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Thema: Operation/RJT ja oder nein?

  1. #1
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    Standard Operation/RJT ja oder nein?

    Hallo Ihr,

    ich brauche euren Rat. Ich bin nicht neu in dem Forum und habe bereits den Eingangsthread zum Thema MB gelesen.
    Auch das Thema OP.
    Nichts desto trotz bin ich wirklich nicht sicher, ob heutzutage jede Schilddrüse raus muss.

    Folgender Sachverhalt: Ich habe seit 2008 MB, zum Glück ohne EO.
    Seit 2008 hatte ich mindestens 6 Rezidive, lasse aber regelmäßig meine Werte checken und Leberwerte waren immer in Ordnung. Mein damaliger Arzt meinte, dass er die Schilddrüse nicht rausnehmen würde. Er hat mich mit Carbimazol behandelt. Mein jetziger Arzt ist für eine Schilddrüsen OP, aber mit der Begründung: Es steht so im Lehrbuch.

    Meine letzten Werte vom 12.12.2018:
    TSH: <0,01 (0,3-3,5)
    ft3: 5,48 (1,9-4,8)
    ft4: 1,52 (0,8-1,8)
    trak: 1,11 (0-0,55)

    Ich habe dann 5mg Carbimazol/Tag verordnet bekommen.

    Meine Werte waren am 02.01.2019 so:
    TSH: <0,01 (0,3-3,5)
    ft3: 3,36 (1,9-4,8)
    ft4: 1,09 (0,8-1,8)

    Jetzt nehme ich alle 2 Tage 5 mg im Wechsel mit 2,5mg.

    Meine Schilddrüse ist ca. 18ml insgesamt groß, inhomogen und es sind keine Knoten vorhanden.

    Muss ich mich wirklich einer OP/RJT unterziehen oder gibt es die Möglichkeit weiterhin mit Carbimazol (natürlich weiß ich um die Nebenwirkungen) behandelt zu werden?
    Ich lese immer mal wieder, dass Leute nach einer Schilddrüsen OP/RJT trotzdem Probleme haben und sich nicht wohlfühlen.
    Davor graut mir ein wenig. Rausnehmen lassen geht ja immer schnell.

    Grüße
    Bagni01

  2. #2
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    Standard AW: Operation/RJT ja oder nein?

    Hallo Bagni,
    müssen musst du unter den gegebenen Umständen (und ohne Kinderwunsch und bei einer normalgroßen SD) gar nichts.

    Ich habe bloß zwei Fragen:

    Zitat Zitat von Bagni01 Beitrag anzeigen
    Seit 2008 hatte ich mindestens 6 Rezidive, lasse aber regelmäßig meine Werte checken und Leberwerte waren immer in Ordnung.
    10 Jahre, 6 Rezidive. Jedes Mal lang genug therapiert? Ist es denkbar, dass du bei zwar bereits guten freien Hormonwerten und bereits wieder vorhandenem TSH aber bei noch positiven TRAK und/oder nach wenigen Monaten abgesetzt hast? - Es ist nicht ausgeschlossen, dass so etwas ein erneutes Rezidiv triggert, zumindest sagt man genau deswegen, dass die Hemmertherapie mindestens ein Jahr lang (bis ca. max. 2 Jahre) dauern sollte.

    Leberwerte in Ordnung, fein. Was machen deine Granulozyten/Thrombozyten?

    Hast du dich evgl. klug gemacht darüber, dass zwar wirklich nur selten, aber doch manchmal Thioamide (SD-Hemmer) andere Autoimmunkrankheiten triggern können? Die üblicheren Nebenwirkungen kennt man - die zwar seltwenen, aber doch unangenehmeren nicht:
    Bei Thyreostatika können Nebenwirkungen auftreten, welche abhängig von der Dosis sind. Häufige und weniger schwerwiegende Nebenwirkungen sind Pruritus, Urtikaria, allergische Exantheme, Leukopenie, leichte Leberenzymerhöhung, Gelenk- und Muskelschmerzen, Lymphadenopathie, akute Speicheldrüsenschwellung, Arzneimittelfieber, Geschmacks- oder Geruchsstörungen, Polyneuropathie, gastrointestinale Beschwerden, Kopfschmerzen, Haarausfall (meist durch Hyperthyreose selbst) und Strumawachstum (bei Überdosierung). Gravierende und seltene Nebenwirkungen sind die Agranulozytose, die aplastische Anämie, die Thrombozytopenie, die Panzytopenie, die Stauung der Gallenflüssigkeit (Cholestase), ANCA-positive Vaskulitis, medikamenteninduzierter Lupus erythematodes und die Hypoglykämie .
    https://www.google.com/url?sa=t&rct=...Y-0L9yMpXCZHPr

    Nochmal: selten! aber nicht völlig ausgeschlossen. Vielleicht testest du mal dies und jenes (speziell: die Antikörper) diesbezüglich.
    Geändert von panna (06.01.19 um 17:37 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Operation/RJT ja oder nein?

