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Thema: Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

  1. #1
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    Standard Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

    Ich (m, 21) lese schon seit längerer Zeit hier im Forum mit, heute reitet es mich einfach dazu, um Rat zu fragen. Seit einiger Zeit habe ich den (meiner Meinung nach wohlbegründeten) Verdacht, an einer Schilddrüsenkrankheit, möglicherweise Morbus Basedow, zu leiden.

    Die Kurzfassung:

    - Werte vom 13.07., sonst wurden ft3 und ft4 nie mehr geprüft:
    TSH 1,08 (Normal: 0,40 - 4,2 mU/l)
    fT3 6,75 (Normal: 3,1 - 6,8 pmol/l)
    fT4 16,8 (Normal: 10 - 23 pmol/l)

    -> Abgenommen vom Nuklearmediziner, außerdem Ultraschall mit Knotenbefunden (zu klein für Szinti).

    Symptome: Kloßgefühl im Hals, Druck auf der Brust, Unruhe, Übelkeit, schmerzende und brennende Augen mit krisseliger Sicht und ab und zu Schleiern, Schwindelgefühle, Gefühl von verzerrter Wahrnehmung, manchmal Angst, schlaflose Nächte mit Herzrasen. Gewichtsverlust. Hausarzt und Krankenhaus schieben den Großteil der Beschwerden auf Psychosomatik. Sehe ich anders: Ich habe eine innere Überzeugung, dass es die Schilddrüse sein MUSS - habe aber Angst, mir da einfach nur was vorzumachen. Ich bitte deshalb um eine Einschätzung des Ganzen.


    Langfassung:
    Alles fing in etwa vor 3 Monaten an. Es war ein wirklich schöner Tag, und als ich - euphorisiert von einer gelungenen Klausur im Rahmen meines Studiums - mich abends entspannte und auf ein EM-Spiel freute, zog sich mir vollkommen unvermittelt die Kehle zu. So dachte ich zumindest - nach einiger Panik wurde mir klar, dass ich sehr wohl noch Luft bekam, es aber ein gewisses Kloßgefühl im Hals war, was mir zu schaffen machte. Da dachte ich noch an eine allergische Reaktion wegen Pollen - die Saison war für mich aber schon längst vorbei.

    Ich habe mir nichts weiter gedacht - ich bin niemand, der sofort zum Arzt rennt. Im Laufe der nächsten Wochen aber stellten sich bei mir immer mehr Gefühle von Atemnot auch bei Belastung ein, noch dazu Herzrasen auch nachts. Nach der ersten deshalb schlaflosen Nacht und Übelkeit am nächsten Morgen kam mir dann doch der Gedanke, ich sollte das mal bei einem Allgemeinmediziner abklären lassen. Bis ich da mal einen Termin hatte (ich war seit meiner Kinderarzt-Zeit hausarztlos, weil ich nie besondere gesundheitliche Probleme hatte), vergingen noch einige Tage, an denen ich zum ersten Mal mir bis dato vollkommen unbekannte Schübe von innerer Unruhe erlebte. Meine Wahrnehmung schien mir zu entgleiten, ich hatte das Gefühl, verrückt zu werden. Das verging aber immer wieder.

    Mein auserkorener Hausarzt fragte mich nach besonderer Stressbelastung, ich verneinte, dann sprach er die Schilddrüse an. Er überwies mich zur Nuklearmedizin. Ich war so frohen Mutes, dass die Ursache des Ganzen womöglich schon gefunden ist. Die Tage darauf verbesserte sich mein Allgemeinbefinden bis auf wenige Ausreißer. Bei der Nuklearmedizin wurden beim Ultraschall ein echogleicher Knoten und eine Zyste an meiner Schilddrüse festgestellt. Zum szintigrafieren waren sie allerdings zu klein. Mir wurde dann noch Blut abgenommen. "Um zu gucken, ob es (die Beschwerden) auch wirklich an der Schilddrüse liegt." Da wurde ich zum ersten Mal skeptisch: Vielleicht doch alles nur stressbedingt? Aber ich fühlte mich doch gar nicht gestresst - durch die Beschwerden natürlich schon, nicht jedoch vom Alltag.

    Bis zur Übermittlung des Berichts an meinen Hausarzt vergingen noch einige Tage, in denen dann vor allem meine Augen plötzlich Probleme machten. Sowas kannte ich bis dato auch nicht: Schmerzen, ein gewisses Druckgefühl, krisselige Sicht (wie bei einem kleinen Kreislaufaussetzer), manchmal kleinere Schleier, als hätte man zu lange in die Sonne gesehen. Besonders Lichtempfindlichkeit (die hatte sich schon seit längerem langsam eingeschlichen). Und zwar durchgehend. Da fing ich zum ersten Mal an richtig zu googlen und stieß auf das Stichwort "Endokrine Orbitopathie". Die Lektüre zum Ganzen und Bilder von hervorstehenden Augäpfeln verstärkten meine Unruhezustände nur noch: "Alles, nur das nicht!", war mein Gedanke. Das trieb mich - obwohl die Blutwerte von der Nuklearmedizin noch nicht da waren - noch einmal zum Arzt. "Das kann auch mal vom Stress kommen", meinte er, verschrieb mir Tropfen und gab mir auch eine Überweisung zum Augenarzt (Dieser meinte später, das mit meinen Augen sei lediglich eine allergische Reaktion - ja klar). Ich hatte innerhalb weniger Tage auch schon 4 Kg an Gewicht verloren, und wie ich ihm vom Fund der Knoten in meiner Schilddrüse erzählte, meinte er: "Gut, dann warten wir noch auf die Blutwerte, spricht für eine Überfunktion - das wird dann auf eine medikamentöse Therapie hinauslaufen. Machen Sie sich ein paar schöne Tage bis dahin!"

    Hätte ich gerne gemacht - wenn mich nicht die nächste schlaflose Nacht und ein darauf folgender Tag voller Übelkeit, Unruhe und Schwindelgefühle erwischt hätte. "Naja", dachte ich mir, "Es ist ja bald alles vorbei".

    Pustekuchen. Die Blutwerte vom 13.07. entsprechen einer normalen Schilddrüsenfunktion, erklärte mir dann mein Hausarzt, als es soweit war.

    TSH 1,08 (Normal: 0,40 - 4,2 mU/l)
    fT3 6,75 (Normal: 3,1 - 6,8 pmol/l)
    fT4 16,8 (Normal: 10 - 23 pmol/l)

    "Ist dann wohl doch alles nur stressbedingt", erklärte mir mein Hausarzt auch auf mein gewisses Druckgefühl in der Brust samt stechenden Schmerz, "Entspannen Sie sich, schauen sie ein schönes Fußballspiel, dann wird das wieder. Wenn was ist, kommen Sie wieder vorbei. Ansonsten reicht eine halbjährliche Kontrolle Ihrer Schilddrüse vollkommen aus."

    Zwei Tage später, wieder nach einer schlaflosen Nacht, landete ich im Krankenhaus. Es war ein Sonntag, mir war so übel, ich war dermaßen unruhig und hatte ein dermaßendes Stechen in der Brust...

    Im Krankenhaus wurde ich dann recht gründlich untersucht... hatte dort aber auch mehrere schlaflose und eine besonders panikartige Nacht, in der mir sogar das bisschen Valium, was mir die bemühte Nachtschwester gab, einfach nicht half. "Sie schaffen es einfach nicht, abzuschalten, oder?"

    Wieder begann ich mich zu fragen: Kann das denn wirklich alles nur psychisch bedingt sein? Immerhin ging es mir vorher doch prima! Oder hatte ich mir das die letzten Jahre nur vorgemacht?

    Nach etlichen Blutabnahmen (auch zweimal Schilddrüse, jeweils aber nur TSH bei einem Wert von 1,58 bzw. 1,54 (0,4 - 4,2)), Ultraschall und einer Magenspiegelung wurde ich mit zwei Magensachen (Korpusgastritis mit rätselhaftem Ursprung samt Mallory-Weiss-Syndrom) und der harmlosen Diagnose Morbus Meulengracht entlassen. Aber eben mit nochwas: Psychosomatisches Syndrom mit Panikattacken.

    Ich war dort demotiviert: Zwar sprach alles was ich so las dafür, dass ich an einer Schilddrüsensache leide... aber dann muss es ja wohl doch die Psyche sein!

    In der Zeit danach fing es dann an, richtig schlimm zu werden: Ich hatte (und habe) vermehrt Schwindel, Unruhezustände, das Gefühl von Benommenheit und irgendwie seltsamer Wahrnehmung, dauergereizte Augen, ich nehme einfach nicht mehr zu (7 kg mittlerweile runter). Mein Befinden schwankte, unterschwellig waren die Symptome aber wieder da. Magentabletten musste ich mir ständig neue verschreiben lassen, das sich das einfach nicht normalisierte. Wenn ich meinen Hausarzt von da an immer mal wieder auf das Thema Schilddrüse ansprach, winkte er ab - stattdessen empfahl er mir erstmal sanfte, pflanzliche Beruhigungstabletten.

    Mittlerweile bin ich ziemlich am Ende - all das zehrt am meinen Nerven, auch die Frage, ob ich mir nicht nur wünsche, dass es die Schilddrüse sei und eben nicht die Psyche. Die letzten zwei Nächte konnte ich kaum bis gar nicht schlafen, vergangene Nacht bin ich mit Puls von über 100 und einem zu hohen Blutdruck samt großer Übelkeit aufgewacht. Heute morgen nochmal beim Arzt gewesen, ihm alles erklärt, ihn nochmal auf die Schilddrüse hingewiesen. Er meinte ich sollte vielleicht wirklich mal bei einem Psychotherapeuten vorbeischauen. Für heute würde er mir nochmal Blut abnehmen, quasi zur Beruhigung - allerdings auch nur Leberwerte, Nierenwerte und TSH. Ich verspreche mir nicht viel davon, wenn ich morgen dort anrufe... natürlich wird mein TSH-Wert normal sein. Für die schlaflosen Nächte gab der Arzt mir Lorazepam mit. Ich möchte das nicht nehmen, hoffe, da drumrumzukommen. Ich habe heute den ganzen Tag lang fast nur geheult.

