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Thema: Bitte um Hilfe - Morbus Basedow

  1. #1
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    Standard Bitte um Hilfe - Morbus Basedow

    Hallo,

    ich brauche, so glaube ich, Euren Rat.
    Vor 4 Wochen wurde bei mir "wahrscheinlich" Morbus Basedow diagnostiziert. Nachdem ich seit Monaten mit Herzrasen und Muskel- und Nervenschmerzen und Schlafstörungen zu meiner Hausärtztin ging, die mir aber nur was Homöopathisches gegen meine "Unruhe" gab, landete ich in der Notaufnahme. Dort wurde dann endlich mein Blut auf TSH kontrolliert.
    Meine Ärztin gab zu, sich mit der Schilddrüse nicht auszukennen. Sie telefonierte herum und fand einen Endokrinologen der 1 Woche später Zeit hatte. Dieser machte aber nur kurz einen Ultraschall der Schilddrüse und sagte ich solle 6 Wochen später erneut mein Blut testen lassen. Er verschrieb mir zudem einen Betablocker und Thiamazol - 1 x 20 mg täglich. Meine Schilddrüse sah ok aus. Im Bericht schrieb er "ggf. Morbus Basedow". Was er mit "ggf" meinte, weiss ich nicht.

    Die Werte waren am 29.11.: (PG/ML)

    FT3: 13,5 (Referenzwert 2,0 - 4,4)
    FT4: 44,6 (Referenzwert 9,3 - 17,0)
    TRAK: 5,17 (Referenzwert <1,75)
    Der TSH war gegen Null

    Vor 10 Tagen landete ich wieder in der Notaufnahme. Ich hatte unkontrollierbare Muskelkrämpfe und Schwindelattacken. Dort diagnostizierte man vor allem erst einmal akuten Schlafmangel. Auch wurde mir erst hier gesagt, dass die Überfunktion durchaus diese Dinge verursachen kann. Man entnahm erneut Blut am 20.12. (PG/ML)

    FT3: 3,80 (Referenzwert 2,0 - 4,4)
    FT4: 12,10 (Referenzwert 9,3 - 17,0)
    TRAK: 3,61 (Referenzwert <1,75)
    Der TSH war gegen Null

    Die beiden oberen Werte lägen, so sagte man, im oberen Normalbereich. Ich solle dringend mit meinem Endokrinologen über eine nicht unerhebliche Reduzierung des Thiamazol sprechen da eine Unterfunktion schaden würde. Ich solle auf Müdigkeit achten.

    Seit 5 Tagen bin ich extrem müde. Der Endo ist telefonisch nicht erreichbar und schmettert mich per Email ab. Ich soll auf den Termin in 3 Wochen warten. Die Hausärtzin zuckt mit den Achseln.

    Ich werde versuchen den Arzt zu wechseln, aber das wird sicher seine Zeit brauchen. Man bietet mir Termine ab März an...

    Was meint Ihr? Soll ich das Thiamazol reduzieren?
    Und was kann der Endo mit "ggf Basedow" meinen. Gibt es auch andere, ähnliche Krankheiten?
    Und was kann ich gegen den Juckreiz und die Quaddeln tun die seit dem Thiamazol auftreten?

    Vielen Dank für Euren Rat. Ich bin sehr besorgt.

    Eure Sandy

  2. #2
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    Standard AW: Bitte um Hilfe - Morbus Basedow

    Zitat Zitat von Sandra_111 Beitrag anzeigen
    Und was kann ich gegen den Juckreiz und die Quaddeln tun die seit dem Thiamazol auftreten?
    Quaddeln und Juckreiz: Nebenwirkungen, dosisabhängig - das müsste aber auch im Beipackzettel stehen. Auch sollte man dringend dein weißes Blutbild überprüfen u nd die Leberwerte, falls man das in der Notaufnahme nicht gemacht haben sollte. Wenn du auf Thiamazol allergisch reagierst, kann es gut sein, dass andere Reaktionen (Neutropenie, Leber) auch da sind. Und damit sollte man nicht spaßen, also: die Hausärztin sollte ein Blutbild und die Leberwerte machen - falls sie unwillig ist, sollte sie sich bei den Nebenwirkungen der Schilddrüsenhemmer klug machen.

    Du brauchst keinen Endokrinologen, gehe bitte zum Nuklearmediziner, aber dringend, im Zweifelsfall als Notfall! obwohl du wohl Basedow hast, sollte auch eine Sonografie und vor allem eine Szintigrafie dies bestätigen. Dazu ist es jetzt womöglich zu spät, insofern als die Überfunktion, die dafür typischen Szintigrafie-Merkmale, eher vorbei sein dürften - trotzdem sollte die Bildgebung gemacht werden. Wegen Quaddeln und Juckreiz: Es kann sein, dass du das Thiamazol absetzen musst, wegen dieser Nebenwirkungen. Kann auch sein, dass sie nach der Reduktion abklingen.

