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Thema: Probleme bei Einstellung einer latenten Autoimmunhypothyreose

  1. #1
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    Standard Probleme bei Einstellung einer latenten Autoimmunhypothyreose

    Liebes Forum,

    ich habe schon seit Jahren Probleme mit der Einstellung meiner SD. Die Diagnose lautet latente seronegative Autoimmunhypothyreose, welche vor allem durch Ultraschall gestellt wurde (leichte Echoverarmung und kleines Volumen, wobei sich letzteres nicht verringert hat). Bereits bei einer geringen Dosis LT (habe L-Thyroxin und Euthyrox getestet) von 50-75µg bekomme ich leichte Überfunktionssymptome in Form von Herzrhythmusstörungen, Rastlosigkeit, Händezittern und, ganz eindeutig, generelle Nervosität. Ich bin in meinem Beruf auch vor größeren Menschengruppen tätig und habe mit LT große Probleme meine Anfangsnervosität abzubauen. Dies ist ohne LT überhaupt kein Problem für mich. Als ich einmal auf 80µg Euthyrox gesteigert habe, ginge es soweit, dass ich regelrecht Nervositätsanfälle wegen einer Geschäftsreise bekommen habe. Das sind natürlich keine super schlimmen Symptome und ich will mit dem bisschen hier nicht rumjammern, da haben es andere schlimmer. Aber es macht einen über die Zeit mürbe und unzufrieden mit der Medikation. Insgesamt wüsste ich nicht, dass ich schon mal Unterfunktionssymptome außer trockene Haut gehabt hätte.

    Mich irritiert, dass mein TSH ohne LT bei 7 rumschwirrt und mit LT zwar reagiert, damit aber auch die sonst normalen SD-Hormonwerte etwas sehr ins obere Drittel gedrückt werden (zuerst vor allem fT4 zu Last von fT3).
    @0µg LT
    TSH 7,15
    FT3 4,1 (2,5-4,4) 84.21%
    FT4 14,9 (9,9-16,2) 79.37%

    @50µg
    TSH 4,91
    FT3 3,8 (2,5-4,4) 68.42%
    FT4 16,0 (9,9-16,2) 96.83%

    @75µg
    TSHb 3,5mU/l (0,4-2,5)
    fT3 5,0 pg/ml (2,3-5,3) 90.00%
    fT4 1,86 ng/dl (0,78-1,94) 93.10%
    TPO/TRAK jeweils nicht nachweisbar

    Auch ein Szintigramm wurde bei der BE unter Behandlung mit 75µg LT gemacht. Verminderter Technetium Uptake, aber es ist eine Hälfte der SD im Kern rot, die andere nicht. Aber mit vermindertem Uptake kommt eine Autonomie wohl nicht in Frage, richtig? Derzeit setze ich LT wieder ab. Macht es wohl Sinn, die SD nur durch eine Minidosis von 25 zu unterstützen? Damit bekommen ich aber meinen TSH nicht runter, was meinen Ärzten bisher ein Dorn im Auge war.
    Wenn jemand aus Erfahrung eine knappe Einschätzung geben kann, wäre ich super dankbar. Natürlich visiere ich baldig auch einen Termin bei einem Endokrinologen an.

    Danke fürs Lesen und VG!

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von roxanne
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    Standard AW: Probleme bei Einstellung einer latenten Autoimmunhypothyreose

    Nach den Werten ohne LT hättest Du m.M. nach gar kein LT gebraucht, die freien Werte waren gut. Die passen nur nicht zum TSH.
    Wie war denn Dein Befinden damals, dazu schreibst Du nichts.

    Warum TSH so hoch ist bei gleichzeitig hohen freien Werten wäre eine Untersuchung wert.
    Entweder ist das bei Dir einfach normal oder man müßte in Richtung Hypophyse schauen.

  3. #3
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    Standard AW: Probleme bei Einstellung einer latenten Autoimmunhypothyreose

    Danke für die super schnelle Antwort. Bei der damaligen Diagnose war ich Kind (mehr als 20 Jahre her). Durch Zufall wurde der erhöhte TSH festgestellt. Außerdem wurde dann in einer "medizinischen Hochschule" die Fehldiagnose Struma gestellt (statt tatsächlich 1,5ml haben die sich auf 12ml verrechnet). Danach dann mit 50µg eingestellt und das Ergebnis wurde für gut befunden. Habe 75µg über 15 Jahre eingenommen mit durchgehenden beschwerden, wie Zittern, Nervosität und Schwitzen. Die Ärzte sagten, dass wäre bei Jugendlichen halt manchmal so und haben mich auch auf den Psychologen verwiesen, der mit mir gar nichts anfangen konnte - ich mit ihm auch nicht ;-). Ich habe das nie hinterfragt, bis ich vor einigen Jahren mal was zu SD Hormonen und deren Nebenwirkungen gelesen habe.

    Das bestärkt mich schon etwas darin, beim Endokrinologen komplett ohne vorherige LT Einstellung vorstellig zu werden.

  4. #4
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    Standard AW: Probleme bei Einstellung einer latenten Autoimmunhypothyreose

    Ich persönlich würde versuchsweise die Dosis langsam reduzieren.
    Erstmal um 12,5 µg und dann 1-2 Wochen warten. Dann weiter je nach Befinden.

    Einen Endokrinologen brauchst du eigentlich gar nicht unbedingt. Bei hohem TSH und "normalen" freien Werten ist es eigentlich nur wichtig regelmäßig zu kontrollieren ob sich nicht doch noch eine Fehlfunktion ergibt.

  5. #5
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    Standard AW: Probleme bei Einstellung einer latenten Autoimmunhypothyreose

    Nochmal danke für die bisherigen Antworten. Nach weiterem Lesen im Forum hatte ich mir vorgenommen, eine private BE zu machen, wobei die Werte unten rausgekommen sind. Ich bin jetzt seit 6 Wochen (ja ich weiß, zu kurz) ohne Thyroxin. Hatte in der Anfangsphase mal Tage, an denen ich mich nicht normal gefühlt habe. Diese werden aber immer seltener. Meine innere Unruhe lässt nach. Allerdings sehen die Werte für mich danach aus, dass man vielleicht eine Minidosis von 25 testen könnte. Mein Hang zu trockerner Haut taucht ganz ohne Thyroxin wieder etwas stärker auf. Ich habe etwas erhöhtes Cortisol (kann soetwas auch ÜF Symptome erklären?). Hier gibt es aussagekräftigere Tests, richtig? Und was würdet ihr akut gegen den Vitamin-D Mangel machen? Würde mich über Tipps freuen.

    TSH 6,12
    FT3 3.4 ng/L (2.0-4.4)
    FT4 13.6 ng/L (9.3-17.1)

    Cortisol 195 (60.2-184 von 6-10 Uhr; BE 10 Uhr nüchtern)

    Eisen 21 (5.8-34.5)
    Transferrin 2 (2.0-3.6)
    Ferritin 128 (30-400)
    Selen 95 (74-139)
    Vitamin B12 318 (197-771)
    Vitamin-D 8.4 (<20 Mangel)

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: Probleme bei Einstellung einer latenten Autoimmunhypothyreose

    Gegen Vitamin-D-Mangel nimmt man am besten Vitamin D :-)

    Keine wöchentliche Monsterdose, lieber täglich 2-3000 iE für 3-4 Monate, dann Kontrolle.

    Ich würde an deiner Stelle den Tipp von Roxanne oben aufgreifen und die Hypophyse anschauen lassen (warum so viel TSH) - wahlweise: das TSH einfach TSH sein lassen, sooo schlimm hoch ist es ja nicht, die Höhe ist weit entfernt von tragisch. Deine freien Werte sind jedenfalls nicht so, dass man da an LT-Substitution denken müsste, erst recht nicht, wenn keine autoimmune Schädigung auszumachen ist. 25 LT gegen trockene Haut - also ich würde da lieber eincremen und ja: den Vitamin-D-Mangel beseitigen.
    Geändert von panna (19.06.20 um 13:50 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Probleme bei Einstellung einer latenten Autoimmunhypothyreose

    Zu Vitamin B12 bitte im Forumswissen nachschauen.

    Cortisol ist eigentlich das Stresshormon. Das könnte schon seine Ursache in der vermehrten Arbeit der SD haben. Die Differenzial-Diagnostik wäre Hypophyse und Nebennierencheck.

    Ferritin allein ist leider nicht aussagekräftig. Wichtig wäre dazu noch HB und CRP. Tipp: Die Nebennieren produzieren auch EPO, d. h. HB OK, dann Nebennieren wahrscheinlich auch.

    Die trockene Haut könnte indirekt dem hohen Cortisol geschludet sein. Wie ist der HbA1c?

  8. #8
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    Standard AW: Probleme bei Einstellung einer latenten Autoimmunhypothyreose

    Danke für den Input. @panna: Genau so einen Ratschlag brauchte ich. Habe noch nie Vitaminsupplemente genommen. Steige dann mal mit so einer Dosierung ein und schaue bei der nächsten BE, ob der Speicher sich gefüllt hat. Du hast natürlich recht bzgl. LT. Da ich ja schon 3 Jahre ohne nennenswerte Symptomatik ohne LT rumgelaufen bin, sollte ich vielleicht mit einer Behandlung auf ernstere Symptome oder ein verändertes Sono warten. Für Hypophysenchecks bräuchte ich dann ja doch einen Endo, weshalb ich das jetzt erst nach hinten Stelle. Zuerst das einfache ;-).
    Auch danke @Janne1 für den Kommentar bezüglich Cortisol. Ich hatte gelesen das Werteaussrutscher nicht zu sehr interpretiert werden sollten, weshalb ich jetzt eine weitere BE beim Hausarzt in ca. 2 Monaten plane. Da werde ich wiederum Cortisol und auch den von dir genannten EPO Marker mal checken lassen. HbA1c habe ich auch keinen Wert. Schreibe ich mal mit auf.

    Viele Grüße!

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