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Thema: Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

  1. #1
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    Standard Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

    Hallo!

    Mich beschäftigt die Frage, inwieweit man von seinem Arbeitgeber Verständnis erwarten darf/ sollte für gesundheitliche Einschränkungen.

    Dies betrifft jetzt nicht in 1. Linie die Gesamtleistung, denn da gehe ich davon aus, dass diese erbracht werden muss.
    Aber es geht z.B. um mögliche Flexibilität, wenn das Befinden schwankend ist oder auch ein Arbeitsplatz, der den persönlichen Bedürfnissen entgegen kommt, wie kein Grossraumbüro oder der Umgang miteinander am Arbeitsplatz. Da gibt es ja ganz verschiedene Stresslevel, und ich merke bei mir einfach, dass meine Arbeitsleistung durchaus ausreichend ist, aber dass ich auf zusätzliche Belastungen sehr sensibel reagiere und meine Arbeitsleistung dadurch relativ schnell gestört ist.
    Z.B. wurde ich dazu "verknurrt" in einem relativ kleinen Büro mit zwei Mitarbeitern zu arbeiten, obschon ich sagte, dass das für mich eine Mehrbelastung ist, die sich dann in unzureichender Arbeitsleistung zeigen wird. Bzw. am Anfang meiner Anstellung waren wir nur zu zweit im Büro, und unter diesen Bedingungen hatte ich ja zugesagt.

    Meine Belastbarkeit war bei meiner Stelle von Beginn weg eingeschränkt, aber das hatte ich auch so kommuniziert und man hatte mich so eingestellt. Die Stelle war auch nur 50%.
    Mein Arbeitgeber fragte mich einmal, ob ich denn schon 50% krank geschrieben war, als ich mich vorgestellt habe - aber was macht das für einen Unterschied, wenn die Stelle nur zu 50% ist?

    So habe ich immer wieder einmal den Eindruck gehabt, dass - obschon ich die Stelle bekommen habe - doch immer verglichen wird mit anderen, die mehr leisten können, mehr Möglichkeiten haben usw. Dabei arbeite ich ja wie gesagt nur 50%, momentan sogar nur 40%. Und wenn ich für etwas mehr Zeit brauchen sollte oder einmal ausfalle, dann hole ich die Zeit nach.
    Für den Arbeitgeber entsteht also kein Verlust in dem Sinne und die Flexibilität ist von der Art der Arbeit her absolut möglich und für meinen Vorgesetzten auch kein Problem, wie er sagt.

    Ich machte jetzt eine Anmeldung für eine Unterstützung durch die IV (50%), irgendwie fällt mir das schwer und mein Arbeitgeber sagt schon, dass er das voll und ganz unterstützt, aber trotzdem überlege ich mir immer wieder, ob ich mit meiner Leistung längerfristig nicht immer am Anschlag sein werde und doch nie ganz genüge, wenn nicht mehr Verständnis dafür da ist. Und ob das nicht dazu beiträgt, dass es mir gesundheitlich nicht einmal besser geht.

    Aber gibt es die Stelle, bei der man sich nicht fordern muss, quasi keinen Stress hat usw. ?
    Das ist wohl eine Illusion.. so mache ich weiter, aber ich denke durchaus, dass diese ganze Situation dazu beiträgt, dass ich nicht schneller gesund werde und jetzt auch noch neue Symptome dazu gekommen sind.

    Wie geht Ihr mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit um? Müsst Ihr das verschweigen? Zeigt auch jemand Verständnis? (bei mir ist das nach meinem Empfinden nicht ausreichend der Fall, einmal abgesehen davon, dass ich noch dort arbeiten darf trotz Sparmassnahmen - mein Mitarbeiter wurde zB entlassen - , obschon ich manchmal fehle und dann Zeit nachholen muss)

    Wäre froh um allfällige Erfahrungen und Gedanken in Zusammenhang mit diesen Fragen!
    LG, Sally
    Geändert von sally71 (27.10.13 um 00:57 Uhr)

  2. #2
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    Standard AW: Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

