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Thema: Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

  1. #1
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    Standard Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

    Bitte nicht verschieben, es geht mir nicht um einen antioxidativen NEM-Rundumschlag sondern speziell und nur darum, ob und für welche antioxidativen Mittel konkrete Belege/Nachweise einer positiven Wirkung bei EO finden lassen.

    Selen bei EO:
    Ja, wird inzwischen routinemäßig verschrieben/empfohlen - ein knallharter Nachweis dürfte fehlen, wenn auch etliche Studien von positiven Beobachtungen berichten.
    Gerade gefunden:

    EO-Patienten haben normalerweise einen niedrigen Selen-Status. Die Höhe der TRAK korrelierte invers mit dem Selen-Status, d.h. je höher die TRAK, umso niedriger der Selen-Wert. Aber: Keinerlei Korrelation konnte zwischen dem Selen-Wert und der jeweiligen Ausprägung/dem Schweregrad der EO (CAS und NOSPECS-Klassifizierungen) gefunden werden. Daraus kann man auch schließen, dass ein evtl. Selenmangel nicht ursächlich für den Schweregrad der EO verantwortlich ist. Die vorliegenden Daten erlauben auch keine Aussage über eine verursachende Rolle des Selenmangels bzw. des niedrigen Selen-Status. -

    http://www.karger.com/Article/Abstract/442440

    Demnach: einfach weitermachen wie bis jetzt, d.h. möglichst keinen Selenmangel haben, und hoffen, dass es hilft.

    Alpha-Liponsäure:
    ALA, auch ein antioxidatives Mittel.Könnte der Vermehrung des intraorbitalen (entzündeten) Fettgewebes entgegenwirken. Die Studie untersuchte orbitale Fibroblasten von EO-Betroffenen auf der zellulären Ebene. Insgesamt konnten mit Alpha-Liponsäure wachstumshemmende Effekte und eine Hemmung inflammatorischer Zytokinen beobachtet werden. Alpha-Liponsäure könnte also bei EO-Betroffenen, bei denen es vor allem um eine Vermehrung des Fettgewebes geht, eingesetzt werden.

    http://journals.lww.com/md-journal/A...dative.70.aspx

    Nikotinamid/Niacinamid (nicht dasselbe wie Niacin, siehe Erklärung)
    Auch nur eine kleine Beobachtungsstudie: Bei einer kleinen Gruppe EO-Betroffener (mild bis moderate aktive, neu diagnostizierte EO) wurde Nikotinamid (zusammen mit dem Gicht-Medikament Allopurinol) verabreicht. Es konnte eine Besserung der EO beobachtet werden.
    http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10844053/


    ((Natürlich hilft nicht alles, was ein Entzündungshemmer ist. So hat man z.B. mit Diclofenac einen Versuch bei EO gemacht, mit dem Ergebnis, dass es bei EO nichts bringt: http://www.karger.com/Article/Abstract/443373))
    Geändert von panna (02.03.16 um 21:08 Uhr)

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von RalfWei
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

    Hallo panna, ich sehe Du suchst und bist mir immer ein bis fünf Meilen voraus. Du hast jetzt aber nicht aus DEM Buch von Brakebusch/ Heufelder S146ff die Erkenntnisse? Das war es ja was ich in meinem Blog angesprochen habe: auch Prof Heufelder hat das Thema Antioxidantien und Entzündungshemmer bei EO betrachtet.

  3. #3
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

    Nein, ich habe einfach mal ein wenig Google Scholar bemüht für das Thema in 2015 und 2016. Bloß, für das meiste, was man so findet, habe ich keinen vollen Zugang, manchmal ist ein Abstract gar nicht da. Also Zufallstreffer, mehr kann ich ohne richtigen Zugang für die meisten Sachen nicht.

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von RalfWei
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

    Also ich sags ja immer: viele Wege führen nach Rom.
    Nicotinamid, Alpha-Liponsäure, Vitamine, Selen, N-Acetylcystein, Bioflavonoide und Omega-3-Fettsäuren sind die Sachen die Prof.Heufelder erwähnt hat (Quelle Leben mit Morbus Basedow von Brakebusch/Heufelder ISBN 978-3-86371-011-8).

  5. #5
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

    Hier:
    http://www.heck-bio-pharma.com/index...rezepturen-t-z
    und hier:
    http://www.heck-bio-pharma.com/index...rezepturen-j-s

    findet man noch die Rezeptur für Thyreoprotect - ich glaube, sie stammt von Prof. Heufelder - und für Macula (preiswerter).

