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Thema: Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

  1. #1
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    Standard Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

    Hallo Forengemeinde,

    schon seit längerer Zeit nimmt meine Leistungsfähig enorm ab, fühle mich einfach unglaublich schlapp. Im Zuge einer Routineuntersuchung wurden strukturelle Veränderungen an der Schilddrüse festgestellt. Ich werde nachfolgend alle bisherigen Arztberichte neutral wiedergeben, sowie aller Werte, die mir vorliegen. Auch ältere Werte der Schilddrüse. Noch kurz zu mir, ich bin 29, männlich, studierter Mathematiker.

    Erstmalige Auffälligkeit: 2009

    fT3 +4.05 pg/ml 1.17-3.71
    fT4 1.16 ng/dl 0.920-1.59
    TSH basal +2.33 mIU/l 0.280-1.88

    Werte 06.2018

    fT3 3.22 pg/ml 2-4,43
    fT4 1.49 ng/l 0,93-1,7
    TSH basal +4.23 mU/l 0,27-4,2

    Dezember 2018 Befund: (Sonographie Internist)

    Schilddrüse imponiert mit mutiplen kleinen Schilddrüsenknoten ohne Schilddrüsenvergrößerung.
    Rechter Schilddrüsenlappen 4,67ml Volumen
    Linker Schilddrüsenlappen 4,57ml
    Isthmus normal breit.

    auf diesen Befund folgte die nuklearmedizinische Vorstellung.

    Februar 2019 Nuklearmediziner:

    fT4 9.57 pg/ml 8,0-17,0
    fT3 3.48 pg/ml 2,2-4,2
    TSH 2.10 mU/l 0,3-3,6
    MAK ++823 U/ml bis 16
    TG 0,4 np/ml 0,2-70

    Calcitonin 8.2 pg/ml
    99mTc-Uptake 1,60% 0,5-3,0

    Szintigramm: 61MBq 99m Tc-Pertechnetat

    Gut 1,5-fach vergrößerte Schilddrüse in regelrechter Form und Lage. Glatte Konturen, unaufälliges Speichermuster.

    Sonographie:

    Auf gut 1,5-fache der Norm vergrößerte Schilddrüse mit multiplen, kleineren und einzelnen größeren liquiden Arealen.

    Beurteilung:

    Immunogene Autonomie der Schilddrüse bei M. Basedpw bei z.Zt. kompensierter Stoffwechsellage und Struma diffusa et nodosa.
    Die Schilddrüsenantikörper belegen das Vorliegen einer Immunthyreopathie. Der niedrige TG-Spiegel spricht gegen eine Zunahme der Schilddrüsenveränderung.
    Befunde sprechen für das Vorliegen einer normalen Schilddrüsenfunktion.

    Therapie: L-Thyroxin 50mikrog/d

    Nun ist es so, dass ich zusätzlich in schmerztherapeutischer Behandlung bin aufgrund einer Wirbelsäulenschädigung mit zusätzlicher Skoliose.

    Da mein subjektives Gefühl, einfach deutlich an körperlicher Leistung zu verlieren, kam auch die Morbus Basedow-Diagnose zur Sprache. Retrospektiv war ich früher sehr aktiv, nun eigentlich so gut wie gar nicht mehr, selbst die Treppen sind mühsam.

    Er riet mir, unbedingt eine zweite Meinung einzuholen bezüglich des Basedows. Die Neuvorstellung erfolgt aber erst im August.

    Nun ist mir selbst fraglich, auch, da ich nie an unter Morbus Basedow "typischen" Symptomen litt, ob die Diagnose, auch hinsichtlich des niedrigen ft4-Spiegels eher Richtung Hashimoto leitet. Hashimoto ist familiär bekannt. Der niedrige fT4-Spiegel erzeugt möglicherweise den vom mir empfunden Leistungsverlust.

    Nun habe ich ja recht viel geschrieben. Nun also doch einige Fragen.

    Hat jemand die Erfahrung, dass er zunächst Basedow und später Hashimoto diagnostiziert bekommen?
    Geht es euch besser, auch wenn der ft4 noch im unteren Referenzrahmen ist und ihr dazu bereits L-Thyroxin substituiert, noch bevor er erniedrigt war/ist?

    Vielen Dank an jeden, der ist gelesen hat!

  2. #2
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    Standard AW: Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

    Zitat Zitat von LimEs Beitrag anzeigen
    Hat jemand die Erfahrung, dass er zunächst Basedow und später Hashimoto diagnostiziert bekommen?
    So etwas kann es geben, auch die so genannte Mischform. Bloß, ich hab hier bei dir folgendes Problem: Ich kann beim besten Willen nicht sehen, wie und warum der Arzt auf MB gekommen ist. Auch dann, wenn man einen gerade nicht überfunktionsmäßig aktiven MB haben kann (Remission). Bloß, bei dir sehe ich gar kein Anzeichen für MB.
    * keine Überfunktion, also zunächst einmal: sowieso kein aktuer MB aber wichtiger als das:
    * kein positiver TSH Rezeptor Antikörper, oder hast du ihn nicht angegeben? **
    * kein erhöhter Uptake-Wert (ab ca. 2,5%) laut Szintigrafie.

