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Thema: Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

  1. #1
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    Standard Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

    Obacht, es ist nur eine kleine Studie mit 41 Teilnehmern mit MB-Rezidiv. Also keine Gesetzmäßigkeit zu erwarten.

    Bei der zusätzlichen Gabe von Selen in den ersten 6 Monaten* der Hemmertherapie hat sich herausgestellt, sich freie Werte und TSH bei Kontrolle nach 2 Monaten zügiger normalisierten, die TRAK bei 6 Monaten stärker gesunken sind und im (nur kurzen!) Beobachtungszeitraum von 2 Jahren nach der Hemmertherapie die Remissionsrate höher war im Vergleich zu der Gruppe, die kein Selen bekam.

    Nochmal: Mit aller Vorsicht genießen bitte. Ich würde hier "Remission" eher in dem Sinn sehen, dass sich das autoimmune Geschehen während der Therypie vielleicht schneller beruhigt. Von langfristig besseren Remissionsraten kann nicht die Rede sein bei der Kürze des Beobachtungszeitraums. Aber wir könnten vielleicht unsere Routine, von Selen in der Überfunktionsphase der Hemmertherapie abzuraten, überdenken - vielleicht (nach Kontrolle des Selenstandes und bei Mangel/niedrigem Stand) doch zu Selen raten (was bei EO sowieso der Fall ist)?

    https://blog.endokrinologie.net/sele...thyreose-2837/

    Original-Studie in Englisch:
    https://www.thieme-connect.com/produ.../s-0042-110491

    *nicht länger, nicht einfach unkontrolliert weiternehmen etc.

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von KarinE
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    Standard AW: Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

    Danke panna.
    Das ist eine interessante Information. Selen wirkt ja gegen Entzündungen.
    Wenn die akute Phase damit verkürzt werden könnte, wäre ja schon ein Gewinn.
    Dann hebt sich ja auch die erhöhte T3-Umwandlung ggf. wieder auf.
    Klar es ist nur eine sehr kleine Studie, aber um die Gedanken mal in eine andere Richtung zu schicken, doch hilfreich.

  3. #3
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    Standard AW: Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

    Ja, Karin, so dachte ich es mir auch.
    Ich weiß auch nicht, ob die Umwandlungsteigerung Wirklichkeit ist - da hätten wir ja lauter jauchzende Hashis drüber.

    Und wer mag, kann ja die einmalige Ausgabe für eine Selenkontrolle ja doch spendieren.

  4. #4
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    Standard AW: Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

    Ich bin so ein Kandidat, seit 8 Wochen in Üf, noch kein Selen genommen. Warte darauf, dass ich es endlich nehmen kann. Dieses Mal scheinen die Hemmer nicht gut anzuschlagen.

    Beim ersten Ausbruch habe ich von Beginn an Selen genommen, da hat es wunderbar funktioniert.
    Kann natürlich auch am Rezidiv liegen. Das steht in den Sternen.

    Ich würde versuchen bei der nächsten BE, spät. übernächsten Selen mitbestimmen zu lassen.

    Alternativ nehme ich Kurkuma in medizinischen Dosen täglich ein.

  5. #5
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    Standard AW: Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

    Selen muss man in der Regel selbst zahlen. Das heißt, du kannst zu beliebiger Zeit in ein beliebiges Labor gehen und dort als Selbstzahler Selen bestimmen lassen.

    Aber ob dein Verlauf damit zusammenhängt - da gibt es Varianten ... z.B., dass Rezidive öfter stärker sind.
    Geändert von panna (02.07.19 um 18:01 Uhr)

  6. #6
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    Standard AW: Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Ich weiß auch nicht, ob die Umwandlungsteigerung Wirklichkeit ist - da hätten wir ja lauter jauchzende Hashis drüber.
    Laut Fachliteratur wird ja bei Jodmangel von Selen abgeraten, weil das über die Verbesserung der Umwandlung die Tendenz zur FT4-Unterfunktion verstärkt (aus dem Gedächtnis, ich müsste erst noch suchen, wo das steht).

    Bei Basedow wird ja durch die Hemmer die Jodaufnahme oder -verwertung gebremst, das könnte dann indirekt auch die Umwandlung verstärken.