    Hallo,

    die Frage ist, wie stark Deine Position ist, dass Du Forderungen stellen kannst. Mein Arbeitgeber zum Beispiel hat etwa alle 2 J eine Abbauwelle oder sourct aus. Und dann wird ausgesiebt - das kann jeden treffen. Insofern versucht jeder, nicht "aufzufallen". Entsprechend nimmt sich jeder - auch Gesunde- mit seinen Ansprüchen zurück, denn natürlich wird jeder mit jedem verglichen. Ob Arbeitszeitplanung, Lichtverhältnisse, Luftdurchzug oder Arbeitsmenge - jeder bekommt irgendwas zugeteilt und muss dann zusehen, wie er seinen Vertrag erfüllt, sofern alles legal bleibt. Rücksicht auf Befindlichkeiten nimmt da keiner. "Schon-Arbeitsplatz" ist ein ganz böses Schimpfwort

    Von vornherein sagen " Wenn Du, Arbeitgeber, xyz machst, dann werde ich krank" oder "erbringe eine schlechtere Arbeitsleistung" ginge GAR nicht Das würde mein Arbeitgeber als Erpressung/ Arbeitsverweigerung auslegen und entsprechend quittieren. So arbeite ich seit Jahren in einem Großraumbüro, Vollzeit mit moderaten Überstunden - mein Arbeitgeber hat sich nun ausgedacht, dass wir im Rotationsprinzip nur alle drei Stunden die Fenster aufmachen dürfen, weil sonst Durchzug ist. Da haben wir übrigens richtig Spaß, wenn ein Kollege verbotenerweise mit seinem warmen Mittagessen durchs Büro läuft, weil er meint, die Vorschriften gelten nur für die anderen

    Ums zusammenzufassen: An meinem Arbeitsplatz würde niemand irgendwelche Forderungen stellen; von jedem wird dasselbe erwartet, egal welche privaten Probleme - Krankheit zähle ich dazu - gerade gewälzt werden. Ich persönlich halte das für fair: gleiche Bezahlung - gleiche Arbeit.
    Wer aus gesundheitlichen Gründen dazu nicht in der Lage ist, lässt sich arbeitsunfähig schreiben.
    Geändert von Gummibaum (27.10.13 um 02:01 Uhr)

  3. #3
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    Standard AW: Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

    Danke für Deine Beschreibung von Deinem Arbeitsplatz.

    Wenn ich mich richtig erinnere, weiss ich auch, in was für einer Branche Du arbeitest - das wollte ich ehrlich gesagt nur schon nie, bevor ich krank wurde. Wegen eben solchen Arbeitsbedingungen, die Du beschreibst..

    Was ich mich einfach frage:
    Gibt es denn keine sozialen Unternehmen mehr, bei denen nicht nur die Gewinnmaximierung im Handbuch steht??

    Denn wie jeder weiss, kann das Wachstum nicht ewig gesteigert werden, irgendwann muss dieses System in sich zusammen fallen. Oder wird erst dann etwas geändert, wenn 50% der Bevölkerung wegen stressbedingten "Zivlisationskrankheiten" ausfällt?



    LG, Sally

    PS: ich hätte noch eine Frage zum Thema Überzeit, Du schreibst von "moderater" Überzeit. Was meinst Du damit?

    Bei mir war es in diesem Jahr so, dass ich bei 40% etwa 5% Überzeit machte, also 2h/ Woche. Nun steht zur Diskussion, dass ich nächstens krankheitsbedingt etwa 4 Wochen ausfallen werde. Ich dachte nun daran, dies offiziell von meiner Überzeit zu nehmen (ich habe genug). So kann mir eigentlich niemand etwas vorwerfen, ausser dass gerade die strengste Zeit des Jahres ist und ich nicht fehlen sollte, aber das lässt sich dann ja auch nicht ändern, wenn der Ausfall krankheitshalber ist.... Trotdzem hoffe ich, dass ich damit dieses "Manko" zumindest etwas abfedern kann.
    Geändert von sally71 (27.10.13 um 11:26 Uhr) Grund: PS:

  4. #4
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    Standard AW: Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

    Genau DAS ist DAS IT-Zeichen - wirklich!

    Ich erlebe es tagtäglich und habe manchmal das Gefühl, ich bin dem Stress nicht mehr gewachsen.

    Aber iwie schaffe ich es immer.

    Ich bekamt z.B. zuletzt gesagt (nicht direkt vom Chef, sondern von meinen Kollegen, zu denen der Chef das gesagt hat), ich würde wegen jeder Kleinigkeit zum Arzt gehen

    Darüber kann ich nur lachen. Komisch ist es dann immer, wenn ich wieder zur Arbeit sind, kein Wort drüber, alle freundlich.

