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Thema: Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

  1. #1
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    Standard Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

    Liebe Mitbetroffene,

    Vorweg: ich war vor einigen Jahren schon einmal hier angemeldet. Leider habe ich aber mein damaliges Pseudonym und das Passwort vergessen. Ich habe mich daher neu angemeldet. Ich hoffe das ist in Ordnung.

    In 2014 wurde bei mir Hashimoto diagnostiziert. Mein Anti-TPO war damals extrem hoch und die Diagnose damit eindeutig. Die Ultraschalluntersuchung hat die Diagnose noch mal bestätigt.

    Bereits in 2007 wurden bei mir Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern) diagnostiziert. Nach meiner Hashimoto Diagnose konnte ich wegen meiner Herzrhythmusstörungen nur bis 62,5 μg L-Thyroxin steigern. Bei den beiden sehr vorsichtigen weiteren Steigerungsversuchen (Steigerung um 6,25μg) fing mein Herz immer wieder an, aus dem Rhythmus zu kommen. Ich habe es daher sein lassen und nehme somit bis heute täglich 62,5 μg L-Thyroxin morgens, mit einer ordentlichen Portion Wasser ein. Meine Herz- und Blutdruckmedikamente nehme ich dann frühestens 30 Minuten später.

    Weil ich mich nun schon seit einigen Monaten
    - sehr antriebslos,
    - schwerfällig,
    - träge,
    - lustlos und
    - müde fühle,
    • mein Blutdruck seit kurzem mit mir Achterbahn fährt und
    • ich aus heiterem Himmel immer mal wieder einen höheren Puls bekomme,
    • nicht selten Ohrgeräusche habe und
    • ich an einigen Tagen Konzentrationsschwierigkeiten und
    • ein latentes Schwindelgefühl habe,
    habe ich am 13.03.2019 neue Werte machen lassen.
    Könnt ihr mir bitte helfen diese zu interpretieren?

    FT 3: 3.0 pg/ml (2.0-4.2) 45.4545 %
    FT 4: 1.5 ng/dl (0.8-1.7) 77.7777 %
    TSH basal: 2.77 μlU/ml (0.40-4.00) 65.8333 %
    Anti TPO: 208 U/ml (> 34)
    Vitamin D (25-OH) LCMS: 47.0 ng/ml (> 20.0)

    Ich substituiere Selen und Vitamin D und seit drei Tagen Eisen (mit Vitamin C) und Zink.

    Bei diesen Werten habe ich mich zufriedenstellend gefühlt.

    Werte vom 02.05.2018:
    FT 3: 3.3 pg/ml (2.0-4.2) 59.0909 %
    FT 4: 1.3 ng/dl (0.8-1.7) 55.5555 %
    TSH basal: 2.33 μlU/ml (0.27-4.20) 52.4173 %
    Anti TPO: nicht erhoben
    Vitamin D (25-OH): 42.1 ng/ml (> 20.0)

    Werte vom 27.9.2016:
    FT 3: 3.2 pg/ml (2.0-4.2) 54.5454 %
    FT 4: 1.3 ng/dl (0.8-1.7) 55.5555 %
    TSH basal: 1.94 μlU/ml (0.35-4.50) 38.3132 %
    Anti TPO: nicht erhoben
    Vitamin D (25-OH): 26.5 ng/ml (> 20.0)

    Sämtliche Blutabnahmen erfolgten in vollkommen nüchternem Zustand, also auch ohne jegliche Einnahme von Medikamenten.

    Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr mir helfen könntet meine Werte zu interpretieren. Damit tue ich mich nämlich bis heute wirklich schwer.

    Vielen Dank im Voraus!

    Viele Grüße

    Momilo

  2. #2
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    Standard AW: Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

    Du brauchst nur die Ft4s vergleichen (Voraussetzung: gleiches Labor und gleicher Referenzbereich, was bei Dir der Fall ist!), denn das ist das Hormon, was Du mit dem LT zuführst.
    Offensichtlich nimmst Du inzwischen zu viel davon ein, vielleicht auch schon länger. Nicht steigern können, kann ja durchaus auch davon kommen. Dein damaliger fT4 lag schon um einiges niedriger als heute. Somit würde ich auf 50µg senken und schauen, ob Du Dich damit dann besser fühlst und der fT4 wieder sinkt.
    Selten ist es so eindeutig wie bei Dir.
    Wechseljahre vielleicht?
    LG

  3. #3
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    Standard AW: Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

    Ich würde hier nur um 6,25µg senken, das sind immerhin schon 10% der derzeitigen Dosis.

