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Thema: Zur Kombitherapie T3+T4

  1. #1
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    Standard Zur Kombitherapie T3+T4

    Ich habe einen Blogbeitrag erstellt, in dem ausgewählte Passagen aus einer Übersichtsarbeit zur Kombitherapie (übersetzt) stehen, vorwiegend zu Dokumentationszwecken:

    http://www.ht-mb.de/forum/entry.php?...3-Substitution

    , weil vieles darin vielen unter uns schon bekannt sein dürfte (wenn auch nicht allen) - aber manches ist dennoch interessant, zum Beispiel der Vorschlag, dass bei Kombitherapie die Kontrolle genau zur Hormonspitzen-Zeit stattfinden sollte, um Spitzenwerte jenseits der Referenzgrenzen, die bei langer Karenz ja weitgehend unbekannt sind, vermeiden zu können. Ich finde die Idee gar nicht übel, zumindest für einzelne Kontrollen - um nicht immerzu über "kommt über mittig nicht hinaus" zu klagen bei 24-Stunden-Karenz ...

    -------

    Noch etwas:

    Kann mir jemand, der Vollzugang zur TEARS-Studie:

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26940864

    hat, mir eine Kopie zugänglich machen?

  2. #2
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    Standard AW: Zur Kombitherapie T3+T4

    Furthermore, it has also been shown that the majority of circulating T3 comes from peripheral conversion of T4 to T3 and not secretion of T3 from the thyroid [8], hence a T4:T3 secretion ratio of approximately 14:1 appears average in humans, suggesting only a small role for secreted T3.

    T3 entsteht überwiegend im Körper infolge Umwandlung von T4 in T3. Das Verhältnis "T3 direkt aus der Schilddrüse : T3 aus der Umwandlung im Körper" beträgt durchschnittlich etwa 1:14, somit ist der Schilddrüsenanteil nur gering.
    Das steht nicht da. Hier werden die Sekretion von T3 und von T4 durch die SD verglichen, DIE sind im Verhältnis 1:14.

    Die zitierte Quelle 8 gibt ein Verhältnis von 1 zu knapp 4 für von der SD vs. peripher produziertes T3 an.
    Kinetic analysis of data obtained in 14 studies carried out in normal subjects by using a composite six-pool model made it possible to quantify the contributions of the thyroid (3.3 micrograms.day-1.m-2) and the periphery (12.7 micrograms.day-1.m-2) to T3 production.
    Geändert von Flamme (19.04.18 um 00:00 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Zur Kombitherapie T3+T4

    Zitat Zitat von Flamme Beitrag anzeigen
    Das steht nicht da. Hier werden die Sekretion von T3 und von T4 durch die SD verglichen, DIE sind im Verhältnis 1:14.
    Ups, ich hab mich vertippt, danke. Das T3:T4-Verhältnis ist dort gemeint.
    Geändert von panna (19.04.18 um 00:12 Uhr)

  4. #4
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    Standard AW: Zur Kombitherapie T3+T4

    Hi,

    grad beim Recherchieren auf diesen Beitrag gestoßen.
    Wenn auch 3 Monate zu spät, Panna, falls du den Volltext der von dir gesuchten Studie noch nicht erhalten hast und noch brauchst sag Bescheid, ich habe ihn.

    LG, Twiix

  5. #5
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    Standard AW: Zur Kombitherapie T3+T4

    Hallo Twiix,

    ich würde gerne reinschauen, ja, und bis jetzt hat sich keiner gemeldet. Ich schreibe dir gleich eine PN.

  6. #6
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    Standard AW: Zur Kombitherapie T3+T4

    Noch ein aktueller Review zur Kombitherapie. Etwas (für mich) Neues steht nicht drin.

    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5772692/

  7. #7
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    Standard AW: Zur Kombitherapie T3+T4

    2017:

    ...a logical treatment strategy is to try to mimic the normal physiological ratio of T4 to T3 of about 14 to 1: “The clinical literature is muddled by the fact that most people who have tried to give T4 and T3 have given way too much T3. ....

    “When we give combination therapy, we are actually not normalizing serum T3. We are creating pulses of T3. So during a few hours you have a higher level of T3. Then a few hours later, you have a lower level than what you want. Unless we develop a delivery system to provide a steady level of T3, we are not in a position to answer whether combination therapy is better or worse than monotherapy.”“People have been talking for decades about a time-released T3 medicine,” says Ross. “But that appears to be difficult to make because pharmaceutical companies have not come up with it yet,” despite a potential market of millions of patients. Correct dosing might require taking LT3 several times a day, and for most people compliance would be an issue.
    Übersetzung (graues Einschubsel ist von mir eingeschubselt):

    'Eine logische Einnahmestrategie wäre die Nachahmung der Ausschüttung von T4 und T3 durch die Schilddrüse, nämlich in einem Verhältnis von (ca./ab) 14:1. Die klinische Literatur ist ein Gewurschtel, weil wenn T3 gegeben wird, dann meistens gibt man viel zu viel T3. .....