    *

    Edit meint:

    Man kann beides, Macula wie Thyreoprotect, auf dem Bestellformular von Präventapharm finden, und so wohl auch bestellen:

    https://www.praeventa.com/wp-content/uploads/2015/01/praeventa-bestellformular.pdf

    Macula: 180 Stück für 73,40 Euro, Thyreoprotect: 180 Stück, 99,90 Euro
    Geändert von panna (03.03.16 um 00:04 Uhr) Grund: Edit machte Update.

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von RalfWei
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

    Jo, Macula ist von Prof. Heufelder. Thyreoprotect ist daran angelehnt. Allerdings finde ich den Preis etwas heftig dafür das die Kombination nicht alles enthält was ich (wir) als positiv eingestuft haben und deshalb sind wir halt auf die Einzelkomponenten ausgewichen.
    Ich finde es ja sooooooo schade das da Prof Heufelder nicht weitergemacht hat.
    Geändert von RalfWei (03.03.16 um 00:25 Uhr)

  7. #7
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

    Macula ist tragbarer für alle, die all diese Dinge einzeln weder erlesen noch sich leisten können.

  8. #8
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

    Ich hatte 2004 als bei mir die eO anfing hochdosiert Wobenzym genommen, dazu noch Selen, Vitamin B-Komplex, Magnesium und Zink. Die damalige Ärztin in der Freiburger Schilddrüsenambulanz hatte mich belächelt, aber gemeint, es schadet zumindest nichts und war anschließend über den Erfolg ganz erstaunt.

    Der Tipp wurde damals im Forum gegeben und war absolut "off Label use".

    Ich bin froh, dass ich das Forum schon 2003 kennen gelernt habe, denn damals hat man noch richtig gute Tipps außerhalb irgendwelcher Leitlinien-Empfehlungen bekommen, die auch noch wirklich geholfen hatten.
    Seitdem das Forum doch mehr leitliniengerecht ist, gibt es das nicht mehr.

  9. #9
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

    Danke für diese Informationen!

  10. #10
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von KarinE
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    Standard AW: Endokrine Orbitopathie und Antioxidantiva/Entzündungshemmer

    Ich habe mal gesucht, was so aktuell publiziert wird zum Thema EO, und habe u.a. das gefunden. Der Ansatz hier ist auch die Entzündungsaktivität zu minimieren.
    Zitat: Spektrum Augenheilkd (2015) 29:197–200
    DOI 10.1007/s00717-015-0279-0
    Das Ziel der immunsuppressiven Therapie bei endokriner
    Orbitopathie ist eine Reduktion der Entzündungsaktivität
    (gemessen am clinical activity score) und damit
    Abkürzung der aktiven Phase der Erkrankung und eine
    Reduktion des Schweregrades der Erkrankung (klassifiziert
    nach NOSPECS oder EUGOGO) [7]. Der Goldstandard ist
    dabei die intravenöse Pulstherapie mit Methylprednisolon
    [8, 9]: beispielsweise 500 mg Methylprednisolon i.v. 3 Tage
    lang – 1 Mal pro Monat – 4 Monate lang [9].
    Bei Patienten, die auf eine adäquate Pulstherapie mit
    Steroiden nicht ausreichend ansprechen und sich noch
    in der aktiven Phase der Erkrankung befinden, sollte
    eine nicht-steroidale immunsuppressive Therapie beispielsweise
    mit Methotrexat oder Cyclosporin erwogen
    werden. Methotrexat wird folgendermaßen dosiert:
    7,5 mg per os 1 Mal pro Woche – Steigerung um 2,5 mg
    pro Monat bis zur Erhaltungsdosis von 15 bis 20 mg pro
    Woche – 6 bis 12 Monate lang in Kombination mit einer
    Folsäuresupplementierung unter regelmäßigen internistischen
    und Laborkontrollen [10].
    Aus der Gruppe der „Biologica“ scheint neben Adalilumab
    [11] vor allem intravenös verabreichtes Rituximab,
    ein monoklonaler Antikörper, welcher sich gegen
    CD20 + B-Lymphozyten richtet, eine vielversprechende
    und steroidsparende Therapieoption zu sein [12–15], wobei
    jedoch kontrollierte randomisierte Studien mit ausreichender
    Fallzahl ausständig sind. Deshalb sollte Rituximab
    zurzeit nur bei steroidresistenten Patienten mit schwerer
    akuter endokriner Orbitopathie ohne oder mit kompressiver
    Optikusneuropathie angewendet werden.
    Topische Steroide sollten bei endokriner Orbitopathie
    nicht angewendet werden. Als Lokaltherapeutika
    kommen vor allem unkonservierte Tränenersatzmittel
    und Augensalben zur Anwendung. Das Quinolinonderivat
    Rebamipide, welches die Muzinproduktion erhöht,
    wurde zur Behandlung der superioren limbalen Keratokonjunktivitis
    beschrieben

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