Hallo,

ich bin 39 Jahre alt. Ich arbeite in einem Diagnostiklabor und habe durch eigene regelmässige Kontrollen von Schilddrüsenmarker (TSH, T3, T4, ft3, ft4, anti TPO, anti TG) durch Glück 2010 fest. Ich hatte zu dem Zeitpunkt einen anti TPO Wert von knapp über 100U/mL alle anderen Schilddrüsenparameter waren im Normbereich und ich hatte keine Symptome einer Unterfunktion.

2015 stieg der Wert auf 260 U/mL, während meine anderen Schilddrüsenparameter immer noch normal waren und auch keine Symptome eine Unterfunktion fühlbar waren.
Ich entschloss mich dennoch meine Werte meinem Hausarzt zu schicken.

Leider kam ich erst Februar 2016 dazu mich mit ihm über das Thema zu unterhalten und er verwies mich zu einem Nuklearmediziner.

Dieser stellte am 11.5. durch Ultraschall fest:


"
Werte:

TSH-basal mIU/L 2,6 (Norm: 0,3-2,5)
freies T3 (fT3): 5,5 (Norm: 3,5-8,1)
freise T4 (fT4): 1,1 (Norm: 1-2,5)
TPO-AK U/mL: 777 (Norm: 0-60)
TRAK IU/L: 0,3 (0-1,5)
25OH-Vitamin D ng/mL: 22 (Norm: 20-60)

Diagnose:
-Autoimmunthyreoiditis (Hashimoto)
-latente Hypothyreose

Anamnese:
Subjektiv besteht Wohlbefinden
Keine familiäre Vorbelastung bekannt
Keine Einnahme von Medikamenten

Befunde:
39 Jahre, 182cm groß, 77kg (-5kg von August - Dezember infolge beruflichen Stresses.
Palpatorisch konsitenzvermehrte Schilddrüse.

Sonographie (Ultraschall)
Schilddrüse und Weichteile:
Gesamtvolumen beider Schilddrüsen 15mL (Norm bis 25). Mässig echoarme und insgesamt vergröbert strukturierte Schilddrüse. Diffus verstärkte Perfusion. Die übrigen Halsweichteile sind unauffällig.

Beurteilung:
Bei nur grenzwertig hohem TSH und subjektivem Wohlbefinden ergebn sich noch keine therapeutischen Konsequezen.
Verlaufskontrolle aber Ende des Jahres 2016."


Was mich etwas stutzig macht:
Ich weiß nicht, wie groß die Schilddrüse mindestens groß sein sollte bei meiner Konstitution aber wenn die Norm bis 25 hoch geht und durch Ertasten empfindet er meine Schilddrüse als "konstitenzvermehrt", dann verstehe ich das nicht so ganz...
Aber gut, der Ultraschall zeigt schon die typische "stille Entzündung" der Schilddrüse mit stärkerer Durchblutung.
Was mich auch irritiert ist, daß der Arzt mein "Hey, nix machen... zuschauen, wie die Antikörper die Schilddrüse kaputt machen"... dabei möchte ich alles tun, um meine Schilddrüse zu erhalten.


Ich habe mich bereits eingelesen und Folgendes gelernt:
1. ich sollte zusätzliches Jod meiden (also jod angereicherte Lebensmittel
2. Ich sollte versuchen die Antikörperreaktion zu dämpfen. Dies geht durch Einnahme von Antioxidatien im Speziellen Selenzufuhr (sollte mich nach Paranüssen umschauen), Vitamin C (gibt es ausreichend in meiner Diät), Zink (esse genug Käse und Fleisch). Hilfreich wäre wohl auch meinen Vitamin D Stand zwischen 60-120 zu bringen, also ab in die Sonne ab 16 Uhr auch ohne Schutz (bin eher Typ Mittel-Südeuropäer).
3. Stress vermeiden, ggf. Stress durch Entspannungstechniken entgegen wirken - okay ich mache 1x pro Woche Yoga, Tai Chi und habe glücklicherweise eine 30h Woche.

Fragen hierzu:

Was ist von Präparaten wie Threoprotect und Thyreoprevent zu halten? Sind zum Teil sackteuer, bringen die auch was?
Welche zusätzliche Maßnahmen kann ich treffen um meine Schilddrüse so gut es geht zu entlasten und zu erhalten?
Gibt es eine "normale" Diät, die ich halten sollte? Lebensmittel, die ich meiden sollte? Ich meine damit nicht Paleodiät... dafür mag ich "Gluten" viel zu sehr und habe auch keine Unverträglichkeit.

Weitere Fragen:
Ich hätte die Möglichkeit kostenfrei alle 6 Wochen meine Werte zu checken. Macht es Sinn, oder mache ich mich nur verrückt weil die Werte stark schwanken können?
Mein anti TPO Wert liegt aktuell bei 777, das ist schon hoch, wenn man vom Meßbereich des Tests ausgeht. Ich würde gerne wissen, wie dieser Wert einzuschätzen ist. Ist er so hoch, daß meine Schilddrüse in 1-2 Jahren abgefackelt ist, oder könnte ich damit noch 10 Jahre meine Schilddrüse halbwegs funktional halten?

Soweit ich mich von meiner Ausbildung erinnere, wird der TSH Wert bei verringerter Schilddrüsenfunktion irgendwann steigen, weil keine Antagonisten den Wert mehr bremsen.
Ab wann macht es Sinn L-Thyroxin einzuschleichen?



Wie auch immer, ich habe ein Ziel: Erhalt der Schilddrüse, solange es geht durch Senkung des anti TPO Wertes, damit ich so lange es geht auf das Einwerfen von Substituenten verzichten kann.
Wer immer mir hierbei helfen kann, ist gerne willkommen.

Danke für eure Unterstützung!