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Thema: Ausgelagerte Diskussion aus Vitamin D- Thread

  1. #11
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    Standard AW: Vitamin D Mangel

    Zitat Zitat von Larina Beitrag anzeigen
    Aber dir ging es doch um das Gegenteil? Um falsche negative Beweise, das Krankheiten nicht vorliegen?
    Nein, es ging darum, daß man das Fehlen eines Nachweises (weil gar nicht untersucht) mit einen negativen Beweis verwechselt.

  2. #12
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    Standard AW: Vitamin D Mangel

    Zitat Zitat von Maja5 Beitrag anzeigen
    Nein, es ging darum, daß man das Fehlen eines Nachweises (weil gar nicht untersucht) mit einen negativen Beweis verwechselt.
    Wir meinen exakt dasselbe. Also z. B. das ein Arzt keine Schilddrüsenwerte abnimmt, aber sicher ist, der Patient ist nicht schilddrüsenkrank. Das aber ist nicht die evidenzbasierte Medizin, sondern ein schlechter Arzt, der sich nicht an Richtlinien hält.

  3. #13
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    Standard AW: Vitamin D Mangel

    Zitat Zitat von Maja5 Beitrag anzeigen
    Das Witzige dabei ist, daß die beiden Gebiete, molekulare wie evidenzbasierte, zwei Extreme sind. Die evidenzbasierte Medizin berücksichtigt die klinische Betrachtungsweise nicht, was sie zu einer rein theoretischen Disziplin macht, was Medizin nicht sein darf. Eine gefährliche Entwicklung. Noch gefährlicher ist eine steife, bzw. fehlerhafte, Interpretation der Evidenz, da verwechselt man die Begriffe: wenn etwas nicht untersucht worden ist, heißt es lange noch nicht, daß es nicht egsistiert. Das Fehlen eines Beweises (weil noch nicht untersucht) kann man doch nicht mit einem negativen Beweis gleich setzten. Medizin ist etwas anderes...
    In den Naturwissenschaften gibt es keinen Negativbeweis. Aber davon ab ist das Gebiet der orthomolekularen "Medizin" weder neu, noch unerforscht.

    Zur Evidenz: Die EbM ist wissenschaftlich, nicht theoretisch. Kritiker bemängeln, dass aus ihr abgeleitete Leitlinien mitunter zu starr sind und der individuellen Behandlung nicht gerecht werden. Das ist etwas völlig anderes, als die Klinik nicht zu berücksichtigen.

  4. #14
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    Standard AW: Vitamin D Mangel

    Zitat Zitat von Sekretaerin Beitrag anzeigen
    Mein Partner bekam vor einer OP wegen Vit. D Mangel vom Blood Management der Uniklinik eine Dosis von 100.000 iE täglich für 10 Tage verordnet, also 5 Dekristol / Tag. Er hats gut vertragen. Danach 20.000 iE wöchentlich / forever (so die Ansage). Seitdem stimmt der Wert.
    Glück gehabt. Wenn ich nur wenige Tage 8.000 bis 10.000 IE nehme, bekomme ich fiesen Spannungskopfschmerz, selbst wenn ich es von den Werten her brauchen könnte. Und da das nicht nur meine Erfahrung ist, sondern viele Vergleichbares erlebt haben, ist die Warnung vor der Hochdosis völlig berechtigt. Dafür braucht es keine separaten Studien, da kann man einfach empfehlen mal vorsichtiger ranzugehen, bis man weiß, womit man klar kommt.

    Einen Mangel haben und den fehlenden Stoff unmittelbar in großzügiger Dosis vertragen sind zweierlei.

  5. #15
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    Standard AW: Vitamin D Mangel

    Ich kann mir gut vorstellen, dass das nicht jeder verträgt. War selber sehr ... erstaunt. Auf Nachfrage wurde uns gesagt, dass das bei starkem Mangel Standard sei und in der Regel gut vertragen wird.

  6. #16
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    Standard AW: Vitamin D Mangel

    Die Hochdosis als Superlösung aller möglichen Probleme hinzustellen, hat wenig mit Medizin und viel mit Marketing zu tun ("Gesund in sieben Tagen"). Dann sehen einige andere Ärzte, dass das funktioniert und sich gut verkauft, dann machen sie es auch. Die Minderheit an Patienten, denen es dabei schlecht geht, sind dann die Dummen.

