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Thema: Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

  1. #1
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    Standard Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

    Liebe alle,

    ich bin mittlerweile am Verzweifeln und versuche nun, mir hier etwas Unterstützung in meiner Entscheidungshilfe zu holen.

    Mein Kinderwunsch ist schon lange sehr stark, ich bin 35 Jahre alt und bei mir wurde Morbus Basedow diagnostiziert. Im Folgenden meine Werte seit November:

    24.11.17:
    TSH 0.03 mU/L <0.05 Hyperthyreose
    TPO 187 kU/L <34
    TRAK 4.69 >1.5 positiv

    15.12.18: Abort 5. ssw

    19.12.17:
    TSH 0.02 mU/L <0.05 Hyperthyreose
    FT4 18.3 ng/L 9.3 - 17.1


    05.01.18:
    TSH <0.01 mU/l 0.4-4.0
    FT3 6.12 pg/ml 2.3-5.3
    FT4 1.77 ng/dl 0.78-1.94

    TPO-AK 2086.5 U/ml 0-60
    Tg-AK 222.6 U/ml <40
    TRAK 4.9. IU/ l kleiner1, pathologisch größer 1.5

    Befund: manifeste ÜF, Morbus Basedow

    08.01.18: Bestätigung erneute Schwangerschaft

    Ab 1.2.18 Propycil 25mg/Tag

    Am 2.2.18 ssw 7+0
    30.1.18: Embryo zu klein

    05.02.18: zurückgestuft von 7+3 auf 6+3

    13.02.18:
    TSH <0,01 mU/l 0.4-4.0
    FT3 5.93 pg/ml 2.3-5.3
    FT4 1.26 ng/dl 0.78-1.94

    TPO-AK >3814.2 U/ml 0-60
    TRAK 5.7 IU/ l kleiner1, pathologisch größer 1.5

    Ab 17.2.18 Propycil 75mg/Tag

    Am 19.2.18 missed Abortion rechnerisch 9+4

    01.03.18:
    TSH 0.04<0.01 mU/l 0.4-4.0
    FT3 6.41 pg/ml 2.3-5.3
    FT4 1.55 ng/dl 0.78-1.94

    TPO-AK >13326.8 U/ml 0-60
    TRAK 7.5 IU/ l kleiner1, pathologisch größer 1.5

    Ab 08.03.18 Propycil 150mg/Tag

    Schilddrüsen Operation?

    Meine Nuklearmedizinerin sagt nun, ich solle mir darüber klar werden, ob ich die Schilddrüse entfernen lasse- hauptsächlich wegen meines Alters und dem Kinderwunsch, der mein Leben mittlerweile völlig dominiert. Ich habe noch kein Kind.

    Ich finde den Eingriff sehr drastisch, habe aber große Angst, dass ich wieder eine Fehlgeburt habe bei erneuter Schwangerschaft. Heute habe ich die ersten Werte nach der Ausschabung bekommen, ich dachte, sie hätten sich gebessert. Leider sind die TRAK und TPO Werte noch viel schlechter geworden.

    Ich habe folgende Fragen:

    - In welcher Weise spielen die Antikörper Werte eine Rolle? Irgendwie kann mir das keiner konkret beantworten und auch in Ratgebern finde ich keine präzise Antwort.
    - Wie lange dauert es, dass sich die Werte einpendeln nach einer OP?
    - Wie sinnvoll ist eine OP in meiner Situation?

    Ich habe folgende Symptome:
    - Herzstechen, Herzstolpern
    - Innere Unruhe, Nervosität, Gereiztheit, Aggressivität
    - Vermehrtes Schwitzen
    - Zittern der Hände (selten)

    Keine Augenbeteiligung oder Gewichtsabnahme (eher Übergewicht).

    Insgesamt kann ich mit den Symptomen leben, wenn aber die Antikörper dafür verantwortlich sind, dass ich nicht schwanger bleibe, steht die OP außer Diskussion.

