Seite 1 von 2 12 LetzteLetzte
Ergebnis 1 bis 10 von 18

Thema: MB und die Hyperventilation

  1. #1
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    14.03.11
    Beiträge
    360

    Standard MB und die Hyperventilation

    Ihr Lieben,
    Ich wollte mal ein Thema ansprechen, das mich drei Jahre meines Lebens gekostet hat.
    2010 hatte ich meinen ersten MB schub und dieser brachte mich dazu, mich 3 Jahre furchtbar zu fühlen und das, obwohl ich die letzten 2 Jahre davon, gut mit L Thyroxin eingestellt war ( bin anschließend in die Unterfunktion gerutscht ).
    Ich hatte Syptome wie Herzklopfen, - stolpern, Panik, Entfremdungsgefühle, Benommenheit, Nebel im Kopf, bleiernde Müdigkeit, Einschlafschwierigkeiten, Albträume, schwitzen, Blutdruckabfall,Schwindel. ..Ich war im Prinzip 3 Jahre nicht lebensfähig. Zusatzlich noch Schmierblutungen. Ich bin zu gefühlt tausend Ärzten gelaufen, habe auch viel Geld investiert, um einen Grund für diesen Zustand zu finden und habe viel an der Dosis rumgeschraubt Auch Untersuchungen, die hier oft empfohlen werden: Adrenalin Tests und Speichelproben wegen sexualhormonen. Ich habe diverse hormoncremes geschmiert und nichts brachte etwas ..Es tat sich erst etwas, als ich einen arzt gefunden habe, der auf funktionelle Störungen spezialisiert ist. Nach einer Therapie dort konnte ich mir selber irgendwann durch unter anderen Atemübungen, Entspannungstechnikennst, einer Kur usw. Helfen. Ich habe durch das einjährigen Hormonchaos angefangen chronisch zu hyperventilieren und einen dauernden anspannugszustand konserviert.
    Heute habe ich wieder MB und ich habe natürlich herzklopfen, durchfall und Unruhe. Aber keine Angst mehr...LG Julia
    Geändert von JuliaB (12.11.18 um 21:22 Uhr)

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    35.460

    Standard AW: MB und die Hyperventilation

    Zitat Zitat von JuliaB Beitrag anzeigen
    Ich habe durch das einjährigen Hormonchaos angefangen chronisch zu hyperventilieren und einen dauernden anspannugszustand konserviert.
    Bei mir war die Überfunktion nicht so extrem wie bei manchen und sie hat sich dann durch die Therapie auch gut bändigen lassen. Trotzdem wurde ich während jener Zeit "panisch" in bestimmten Situationen und einiges davon ist mir bis heute, 12 Jahre später, erhalten geblieben. Z.B. Flugangst, Höhenangst - davor nur in kleinen Spuren vorhanden, ab MB in voller Deutlichkeit ausgeprägt und nicht überspielbar. Geflogen bin ich erst wieder letztes Jahr, das war ein großer Sieg. Die Höhenangst ist unverändert stark ausgeprägt und unbeherrschbar.