    Hallo Panna,

    danke für deine Antwort. Die hat mich bei der Entscheidungsfindung doch noch einmal weiter gebracht.

    Kinderwunsch ist derzeit nicht vorhanden.

    Ja, beim erstenmal wurde lang genug therapiert.
    Ich hatte von November 2008 - Mai 2010 Carbimazol durchgehend genommen.
    Im Mai 2010 hatte ich unter Carbimazol mein erstes Rezidiv.

    Meine Thrombozyten lagen am
    12.12.2018

    Thrombozyten: 334 (150 -420)

    und am
    02.01.2019

    Thrombozyten: 317 (150 - 420)

    Bezüglich der weiteren Autoimmunerkrankungen unter Carbimazol habe ich mir noch keine weiteren Informationen eingeholt.

    Danke für deine Verlinkungen. Das werde ich mir mal in Ruhe ansehen.
    Ich denke, dass ich nach deinem Beitrag doch in Richtung OP tendiere.
    Die Nebenwirkungen von SD-Hemmern sind ja nicht ohne (auch wenn Sie nur selten sind).




    Grüße
    Bagni

  4. #4
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    Standard AW: Operation/RJT ja oder nein?

    Sie sind wirklich selten. Wie weit diese seltenen Auswirkungen auch dosisabhängig sind, oder ob die jemals eingenommenen Hemmer kumulativ wirken, kann ich nicht sagen.

    6 Rezidive binnen 10 Jahren sind nicht wenig, vor allem, wenn sie stark genug sind, so dass du sie nicht aussitzen kannst, also wenn das nicht einfach kleinere-kürzere Überfunktionsphasen sind. Oder sind sie es, also eher schwach? Auch würde ich bedenken, oder mit einem guten Nuklearmediziner bereden, wie weit du damit rechnen könntest, dass deine Schilddrüse irgendwann ausgebrannt ist, also wie beschädigt ist sie. Wenn du allerdings in den Zeiten zwischen den Rezidiven kein Thyroxin brauchst (oder?), dann ist sie noch munter genug.

    Guck dir alles an, eben auch dein weißes Blutbild. Es gibt wirklich viele Faktoren, die zu berücksichtigen sind, lass dir Zeit. An sich bin ich ein Freund von Behalten, tu ich doch selbst - aber ich hatte bis jetzt nur ein Rezidiv in 12 Jahren, da habe ich leicht reden.

  5. #5
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    Standard AW: Operation/RJT ja oder nein?

    Zitat Zitat von Bagni01 Beitrag anzeigen

    Meine letzten Werte vom 12.12.2018:
    TSH: <0,01 (0,3-3,5)
    ft3: 5,48 (1,9-4,8)
    ft4: 1,52 (0,8-1,8)
    trak: 1,11 (0-0,55)

    Ich habe dann 5mg Carbimazol/Tag verordnet bekommen.

    Meine Werte waren am 02.01.2019 so:
    TSH: <0,01 (0,3-3,5)
    ft3: 3,36 (1,9-4,8)
    ft4: 1,09 (0,8-1,8)

    Jetzt nehme ich alle 2 Tage 5 mg im Wechsel mit 2,5mg.
    Was du da hast, ist ein Mini-Rezidiv, ich würde das gelassen angehen und erst mal die Lage klären. Wer weiß, ob beim vorigen Arzt alles korrekt gelaufen ist. Achtest du auf jodarme Ernährung (bezüglich Jodsalz, Milch, Fisch)? Davon haben die meisten Ärzte wenig Ahnung und behaupten teils sogar, dass Jodsalz nichts ausmacht.

    Lies dir Pannas Einführungsbeitrag gut durch. Wenn du mehr Input willst, kauf dir das Basedow-Buch von Brakebusch & Heufelder und / oder mein Buch zur Überfunktion.

  6. #6
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    Standard AW: Operation/RJT ja oder nein?

    Hallo Irene,
    Hallo Panna,

    danke für eure Beiträge.

    @ Irene: das Buch von Frau Brakebusch habe ich und auf Jod verzichte ich zum Großteil auch. Habe auch nach meiner ersten Überfunktion 2008 darauf 2 Jahre verzichtet und trotzdem kam es wieder zu einer Überfunktion.

    @ Panna: Thyroxin brauche ich nicht. Also es hat mir noch kein Arzt verschrieben und meine SD scheint ja noch genug zu produzieren.

