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Thema: B12 - Biomarker, Grenzwerte und wer hat wirklich einen Mangel?

  1. #71
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    Standard AW: B12 - Biomarker, Grenzwerte und wer hat wirklich einen Mangel?

    Eigentlich eine Schande, dass das sog. "Forumswissen" kein Wort darüber enthält, dass man sich mit B12 sehr wohl überdosieren kann. Ich hole es hier nach (nicht im Forumswissen, von dem ich mich wegen weitgehender Beliebigkeit distanziere).
    Der folgende Auszug kommt nicht aus irgendeinem Blog, es ist das Blog von Prof. Schmollich, seines Zeichens Ernährungswissenschaftler, der qualifizierte Quellen nutzt und sie auch benennt.

    Bei der Sicherheit von Vitamin-Supplementen galt lange: Die fettlöslichen Vitamine A, D, E und K sollte man möglichst nicht zu hoch dosieren, da sie sich im Körper anreichern und zu toxischen Wirkungen führen können. Bei den wasserlöslichen Vitaminen (Vitamin C und B-Vitamine) schien dies anders zu sein: Was zu viel ist, wird einfach wieder ausgeschieden – so die Hypothese.


    Darauf, dass hochdosierte B-Vitamine ebenfalls ein Überdosierungsrisiko bergen könnten, gab es schon länger Hinweise (Giovannucci 2002; Sanjoaquin et al. 2005). 2009 zeigte sich in zwei randomisiert-kontrollierten Studien ein deutlicher Zusammenhang zwischen der Anwendung von Vitamin-B12- bzw. Vitamin-B9(Folat)-Supplementen und dem vermehrten Auftreten von Lungenkrebs (Ebbing et al. 2009). Und 2017 bestätigte die Auswertung der VITAL-Kohorte (Vitamins and Lifestyle Cohort Study) bei Männern ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko nach Vitamin-B6- und B12-Supplementation (Brasky et al. 2017).

    Vor diesem Hintergrund wird in Fachkreisen schon länger vermutet, dass die hochdosierte Anwendung von B-Vitaminen nicht ganz so risikofrei ist wie gedacht – erst recht nicht für (Ex)Raucher. In einer aktuell publizierten Studie untersuchten Wissenschaftler, ob die Sorge vor einer krebsfördernden Wirkung hochdosierter Vitamin-B12-Supplemente berechtigt ist (Fanidi et al. 2018).

    Im Rahmen einer eingebetteten Untersuchung wurden die Daten aus 20 prospektiven Kohortenstudien ausgewertet. Dazu wurde in 5.183 Blutproben die Vitamin-B12-Konzentration bestimmt. .... Tatsächlich zeigte die Auswertung dieser Daten einen konzentrationsabhängigen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-B12-Spiegel und dem Lungenkrebsrisiko. Die Risikoerhöhung für Lungenkrebs war unabhängig vom Raucherstatus oder vom Geschlecht der Probanden. ... Damit liefert diese Studie aufgrund der konsistenten, sich methodisch ergänzenden Daten eine aussagekräftige Bestätigung der Hypothese, dass es einen kausalen Zusammenhang zwischen dem Vitamin-B12-Status und Lungenkrebs gibt.
    ...
    Die kritisch hochdosierten Vitamin-B12-Supplemente sind in Deutschland weit verbreitet und überall erhältlich (häufig mit 1.000 µg Vitamin B12 pro Tag). .... Vermutlich besitzen B-Vitamine nicht nur beim Kolorektalkarzinom, sondern auch bei Lungenkrebs eine zweischneidige Wirkung, die zeit- und vor allem dosisabhängig ist (Kim 2006).

    ...
    Von der unspezifischen, dauerhaften Einnahme hochdosierter Vitamin-B12-Supplemente sollte spätestens nach dieser Studie dringend abgeraten werden.
    https://www.ernaehrungsmedizin.blog/...h-supplemente/
    Geändert von panna (12.06.22 um 23:27 Uhr) Grund: Zitat ergänzt

  2. #72
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Schlomis Muddi
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    Standard AW: B12 - Biomarker, Grenzwerte und wer hat wirklich einen Mangel?

    Wau Danke, panna

  3. #73
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    Standard AW: B12 - Biomarker, Grenzwerte und wer hat wirklich einen Mangel?

    Ohne Rauchen, ohne Übergewicht und ohne Radonbelastung (Kellerwohnung oder schlecht gelüftete Parterrewohnung, bei Älteren auch frühere Arbeit im Bergwerk) ist das Lungenkrebsrisiko sehr niedrig. Wenn man es mit 1,15 multipliziert, ist es immer noch sehr niedrig. Will sagen: Man braucht sich nicht unbedingt knapp halten, aber viel hilft auch nicht viel.

    Die vorgeschlagene Höchstmenge in NEM von 25 µg hieße, dass man den Speicher nicht mehr über solche Präparate auffüllen könnte. Bin für mehr Gesundheitsbildung.

  4. #74
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    Standard AW: B12 - Biomarker, Grenzwerte und wer hat wirklich einen Mangel?

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Die vorgeschlagene Höchstmenge in NEM von 25 µg hieße, dass man den Speicher nicht mehr über solche Präparate auffüllen könnte. .
    Weiß man das?

    Bin für mehr Gesundheitsbildung

  5. #75
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    Standard AW: B12 - Biomarker, Grenzwerte und wer hat wirklich einen Mangel?

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    Weiß man das?
    Ich meine damit die Diffusion, mit der man mehr als den tatsächlichen Bedarf aufnimmt. Darüber nimmst du 1 % auf, wenn alles klappt.

    Das heißt, von 100 µg bleiben dir gerade 1 µg und ggf. noch ein weiteres µg, falls auch der Intrinsic Faktor funktioniert. Daher kann man sich mit B12-Tabletten auch nicht akut überdosieren, höchstens nach und nach einen übervollen Speicher aufbauen.

    Wenn du dir dagegen eine Megadosis B6 reinknallst, kannst du womöglich noch heute schlecht schlafen.

  6. #76
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    Standard AW: B12 - Biomarker, Grenzwerte und wer hat wirklich einen Mangel?

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Das heißt, von 100 µg bleiben dir gerade 1 µg und ggf. noch ein weiteres µg,
    Wie viel man oral aufnimmt - hier in diesem Thema: #58:

    Der absorbierbare Anteil ist höher bei niedrigerer Dosis als bei höherer Dosis:


    Fractional absorption decreases as the oral dose is increased.
    Es ist bekannt, dass orales Cobalamin genauso gut zur Behebung eines B12-Mangels geeignet ist, wie intramuskuläre Spritzen. Mehr als das, diese Gleichwertigkeit gilt sogar für den Fall, wenn die Ursache des B12-Mangels eine perniziöse Anämie, d.h. das Fehlen des Intrinsic Factors ist. In Abwesenheit von Intrinsic Factor sorgt die passive Diffusion von Cobalamin für die Aufnahme von ca. 1 % der (oral) verabreichten Dosis. Wenn Cobalamin also oral in ausreichender Menge supplementiert wird, kann die Aufnahme von 2.4 µg B12 (0.24% einer 1000-µg-Dosis) erfolgen, was der empfohlenen täglichen Zufuhr (Dietary Reference Intake) entspricht.
    und #58, auch ganz nett:
    Der absorbierbare Anteil ist höher bei niedrigerer Dosis als bei höherer Dosis:


    Fractional absorption decreases as the oral dose is increased.

  7. #77
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    Standard AW: B12 - Biomarker, Grenzwerte und wer hat wirklich einen Mangel?

    Das Prozent war als Faustregel gedacht, die ich für höhere Dosierungen im Hinterkopf hatte. Was man letzten Endes als Erhaltungsdosis braucht, kann man ggf. aus den Laborwerten ableiten. Sowohl die Aufnahme als der Bedarf können sich unterscheiden. Ich kenne eine Seniorin, die mit ein bis zweimal 5000 µg pro Monat als Erhaltungsdosis zurecht kommt und keine Spritzen mehr braucht.

    Wer die Prozente genauer wissen will - aber auch das erspart keine Laborkontrolle.
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/art...2799/table/T1/

  8. #78

    Standard AW: B12 - Biomarker, Grenzwerte und wer hat wirklich einen Mangel?

    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Wer die Prozente genauer wissen will - aber auch das erspart keine Laborkontrolle.
    https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/art...2799/table/T1/
    Wie sieht das für 5000µg aus?

    Wird aus dieser Tabelle auch nicht klar, die geht sogar nur bis 54.6 µg, oder wofür steht die 4 auf der x-achse?:
    http://www.karger.com/WebMaterial/ShowPic/190864
    Quelle: https://www.karger.com/article/fulltext/346968

    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen
    In Abwesenheit von Intrinsic Factor sorgt die passive Diffusion von Cobalamin für die Aufnahme von ca. 1 % der (oral) verabreichten Dosis. Wenn Cobalamin also oral in ausreichender Menge supplementiert wird, kann die Aufnahme von 2.4 µg B12 (0.24% einer 1000-µg-Dosis) erfolgen, was der empfohlenen täglichen Zufuhr (Dietary Reference Intake) entspricht.
    Wenn man jetzt Tabletten nimmt, welche sich erst im Magen auflösen, dann ist die passive Diffusion ja niedriger(Mundschleimhaut nimmt nix auf). Wie hoch ist sie dann?

    Kann man eine B12-Tablette zum Herunterschlucken einfach öffnen und im Mund auflösen, um eine höhere passive Diffusionsmenge zu erzielen?

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