  3. #3
    Benutzer
    Registriert seit
    06.12.12
    Beiträge
    92

    Standard AW: MB und die Hyperventilation

    Ich hatte das auch beim ersten Ausbruch, ich habe mich 3jahre absolut elendig gefühlt.
    Ich hatte:
    -Schwindel
    - Lähmungen an Armen und Beinen
    -Darm und magenprobleme
    -massive schmerzen, vor allem im Nacken
    -Übelkeit
    -zittern und Zuckungen
    -Panik vor krankheiten/Ärzten
    Depressionen
    - blasenprobleme
    usw
    mir konnte kein Arzt helfen, ich habe echt viel Geld für heilpraktiker, Massagen und osteopathen ausgegeben und mir am liebsten das leben genommen.
    Im Endeffekt ist es von alleine weggegangen und viel willen von mir zb habe ich mit Sport angefangen, auch wenn das gar nicht ging.
    Mein Herz hat massiv und durch Überwachung auch beweisbar Probleme gemacht.
    Bei allem anderen kam immer nix raus.
    Ich habe dann noch eine Therapie angeschlossen, nicht speziell dafür, sondern eher im allgemeinen.
    Bei diesem Ausbruch habe ich fast nix, also es geht mir zwar nicht blendend, aber auch keinesfalls so schlecht. Deshalb gebe ich der sd auch nochmal eine chance, sonst wäre sie weg.
    Meine Vermutung ist, dass es beim ersten mal alles so neu ist und man sich mit der chronischen Erkrankungen nun abfinden muss und es ja auch die eo gibt. Das hat mir unglaublich zugesetzt. besteht natürlich jetzt auch, aber ich kümmere mich nicht groß drum, denn ich kann es nicht ändern.
    Vielleicht hat der körper einfach reagiert auf die dauernde angst, ich weiß es nicht...

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    14.03.11
    Beiträge
    360

    Standard AW: MB und die Hyperventilation

    Hallo vs12, ich hatte schon gemerkt, dass sich unser Leidensweg sehr ähnelt. Totale angst, unheilbar und schwer krank zu sein, hatte ich auch. Und ich habe auch angefangen zu joggen und da ging es mir besser. Sobald ich aber keine Sport trieb, kamen die Syptome zurück. Eigentlich ist das durch chronische hyoerventilation auch zu erklären. ..Ich fand halt auch krass, dass kein endokrinologe vielleicht mal darauf kam, dass sich die Angst verselbständigt haben könnte. Ich finde, die Verquickung von Körper und Geist ist einfach vielen Ärzten irgendwie nicht bekannt. Und damit meine ich nicht, dass man Psychopharmaka braucht oder das alles nur psychisch ist, aber das Hormone innere Anspannung und Angstzustände produzieren, die widerrum einen Haufen körperlicher Syptome verursachen, müssten Ärzte doch verstehen.
    @panna: Ich habe leider auch flugangst und wenn ich in den Flieger muss, habe ich so schreckliche körperliche Symptome wie durchfall, schwindel, Panik Wellen usw. LG Julia

  5. #5
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    27.08.14
    Beiträge
    1.642

    Standard AW: MB und die Hyperventilation

    Hallo,
    Ich sehe hier auch Parallelen. Nach meinem zweiten Kind und dem Rezidiv verselbständigte sich auch bei mir die Angst.
    Ich war GsD schon seit der MB Diagnose in 2012/13 bei einer Psychotherapeutin wegen der vielen körperlichen Veränderungen und der damit einhergehenden psychischen Belastung (EO u.a.)...
    Diese hat mir in der schwersten Zeit geholfen und nach der TotalOP in 9/2017 ging es mir diesbezüglich schnell besser.
    Aber ich spüre ganz genau, dass ich die Angst nie wieder ganz los werde.
    Geblieben ist die Angst vor plötzlichen Herzleiden (Herzanfälle, rasender Puls), schlimmen Krankheiten, die mich von meinen Kindern trennen, Höhenangst und auch Flugangst. Ich trau mich nicht mehr, selbst Autobahn zu fahren, nur noch Stadtverkehr u.a.
    Das sind alles Überbleibsel aus der Krankheit MB und den Erfahrungen aus der Zeit der starken Hormonschwankungen.
    LG Ann

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    11.07.06
    Beiträge
    35.460

    Standard AW: MB und die Hyperventilation

    Oh ja, richtig - keine Autobahn mehr fing auch damals an. Zuerst noch die Strecke zum Flughafen, dann auch die nicht mehr. Auch nicht als Beifahrer ... schlimm.

    Aber die Flugangst ist - naja klar nicht weg, aber wenn man es dennoch *einmal* schafft, relativiert sich die eigene Angst. Um es mal so zu sagen, man nimmt sich selbst (bzw. die Panik, Angst) nicht mehr ganz voll und die Angst kann sich zumindest teilweise trollen, kann weniger werden. Naja, mit dem Flug war das so. Der Rest begleitet mich weiter.