    Also wie kommt der Arzt auf MB?

    Dass die MAK=TPO-AK erhöht sind, beweist weder Basedow noch Hashimito, der Wert besagt nur, dass deine Schilddrüse autoimmun "betroffen" ist.

    **was ist das denn hier:

    TSH basal +2.33 mIU/l 0.280-1.88
    guckst du nochmal nach? das ist kein TSH-Referenzbereich?



    Geht es euch besser, auch wenn der ft4 noch im unteren Referenzrahmen ist und ihr dazu bereits L-Thyroxin substituiert, noch bevor er erniedrigt war/ist?
    Das kann man nicht verallgemeinern, unterer Referenzbereich muss nicht Substitutionspflicht bedeuten, soo tief ist der fT4-Wert nicht und das TSH schreit auch nicht unbedingt nach mehr Hormonen. Vielleicht wollte der Doc Thyroxin gegen die Struma, also die Vergrößerung der Schilddrüse geben.

    Immunogene Autonomie der Schilddrüse bei M. Basedpw
    Das ist ein sehr seltsamer Ausdruck. Autonomie bedeutet, dass die Schilddrüse sich vom hypophysären Regelkreis lossagend autonom Hormone produziert, d.h. mehr als die Menge, die ihr das TSH als angebracht signalisiert. Aber auch dann hat man eine Überfunktion oder zumindest erhöhte Werte. Und vor allem: Autonomie ist nicht autoimmun bedingt ... also das stimmt irgendwie vorn und hinten nicht wirklich ganz.

    Was stimmt, ist eine Autoimmunthyreopathie - das kann primär Hashimoto, primär Basedow - oder seltener, eine Mischform sein. Nur wie gesagt: was deutet hier überhaupt auf MB hin? Ich sehe nichts, es sei denn, oben zitierter TSH-Wert ist der verschwundene TRAK-Wert?

  3. #3
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    Standard AW: Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

    Die Frage, weshalb der Arzt auf Morbus Basedow kam, ist für meinen Schmerztherapeuten der Grund, weshalb er mir eine Zweitmeinung anrät.

    TSH-Rezeptor-Antikörper, also TRAK, wurde nicht bestimmt. Die Werte entnehme ich der Kopie an meinen Hausarzt.

    TSH basal im Serum + 2.33 mIU/l 0.280-1.88 steht exakt auf dem Laborbericht.

    Alle Aussagen sind genau so den Berichten entnommen. Es wirkt alles sehr merkwürdig. Erst der Schmerztherapeut zweifelte dann die Diagnose an, sodass ich dann mich selbst informierte und letztlich selbst unsicher hinsichtlich der Diagnose wurde. Die Neuvorstellung erfolgt bei einem Endokrinologen.

    Auch sonstige Symptome eines Basedows habe oder hatte ich nicht. Keine Augenprobleme, kein Schwitzen, kein Gewichtsverlust.

    Wenn nötig, kann ich ja zusätzlich die geschwärzten Berichte mit dazuladen.

    **Auch hinsichtlich der Größe der Schilddrüse. Die ersten sonographischen Befunde sind ja bei knapp 10ml Schilddrüsenvolumen, also er recht klein für einen Mann?
    Geändert von LimEs (24.04.19 um 18:55 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

    TSH basal im Serum + 2.33 mIU/l 0.280-1.88 steht exakt auf dem Laborbericht.
    Genau da würde ich direkt im Labor nachhaken, wenn der Bericht nichts Abgeschriebenes ist. 0,2 - 1,8 ist einfach kein TSH-Referenzbereich. Und TSH=2,33 ist kein auffälliger TSH-Wert. Als TRAK-Wert wäre er auffällig wenn die kritische Labor-Grenze sagen wir, bei 1,8 liegen würde. Was es eher nicht tut, 1,7 sieht man öfter, 1,5 oder 1.

    Auch sonstige Symptome eines Basedows habe oder hatte ich nicht. Keine Augenprobleme, kein Schwitzen, kein Gewichtsverlust.
    Das ist nicht unbedingt der Punkt. Ich habe *momentan* auch keine dieser Symptome *und* meine TRAK sind momentan negativ. Trotzdem habe ich MB/eine Mischform.

    Du hast keinen akuten MB, so stimmt es auf jeden Fall. Und was noch stimmt: Ohne Abnahme der TRAK gibt es keine MB-Diagnose. Und es stimmt auch: Autonomie ist an sich nicht autoimmun, aber die scheinst du auch nicht zu haben :-)

    Ja, zeig mal die Berichte.

  5. #5
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    Standard AW: Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

    befund2.jpgbefund1.2.jpg

    Das L-Thyroxin ist gegen das Strumawachstum, ja. Die weißen Flächen sind Auschnitte der Namen sowie der Adressen.

    Ist es denn ratsam, überhaupt einen Endokrinologen zu ersuchen oder eher einen zweiten Nuklearmediziner?