  4. #4
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    Standard AW: Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

    Ich sehe das anders.

    Du hast dich mit den Werten von 2018 und 2016 noch gut gefühlt, weil das Herz und Kreislaufssystem die fehlende SD-Hormone (bereits in 2007!) noch einigermaßen kompensieren konnte, der Kompensationsmechanismus aber nicht ewig herhalten kann, irgendwann ist er erschöpft. Betablocker (wenn ja, welche?) und auch andere Herzmedikamente (womöglich Amiodaron?!) verhindern die Produktion/Einbau der SD-Hormone, die man noch hat. Amiodaron (bzw. andere Herzmedikamente) ist zudem auch noch Leber- und Nierentoxisch, was bei einem Mangel an SD-Hormonen die Versorgung des Herzens noch zusätzlich bedeutend verhindert. So kommt es, daß, obwohl im Serum die Werte in der Norm sind, das Herz, und auch die anderen Organe, nicht gut versorgt ist, wie die Symptome zeigen. Die Versorgung mit T3 ist gesunken, was man an den Herzrhytmusstörungen und BD-Hupfen sehen kann. In so einer Situation noch die Dosis zu senken, halte ich eher für ziemlich ungünstig. Da ein BB die Umwandlung in T3 ziemlich zuverlässig hemmt, würde ich eher vorsichtig auf Prothyrid umsteigen, um den Effekt der BB zu umgehen. Man könnte auch die Dosis des BB leicht senken, um bessere T3-Versorgung zu gewährleisten, aber nur, wenn man in der Lage ist, selbst die Situation korrekt einzuschätzen, da ein Kardiologe eher keine Hilfe sein wird.

  5. #5
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    Standard AW: Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

    Ich denke es macht durchaus Sinn die anderen Medikamente beim Namen zu nennen.

    BTW: Deine freien Werte passen so gar nicht zum TSH. Wie schaut es bei dir mit Jod aus? Gut möglich, dass dein Herz sich deshalb beschwert.

    BTW: Nur die SD und den Vitamin D zu betrachten ... Ich finde, da gehört auch eine Eisendiagnostik mit dazu.

  6. #6
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    Standard AW: Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

    Liebe Mitbetroffene,

    vielen Dank für Eure Antworten und die Mühe, die Ihr Euch gemacht habt.

    Zitat Zitat von Amarillis Beitrag anzeigen
    Du brauchst nur die Ft4s vergleichen (Voraussetzung: gleiches Labor und gleicher Referenzbereich, was bei Dir der Fall ist!), denn das ist das Hormon, was Du mit dem LT zuführst.
    Offensichtlich nimmst Du inzwischen zu viel davon ein, vielleicht auch schon länger. Nicht steigern können, kann ja durchaus auch davon kommen. Dein damaliger fT4 lag schon um einiges niedriger als heute. Somit würde ich auf 50µg senken und schauen, ob Du Dich damit dann besser fühlst und der fT4 wieder sinkt.
    Selten ist es so eindeutig wie bei Dir.
    Wechseljahre vielleicht?
    LG
    Wow, das ist nun wirklich eine überraschende Antwort! Dass ich meine L-Thyroxin Dosis sogar unter Umständen senken könnte, um wieder einen besseren Ausgleich zwischen FT 3 und fT4 herzustellen und trotzdem gut versorgt zu sein, hätte ich mir nicht träumen lassen. Zuvor war ich immer Diejenige, die nicht die Höhe der Dosis einnehmen durfte, die sie eigentlich brauchte. Umso mehr freut es mich, diese Möglichkeit im Raum stehen zu haben.