    Meine letzte Überfunktion mit hohen Werten hatte ich am 12.05.2015.

    Da waren meine Werte wie folgt:

    TSH: <0,01 (0,27 - 2,5)
    ft3: 15,8 ((2 - 4,4)
    ft4: 41,20 (9,3 - 17)

    Seitdem kämpfe ich immer nur mit einer durchgängigen latenten Überfunktion. Meine freien Werte im Normbereich, TSH verschwunden.

    Die letzte Erhöhung meiner Werte vor dem jetzigen Rezidiv war dann am 07.09.2017:
    TSH: 0,01 (0,27 - 4,20)
    ft3: 3,91 (1,80 - 4,60)
    ft4: 23,50 (8,00 - 17,00)
    Trak: 2,48 (<1,75)

    Seitdem kämpfe ich wieder mit einer durchgängigen latenten Überfunktion und dem jetzigen Rezidiv.
    Habe mir jetzt auch einen Termin beim NUK geholt.

    Grüße
    Bagni

  7. #7
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    Standard AW: Operation/RJT ja oder nein?

    Zitat Zitat von Bagni01 Beitrag anzeigen

    Seitdem kämpfe ich immer nur mit einer durchgängigen latenten Überfunktion. Meine freien Werte im Normbereich, TSH verschwunden.

    Die letzte Erhöhung meiner Werte vor dem jetzigen Rezidiv war dann am 07.09.2017:
    TSH: 0,01 (0,27 - 4,20)
    ft3: 3,91 (1,80 - 4,60)
    ft4: 23,50 (8,00 - 17,00)
    Trak: 2,48 (<1,75)
    Das hier oben ist nicht latent, allerdings auch nicht basedowtypisch, dein fT4 ist ganz klar erhöht, fT3 nicht.

    Wenn du zum Nuk gehst, wird er dir zur RJT raten, das ist nun mal Branchensache. Er sollte am besten eine Szintigrafie machen, zur Größe, KNotenabklärung und ob eine Autonomie (neben MB) auch denkbar sein könnte.

    Du schreibst "durchgängig latent" das ist sicher nicht so gut, verbrennt mehr als einem lieb ist, unteranderem Knochensubstanz.

  8. #8
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    Standard AW: Operation/RJT ja oder nein?

    Das stimmt, dass meine Werte da nicht nicht latent waren.
    Am 24.7.2017 waren meine Werte latent:

    TSH: 0,07 (0,3 - 3,5)
    ft3: 3,65 (1,9 - 4,8)
    ft4: 1,35 (0,8 - 1,8)

    Am 30.10 war mein TSH in der Norm.
    TSH: 0,31 (0,27 - 4,20)

    Januar 18:
    TSH 0,20 (0,27 - 4,2)
    ft3: 2,42 (1,71 - 3,71)
    ft4: 9,2 (7,0 -14.8)

    Also um eine langfristige Entscheidung komme ich vermutlich nicht herum.
    Mit Carbimazol komme ich aus der latenten Überfunktion zumindest nicht heraus.

    Das mit der Autonomie ist noch einmal ein guter Tipp. Danke.
    Ich werde den NUK auf die Punkte ansprechen.

  9. #9
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    Standard AW: Operation/RJT ja oder nein?

    Bei alten Menschen gibt man in solchen Fällen 2,5 mcg Thiamazol, also wenig, auf Dauer ... zu denen zählst du wohl nicht.

  10. #10
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von RalfWei
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    Standard AW: Operation/RJT ja oder nein?

    Ich kenne Fälle (selber 2 Ärzte) die die 2,5mg Thiamazol seit Jahren durchgängig nehmen - nur mal so am Rande.

    irgendwo habe ich aber auch das unterschwellige Gefühl (wie panna?) das da noch etwas anderes eventuell nicht stimmen könnte. Vielleicht kannst Du uns ja noch etwas Background geben (Szintis, Ultraschall Bewertung SD, Lebensumstände, etc.). Wenn Du keinen KiWu hast kannst Du ja eventuell auch mit irenat arbeiten. Das geht nicht auf die Leber und in Amika nimmt man es z.B. zum Düngen von Salat. So 2x2 Tropfen Irenat würde ich mir ja ohne die geringsten Bedenken wie ein Glas Wasser nehmen.

    @ panna und Entschuldigung an Bagni01:
    in eigenem Interesse: Thrombozythophenie als Folge von Carbi/Thia oder Thrombozythophenie als begünstigender Faktor bei der Entstehung von SD-Problemen ?
    Geändert von RalfWei (07.01.19 um 22:41 Uhr) Grund: Rächstschraibproblemä

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