    Pragmatisch gesehen könnte man es auch langsamer angehen und erst mal schauen, wie viel jemand gut verträgt. Wenn man seit 10 Jahren mit einem Mangel rumläuft, wird es zwar höchste Zeit, ihn zu behandeln, aber wenn es bis zum guten Wert einige Monate länger dauert als mit der Hochdosis, ist das für die Gesundheit nicht entscheidend.

    Gesund in sieben Tagen, 10 % Zinsen ohne Risiko, Hashimoto heilen mit XYZ-Diät: Wenn es zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist es meistens auch nicht wahr.
    Geändert von Irene Gronegger (21.05.19 um 11:55 Uhr)

  7. #17
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    Standard AW: Vitamin D Mangel

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen

    Gesund in sieben Tagen, 10 % Zinsen ohne Risiko, Hashimoto heilen mit XYZ-Diät: Wenn es zu schön klingt, um wahr zu sein, dann ist es meistens auch nicht wahr.

  8. #18
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    Standard AW: Vitamin D Mangel

    Zitat Zitat von Maja5 Beitrag anzeigen
    Das Fehlen eines Beweises (weil noch nicht untersucht) kann man doch nicht mit einem negativen Beweis gleich setzten. Medizin ist etwas anderes...
    Genau, und da setzt evidenzbasierte Medizin an und empfiehlt in solchen Fällen überhaupt erst bzw. weitere, ggf. weniger bias-haltige, Studien.

    Das Witzige dabei ist, daß die beiden Gebiete, molekulare wie evidenzbasierte, zwei Extreme sind.
    Orthomolekularmedizin hat mit molekularer Medizin (auch Biomedizin genannt, in der sich aktuell weitere Unterfachgebiete etabilieren, molekulare Epidemiologie z.B.) nichts zu tun, außer dem Wortteil. Molekulare Medizin ist evidenzbasiert.

  9. #19
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    Standard AW: Vitamin D Mangel

    Zitat Zitat von riech.reload Beitrag anzeigen
    Genau, und da setzt evidenzbasierte Medizin an und empfiehlt in solchen Fällen überhaupt erst bzw. weitere, ggf. weniger bias-haltige, Studien.
    Das ist richtig. Allerdings, in der täglichen Praxis, sieht es anders aus: man behauptet oft, daß etwas nicht sein kann, obwohl noch gar nicht untersucht. Ein guter Beispiel: man schließt eine AI-Erkrankung aus, wenn keine AK's (hier TAK und MAK) meßbar sind, man weiß aber gar nicht, wie lange sie überlenen können, da noch nicht untersucht. Auf diese Weise halten sich solche Behauptungen Jahrzehnte lang. Auch, wenn irgendwann bewiesen wird, daß die Behauptung komplett falsch war, ist es schwierig, so eine Behauptung aus der Welt zu schaffen, da eine Überzeugung, auch ohne Beweise, viel stärker/bequemer ist, als Neuorientierung/Revidierung. Irgenjemand hat festgestellt, daß es mindestens 50 Jahre dauert, bevor neue Erkenntnisse in das Bewußtsein den Weg finden. Mindestens.

    Orthomolekularmedizin - hätte ich schreiben sollen, mea culpa...

  10. #20
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    Standard AW: Vitamin D Mangel

    Zitat Zitat von Maja5 Beitrag anzeigen
    Das ist richtig. Allerdings, in der täglichen Praxis, sieht es anders aus: man behauptet oft, daß etwas nicht sein kann, obwohl noch gar nicht untersucht. Ein guter Beispiel: man schließt eine AI-Erkrankung aus, wenn keine AK's (hier TAK und MAK) meßbar sind
    Das ist ein allgemeiner Logikfehler: Wenn A ein Beweis für B ist, muss das Fehlen von A noch kein Negativ-Beweis sein. Das hängt dann vom genauen Zusammenhang ab. Ich würde mich da am ehesten beim jeweiligen Abiturniveau beschweren und weniger bei der Medizinforschung.

    Ansonsten geht die endokrinologische Fachwelt derzeit davon aus, dass man bei Hashimoto immer Antikörper hat, aber vermutlich noch nicht alle entdeckt sind. Also dass es neben TG- und TPO-Ak noch weitere geben könnte. Wir werden sehen.

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