    Ich habe ja nie Hemmer genommen (als ich sie am dringendsten gebraucht hätte, hatte ich keine Diagnose). Ernährt habe ich mich immer mit Mischkost (inclusive Milch), und so dürfte ich auch kaum einen relevanten Jodmangel gehabt haben. In meinen Phasen mit erhöhten TRAK ist FT3 auch nie auffällig vorgeprescht.

    Der oft stärker hochgeschossene FT3 auch bei unbehandeltem Basedow ist ja ein Resultat des relativen Jodmangels (also gemessen am erhöhten Bedarf, den die Schilddrüse hat, wenn sie sich von TRAK zur Überfunktion gedrängt wird).

    Hallo Google-Besucher: Basedow bitte nicht mit Jod behandeln, das feuert die Sache nur an.

    Ich werfe also weiter Selen ein und warte vergeblich auf den gepushten FT3-Wert.

  7. #7
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    Standard AW: Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Laut Fachliteratur wird ja bei Jodmangel von Selen abgeraten, weil das über die Verbesserung der Umwandlung die Tendenz zur FT4-Unterfunktion verstärkt (aus dem Gedächtnis, ich müsste erst noch suchen, wo das steht).
    Das Verhältnis zwischen T4 und T3 ist allerdings krass T4-lastig - wie kann eine etwas bessere Umwandlung (viel besser wäre ja ÜF-verdächtig, also kann es nicht um Unmengen handeln) eine fT4-Unterfunktion auslösen, hm.

    Und ja, Selen verstärke die Umwandlung ... ich glaube es, wenn ich es bewiesen sehe.

    Für T3-Dominanz habe ich damals nur folgende Aussagen gefunden:
    https://www.ht-mb.de/forum/showthrea...ominanz-bei-MB

    Jodmangel war da nicht dabei, aber wenn du noch wüsstest, wo du das gelesen hast, wäre ich dankbar.

  8. #8
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    Standard AW: Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Das Verhältnis zwischen T4 und T3 ist allerdings krass T4-lastig - wie kann eine etwas bessere Umwandlung (viel besser wäre ja ÜF-verdächtig, also kann es nicht um Unmengen handeln) eine fT4-Unterfunktion auslösen, hm.
    Guter Punkt!

    Vielleicht hat das mal jemand Wichtiges gesagt und es ist in die eminenzbasierte Medizin eingegangen.

    Und ja, Selen verstärke die Umwandlung ... ich glaube es, wenn ich es bewiesen sehe.
    Voraussetzung dafür wäre ein Selenmangel, der so stark sein müsste, dass er die Bildung der selenabhängigen Dejodasen bremst und das wiederum die Umwandlung. Wäre interessant, welcher Anteil des Selenbedarfs für die Dejodasen verbaut wird - kann nicht viel sein, das meiste Selen wird ja für die Glutathion-Peroxidasen gebraucht ...

    Für mich ist die gesteigerte Umwandlung vor allem eine Möglichkeit, die sich aus der Biochemie ableitet, deshalb habe ich auch nie von Selen in der Überfunktion abgeraten.
    Geändert von Irene Gronegger (02.07.19 um 23:03 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

    Ich kann nur sagen, was Selen bei mir persönlich gemacht hat, anhand der Blutwerte und dem Befinden, die ich bei konstanter Dosis einmal mit und einmal ohne Selen.

    Es hat meine SD etwas zur Produktion angeregt und mir einen leicht höheren ft3 und ft4 gebracht (ft3 von 2,42 auf 2,58 und ft4 von 1,24 auf 1,28). Den selben Effekt hat auch Vitamin D gehabt. Zu Antikörpern etc. kann ich nichts sagen, da ich nicht autoimmunkrank bin.



    Das war bei einer Dosis von 55mcg.

  10. #10
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    Standard AW: Selen: Einfluss auf Hemmertherapie und Remission

    Jetzt bin ich doch ein bisschen traurig, dass ich die Schilddrüse nach 6 Monaten losgeworden bin wegen Knoten. Meine Prognose wäre ja echt gut gewesen. Ich habe von Beginn an brav jeden Tag Selen eingenommen
    Ein Selenspiegel wurde allerdings nie kontrolliert. Meine Ärztin meinte, dass man Natriumselenit nicht überdosieren kann.

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