz im Beitrag #3 ist einfach nur überflüssig, kein Fakt, sondern eine Unterstellung, die niemanden hier bei uns weiterbringt. Und niemand will hier "unbequeme Wahrheiten" verschweigen - ich bin genau diejenige*, die seit Jahren auf Jod speichernde Organe außerhalb der Schilddrüse nicht müde wird hinzuweisen und wir hier raten bei echt jeder vergrößerten Schilddrüse von der RJT strikt ab, weil das mit hoher Dosis oder doppelter RJT einherginge. Steht auch so im Infobeitrag. Also bleibe mal schön bei den Fakten, anstatt nahezulegen, dass hier unangenehme Wahrheiten verschwiegen werden.

    Dass Ärzte-Bashing bei ht-mb stattfindet und anderswohin verschleppt wird, fiel ja schon auch anderweitig auf (s. Endokrinologie-Blog), das muss man nicht anheizen - also: Fakten sind eine Sache, deren Interpretation eine andere.

    Fakt ist: In der Original-Studie steht kein Wort von einer nachgewiesener Kausalität. Im kommentierenden Ärzteblatt weist der erste von dir zitierte Satz exakt darauf hin, dass ein Beweis für Kausalität nicht vorhanden ist. Der zweite mutmaßt, dass die Ergebnisse als Hinweis auf eine Kausalität interpretiert werden *könnten*. Kausalität und Hinweis auf mögliche Kausalität sind aber echt zwei Paar Schuhe, und Differenzierung bei genau solchen Sachen ist eine Zier.

    * plus N'olino, der auch Links dazu sammelt
    Geändert von panna (04.07.19 um 13:37 Uhr)

  7. #7
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    13.05.06
    Ort
    Berlin
    Beiträge
    1.240

    Standard AW: Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

    Na, hoffen wir mal das Beste. Als Entscheidungshilfe käme es jetzt zu spät und zu ändern ist es nicht mehr, darum werde ich demonstrativ nicht in Panik verfallen und versuche mich zu entspannen. Ich schätze ja informative Artikel aber frage mich schon, weshalb ich ausgerechnet heute gegen meine Gewohnheit im Basedow Forum herumstöbere. Das hätte ich doch gerne überlesen.
    LG
    Geändert von lissie (09.07.19 um 22:21 Uhr)

  8. #8
    Benutzer
    Registriert seit
    13.12.05
    Beiträge
    170

    Standard AW: Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

    Wenn ich die Jod 131 Dosis lese, die dort erwähnt wird, bekomme ich wirklich Angst. Dort wird von der Maximaldosis von 140 Gray (gy) in der Schilddrüse gesprochen. Wenn ich meinen Arztbrief von 2012 lese so hatte man mir 800 MBq Jod 131 verarbreicht, das entsprach dann einer Dosis von 300 Gray (gy) in meiner Schilddrüse, die gemessen wurde. Nun steht aber in der Studie nicht, oder ich habs übersehen, wieviel Jahre nach der RJT die besagten Patienten an Krebs gestorben sind. Hätte mich interessiert.

    LG
    Gustavo

  9. #9
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Ort
    Trägerin des Rosa Ehrenknopfes
    Beiträge
    37.443

    Standard AW: Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

    Aber nein Gustavo, sie sagen doch nicht, dass man bei Organdosis nnn Gy nach soundso vielen Jahren stirbt, das geht doch gar nicht ... was die Statistik bietet, ist "nur" eine Risikoberechnung, dass also das Krebsrisiko in Abhängigkeit von der Organdosis statistisch gesehen wächst. Das ist nicht unähnlich zum Rauchen, man weiß, dass das Risiko für Lungenkrebs wächst, aber nicht, dass Person XY innerhalb von soundsovielen Jahren an Lungenkrebs stirbt, wenn sie raucht.

    Sie haben also berechnet, dass es pro 1000 Patienten eine gewisse Anzahl nn Krebstote mehr geben könnte. Aber gewiss nicht, dass jeder bei Dosis nn nach xy Jahren stirbt.

  10. #10
    Neuer Benutzer
    Registriert seit
    15.04.19
    Beiträge
    12

    Standard AW: Radiojodtherapie - Entscheidungshilfe

    Sehr interessant und danke für den Artikel.
    Radioaktiv ist eben leider mit dem Risiko von Nebenwirkungen verbunden, weshalb ich schon viele Jahre die RJT rauszögern will und mich vor vielen Jahren für die OP entschieden habe.

    Das Bundesamt für Strahlenschutz gab im März 2017 eine Meldung zu einem erhöhten Strahlenwert radioaktivem Jod 131 in der Luft in Europa im Januar 2017 raus. Hat das von euch auch jemand am Druck im Hals bemerkt? Ich weiß gar nicht, wie hoch die Strahlendosis war, muß ich noch Mal nachsehen. Aber es war merkwürdig im Nachhinein den Grund vom Druck in der SD zu erfahren. Mir ging es damals 3 Tage lang nicht gut.
    Nur falls es interessiert:
    https://www.bfs.de/SharedDocs/Kurzme...1-jod-131.html
    Geändert von AnnaK. (20.08.19 um 17:45 Uhr) Grund: Link eingefügt

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •