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Thema: Ratlos und noch ziemlich unwissend....

  1. #1
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    Standard Ratlos und noch ziemlich unwissend....

    Hallo liebe Foren-Mitglieder,
    ich habe ein Anliegen an euch. Morgen kann ich meine Blutergebnisse telefonisch erfragen. Die Endokrinologin hat mir zu einer Therapiepause geraten. Seit Januar nehme ich kein LTyrax mehr.
    Seitdem geht es schleichend schlechter. Vor allem das enorme Kältegefühl geht nicht weg, ebenfalls machen mir wieder große Konzentrationsschwächen, Nervösität, Haarausfall, trockene Haut und Durchfall zu schaffen. Wie gehe ich mit der Ärztin um, falls meine Werte im Normbereich sind? Ich weiß, dass irgendwas wieder nicht in Ordnung ist, habe aber keine Energie mich mit ihr anzulegen, vor allem weil meine Ausdrucksfähigkeit besonders diese Woche extrem schlecht ist.

    Zu meiner Geschichte.

    Vor 10 Jahren wurde bei mir Hashimoto diagnostiziert. Der kreisrunde Haarausfall brachte die Ärzte auf die Spur. Der Haarausfall verschwand. Ich ging jedes Jahr zur Endokrinologin, die per Ultraschall die Schilddrüse untersuchte. Sie war unverändert, leicht "angefressen" und irgendwann gesellte sich ein Knötchen dazu. Kein LThyrax. Darüber vergaß ich Hashimoto und nahm es nicht ernst.
    Seit 2015 litt ich verstärkt unter diffusen Symptomen (Haarausfall, trockene Haut, Hautausschlag, Konzentrationsschwächen, Depression, ständige Infekte, Durchfall, Zittern, Schweißausbrüche, Appetitlosigkeit und trotzdem wirke ich nicht gertenschlank). Hashimoto hatte ich komplett vergessen. Im Sommer 2017 gesellte sich dazu ein eigenartiger Husten, der über ein dreiviertel Jahr anhielt. Da ich nicht mehr hochkam, ein Infekt jagte den nächsten, wurde ich zum Rheumathologen vermittelt. Er stellte einen unterirdischen Vitamin D-Wert fest, Eisenmangel (daran bin ich gewöhnt) und Antikörper der Schilddrüse. Erst seitdem bekam ich LTyrax in einer niedrigen Dosierung. Vermutlich war aber auch das Vitamin D ausschlaggebend, dass es mir langsam besser ging.

    Letztes Jahr im Sommer beschäftigte ich mich zum ersten Mal mit Hashimoto, da ich merkte, dass so vieles irgendwie anders geworden ist. Die ständige Müdigkeit, Erschöpfung, der Durchfall, aber auch vor allem dieses verschwommene Hirn-Gefühl, das Schreiben und Sprechen fallen mir schwer, keine Stressresistenz mehr. Ich stieß auf Bücher, die eine Lebensmittelumstellung vorschlugen und auf das Problem der Grenzwerte sowie die Behandlung durch die Fachärzte einging. Es war wie ein Wunder. Ich setzte die Empfehlungen trotz,ja, Skepsis meiner Hausärztin um (Vitam D? Wir alle haben einen VitmanD-Mangel...) und es ging mir plötzlich blendend. Klar, war das schwer, auf Gluten und alles mögliche zu verzichten, aber der Effekt war enorm. Ich denke, wer heilt, hat Recht.

    Seit Anfang des Jahres konnte ich die Ernährungsumstellung nicht mehr komplett durchziehen. Ich hatte Treffen mit meiner Familie, die sowieso alles für Einbildung hält (ein gutes Brot, dass muss sein!), ich kam wieder beruflich in sehr stressige anhaltende Phasen durch die Freiberuflichkeit und konnte nicht mehr ständig kochen oder eine ruhigere Gangart einlegen. Hinzu kam das Hinweglassen der Schilddrüsenhormone.

    Mir ist das oft passiert, dass ich das Gefühl hatte, die Ärzte denken, das sei alles Einbildung. Das ärgert und demotiviert total, da ich echt nur im Notfall zum Arzt gehe und wirklich nicht hypochondrisch veranlagt bin. Aber ihr seht ja, bereits jetzt denke ich über das Telefonat morgen nach. Ich bin so unsicher geworden diesbezüglich....
    Würdet ihr noch etwas anderes versuchen? Was sind eure Erfahrungen? Vielleicht gibt es ja auch andere Erkrankungen und es ist nicht (nur) die Schilddrüse? Ich bin ratlos...
    Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen.

    Liebe Grüße
    LYLA

  2. #2
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    Standard AW: Ratlos und noch ziemlich unwissend....

    Hallo LYLA,
    ich habe vor ca. 15 Jahren sehr ähnliche Erfahrungen gemacht - alles Einbildung...
    Aber nachdem ich anfing, sehr jodarm und glutenfrei zu essen, ging es mir nahezu sofort besser. Eine richtige Diagnose habe ich nie bekommen, die gab ich mir selber
    Nach langanhaltendem Streß ging es mir wieder schlechter und ich mußte doch mit SD-Hormonen anfangen.

    In all den Jahren habe ich immer mal (ungewollt) Jodsalz gegessen: danach ging es mir mehrere Tage sehr schlecht.

    Ab und zu habe ich einen Versuch mit normalem Brot oder Kuchen gemacht: geht auch nicht, vor allem die Haut rebelliert, aber auch Magen/Darm.

    Was ich damit sagen will: wenn dir glutenfreie Ernährung besser bekommt, dann würde ich dabei bleiben - egal was andere davon halten.

    Auf guten Vit.D-Spiegel und gute Eisenversorgung würde ich achten, dann kann de Körper Infekte besser abwehren (Vit.D) und die SD-Hormone besser verarbeiten.

    Liebe Grüße
    Sabinchen

  3. #3
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    Standard AW: Ratlos und noch ziemlich unwissend....

    Wenn deine Endokrinologin nicht aufgeschlossen ist, nicht verzweifeln, es gibt noch mehr Ärzte. Leider haben wir hier um Forum so einige, denen geraten wurde ihr LT abzusetzen. Am Ende muss der Patient damit dann klar kommen. Die SD-Werte sind ja jetzt schön, AK's findet man keine, sie können im Lauf der Erkrankung verschwinden, die Sono? da gibt es div. Interpretationen, ein bisschen ist dann kein HT ... HT verschwindet oder heilt nunmal nicht aus. Man kann es allerdings im Verlauf beeinflussen.

    Für deine tägliche Ernährung kann ich dir Foodprep empfehlen. Einfach mehr kochen und einfrieren. BTW: Manches gut vorbereiten, so ein Salat ist dann in 2 min zusammen geworfen. Von den glutenfreien Ersatzprodukten lasse ich übrigens die Finger, die sind mir a) zu kohlenhydratlastig, b) haben manchmal auch Jodsalz, c) enthalten soviel Zusatzstoffe. Ich backe lieber nach den Rezepten von Kochtrotz, LowCarbKompendium, Paleo und Co.

    Das Problem mit meiner Familie habe ich übrigens nicht, ich habe Zöliakie und so ein Krümmel hat bei mir extreme Auswirkungen. Eher gibt es da so den ein oder anderen im Bekanntenkreis, der das lächerlich macht... HT haben bei uns in der Familie fast alle, nur nicht alle werden behandelt. Wo wir dann wieder bei dem Thema Ärzte sind.

  4. #4
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    Standard AW: Ratlos und noch ziemlich unwissend....

    Hallo Sabinchen und Janne1,
    vielen Dank für eure Antworten. Sie bauen mich echt auf!
    Ich habe grade die Ärztin erreichen können. Meine Werte seien in Ordnung. Sie schickt sie mir später per Mail zu, dann trage ich sie im Profil ein.
    Ihr Rat ist, Eisen zuzuführen. Diesen Wert haben sie nicht untersucht. Da ich normalerweise aber Eisenmangel habe, kann es sein, dass der Mangel die Müdigkeit, Haarausfall, ec. verursacht.
    Auf meine Frage, was mit dieser blöden, andauernden Kälte sei, meinte sie, ich solle mehr Sport machen. Ich bewege mich zwar viel, aber vielleicht nicht ausreichend?
    Sie riet mir davon ab, selbst niedrig dosierte SD-Hormone zu nehmen, da ich sonst in eine Überfunktion käme. Selbst wenn es mir besser gehen würde, sei das dann auf einen Placeboeffekt zu schieben. Was meint ihr? Was ist mit dem Wohlbefinden? Sind die Werte ausschlaggebend oder das subjektive Empfinden? Ob ich 25er-Ltyrax wieder nehme oder nicht, ist eine Entscheidung, die ich treffen muss.

    Ich wäre euch sehr dankbar, wenn ihr später noch einmal die neuen Werte anschauen könntet und mir eure Meinung mitteilt.

    Liebe beide: Ja, ich werde versuchen, die glutenfreie Ernährung wieder konsequent durchzuziehen. Das ist für mich umumstritten, dass es mir danach viel besser ging. Danke für die Rezepte: Kochtrotz kannte ich noch gar nicht !!!

    Sabinchen:
    Aber nachdem ich anfing, sehr jodarm und glutenfrei zu essen, ging es mir nahezu sofort besser. Eine richtige Diagnose habe ich nie bekommen, die gab ich mir selber
    Nach langanhaltendem Streß ging es mir wieder schlechter und ich mußte doch mit SD-Hormonen anfangen
    Ich verstehe dich so, dass trotz deiner Ernährungsumstellung, die ja HM positiv beeinflusst, die Werte wieder schlechter wurden. Also Stress hat definitiv einen Einfluss? Nimmst du die Hormone noch immer oder konntest du sie irgendwann wieder absetzen?

    Liebe Grüße
    LYLA
    Geändert von Lyla (10.05.19 um 10:52 Uhr)

  5. #5
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    Standard AW: Ratlos und noch ziemlich unwissend....

    Vlt. doch mal den Endo zur Adoption geben und einen anderen auswählen. Im "Ärzte und..." Unterforum wirst du fündig.

  6. #6
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    Standard AW: Ratlos und noch ziemlich unwissend....

    Also Stress hat definitiv einen Einfluss? Nimmst du die Hormone noch immer oder konntest du sie irgendwann wieder absetzen?
    Ich nehme jetzt seit Monaten LT 75, davor war ich wahrscheinlich viele Jahre überdosiert. Ohne geht es gar nicht, hab ich auch mal probiert.

    Es ging mir aber auch einige Jahre gut mit Novothyral 75 (Kombipräparat mit T3).

    Streß hat einen großen Einfluß - negativen. Sollte man nach Möglichkeit reduzieren.

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