    Ich hoffe, mir kann jemand helfen- dafür danke ich schon mal!

    Herzliche Grüße von Anne

  2. #2
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    Standard AW: Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

    Zitat Zitat von anima. Beitrag anzeigen
    Ich habe folgende Fragen:

    - In welcher Weise spielen die Antikörper Werte eine Rolle? Irgendwie kann mir das keiner konkret beantworten und auch in Ratgebern finde ich keine präzise Antwort.
    In leider sehr negativer Weise, die TRAK nämlich, sie sind plazentagängig, genauso wie die Hemmer. Propycil zwar etwas weniger, dafür hat es andere schwerwiegende Risiken. Lies bitte hier nach, alles, was dort steht oder verlinkt ist, ist für dich relevant:
    http://www.ht-mb.de/forum/showthread...en-Richtlinien

    Wie lange dauert es, dass sich die Werte einpendeln nach einer OP?
    Wenn du dich umfassend informierst (bitte erstmal MB-Infobeitrag, 2. Artikel zu lesen, ist oben im MB-Subforum angepinnt), könnte die Einstellung in einigen Monaten soweit sein, dass du schwanger werden könntest, vorausgesetzt, deine TRAK werden weniger - davon gehe ich aus, das passiert nach OP relativ zügig und deine TRAK sind nicht so hoch.

    Wie sinnvoll ist eine OP in meiner Situation?
    Leider ziemlich sinnvoll.

    Und wenn du jetzt nicht schwanger bist, höre jetzt auf mit Propycil und lass dir Thiamazol verschreiben.

  3. #3
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    Standard AW: Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

    Vielen Dank für deine prompte Antwort.

    Der zweite Link "Ärztezeitung" funktioniert nicht.

    Folgende weiterführende Fragen:

    -"Die fetale Schilddrüse akkumuliert erst ab der 10. bis 12. Woche Jod und wird erst ab der 20. Woche durch das eigene fetale TSH gesteuert. In der 36. Woche erreichen die Serumspiegel von TSH, TBG, fT4 und fT3 die Werte Erwachsener." -> Wenn die fetale Schilddrüse erst ab der 10. Woche akkumuliert, inwiefern können Aborte bis dahin auf die Antikörper zurückgeführt werden?

    -"Bei einer Hyperthyreose durch M. Basedow oder autonome Schilddrüsenknoten sollte eine thyreostatische Therapie eingeleitet bzw. erhöht werden, Ziel ist ein freies T4 im oberen Normalbereich." -> T4 ist ja in Ordnung bei mir, kann das Indikator dafür sein, dass die Aborte auf andere Ursachen zurückzuführen sind?

    - Ich verstehe folgendes nicht: Wenn ich die Schilddrüse entfernen lasse, pendeln sich doch "nur" der TSH, T3, T4 ein, aber nicht die Antikörper- oder? Die Antikörper sind doch die Ursache für die ÜF. Eigentlich sind meine Werte ja gar nicht so dramatisch, abgesehen von TPO.

    Vielen Dank für die Links, die meisten hatte ich auch schon gelesen. Mir wird es dennoch nicht deutlich, warum die Fehlgeburtenrate erhöht ist. Welche Werte sind dafür verantwortlich? T3, T4, TSH? Vielleicht stelle ich mir das ja auch zu simpel vor.
    -Habe ich es richtig verstanden: Antikörper besetzen TSH -> Schilddrüse denkt, sie muss produzieren - T3/T4 erhöht mit dem Ziel, dass das TSH höher wird? Die freien Werte sind bei mir ja gar nicht so dramatisch -> Schilddrüsenentfernung somit keine Lösung? Wie bekommt man die Antikörper (also die Krankheit) weg?

