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Thema: Überdosierung/ Vergiftung mit L-Thyroxin und Thybon

  1. #1
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    Standard Überdosierung/ Vergiftung mit L-Thyroxin und Thybon

    Hallo ihr,

    die Giftnotzentrale Göttingen teilte mir mit, der toxische Wert für L-Thyroxin läge bei einem 15kg schweren Kind mit gesunder Schilddrüse bei 1500µg. Das wären z.B. 15 Tabletten L-Thyroxin 100.
    Außerdem würde Thybon (T3) genauso aufgefasst wie das L-Thyroxin.
    Wenn ein 15kg schweres Kind bspw. also 10 Tabletten L-Thyroxin 100 gegessen hätte und 4 Tabletten Thybon 20, dann wären das 1080µg, also unterhalb der toxischen Grenze.

    Das verwundert mich. Wenn ich eine Tablette Thybon 20 nehme, merke ich das nach ein paar Stunden. Wenn ich mir vorstelle, ich schlucke 5 Tabletten, würde ich, glaube ich, sehr starke Symptome verspüren. Wenn ich dann mein Gewicht noch runterrechne auf 15kg... puh...

    Liegt das daran, dass ich Hashi habe und eine gesunde Schilddrüse anders reagiert als meine?
    Ich habe mal irgendwo gelesen, die gesunde Schilddrüse würde bei einem Zuviel an Jod einfach dicht machen. Hängt das irgendwie damit zusammen? Der Kram kommt rein, die SD sagt: Nö, brauch ich nicht, und alles geht wieder raus?

    Oder stell ich mir das nur so schlimm vor, weil ich mit nen paar Krümel mehr mit Herzklopfen reagiere (erst mal positiv gesehen), so dass ich mir ausmale, es würde "richtig schlimm" werden mit mehr Tabletten (ich habe es noch nicht probiert. Ich nehme 10µg und das tut mir gut)?
    Auch 10 Tabletten L-Thyroxin 100 auf einmal würde ich mir irgendwie nicht gut vorstellen und noch weniger, wenn ich das dann runterrechne auf das Gewicht von 15kg.

    Oder merke ich die Dosis so stark, weil ich regelmäßig die Tabletten nehme und nicht bloß einmalig?

    Auf der Suche nach der Toxizität bin ich außerdem auf ein interessantes Blatt gestoßen, die "Fachinformation" zu L-Thyroxin Henning (https://mein.sanofi.de/produkte/L-Th...4-fe6e3f3824d5). Dort steht unter dem Punkt "Überdosierung":
    Anlässlich von Vergiftungsunfällen (Suizidversuchen) beim Menschen wurden Dosen bis 10 mg Levothyroxin komplikationslos vertragen. Mit ernsten Komplikationen wie Bedrohung der vitalen Funktionen (Atmung und Kreislauf) muss nicht gerechnet werden, es sei denn, dass eine koronare Herzkrankheit besteht. Dennoch existieren Berichte über Fälle von thyreotoxischer Krise, Krämpfen, Herzschwäche und Koma.
    Also: Es gibt keine ernsten Komplikationen, aber eine thyreotoxischer Krise und Koma ist möglich?
    www.flexikon.doccheck.com schreibt:
    Die thyreotoxische Krise ist eine akute und lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung [...]
    und "Koma" stelle ich mir auch irgendwie ernst vor.
    Kann mir das jemand erklären?

    Außerdem:
    Eine Levothyroxin-Überdosierung erfordert eine längere Überwachungsperiode. Durch die graduelle Umwandlung von Levothyroxin in Liothyronin können Symptome bis zu 6 Tage verzögert auftreten.
    Wenn es doch keine Probleme gibt, warum muss ich das dann überwachen? Oder bezieht sich das nur auf die paar Herzkranken?
    (Die Giftnotzentrale teilte mir übrigens mit, dass es selbst bei Überschreitung der toxischen Grenze allenfalls eine ambulante Überwachung gäbe.)
    Geändert von golfplatz (25.05.19 um 00:36 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Überdosierung/ Vergiftung mit L-Thyroxin und Thybon

    Müssen wir uns Sorgen machen GiftNOTzentrale

    Wenn Du eine Vergiftung befürchtest, geh am besten zum Arzt. Und wenn es Dein Kind ist, erst recht. Hier kann niemand beurteilen, wie gesund beispielsweise Dein/ ihr/ sein Herz ist.
    Geändert von Schlomis Muddi (25.05.19 um 03:26 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Überdosierung/ Vergiftung mit L-Thyroxin und Thybon

    Also: Es gibt keine ernsten Komplikationen, aber eine thyreotoxischer Krise und Koma ist möglich?
    Das ist kein Widerspruch, die allgemeine Angabe “keine ernsten Komplikationen“ (was aber Komplikationen nicht ausschließt) bezog sich auf gesunde Menschen, explizit ohne koronare Herzerkrankung. Daher gibt es eben Einzelfälle, die schlimmer ausgingen.

    Liegt/lag bei dir denn ein vermuteter Vergiftungsfall bei einem 15 kg Kind vor? Oder hast du aus Eigeninteresse wegen deiner Reaktion auf Krümelmengen dort angerufen?

    Zur Info, was Giftnotzentralen sind und tun: das sind normalerweise an öffentliche Krankenhäuser/Unikliniken angeschlossene, und im Schichtdienst mit einer Handvoll toxikologisch spezialisierten Medizinern und/oder Chemikern besetzte Stellen (jeweils zuständig für ein oder mehrere Bundesländer) - die die Hotline bedienen und Zugriff auf entsprechende Datenbanken haben (Zusammensetzung verschiedenster Produkte, toxikologische Kennzahlen, Symptome), um möglichst schnell zu beurteilen, was getan werden muss im Vergiftungsfall: einzuleitende Sofortmaßnahmen vor Ort (manchmal ist Erbrechen sinnvoll, manchmal ausdrücklich nicht), z.B. durch die Eltern (häufig sind es Eltern, die dort anrufen weil z.B. der Verdacht besteht, dass ein Kind Putzmittel o.ä. verschluckt hat); ob sofort ein Notarzt/Krankenwagen gerufen werden muss, ob selbstständig ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden sollte zur weiteren Abklärung/Beobachtung, ob zuhause beobachtet werden kann.
    Geändert von riech.reload (25.05.19 um 08:45 Uhr)

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