    Und wenn wir die Kombinationstherapie anwenden, schaffen wir keineswegs eine Normalisierung des Serum-T3 im Blut. Wir schaffen vielmehr eine stoßweise Versorgung. Für einige Stunden ist der T3-Spiegel hoch, dann, wenige Stunden später, ist er niedriger als was wir erreichen wollten. Solange es kein Präparat gibt, das einen konstanten T3-Spiegel sicherstellen kann, sind wir nicht in der Lage zu entscheiden, ob die Kombitherapie besser ist als die Monotherapie. Es wurde jahrzehntelang von einem Retard-Präparat gesprochen ... aber das scheint eine schwierige Aufgabe zu sein, einfach weil sich bis jetzt kein Pharmaunternehmen mit einem solchen Präparat auf den Markt etabliert hat, obwohl der potentielle Markt dafür riesig ist. Korrekte Dosierung (zur Zeit) verlangt eine mehrfache Einnahme pro Tag, und da ist wäre Compliance (=Einhaltung/Befolgung der Einnahmeregeln) ein echtes Problem für die meisten Patienten.'



    https://endocrinenews.endocrine.org/...ypothyroidism/

  8. #8
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    Standard AW: Zur Kombitherapie T3+T4

    Zwar ist der Markt für ein T3- Retardpräparat riesig, aber die Pharmaindustrie würde keine zusätzlichen Gewinne damit erzielen, da es nur ein Austausch d. bisherigen Monopräparate stattfinden würde. Und das, nachdem man Millionen für eine Neuentwicklung und Zulassung solches Präparates ausgegeben hatte.

    Abgesehen davon, ist das "T3- Retard-Problem" bei der Pharma wenig bis gar nicht bekannt. Wie denn auch, wenn die Mehrheit der Ärzteschaft das Thema eher fremd ist, T3 wird gar nicht verschrieben, und wenn ja, wird meistens, wie auch im BZ des Novothyrals ausdrücklich steht, empfohlen, die Tablette ein Mal täglich einzunehmen. Wo soll dann der Druck auf die Pharma herkommen?

    Die fehlende Compliance hängt auch mit dem Unwissen über die Besonderheiten eines T3-Präparates, gleichermaßen, bei Patienten wie bei den Ärzten, zusammen. Ein Beispiel: eine angeblich gute SD-Ärztin hat einer Bekannten erstmals Novo verschrieben und ausdücklich empfohlen, wie auch im BZ steht, die Tablette ein Mal am Tag einzunehmen. Gesagt, getan. Nach zwei Tagen ist der BD von normal auf 180/90 angestiegen, die Patientin (72 Jahre alt) hat das Präparat sofort abgesetzt und hat Angst, Novothyral nur anzufassen. Trotz der heftigen, wie zu erwarten!, Reaktion besteht die Ärztin weiterhin auf die einmalige Tageseinnahme der Tablette.

  9. #9
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    Standard AW: Zur Kombitherapie T3+T4

    Nebenzweig einer Studie mit anderweitigem Fokus*: Messungen bei T3-Gabe bei Kombinationstherapie T4+T3 (ebenfalls Schilddrüsenlose). Ergebnis:

    ... low dose LT3 (up to 0.07 mcg/kg twice daily) in combination with LT4 can predictably increase the serum T3 concentration without significant peaks above the normal range.
    Übersetzt:

    '... niedrig dosiertes T3 (bis 0,07mcg/kg pro Tag) zweimal gesplittet erhöht den Serumspiegel zuverlässig, verursacht aber keine Hormonspitzen, die über die Obergrenze des Referenzbereichs hinausschießen.'

    Das wären für zum Beispiel bei 70 kg Körpergewicht ca. 5 mcg T3. 'Niedrig dosiert' war hier also mit Bezug auf das Gewicht definiert, nicht auf die T4-Dosis, weil man spezifisch auf die "Spitzenbildung" aus war. Vielleicht macht es aber auch allgemein Sinn, wenn man die "Gesamtmasse" des eigenen Körpers bei der Dosiswahl mit vor Augen hat, weil sie offensichtlich auch eine Rolle spielt.

    https://academic.oup.com/jes/article...-LB101/5484309

    *Das Hauptziel der Studie war die Pharmakokinetik (also: wie/wann sich der Blutspiegel nach Hormongabe erhöht) von Mono-T3-Therapie in suppressiven Dosierungen für Patienten mit SD-Krebs, wie dies 30 Tage lang vor einer postoperativ durchzuführenden RJT üblich ist. Nur der Vollständigkeit halber: Die suppressive Dosis betrug 0.74 +/-0,1 mcg/Kg Körpergewicht (das ergab tägliche Dosierungen von 53.7±12.3 mcg T3, ohne T4). Die durchschnittliche T3-Höhe war unabhängig von gesplitteter oder nicht gesplitteter T3-Gabe, nicht aber die Hormonspitzen, die bei nicht-gesplitteter Gabe natürlich riesig waren.

  10. #10
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    Standard AW: Zur Kombitherapie T3+T4

    Hallo Panna!

    Danke für den Link zu der neuen Studie. Hab allerdings eine Frage zu Deiner Übersetzung: warum übersetzt Du "twice daily" mit "zweifach gesplittet", obwohl es wörtlich übersetzt nun einmal "zweimal täglich" heißt?

    Ich für meinen Teil würde jedenfalls "twice daily" durchaus wörtlich nehmen/übersetzen und daraus verstehen, dass einem Probanden in der Studie eben 2 x 0,07 µg T3/kg am Tag verabreicht wurde, was dann zusammengerechnet einer Tages-T3-Dosis von 0,14 µg T3/kg/Tag entsprechen würde.

    Oder hast Du Zugriff auf den Volltext der Studie, aus der sich sicher ergibt, dass mit "twice daily" tatsächlich gemeint ist, dass eine Tages-T3-Dosis 0,07 µg T3/kg betrug und diese dann eben in gesplittet in zwei Dosen á 0,035 µg/kg verabreicht wurde?

    Ich bitte um Aufklärung, denn es wäre ja doch ein großer Unterschied, ob mit "0.07 mcg/kg twice daily" nun gemeint ist, dass eine 70 kg schwere Person dann z. B. 2 x ca. 5 µg T3 am Tag bekommen hat oder doch ca. 5 µg T3 am Tag, gesplittet auf 2 x ca. 2,5 µg T3.

    Liebe Grüße
    Jutta

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