    Meine bisherigen Überlegungen gingen eher in die Richtung, dass mein Körper das fT4 aufgrund von Nährstoffmängeln nicht hinreichend in FT 3 umwandeln kann. Deswegen hatte ich begonnen Eisen und Zink zu supplementtieren. Ich habe zwar, bis auf Eisen (der Wert kratzt immer sehr am unteren Bereich), keinen Blutwertbeweis über eventuelle Unterversorgungen. Aber es passiert ja schon mal schnell, dass man von dem ein oder anderen Nährstoff dann doch zu wenig zu sich nimmt.

    Danke, ich will das nach Rücksprache mit meiner Hausärztin gerne einmal ausprobieren.

    Zitat Zitat von Flamme Beitrag anzeigen
    Ich würde hier nur um 6,25µg senken, das sind immerhin schon 10% der derzeitigen Dosis.
    Vielen Dank für diesen Hinweis! Das kommt mir sehr entgegen.

    Zitat Zitat von Maja5 Beitrag anzeigen
    Ich sehe das anders.

    Du hast dich mit den Werten von 2018 und 2016 noch gut gefühlt, weil das Herz und Kreislaufssystem die fehlende SD-Hormone (bereits in 2007!) noch einigermaßen kompensieren konnte, der Kompensationsmechanismus aber nicht ewig herhalten kann, irgendwann ist er erschöpft.
    Interessant! Ich bin auf der Suche nach der Ursache meiner Hashimoto Erkrankung auch schon einmal an dieser zeitlichen Stelle angelangt. Ich gehe sogar noch mal fünf zusätzliche Jahre (2002) zurück, weil ich mich erinnere, damals einen ganz heftigen Haarausfall gehabt zu haben. Ich habe dieses Symptom damals auf Stress geschoben. Folge ich dieser Zeitlinie, so würde das bedeuten, dass meine Herzrhythmusstörungen durch Hashimoto verursacht worden sind (?).
    Diese Frage stelle ich mir tatsächlich seit geraumer Zeit.

    Zitat Zitat von Maja5 Beitrag anzeigen
    Betablocker (wenn ja, welche?) und auch andere Herzmedikamente (womöglich Amiodaron?!) verhindern die Produktion/Einbau der SD-Hormone, die man noch hat. Amiodaron (bzw. andere Herzmedikamente) ist zudem auch noch Leber- und Nierentoxisch, was bei einem Mangel an SD-Hormonen die Versorgung des Herzens noch zusätzlich bedeutend verhindert. So kommt es, daß, obwohl im Serum die Werte in der Norm sind, das Herz, und auch die anderen Organe, nicht gut versorgt ist, wie die Symptome zeigen. Die Versorgung mit T3 ist gesunken, was man an den Herzrhytmusstörungen und BD-Hupfen sehen kann. In so einer Situation noch die Dosis zu senken, halte ich eher für ziemlich ungünstig.
    Meine Herzmedikamente bestehen aus Bisoprolol und Ramipril. Ich achte sehr darauf, dass ich mein L-Thyroxin sehr deutlich vor meinen Herzmedikamente nehme.

    Herzrhythmusstörungen habe ich (Gott sei Dank!) nun schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr gehabt. Das wäre auch sehr schade, denn dann wären die zwei Herz-OPs umsonst gewesen. Das, was ich habe, ist ein plötzlich auftretender erhöhter und kräftiger Herzschlag.

    Zitat Zitat von Maja5 Beitrag anzeigen
    Da ein BB die Umwandlung in T3 ziemlich zuverlässig hemmt, würde ich eher vorsichtig auf Prothyrid umsteigen, um den Effekt der BB zu umgehen. Man könnte auch die Dosis des BB leicht senken, um bessere T3-Versorgung zu gewährleisten, aber nur, wenn man in der Lage ist, selbst die Situation korrekt einzuschätzen, da ein Kardiologe eher keine Hilfe sein wird.
    An meiner Dosis Bisoprolol werde ich alleine nichts verändern. Diesen Gedankengang will ich aber gerne mit meinem Kardiologen besprechen. Vielen Dank für den Hinweis!

    Zitat Zitat von Janne1 Beitrag anzeigen
    Ich denke es macht durchaus Sinn die anderen Medikamente beim Namen zu nennen.