    -Thiamazol: wegen nicht bestehender SS und wenn wieder schwanger, dann Propycil? Mein Internist sagte, er empfehle Carbimazol. Alle sagen etwas anderes. Meine Gynäkologin sagte, eine Schilddrüsen OP sei nicht zu empfehlen, der Internist auch.

    Danke und liebe Grüße

  4. #4
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    Standard AW: Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

    Mach die OP. Sie ist gut erprobt, hat wenig Risiken, du bist nur wenige Tage im KH - und danach kann sich alles beruhigen. Ich habe da eine klare Meinung, wegen deines Kindwerunsches, da:

    Zu den Fehlgeburten - was der Grund ist, kann man fast nie sagen. Mit einer nicht optimalen Schilddrüsen-Einstellung - egal ob drunter oder drüber - hat man immer ein höheres Risiko für Fehlentwicklungen und Fehlgeburten. Das hat nicht unbedingt direkt was mit den Antikörpern zu tun. Es hat im Fall eher was damit zu tun, dass dein Stoffwechsel nicht optimal läuft und daher das Kind nicht optimal versorgt wird, sich daher nicht regelrecht entwickeln kann.

    >>Ohne SD wirst du viel leichter eine dauerhalft stabile und für eine SS gute Einstellung hinbekommen und sie mit etwas Einsatz auch während der SS halten können. Viel bessere Voraussetzungen für eine gute Entwicklung des Kindes als eine instabile Situation mit SD und TRAK.

    TRAK sind am Ende der SS ggf. gefährlich für das Baby, da sie plazentagängig sind und dann auf die schon entwickelte Schilddrüse des Babys eine gleiche Wirkung haben wie auf deine eigene, nämlich eine Überfunktion auszulösen.

    >>Eine ÜF ist für das Kind genau so schlecht wie für dich auch. Nach der OP werden die TRAK i.d.R. sehr schnell sinken und kein Problem mehr sein.

    Hemmer sind immer plazentagängig und nie gut für das Kind.

    >>s.o. ohne SD keine ÜF, ohne ÜF keine Hemmer nötig.

    Die Krankheit selber bekommst du nicht weg, es gibt keine ursächliche Therapie. Es können nur die Symptome - d.h. bei Basedow die ÜF - behandelt werden, eben durch Hemmer. In deinem Alter und bei deinem starken Kindwerwunsch auf nicht verlässliche und allenfalls erleichternde Ansätze aus alternativen Richungen zu setzen würde ich persönlich für ziemlich sinnfrei handeln. Es gibt keine nachgewiesen erfolgreiche Therapie für den MB selbst - außer der OP, mit der man den TRAK die Angriffsfläche nimmt, in der Folge sich das Immunsystem beruhigt und keine TRAK mehr nachproduziert werden.

  5. #5
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    Standard AW: Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

    Danke für diese sehr ausführliche und vor allem konstruktive Antwort!

    Ich finde es gut, dass ihr so klare Ansagen macht. Wenn man das anderen Leuten erzählt, die einfach keine Ahnung von dem ganzen Schilddrüsengedöns haben, schauen die einen ganz entsetzt an, wenn es um die OP geht. Ihr stärkt mir gerade den Rücken, die Entscheidung zu rechtfertigen. Auch mein Freund ist nicht sonderlich angetan von diesem Weg..

    Danke euch beiden!

    Ich freue mich auch weiterhin über Meinungen.

    Liebe Grüße,

    Anni

  6. #6
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    Standard AW: Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

    Ich glaube hier in Deinem Fall gibt es nur diese eine Entscheidung. Von daher bekommst Du auch keine weiteren Meinungen, denn die würden immer gleich lauten.
    LG

  7. #7
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    Standard AW: Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

    Bisher habe ich nur Meinungen in die andere Richtung bekommen (auch von Ärzten) und mich ziemlich hypochondrisch gefühlt. Von daher ist diese klare Sicht von euch für mich gerade sehr hilfreich. LG

  8. #8
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    Standard AW: Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

    Zitat Zitat von anima. Beitrag anzeigen
    -Thiamazol: wegen nicht bestehender SS und wenn wieder schwanger, dann Propycil? Mein Internist sagte, er empfehle Carbimazol. Alle sagen etwas anderes. Meine Gynäkologin sagte, eine Schilddrüsen OP sei nicht zu empfehlen, der Internist auch.
    Ich persönlich würde generell kein Propycil nehmen wegen der (wenn auch seltenen) Todesfälle.