    Die Sache mit der Reduktion ist schwierig, auch deine jüngsten Werte sind bereits etwas alt, wir wissen einfach nicht, wo deine Werte jetzt sind. Und für eine aussagefähige Kontrolle müsste man die Dosis 12-14 Tage gleich halten - wenn du morgen reduzierst, sind die Werte, die du später als am 2.1. machen lassen würdest, bereits verfälscht. Ich schlage vor, du gehst ab morgenauf 7,5 mg und übermorgen stehst du als Notfall mit Jucken u nd Quaddeln entweder bei der HÄ auf der Matte, die umgehend TSH, fT3, fT4, Blutbild und Leberwerte machen soll - oder du rennst einem Nuk die Tür ein.

    Und bitte mache dich klug, lies den MB-Einführungsbeitrag oben im MB-Forum.

    PS

    das wird sicher seine Zeit brauchen
    Du hast keine Zeit, riskierst zu viel. Informiere dich gut und dann aufstampfen! wenn die HÄ nix weiß u nd nix kann - OK, besser als die, die meinen, sie wüssten alles und behandeln daneben. Vom Hausarzt sollte man auch nicht eingehende Kenntnisse bei der Behandlung von Autoimmunkrankheiten erwarten. Endos sind öfter unwillig und sowieso überlastet - also such dir dringend! einen Nuklearmediziner.
    Geändert von panna (31.12.18 um 17:41 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Bitte um Hilfe - Morbus Basedow

    Die Hausärztin kann Leberwerte und (weißes oder großes) Blutbild machen und dir vielleicht auch einen schnellen Facharzt-Termin organisieren. Auch wenn du bald jemand findest, solltest du dich selbst gut auskennen. Arbeite den Einführungsbeitrag von Panna (erster Beitrag im MB-Unterforum) gut durch. Wenn danach noch was in den Kopf passt, eignen sich das Basedow-Buch von Brakebusch & Heufelder und das Überfunktionsbuch von mir.

    Deine Werte vom 20.12. sehen den Umständen entsprechend gut aus, aber wahrscheinlich sind FT3 und FT4 seitdem weiter gesunken, weil nicht reduziert wurde. Was jetzt die ideale Dosis wäre, dürfte auch für Spezialisten nicht ganz einfach festzulegen sein. Aber mit ausreichend Kontrollen und Hartnäckigkeit kriegst du das wieder hin.

    Gegen allergische Hautreaktionen hilft behelfsmäßig und vorübergehend sehr kaltes Abduschen der betroffenen Stelle.

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von RalfWei
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    Standard AW: Bitte um Hilfe - Morbus Basedow

    Im Prinzip schließe ich mich der Meinung von panna an. Dringend Thiamazol reduzieren und dann verliert sich ganz schnell auch das Jucken.
    Die TRAKs deuten auf MB hin und deshalb schrieb der Endo "ggf" da er nicht wie ein NUK die Möglichkeit hat eine Szintigraphie zu machen und den Befund zu manifestieren. Lass Dir aber bitte vom Endo noch den genauen Befund geben und nicht nur das Wort o.k. . Manchmal sind auch in Nebensätzen Sachen versteckt. Interessant wäre auch das genaue Ergebnis des Ultraschalls mit SD-Größe ....

  5. #5
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    Standard AW: Bitte um Hilfe - Morbus Basedow