    BTW: Deine freien Werte passen so gar nicht zum TSH. Wie schaut es bei dir mit Jod aus? Gut möglich, dass dein Herz sich deshalb beschwert.

    BTW: Nur die SD und den Vitamin D zu betrachten ... Ich finde, da gehört auch eine Eisendiagnostik mit dazu.
    Das meine freien Werte so garnicht zum TSH-Wert passen habe ich mir auch schon gedacht. Allerdings war das für mich eher so ein Gefühl. Schön, dass du den gleichen Gedanken hattest.
    Nur, dass ich unter Umständen ein Jodmangel habe, der diese Symptomatik verursachen könnte, finde ich ganz spannend. Normalerweise sollen wir doch Jod soweit irgend möglich umgehen. Hat sich daran durch neuere Wissenschaft etwas geändert? Es würde mich freuen! Denn immerhin wird Jod ja auch in reichlich anderen Bereichen des Körpers benötigt.

    Der Austausch mit Euch tut mir sehr gut! Vielen Dank dafür! Man ist in seinem Umfeld schon sehr alleine mit seiner Erkrankung.

    Viele Grüße

    Momilo

  7. #7
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    Standard AW: Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

    Zitat von Momilo

    Meine Herzmedikamente bestehen aus Bisoprolol und Ramipril. Ich achte sehr darauf, dass ich mein L-Thyroxin sehr deutlich vor meinen Herzmedikamente nehme.
    Es geht hier nicht um die Hemmung der Aufnahme des LT aus dem Darm. Die Auswirkung des BB, über die ich gesprochen habe, läßt sich nicht durch den Zeitabstand bei der Einnahme umgehen. So einfach ist das leider nicht, die BB wirken ja 24 Stunden pro Tag.

  8. #8
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    Standard AW: Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

    Zitat Zitat von Maja5 Beitrag anzeigen
    Es geht hier nicht um die Hemmung der Aufnahme des LT aus dem Darm. Die Auswirkung des BB, über die ich gesprochen habe, läßt sich nicht durch den Zeitabstand bei der Einnahme umgehen. So einfach ist das leider nicht, die BB wirken ja 24 Stunden pro Tag.
    Genau das ist der Punkt, es ist gleichgültig wann man die BB nimmt, sie wirken immer und zwar über 24 Stunden. Nach meiner persönlichen Erfahrung klappt die Aufnahme aus dem Darm, selbst wenn man geringe Dosen BB nimmt. Was überhaupt nicht mehr gut klappt, ist die Umwandlung von ft4 in ft3.

    Obwohl Deine obigen Werte ja ganz gut aussehen.

  9. #9
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    Standard AW: Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

    Zitat Zitat von London Beitrag anzeigen
    Genau das ist der Punkt, es ist gleichgültig wann man die BB nimmt, sie wirken immer und zwar über 24 Stunden. Nach meiner persönlichen Erfahrung klappt die Aufnahme aus dem Darm, selbst wenn man geringe Dosen BB nimmt. Was überhaupt nicht mehr gut klappt, ist die Umwandlung von ft4 in ft3.

    Obwohl Deine obigen Werte ja ganz gut aussehen.
    Genau hier ist der Kanackpunkt: es wird nicht nur die Umwandlung/Produktion gehemmt, sondern auch die Verwertung/Einbau/Wirkung des T3. Deswegen kann es genug T3 im Serum vorhanden sein, trotzdem ist die Wirkung des T3 herabgesetzt, da auch Rezeptoren blockiert sind. Statt an dem Herzen und anderen Organen anzudocken, wird T3 ungenutzt ausgeschieden.

    Das konnte man ander LVEF hervorragend sehen: mit der üblichen Dosis BB 41%, (Herzinsuffizienz), schon nach Halbierung des BB - 60%, also ganz normal.
    Geändert von Maja5 (08.04.19 um 12:29 Uhr)

  10. #10
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    Standard AW: Ich brauche Eure Hilfe bei der Interpretation meiner Blutwerte

    Ich habe nicht an Jodmangel gedacht, sondern an unbewusstem Jodexess, z. B. durch Kantine, Brot, Wurst, Fertigessen und Milchprodukte.

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