    Das Fehlbildungsrisiko bei Thiamazol / Carbimazol ist dosisabhängig. Das heißt, eine geplante Schwangerschaft kommt erst dann ernsthaft in Frage, wenn man schon beim Ausschleichen der Dosis ist. Hier muss man also genug Zeit einplanen. Nach der OP allerdings auch einige Monate, weil erst die richtige Hormondosis gefunden werden muss.

    Wieso eine OP aus der Sicht deiner Ärzte nicht zu empfehlen ist - verstehe ich nicht. Sonst habe ich hier den Eindruck, dass Ärzte sehr schnell zu einer OP raten bei Basedow und Kinderwunsch. Aber das ist alles nicht eindeutig, auch die Zahl der gewünschten Kinder kann in die Entscheidung eingehen, deshalb ist es wichtig, dass du dich gut informierst und dahinter stehst.

  9. #9
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    Standard AW: Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

    Ich bin absolut derselben Meinung wie Bienchen10! Bei starkem Kinderwunsch ist die OP die beste Lösung!

    Die OP ist an sich nicht gefährlich (abgesehen von den normalen OP-Risiken, die man immer hat), aber danach stehen die Chancen sehr gut, dass sich alles beruhigt, die TRAK sinken und Deine Werte stabil bleiben.

    Ich hab die OP vor jetzt fast 3 Jahren gemacht, nachdem ich ein zweites Rezidiv hatte (hatte ich immer schon ganz kurz nach Absetzen/Ausschleichen der Hemmer). Da hab ich dann die Faxen dicke gehabt, und mir die SD rausholen lassen. Die Einstellung danach war - auch dank der Infos hier aus dem Forum - völlig unproblematisch, ich hatte von Anfang an stabile Werte innerhalb der Norm. EO hatte ich auch nicht, und hab es auch bisher nicht.

    Der Kinderwunsch war bei uns allerdings schon durch, aber wenn wir zum Zeitpunkt des Ausbruchs des MBs (da war ich 37) noch ein weiteres Kind geplant hätten, hätte ich mich auch schneller für die OP entschieden.

    Ich kann Dir auf jeden Fall empfehlen, wenn Du Dich für die OP entscheidest, lies Dich hier gut rein, bereite Dich optimal auf die OP vor, besorg Dir vor allem LT für direkt nach der OP, verlass Dich da nicht auf die Ärzte, die einem oft erzählen, dass man ja locker 2 Wochen später erst mit LT anfangen kann.

  10. #10
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    Standard AW: Brauche Hilfe bei Entscheidung Schilddrüsen OP

    Danke für deine Antwort.

    Was meinst du mit der "Zahl der gewünschten Kinder"? Je mehr, desto eher OP?

    Das ist momentan die Krux- ich versuche mich zu informieren und bekomme von allen (Internist, Gyn.) die Ansage, eine OP wäre übereilt. Nur die Spezialistin rät mir zu einer OP ("Ich würde mich für eine OP entscheiden an Ihrer Stelle"). Eigentlich war ich in meiner Entscheidungsfindung schon so weit, doch dann kamen die Gegenmeinungen. Ich bin mir aber nicht sicher, wie gut diese Ärzte über MB Bescheid wissen. Beide haben gesagt, sie hätten schon "viele" MB Schwangere "durchgebracht" mit gesundem Kind. Der Internist sagte, er empfehle Carbimazol, auch während der SS.

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