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Thema: Radiojod oder OP?

  1. #1

    Standard Radiojod oder OP?

    Hallöchen,

    nachdem es bei mir einige Zeit ruhiger war, melde ich mich nun "leider" wieder.

    Mein Morbus Basedow ist zurück. Werte liegen mir leider aktuell keine vor - nur den Arztbericht vom 29.05. (Profil ergänzt)

    Der Arzt schlägt eine Radiojodtherapie vor. Was haltet ihr davon?
    Habe viel gelesen und viele sprechen dann von Einstellungsschwierigkeiten nach der RJT, zum Teil auch schlimme...
    Sind das Ausnahmen oder entspricht das der Realität?

    Außerdem haben wir seit 2014 einen Kinderwunsch. Nach der RJT darf man ja 6 Monate nicht schwanger werden. Auf der einen Seite denk ich mir, ach auf das halbe Jahr kommt es auch nicht mehr an, auf der anderen Seite ist der Wunsch natürlich da und mit einer OP würde dies eventuell schneller realisierbar sein.

    Ich bin total hin und her gerissen. Ich habe Angst vor einer OP aber auch Angst vor den Einstellungsschwierigkeiten nach der RJT... Obwohl diese Schwierigkeiten auch bei einer OP auftreten könnten oder?

    Ich hoffe ihr könnt mir weiterhelfen oder von Erfahrungen berichten.

    Danke!

    Gruß
    Eva

  2. #2
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    Standard AW: Radiojod oder OP?

    Schon mal vorab:

    Du bedenkst die TRAK nicht. Sie sind plazentagängig, nach RJT vermehren sie sich in der Regel und gehen dann langsam, manchmal dauert das Jahre, runter.

    Und die Einstellung ist meist nicht in 6 Monaten erledigt, weil die Zerstörungsprozess meist länger dauert. Schwierigkeiten sind eher die Regel, auf Grund der Fälle, die wir hier haben.

    Sollte deine Schilddrüse größer als die Frauen-Norm sein, würde ich erst recht keine RJT erwägen.

    Die 6 Monate nicht schwanger werden dürfen: Es gibt Ärzte, die lieber ein Jahr dazu sagen.

  3. #3
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    Standard AW: Radiojod oder OP?

    Hallo Eva,

    leider gehöre ich zu den Fällen, in denen die RJT voll daneben ging.
    Meine RJT war im Mai 2016, daraus entwickelte sich eine EO, wegen der schwierigen Einstellung (es kam zu einer starken Unterfunktion) und seither lebe ich mit Doppelbildern.
    Da mein Befinden 1 Jahr lang schlecht war, ließ ich mir im Juli 2017 die SD komplett entfernen.

    Seither geht es mir gut, bis auf die Doppelbilder. Aber damit arrangiere ich mich langsam.

    Also lass die Finger von der RJT, Dein ganzes Leben kann sich ändern.

    Ich habe auch von Leuten gehört, die ohne definitive Therapie ihren Basedow ruhig bekommen haben.
    Vielleicht nicht zu schnell in das einwilligen, was die Ärzte Dir raten, bzw. auch mal einige weitere Meinungen einholen.

    Liebe Grüße
    Kathrin

  4. #4
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    Standard AW: Radiojod oder OP?

    Hallo Eva,

    meine RJT war im März 2015. Mir ging es etwa ein Jahr lang danach gut. Dann ging es schleichend los mit den Einstellungsproblemen, auch deshalb, weil ich mich mit den ganzen Wertekonstellationen nicht auskannte und ich auch den Ärzten damals blind vertraut hatte.
    Seit etwa einem halben Jahr kann ich sagen, es geht mir gut. Aber nur, weil ich mich selber schlau gemacht habe und ich mich selber eingestellt hatte. Zwischenzeitlich habe ich auch einen kompetenten Arzt gefunden, der nicht nur Wertekosmetik macht, sondern auch nach meinem Befinden fragt und mich so unterstützt.

    Ich ging damals ,Anfang 2015, viel zu schnell an das Thema RJT heran (auch deshalb, weil es mir hundsmiserabel ging und ich einfach "geheilt" sein wollte) und nachdem mir 3 versch. Ärzte von einer OP abgeraten hatten (viel mehr Risiken), willigte ich schließlich in die RJT ein. Heute würde ich mich wahrscheinlich für eine OP entscheiden, aus dem einen Grund, dass ich vermutlich viel schneller meine Wohlfühldosis gefunden hätte. Diese lange und unnötige Leidenszeit braucht kein Mensch...

    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei Deiner Entscheidung


    LG
    niksi

  5. #5
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    Standard AW: Radiojod oder OP?

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    In dieser retrospektiven Studie wurde der Nach-RJT-Werdegang von 325 (260 davon MB) RJT-Patienten zwischen 2007 und 2010 verfolgt. Als "erfolglose RJT" wurden hier Behandlungen angesehen, bei denen später eine weitere RJT oder eine Operation durchgeführt werden musste, weil die Überfunktion erneut aufgetreten ist.