  6. #6
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    Standard AW: Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

    BEfund 1: Die Konstellation ist tatsächlich nicht ganz plausibel, mit dem leicht erhöhten fT3 - nebst - falls es das TSH sein sollte - hochnormalem TSH. Hohe/abnormal erhöhte freie Werte kommen mit einem niedrigen bis supprimierten TSH. Aber: hier spielt, wie oft, der jeweilige Referenzbereich eine kleine Rolle beim fT3. Da gibt es andere Labors mit anderen Bereichen, etwa 2,0 - 4,2. Oder 2,1 - 4,4. Also es ist denkbar, dass die kleine Abweichung nach oben labor-/referenzbereichabhängig entsteht. - Und das TSH mit 2,33 ist niemals nicht nirgendwo nicht abnormal erhöht, den Referenzbereich bis 1,8 habe ich in meinen 13 Jahren Forumskarriere noch niemals gesehen. Dies zum ersten Befund.

    Zum zweiten:
    Vorliegen einer Immunthyreopathie, Ja. "Immunogene Autonomie*" in Form eines MB: Nein. Dafür spricht einfach gar nichts, siehe oben. Unauffälliges Speichermuster: Uptake, d.h. Jodhunger, Jodaufnahme zwecks Hormonerzeugung in der Schilddrüse unauffällig - kein MB.

    Das Einzige, was bei Basedow typisch ist: Die vorauseilende Erhöhung des fT3 im Befund 1. Das wäre ein leiser Anfangs-Basedow, wenn 1. TSH erniedrigt wäre 2. fT4 nicht so niedrig wäre und 3. TRAK positiv wären. Da hiervon gar nichts zutrifft und Befund zwei ein völlig normales fT3 (in einem anderen Referenzbereich) zeigt, gilt dieser Hauch von einer MB-Spur eben auch überhaupt nicht.

    Nachdem man dich so erschreckt hat, lass einen TRAK machen. Aber sogar wenn sie leicht erhöht wären (was auch bei Hashis möglich ist), hättest du bei dieser Konstellation keinen aktiven Basedow.

    Endo oder Nuk: Ich tendiere zum NUK, weil sie mit Bildgebung erfahrener sind! und Bildgebung ist mit das Wichtigste.

    *WEnn er MB als "immunogene Autonomie" bezeichnet, so ist dies im Mindestfall sehr irreführend, Autonomie ist ein anderes Krankheitsbild der Schilddrüse.

  7. #7
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    Standard AW: Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

    Du hast auf Basis der Februar-Werte und der SD-Vergrößerung LT verschrieben bekommen? Seit wann nimmst du es? Gibt es schon aktuelle Werte?

  8. #8
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    Standard AW: Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Zum zweiten:
    Vorliegen einer Immunthyreopathie, Ja. "Immunogene Autonomie*" in Form eines MB: Nein. Dafür spricht einfach gar nichts, siehe oben. Unauffälliges Speichermuster: Uptake, d.h. Jodhunger, Jodaufnahme zwecks Hormonerzeugung in der Schilddrüse unauffällig - kein MB.

    Das Einzige, was bei Basedow typisch ist: Die vorauseilende Erhöhung des fT3 im Befund 1. Das wäre ein leiser Anfangs-Basedow, wenn 1. TSH erniedrigt wäre 2. fT4 nicht so niedrig wäre und 3. TRAK positiv wären. Da hiervon gar nichts zutrifft und Befund zwei ein völlig normales fT3 (in einem anderen Referenzbereich) zeigt, gilt dieser Hauch von einer MB-Spur eben auch überhaupt nicht.

    Nachdem man dich so erschreckt hat, lass einen TRAK machen. Aber sogar wenn sie leicht erhöht wären (was auch bei Hashis möglich ist), hättest du bei dieser Konstellation keinen aktiven Basedow.

    Endo oder Nuk: Ich tendiere zum NUK, weil sie mit Bildgebung erfahrener sind! und Bildgebung ist mit das Wichtigste.

    *WEnn er MB als "immunogene Autonomie" bezeichnet, so ist dies im Mindestfall sehr irreführend, Autonomie ist ein anderes Krankheitsbild der Schilddrüse.
    Das beruhigt mich schon sehr, danke. Auch für die ausführliche Erklärung. Ich werde dann auch den NUK bevorzugen.

  9. #9
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    Standard AW: Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

    Zitat Zitat von Janne1 Beitrag anzeigen
    Du hast auf Basis der Februar-Werte und der SD-Vergrößerung LT verschrieben bekommen? Seit wann nimmst du es? Gibt es schon aktuelle Werte?
    Anfang Mai werden neue Werte entnommen. Das L-Thyroxin dann gleich Anfang Februar angefangen, erst 25 Mikrogramm, nun 50 Mikrogramm

  10. #10
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    Standard AW: Morbus Basedow ohne erhöhte Werte

    Dann sollte man diese erst einmal abwarten und die Dosis dann neu bewerten.

    BTW: Lies dich gut ein. Nur so bekommst du die für dich richtige Behandlung. Das Buch von Frau Dr. B. ist übrigens ein guter Einstieg, aber auch Irena Gronegger hat was gutes für Neulinge geschrieben.

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