    Eine Freundin von mir bekam totale "Autosperre" im Kopf. Sie fing irgendwann mit Fahrten um den eigenen Hausblock wieder an. Hat sich dann beinahe meterweise vorgekämpft, jede kleine Strecke mehr beweist einem, dass es geht, gehen kann, dass die Panik auch ausbleiben kann - oder wenn nicht, dann versucht man kleine Siege über sie zu erringen ("Aha, da bist du ja, Panik - ich fahre jetzt doch noch eine Runde").

  7. #7
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    27.08.14
    Beiträge
    1.642

    Standard AW: MB und die Hyperventilation

    So funktioniert Verhaltenstherapie...
    Als ich nur noch mit Handy auf dem Schoß den Schulweg meiner Tochter fuhr, um im Notfall sofort Gott weiß wen anzurufen, hatte ich mich auch angemeldet bei einer Verhaltenstherapie, weil ich echt dachte, jetzt bin ich Angstpatientin.
    Diese schlimme Panik ist vorüber, wurde mit der Drüse herausoperiert, das war ganz ganz schlimm und kommt hoffentlich nie wieder.

  8. #8
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    24.04.05
    Beiträge
    345

    Standard AW: MB und die Hyperventilation

    ich will mich mal hier einklinken, weil ich leider etwa 25 jahre sehr schlimme angst und panikattacken hatte und das inzwischen tatsächlich los geworden bin.
    angefangen hatte alles mit ausbruch des MB, bei mir war das ziemlich heftig und das volle programm incl EO, heisse und kalte knoten, rezidiven, schliesslich dann die op.
    danach war es etwas besser, ich hatte aber immer wieder vollkommen situationsunabhängig herzrasen, zu starken puls, das steigerte sich dann gerne zur panik hin.
    ich hatte dann irgendwann vor allem panik, geschlossene räume, höhe, menschenmassen, situationen aus denen ich nicht weg konnte, strassenbahn fahren und und und, kann ich alles gar nicht aufzählen.
    zwischendrin auch mal eine therapie wegen depressionen gemacht, die therapeutin konnte nicht wirklich helfen aber was die panik betrifft voll auf die zwölf getroffen und gesagt, das wäre eine generalisierte angststörung, die durch den MB ausgelöst und sich dann manifestiert hat. mein körper würde viel schneller als normal mit hohem puls, schwitzen, angst reagieren als normal. mir war das nicht so klar, ich hatte mich immer nur gewundert, weil ich meiner einschätzung nach nie verstanden habe, wieso ich nicht dagegen ankam, tatsächlich hatte ich nie den eindruck dass es an meinem denken lag.
    meine desensibilisierungsversuche haben NULL gebracht, ich hab mich durch situationen durchgequält und war danach einfach nur froh, dass sie zuende waren, von stolz es geschafft zu haben oder irgendeinem hauch positiven lerneffekt hab ich da leider echt nichts bemerken können. das soll nicht heissen, dass das bei euch auch so sein muss!
    nachdem das so etwa 25 jahre lief wurde ich krank, beide eierstöcke entfernt, das natürlich mit allen ätzenden wirkungen, die ein auf null hormonentzug bei hormonsensiblen menschen haben kann.
    trotzdem konnte ich es kaum glauben: die angst war weg. einfach weg, wie weggezaubert.
    ich hab noch ein paar jahre misstrauisch in situationen, in denen sie immer kam in mich reingehört und dem braten nicht wirklich getraut, inzwischen sind 10 weitere jahre vergangen, ich substituiere LT, östrogen und progesteron und ich kann und darf sagen: sie ist weg.
    nicht die "normale" angst, höhenangst habe ich immer noch oder angst vor spinnen, aber die panik und daraus folgende todesangst sind weg.
    ich weiss nicht, was das irgendwem nützen könnte, blöderweise kenne ich auch meine sexualhormonwerte in diesen 25 jahren nicht, da guckt ja keiner nach. vielleicht waren sie auch ganz normal und MB verträgt sich mit den sexualhormonen nicht, ich hab keine ahnung.
    nach der sd op fielen meine TRAK, ich habe bis heute sehr hohe MAK aber die trak bleiben hübsch unten.
    ich denke, da ist irgend ein zusammenhang noch nicht erforscht worden, anhand von meiner geschichte bin ich da ziemlich sicher.
    Geändert von gretel (15.11.18 um 15:58 Uhr)