    Ergebnisse:

    Bei 325 Patienten insgesamt war die RJT für 74 (22.8%) erfolglos.

    ......

    Zeitpunkt des Rezidivs bei Erfolglosigkeit?

    Im statistischen Durchschnitt: 10.4 Monate nach Erst-RJT. Aber die Einzelheiten sind vielsagender als der Durchschnitt.....
    Die Details kann man hier nachlesen:
    http://www.ht-mb.de/forum/showthread...n-und-Ursachen

    Außerdem, speziell in Bezug auf Kinderwunsch:

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    ....
    Patienten-Beobachtung 5 Jahre lang nach RJT oder OP hat ergeben, dass
    TRAK-Titel nach OP (und auch nach Behandlung mit Hemmern) normalerweise kontinuierlich zurückgehen und bei den meisten Patienten
    nicht mehr messbar werden. Bei RJT hingegen erhöhte sich die TRAK-Zahl im ersten Jahr nach RJT sogar und die TRAK verschwinden nur bei einem Teil der Patienten (60%) , wie die 5 Jahre lang dauernde Beobachtung zeigte. Konsequenz: Frauen, die nach RJT schwanger werden, sollten engmaschig beobachtet werden bezüglich TRAK.

    Quelle:
    http://www.lancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(09)61047-3/fulltext
    @Eva, was die Einstellungsschwierigkeiten angeht, nach OP pfuscht dir jedenfalls keine sich aufbäumende entzündete Schilddrüse dazwischen.

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von RalfWei
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    Standard AW: Radiojod oder OP?

    Der KiWu macht es schwieriger weil ich sonst zum Abwarten raten würde.
    Eine RJT würde ich nie machen aufgrund der Unwägbarkeiten.
    Wenn Du Dir eine gute Klinik bzw. einen guten Operateur suchts: Augen zu und durch.

  7. #7

    Standard AW: Radiojod oder OP?

    Vielen Dank für eure Nachrichten!

    Es bestätigt meine Überlegungen zur OP. Der Kinderwunsch besteht seit 4 Jahren und wir möchten jetzt nicht noch weiter rum experimentieren und warten etc. Ansonsten hätte ich wahrscheinlich mit Alternativmedizin versucht alles wieder in Griff zu bekommen. Ich bin zwar erst Anfang 30 aber Ruck Zuck sind nochmal 2/3 Jahre rum und das begünstigt das alles ja nicht.
    Außerdem hab ich seit Morbus Basedow auch extrem Probleme mit meinem Immunsystem. Bin ständig krank und habe viel Antibiotika etc. hinter mir. Ich möchte jetzt einfach zur Ruhe kommen und dann klappt das mit dem Kinderwunsch dann hoffentlich von ganz alleine...
    Wahrscheinlich hängt das vielleicht alles mit der SD zusammen...

    Danke an alle und drückt mir die Daumen für die OP!

  8. #8
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    Standard AW: Radiojod oder OP?

    Eva, bitte Infobeitrag, insbesondere 2. Artikel, oben im MB-Forum dazu lesen ... es steht dort einiges, was du beachten solltest.

  9. #9
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    Standard AW: Radiojod oder OP?

    Ich schließe mich den anderen an und würde Dir eher zu einer OP raten.
    Nach der OP ist das entzündete Gewebe, gegen das das Immunsystem
    kämpft, sofort raus. So kann sich das Immunsystem beruhigen.

    Meine Einstellung nach der OP hat nicht lange gedauert, dank der passenden
    Berechnung der Dosis habe ich nur ein wenig nachjustieren müssen.

    Wenn Ihr schon so lange Kinderwunsch habt, ist es sinnvoll, zwischenzeitlich
    ein Spermiogramm anfertigen zu lassen, denn bei 40 % der Kiwu-Paare liegt
    das Problem beim Mann, bei 40 % bei der Frau und bei den restlichen 20 %
    an beiden Partnern. Die Untersuchung des männlichen Parts ist vergleichsweise
    einfach im Vergleich zum diagnostischen Aufwand bei der Frau, daher ist es
    naheliegend, damit zu beginnen, wenn man nach den Ursachen sucht.

  10. #10
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von ottilie55
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    Standard AW: Radiojod oder OP?

    Hallole,
    bei uns hiess es auch -Mann- schuld ..Spermiogramm schlecht sehr schlecht sogar..
    ja und dann 2 jahre später war ich schwanger ..einfach so..

    Ich bekam ja 2006 auch die RJT in Heidelberg ..ich wurde nie gefragt ob ich das will oder OP.
    Ahnung hatte ich von gar nix.. im Nachhinein gesehn -kann ich nix sagen- weil ich nicht weiss ob
    es mit OP anders gewesen wär.. ich kenn Leut die sind OP und denen gehts auch net besonders gut-

    Vielleicht auf den Bauch hören gruss otti

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