    Hallo
    ich hab vor 1 Jahr die Diagnose bekommen. ggfs ist gegebenenfalls. Und heisst, der Arzt weiss es nicht so genau...
    Wechseln. sofort. Basedow hat soviele Symptome, ist eine häufige Krankheit und eindeutig messbar. Wenn dann ein Arzt ggfs schreibt sollte er Parkwächter werden.
    Trak: du hast Antikörper also eindeutig eine Immunreaktion
    TSH fast nicht messbar. war bei mir genauso. Es gibt zwei gängige Medikamente Carbimazol und noch irgendeins. Welches du nimmst ist fast egal.
    Das kriegst du und bei einem der beiden solltest du dann bleiben. Es bringt wenig, zu wechseln. Am Anfang nimmst du vielleicht 20 mg pro Tag über den Tag verteilt. Nach 3-4 Wochen sind bei mir erst T3 und T4 auf den Normalwert gestiegen. Dann kam TSH hinterher. Die Dosis muss man dann regelmässig anpassen. Besonders am Anfang. Also mindestens alle 4 Wochen Blutprobe. Es gibt zwar Schnelltests mit drei Blutstropfen, aber die sind für die Anpassung der Dosierung nicht genau genug. Die sagen nur hat oder hat nicht. Leider. Und die Kasse zahlt Blutproben a gogo aber keinen Schnelltest obwohl der deutlich billiger ist. Denen sind Kosten und Nutzen komplett egal.
    Vom Zeitaufwand mal abgesehen wäre das ja interessant.
    Trak brauchst du nicht mehr messen, da die Antikörper ewig im Blut sind, auch wenn die Entzündung schon weg ist. Das dauert 1 Jahr....
    Apropos Einnahme von Zink etc scheint nix zu bringen. Mach dir eine Excel Tabelle und trag deine Werte ein. also die drei T Werte. Und geh eben regelmässig zur Blutprobe. Wenns einen Arzt mit angehängtem Labor gibt umso besser. Sonst dauerts immer bis man die Werte hat. Und also die Dosis anpassen kann. In 4 Wochen sollte es dir schon sehr viel besser gehen... Ich hab mich wie neugeboren gefühlt nach 1 Jahr nicht Diagnose.
    Schau dir mal die Selbsthilfegruppen in England an... Sehr beeindruckend wie die Pharmaindustrie da mit den Kranken spielt.

  6. #6
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    Standard AW: Bitte um Hilfe - Morbus Basedow

    Zitat Zitat von Roger99 Beitrag anzeigen
    Am Anfang nimmst du vielleicht 20 mg pro Tag über den Tag verteilt. .
    Man muss den Hemmer nicht über den Tag verteilen (Ausnahme Propycil, aber das sollte man sowieso höchstens im Ausnahmefall nehmen), das bringt nichts bei deren Halbwertszeit.

    Es gibt zwar Schnelltests mit drei Blutstropfen, aber die sind für die Anpassung der Dosierung nicht genau genug.
    Schnellstests gibt es meines Wissens nur fürs TSH, das reicht sowieso nicht für die Hemmertherapie.

    Trak brauchst du nicht mehr messen, da die Antikörper ewig im Blut sind, auch wenn die Entzündung schon weg ist. Das dauert 1 Jahr....
    Die Antikörper sind nicht ewig im Blut, sie können sehr wohl auch nicht mehr messbar werden, dann wieder positiv usw. Sie werden neu produziert, wenn das Immunsystem meint, es tun zu wollen :-) . Außerdem ist der TRAK-Wertverlauf wichtig, das sollte man schon wenn auch nicht jedes Mal, aber doch immer wieder messen. Sicher nach einem halben Jahr Therapie und sicher vor Auslassversuch. Ob das ein Jahr dauert oder weniger oder mehr, spielt keine Rolle, da sie ja kommen und gehen wie sie wollen.

    Apropos Einnahme von Zink etc scheint nix zu bringen.
    Doch, für einen Zinkmangel schon

    ******

    Sandra, wie ist es weitergegangen mit dir?

  7. #7
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    Standard AW: Bitte um Hilfe - Morbus Basedow

    Hallo,

    vielen Dank für die lieben und informativen Antworten.
    Ich habe beim Endokrinologen auf eine Blutabnahme gedrungen und erhalte Montag die Werte.
    Nächste Woche habe ich einen Termin bei dem Hausarzt im Dorf bei meinen Eltern. Dieser behandelt auch Schilddrüsenprobleme und führt auch Ultraschalluntersuchungen durch. Zumindest bin ich hier einmal einen Schritt weiter.
    Der Arzt überweist dann an einen Kollegen wenn er dessen Expertise braucht, einer ist im Krankenhaus 10 KM weiter, diese machen auch Szintigrafien, und 60 KM weiter gibt einen anerkannten Professor der sich auf die Schilddrüse spezialisiert hat, wenn es ganz haarig wird oder eine OP in Betracht gezogen werden sollte geht es dahin.

    Die Ärzte in Berlin kann man glaube ich alle getrost vergessen - zumindest habe ich 2 Freundinnen dort mit Hashimoto und die greifen sich dort beide an den Kopf.

    Ich stelle die Ergebnisse dann ein.

    LG
    Sandy

  8. #8
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    Standard AW: Bitte um Hilfe - Morbus Basedow

    Zitat Zitat von Sandra_111 Beitrag anzeigen
    Nächste Woche habe ich einen Termin bei dem Hausarzt im Dorf bei meinen Eltern. Dieser behandelt auch Schilddrüsenprobleme und führt auch Ultraschalluntersuchungen durch.
    Gewiss tut er das, das tun viele. Die besten aber überweisen bei Basedow, weil sie ihre Grenzen kennen.

    "Schilddrüsenerkrankungen" sind meist Hashimoto. Basedow ist selten und anders. Lass dich überweisen (wenn du mich fragst).

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