  9. #9
    Benutzer mit vielen Beiträgen
    Registriert seit
    27.08.14
    Beiträge
    1.642

    Standard AW: MB und die Hyperventilation

    Hallo Gretel,
    Darüber hab ich auch schon oft nachgedacht, also über den Zusammenhang mit den Sexualhormonen. Und irgendetwas sagt mir auch, dass das sein kann.
    Ich hab alles im Zykluskalender dokumentiert und die Angst war am schlimmsten bei Hormonumschwüngen, also Eisprung oder Periode...
    Das ist heut immernoch eine kritische Zeit. Ich bekomme öfter noch Herzrasen und bin voller Sorge in der zweiten Zyklushälfte oder zum Eisprung hin.

    Die Diagnose generalisierte Angststörung bekam ich auch. Aber diese muss (das ist sicher) mit MB zusammenhängen.
    Denn nun ohne SD sind die Panikanfälle weg. Ich kann wieder einkaufen, in die Stadt gehen, Bus fahren....mich auch selbst beruhigen, wenn doch etwas Angst heranschleicht...
    Einzig lange Zugfahrten und alleine weite Strecken per Auto gehen nur mit Angst.
    LG Ann

  10. #10
    Benutzer
    Registriert seit
    04.02.17
    Beiträge
    183

    Standard AW: MB und die Hyperventilation

    Hallo ihr Lieben,

    ich finde es mega interessant und auch mutig, was ihr zum Thema MB und Angst so schreibt. Gleichzeitig kann ich für mich auch vieles ganz dick unterstreichen. Ich hatte Situationen, in denen meine Hormonwerte bereits völlig entgleist waren (das 10fache des Ref.bereichs!), aber ich noch nicht wusste, dass ich MB habe. Wurde ja alles immer auf die Psyche geschoben. An dem Wochenende bevor ich dann notfallmäßig in die Klinik ging, war ich noch mit 4 Kindern alleine Auto fahren und dachte unterwegs ich sterbe, das war's jetzt. Diese Erinnerung verbunden mit der Angst und Panik hat sich irgendwo in den Zellen festgesetzt und mich auch ganz lange begleitet, wenn ich genau wieder in so eine Situation kam. Völlig unabhängig davon, dass meine Blutwerte dann schon wieder ganz gut waren. Verhaltenstherapie habe ich danach auch versucht, hat mir aber nichts gebracht. Keinerlei positiven Lerneffekt nach "bestandenen" Situationen - genau wie Gretel oben auch schreibt. Mittlerweile hat sich vieles davon alleine wieder gegeben, aber vieles ist mir auch (noch) geblieben. Das schlechte Befinden und vor allem die Angst haben sich irgendwo manifestiert und meiner Meinung nach, wird da auch das letzte Zipfelchen LT rauf oder runter nichts dran ändern.

    Und dann kommt da meine Nachbarin, die seit ihrer Total OP 125 LT nimmt und nie auch nur irgendwelche Probleme in der Richtung gespürt hat und sagt: "Ich verstehe nicht, was du für ein Drama aus der Hormoneinstellung machst!" Nein, sie kann das nicht verstehen, sie hat auch keinen MB, keine totale Hormonentgleisung und keine EO gehabt. Aber hier im Forum sind scheinbar doch einige, die genau das verstehen und das finde ich total schön so!

    LG Luise

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •