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Thema: MB und Schwangerschaft, Sammelthread Empfehlungen/Richtlinien

  1. #11
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    Standard AW: MB und Schwangerschaft, Sammelthread Empfehlungen/Richtlinien

    Ja, gibt es. Ich hab in meinem Buch gekramt und freu mich, dass beide Links noch funktionieren:

    Wijnen, H.A. et al.: Maternal thyroid hormone concentration during late gestation is associated with foetal position at birth. Clinical Endocrinology 2009, vol. 71 no. 5, 746-751. Full text: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/1...9.03574.x/full Zusammenfassung: http://www.wissenschaft.de/home/-/jo.../12054/995899/

  2. #12
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Standard AW: MB und Schwangerschaft, Sammelthread Empfehlungen/Richtlinien

    Ausgerechnet bei fT4 weiß man ( was die Autoren selbst als eine der Schwächen der Studie erwähnen) um die relative Unzuverlässigkeit der Messung: Östrogen beeinflusst die Bindungsproteine, und dadurch auch den fT4-Wert. Auch wenn dies für jede Wertelage gilt, muss berücksichtigt werden, dass hier Östrogen und somit das "Wertefälschungspotential", nicht gemessen und ausgewertet wurde.

    Jedenfalls, genauso wenig eine kausale Relation, wie die Faktoren "Gestationsalter (Frühgeburt oder nicht)", "erste Geburt der Mutter oder nicht" und "Gewicht der Mutter", die ebenfalls statistisch signifikante Korrelationen sind. Hieraus würde ich niemals "je höher, umso eher Kopflage" ableiten.

  3. #13
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    Hat ja auch niemand geschrieben in diesem Thread.

    Mir geht es darum, dass es sinnvoll wäre, für gut befundene Werte auch im letzten Abschnitt der Schwangerschaft zu halten, anstatt sich zu sagen, das Kind hat jetzt eh eine eigene Schilddrüse. Zumal man sich mit guten Werten fitter fühlt, das ist ja auch kein Fehler, wenn man so eine Kugel vor sich herschiebt.

    Bindungsproteine: Letzten Endes zählen für die hormonelle Versorgung der Zellen die freien Hormone.

  4. #14
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Hat ja auch niemand geschrieben in diesem Thread.

    Mir geht es darum, dass es sinnvoll wäre, für gut befundene Werte auch im letzten Abschnitt der Schwangerschaft zu halten, anstatt sich zu sagen, das Kind hat jetzt eh eine eigene Schilddrüse.
    Niemand hat behauptet, dass die Eigenversorgung des Föten eine zufriedenstellende Versorgung der Mutter überflüssig macht. Es sind zwei Aspekte. Aber wohl wissend um die Sorgen, die sich schwangere Mütter machen, ist es einfach nützlich zu wissen, dass in der zweiten Schwangerschaftshälfte nicht mehr direkt um das Baby geht. Und ja, auch, dass ein gewisses Absinken des vorher schon angestrebten hohen Wertes im Rahmen des Normalen und Erwartbaren sein kann, siehe auch die von der ETA vorgeschlagenen unterschiedlichen oberen TSH-Normwerte für die Schwangerschaft - die Tendenz zählt, nicht die Zahlen selbst, die zweite Hälfte ist anders zu beurteilen als die erste:

    If TSH trimester-specific reference ranges are not available in that laboratory, the following reference range upper limits are recommended: first trimester, 2.5 mU/l; second trimester, 3.0 mU/l; third trimester, 3.5 mU/l.
    Quelle: ETA-Richtlinien

    Hierzu: :

    Bindungsproteine: Letzten Endes zählen für die hormonelle Versorgung der Zellen die freien Hormone.
    Eine Änderung bei den Bindungsproteinen kann die Messung des freien Anteils verfälschen, steht u.a. in deiner Quelle als Schwäche der Studie:

    Several limitations of the study need to be mentioned. Firstly, it is important to recognize the shortcomings of the maternal‐foetal thyroid hormone transfer reasoning, as low maternal thyroid hormone levels during gestation may not result in low foetal thyroid hormone levels per se. It is, for instance, well established that healthy individuals living in suboptimal environments for adequate thyroid function (e.g. suboptimal iodine intake) are able to provisionally increase their thyroid hormone production.25 In view of this, it would be interesting in future research to evaluate the presence of foetal goitre in pregnant women with low thyroid hormone concentrations. Another issue could be the possibility that oestrogen interferes with thyroid binding globulin, which in turn could affect the accuracy of maternal free thyroid hormone assessments.
    Quelle: Irenes http://onlinelibrary.wiley.com/doi/1...9.03574.x/full

  5. #15
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    Zitat Zitat von panna Beitrag anzeigen

    Eine Änderung bei den Bindungsproteinen kann die Messung des freien Anteils verfälschen, steht u.a. in deiner Quelle als Schwäche der Studie:
    Another issue could be the possibility that oestrogen interferes with thyroid binding globulin, which in turn could affect the accuracy of maternal free thyroid hormone assessments. In the current study, however, there is no reason to assume that such an oestrogen‐related decrease in accuracy would have been restricted to only those women with low FT4 levels.
    Das sind Möglichkeiten, und gerade beim FT4 sind verschiedene Tests auch unabhängig von der Schwangerschaft unterschiedlich störanfällig. Das bringt es meiner Meinung nach nicht, einen Satz rauszupicken und daraus zu schließen, FT4 sei vom Östrogen verfälscht.

    Der allgemeine Zusammenhang zwischen Östrogen und Bindungsproteinen ist, dass die Bindung durch Östrogen zunimmt. Das führt dann u.a. zum steigenden LT-Bedarf bei mancher Pille oder zum sinkenden Bedarf in den Wechseljahren.

  6. #16
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von panna
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    Zitat Zitat von Irene Gronegger Beitrag anzeigen
    Das sind Möglichkeiten, und gerade beim FT4 sind verschiedene Tests auch unabhängig von der Schwangerschaft unterschiedlich störanfällig. Das bringt es meiner Meinung nach nicht, einen Satz rauszupicken und daraus zu schließen, FT4 sei vom Östrogen verfälscht.

    Der allgemeine Zusammenhang zwischen Östrogen und Bindungsproteinen ist, dass die Bindung durch Östrogen zunimmt. Das führt dann u.a. zum steigenden LT-Bedarf bei mancher Pille oder zum sinkenden Bedarf in den Wechseljahren.
    Ich picke gar nichts heraus, zitiere das, was die Autoren selbst als Schwäche ihrer Studie sehen.
    Dass fT4 in der Schwangerschaft störanfällig (er) ist (als sonst), ist bekannt.

  7. #17
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    Wie auch immer man da die Störanfälligkeit definiert und woran man die festmacht, wir haben nichts Besseres als die freien Werte. Und zusammen mit dem TSH kann man damit schon was anfangen. Vor 20 Jahren gab es fast nur die gebundenen Hormone, noch ein paar Jahrzehnte früher nicht ein mal die.

    Zu meinem eigentlichen Punkt: Sicher ist es wichtig zu wissen, dass FT4 gegen Ende der Schwangerschaft weniger wichtig fürs Baby ist, damit man sich keine unnötigen Sorgen macht. Andererseits kann sich eine Dosisanpassung auch dann noch lohnen.

  8. #18
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    Den oben diskutierten Effekt - stärkere Bindung an Transportproteine durch höheres Östrogen - gibt es übrigens auch bei der Pille. Und auf ganz natürliche Weise, wenn man die Zeit vor und nach der Pubertät oder vor und nach den Wechseljahren vergleicht. Welches jetzt die unverfälschten Werte? Im Zweifel sind es womöglich die von Männern, wie so oft in der Medizinforschung.

  9. #19
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    Viele der im Eingangsbeitrag erwähnten Links funktionieren dank aktualisierter/neuer Webpräsenzen gar nicht mehr.

    Hier eine aktuelle (2018) Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Kinderendokrinologie und -diabetologie (besagt nichts anderes als die alten Leitlinien, aber die Quelle kann nachgelesen werden):


    https://www.awmf.org/uploads/tx_szle...en_2019-02.pdf

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