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Thema: Schilddrüsenunterfunktion belastet mein Leben massiv - dazu ein paar Fragen

  1. #1
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    Standard Schilddrüsenunterfunktion belastet mein Leben massiv - dazu ein paar Fragen

    Hi

    Ich schreibe, da ich ein paar Fragen über meine Schilddrüsenunterfunktion und meine Lebenssituation habe…Ich hoffe mir kann Jemand ein paar Tipps oder Erklärungen geben. Tut mir Leid, falls der Text etwas lange ist.. aber ich dachte es ist am besten, wenn ich möglichst im Detail erkläre. Vielen Dank im Voraus.

    Ich leide seit 3,5 Jahren unter einer Schilddrüsenunterfunktion. Ein Jahr davon völlig unbehandelt, da mich keine Ärzte genauer untersuchen wollten und mich alle mit der Diagnose „Reizdarm-Syndrom“ rausgeschickt haben. Damals hatte ich massive körperliche und psychische Probleme, was zu diesem Zeitpunkt mein ganzes Leben zerstörte. Zu meiner Vorgeschichte: Die Schilddrüsenunterfunktion bekam ich mit 20 und habe zu diesem Zeitpunkt gerade 2 Jahre mit hohem Alkohol und Drogenkonsum hinter mir, was vermutlich auch die UF verursacht hat. Davon hatte ich aber keine Ahnung und habe damals nicht aufgehört zu konsumieren, ich brauchte es.

    Meine Körperlichen Symptome haben damals vor über 3 Jahren angefangen mit Schweissausbrüchen, Wut, Verstopfung, unstillbaren Hunger, Schlafprobleme, Unverträglichkeiten, Bauchschmerzen, sehr dicker Bauch, Wassereinlagerungen, Depressionen, Derealisationen, Delirium, Suizid Gedanken, Atemnot, Kreislaufprobleme und anderes… ich konnte an nichts denken, ausser an Essen. Habe jedoch nie wirklich an Gewicht zugenommen und sehr hohe Mengen an Kalorien zu mir genommen, die teilweise automatisch wieder aufgestossen wurden. Seit dem leide ich ebenfalls unter starken PMS symptomen

    Seit 3,5 Jahren habe ich an schlechten Tagen(!) immer noch eine Unverträglichkeit gegenüber Koffein, Blutzuckerprobleme, Angstzustände, Kreislaufprobleme, Atemnot, Konzentrationsschwierigkeiten, Vergesslichkeit, Gefühlslosigkeit, starkes Appetit-und Hungergefühl. Ohne sehr hohe Mengen Kalorien, komme ich nicht durch den Tag. Esse ich etwa innerhalb von 3 Stunden nichts, drohen mir Atemnot, Delirium, niedrigen Blutzucker und Kreislaufprobleme… Nebenbei habe ich kaum noch eine Libido… und das mit 23.

    Seit Jahren(!) bin ich auf der Suche nach Gründen für meine Probleme, die ich oftmals kaum mehr aushalte… Für mich ist das kein Leben mehr. Ich bin nicht mehr Frei.

    Meine Stimmungen sind sehr Gegensätzlich. An guten Tagen habe ich wahnsinnig viel Energie und manchmal so viel, dass es wieder sehr unangenehm wird. Denn ich verspüre eine unstillbare innere Unruhe und Nervosität, so dass ich nicht mehr runterfahren kann. Was mich an meinem Leben im Moment besonders stört: Ich warte darauf, dass es endlich endet und ich mich nicht mehr tagtäglich mühevoll durch den Tag kämpfen muss. Manchmal habe ich das Gefühl, dass ich den Alltag kaum noch überwältigen kann… An einigen Tagen geht es mir eigentlich sehr gut… an den anderen geschätzten 40-50% der Tage, verschlechtert sich mein körperlicher Zustand massiv. Ohne dass irgendwas sehr tragisches in meinem Leben passiert, ändert sich meine Stimmung, mein Zustand und schliesslich meine ganze Person in einen wahren Alptraum…

    Ich habe nun aber wieder mit Akupunktur angefangen, verzichte seit 5 Wochen komplett auf Alkohol(bis auf 2-3 Mal ein Bier) und andere Substanzen und das scheint mir sehr zu helfen. Blutwerte auf Nährstoffmangel teste ich Regelmässig. Ich ernähre mich seit vielen Jahren Biologisch und seit 2 Jahren Vegan und achte sehr auf Ausgewogenheit, seitdem geht es mir auch um einiges besser… (Ernährung ist mein Beruf) Soja und Gluten versuche ich möglichst zu vermeiden, da es die Erschöpfungssymptome verschlimmert

    Im Moment nehme ich L-Thyroxin 25. Habe die Dosis jedoch auf eigene Faust seit letzten Freitag verdoppelt, um zu sehen was passiert. Seitdem hatte ich keine Atemnot, Kreislaufprobleme, innere Unruhe und kann seit extrem langer Zeit wieder klar denken und kann mich gut konzentrieren ohne ständig essen zu müssen. Seit dem hat sich mein Hungergefühl seit Jahren wieder fast komplett normalisiert! Ich hoffe nur, dass es auch so bleibt. Meine Selbstsicherheit hat sich ebenfalls gesteigert und war insgesamt sehr motiviert. Gestern jedoch hatte ich auf einmal wieder ein Stimmungstief mit Suizidgedanken, ausser der Erschöpfung jedoch ohne diese heftigen körperlichen Symptome.

    Meine Fragen:
    - Ist es normal diese abartigen Stimmungswechsel zu haben von überschüssig viel Energie, zu Erschöpfungszustand? Oder lässt sich das irgendwie normalisieren, so dass ich wieder ein normales Leben führen kann? Ist das ein Wechsel zwischen Über- und Unterfunktion?

    - Ist es möglich, dass man bereits nach einem Bier wieder einen sehr schlechten Zustand hat? Am Samstag ging es mir z.B. extrem gut und am Abend hatte ich gerade mal ein halbes(!)Bier, danach hatte ich Schlaf Probleme und der ganze Sonntag fühlte sich nicht mehr besonders gut an…
    Ist eine Unterfunktion heilbar?

    - Werde ich je wieder problemlos Kaffee oder Alkohol trinken können?

    - Werde ich je wieder eine gesunde Libido haben?

    - Soll ich mit meinem Arzt nochmals sprechen?

    - Was soll ich noch tun?

    - Ist überhaupt die Schilddrüse das Problem?!

    Liebe Grüsse Soulcarver
    Geändert von Soulcarver (12.06.18 um 19:56 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Schilddrüsenunterfunktion belastet mein Leben massiv - dazu ein paar Fragen

    Wie lange hast Du denn die LT 25 genommen? Durchblicke ich nicht so ganz...

    Und kannst Du die letzten und Diagnosewerte posten?

  3. #3
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    Standard AW: Schilddrüsenunterfunktion belastet mein Leben massiv - dazu ein paar Fragen

    ja, ich würde auch mal Blutwerte hier und in dein Profil eintragen. Außerdem die Nährstoffe, die du getestet hast, auch mal posten.
    Aber ja, falls du tatsächlich Sd-Probleme haben solltest und die Werte auch ähnliches sagen, kann vieles/alles davon kommen und sollte sich auch wieder bessern.

  4. #4
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    Standard AW: Schilddrüsenunterfunktion belastet mein Leben massiv - dazu ein paar Fragen

    Ähm... wie soll ich sagen... Kann es sein, dass durch Drogen und Alkohol irgendwas dauerhaft „kaputtgegangen“ ist? Jedenfalls würde ich in diese Richtung AUCH denken.

    Ansonsten der Klassiker bei vegan: B12? Das testest Du bestimmt regelmäßig, oder? Und Eisen bestimmt auch.

  5. #5
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    Standard AW: Schilddrüsenunterfunktion belastet mein Leben massiv - dazu ein paar Fragen

    Meine Symptomatik war bei Diagnosestellung sehr ähnlich. Da ich ein paar Jahre älter war als du und es bei mir über viele Jahre schleichend schlechter wurde habe ich bei vielem erst nachdem es weg war verstanden, dass es evtl. mit der Schilddrüse zusammenhängt.

    Nach einer Steigerung wie zum Beispiel von 25µg auf 50µg hast du für eine gewisse Zeit immer einen gewissen Überschuss an Hormonen, da der Körper noch nicht entsprechend gegenreguliert hat. Gerade bei größeren Änderungen (25µg auf 50µg ist eine Steigerung von 100%) kann sich das deutlich bemerkbar machen.

    Der Auslöser für meinen Gang zum Arzt waren Erschöpfungsgefühle und Suizidgedanken, die ich nicht mehr unter Kontrolle hatte. Beides verschwand bei mir mit einer Einstiegsdosis innerhalb von zwei Wochen und tauchte dann im Verlauf der letzten 5 Jahre immer wieder einmal auf und war für mich oft ein Indikator dafür, dass ich die Dosis nochmal erhöhen musste.

    Im Großen und ganzen geht es mit tausend Mal besser als vor 5 Jahren. Die meisten Dinge sind mehr order weniger komplett verschwunden. Damals war ich Vegetarierin, bin dann aber wieder dazu übergegangen Fleisch zu essen, da es für mich zu schwierig war, sicher zu stellen, dass ich wirklich alles in meiner Ernährung habe. Eigentlich möchte ich dir das auch gerne raten. Gerade wenn bei dir die psychische Symptomatik so stark vorhanden ist, solltest du sehr genau auf deine Eiweißzufuhr achten.

    Den PMS-Wahnsinn hatte ich die letzten drei Monate mit Tryptophan und Vitamin B6 gut in den Griff bekommen.

    Für mich war es eine lange Reise... viel Stress und oft dachte ich, dass es nie besser wird, aber es wird besser...


    Drogen und Alkohol gehen extrem auf verschiedene Nährstoffe. Vor allem Drogen saugen gewissermaßen die Aminosäuren aus dem Körper ins Gehirn um die ganzen Neurotransmitter zu produzieren, die für den Rauche verantwortlich sind. Dementsprechend würde ich dir raten dir ein Tryptophan (Serotonin) und auch ein Tyrosin (Dopamin und Schilddrüsenhormone) Supplement zu besorgen und über einige Monate großzügig dosiert einzunehmen. In Bezug auf Alkohol, fallen mir spontan Zink, Niacin, Thiamin und Magnesium ein.

    Zink, Eisen, Tyrosin beeinflussen gemeinsam mit Jod die Schilddrüsenfunktion. Zink und Tyrosin sind durch Alkohol - und Drogenkonsum besonders stark betroffen.

    Oft ist es auch so, dass krankhafte Zustände Drogen und Alkoholkonsum verschlimmern, weil beides sozusagen als Selbstmedikation zur Stimmungsstabilisierung verwendet wird. Deshalb sind Ursache und Wirkung oft nicht eindeutig von einander zu trennen.

    Ja, die Schilddrüse kann die Ursache für deine Symptome sein. Ebenso kann aber auch eine beeinträchtigte Schilddrüsenfunktion die Folge übermässiger Belastung sein. Dementsprechend wäre ich mit den Schilddrüsenhormonen erst einmal vorsichtig und würde versuchen den Körper zu stabilisieren und großzügig mit Nährstoffen, Eiweiß bitte nicht unterschätzen, zu versorgen und sehen was sich in den nächsten Jahren tut.

    Es kann dauern... bei mir hat die Reise etwa fünf Jahre gedauert und erst jetzt fühle ich mich so langsam stabil. Ich dachte oft, dass es nie besser wird und bin froh, dass ich durchgehalten habe.

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