    Ansonsten wird zurzeit an anstrengendes Pensum erwartet. Man bekommt von Kollegen, die sich beschweren, noch mehr auf ' s Auge gedrückt. Aber ich kann nicht mehr als arbeiten. Was ich nicht schaffe, muss liegen bleiben. Anders geht es nicht.

    Leute werden keine eingestellt, zaubern kann ich nicht - von daher

  5. #5
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    Standard AW: Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

    Sally:

    Ooohhh Heißes Eisen

    Also- Bank ist keine Sozialveranstaltung, da hast Du recht

    Im Bekanntenkreis hatte jemand in einem kirchlichen Betrieb gearbeitet, in dem es um Hausverwaltung ging... War genau dasselbe wie bei uns in der Bank. Jeder war des anderen Feind, Mobbing etc.

    Wäre Selbständigkeit was für Dich? Dann bist Du immerhin Dein eigener Herr. Andererseits schwierig, wenn Du krankheitsbedingt ausfällst

  6. #6
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    Standard AW: Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

    Zitat Zitat von Gummibaum Beitrag anzeigen
    Im Bekanntenkreis hatte jemand in einem kirchlichen Betrieb gearbeitet, in dem es um Hausverwaltung ging... War genau dasselbe wie bei uns in der Bank. Jeder war des anderen Feind, Mobbing etc.

    Wäre Selbständigkeit was für Dich? Dann bist Du immerhin Dein eigener Herr. Andererseits schwierig, wenn Du krankheitsbedingt ausfällst
    Mein Mitarbeiter wurde nach 11 Jahren auch entlassen, ohne Vorankündigung - er hatte keine besonders guten Berufsaussichten auf dem Arbeitsmarkt und zu dem Zeitpunkt erwarteten sie gerade ihr 3. Kind.....
    Aber er hat wohl viel gebetet - fand innert der gesetzten Frist von 6 Monaten wieder eine gute Stelle.

    Nein, für Selbständigkeit wäre ich nicht fit genug und auch nicht der Typ.. eigentlich bin ich gerne Angestellte, aber ich bin einfach froh um eine gewisse Rücksichtnahme. Ich bin in vielerlei Hinsicht auch sehr rücksichtsvoll, erwarte also nichts, was ich nicht auch zurückgeben kann.

  7. #7
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    Standard AW: Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

    Sally,wie wäre es denn mit einen Halbtags-Job? Würde das eventuell funktionieren?

    Davon träume ich zurzeit, aber leider wegen zuviel Arbeit nicht machbar, jedenfalls nicht da, wo ich jetzt arbeite.

  8. #8
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    Standard AW: Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

    Komisch ist es dann immer, wenn ich wieder zur Arbeit sind, kein Wort drüber, alle freundlich.
    So habe ich es eben auch schon erlebt - das finde ich dann sehr schwierig. Offiziell sagt mein Vorgesetzter immer, dass er mich voll unterstützt, jetzt auch mit der gemachten IV-Anmeldung. Aber ich frage mich manchmal, was er wirklich denkt. Und er ist ja auch unter Druck vom Leitungsgremium her. Und da sitzen Leute drin, die von ihrem Arbeitsansatz her Gummibaums Beschreibung vom Arbeitsplatz in nichts nachstehen....

    Die momentan durchgezogenen Sparmassnahmen (und v.a. das wie) lassen sich meiner Meinung nach (und auch gemäss der Meinung vieler Mitglieder) mit einer sozialen Institution, die sich für benachteilitgte Menschen einsetzt, wirklich nicht vereinbaren.
    Geändert von sally71 (27.10.13 um 11:46 Uhr)

  9. #9
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    Standard AW: Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

    @ Seidenglanz: ich bin ja nur Teilzeit....

  10. #10
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    Standard AW: Arbeit - wie umgehen mit gesundheitlichen Einschränkungen?

    Zitat Zitat von sally71 Beitrag anzeigen
    @ Seidenglanz: ich bin ja nur Teilzeit....
    ah so - hatte ich übersehen.

    Ich kann nur immer wieder sagen, wer heute arbeiten geht - da wird was abverlangt. Wirklich wahr.

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