    Mein Arzt ist zwar einigermaßen bemüht und nett, aber ich glaube, er verkennt die Schilddrüsensymptomatik einfach. Mein Gedanke, der sich immer mehr verfestigt hat: Wenn ich in diesem Leben noch gesund werden will, muss ich zu einem anderen Arzt. Einem, der sich mit Schilddrüse auskennt. Aus der Liste von schilddruesenspezialisten.de habe ich mir einen empfohlenen Arzt ausgesucht. Zwar erst übernächste Woche einen Termin, aber besser als gar nichts.

    Trotzdem zweifele ich immer noch. Einerseits denke ich mir: Das MUSS doch was an der Schilddrüse sein. Andererseits habe ich die böse Vorahnung, dass auch der nächste Arzt dort nichts handfestes entdecken kann und auch eine vorsichtige Medikation "ins Blaue hinein" bzw. "nach meinem Befinden" nicht anschlägt. Und dass ich mir einfach vormache, es sei nicht die Psyche.

    Der Text ist ganz schön lang geworden... entschuldigt, dass ich mir das alles mal von der Seele reden musste... deshalb gibt's weiter oben auch eine Kurzfassung.

    Meine Frage also: Meint ihr, es ist bei mir in Sachen Schilddrüse etwas "zu holen"? Oder muss ich doch in meiner Psyche nach Problemen graben, in der Hoffnung, sie seien Ursache des Ganzen? Bin mittlerweile extrem verunsichert und auch ziemlich am Ende. Ich will mein altes Leben zurück.
    Geändert von Tinkertrain (11.10.12 um 14:43 Uhr)

  2. #2
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Katzenmuddi
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    Standard AW: Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

    Ganz ehrlich: Deine SD Werte sind wikrlich unauffällig.

    Wenn Du ganz sicher sein willst, ob was im Busch ist, lässt Du noch Antikörper machen.

    Ansonsten würde ich Dir empfehlen eine Eisendiagnostik zu machen, Augentropfen zu nehmen und evtl. Nahrungsmittelunverträglichkeiten abzuklopfen. Mehr fällt mir nicht ein. hast Du keine weiteren Blutwerte? Kleines BB?

  3. #3
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Ingma
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    Standard AW: Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

    Der fT3 ist ein bisschen sehr nahe an der oberen Normwertgrenze. Da ft3 das aktivere Hormon ist, kann man davon durchaus etwas merken, was in Richtung ÜF geht - dazu muss es keineswegs über der Normgrenze liegen.

    Da sich hinter Deiner Schilderung außerdem ein Schubgeschehen verstecken kann, würde ich die SD als Verursacher nicht vorzeitig ausschließen. Insofern ist eine weitere Meinung durchaus sinnvoll, insbesondere, wenn die Diagnostik durch die Bestimmung der Antikörperwerte ergänzt wird.

    Etwas weiter hergeholt ist die Idee, auch mal ein Auge auf die Nebennieren werfen zu lassen. Ich komme v.a. wegen deiner Übelkeit und dem starken Gewichtsverlust darauf.

    lg Ingma

  4. #4
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    Standard AW: Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

    Zitat Zitat von Katzenmuddi Beitrag anzeigen
    Ganz ehrlich: Deine SD Werte sind wikrlich unauffällig.
    Ja, das sehe ich im Grunde ja auch... danke dennoch für die klare Ansage!

    Zitat Zitat von Katzenmuddi Beitrag anzeigen
    Wenn Du ganz sicher sein willst, ob was im Busch ist, lässt Du noch Antikörper machen.
    Sollte ich wohl tun... zahlt sowas denn die Kasse bzw. macht das ein Arzt denn überhaupt, wenn der Rest doch in Ordnung ist? Ich meine, im Grunde könnte ja jeder kommen "Ja hier ich hab was an der Schilddrüse" - so wie ich es gerade quasi ja mache.


    Zitat Zitat von Katzenmuddi Beitrag anzeigen
    Ansonsten würde ich Dir empfehlen eine Eisendiagnostik zu machen, Augentropfen zu nehmen und evtl. Nahrungsmittelunverträglichkeiten abzuklopfen. Mehr fällt mir nicht ein. hast Du keine weiteren Blutwerte? Kleines BB?
    Blutwerte wurden im Krankenhaus eine ganze Menge bestimmt - die Kopie die ich habe ist zwar etwas dürftig. Soweit ich es lesen kann und es mir gesagt wurde - da vertraue ich den Ärzten ja auch voll und ganz - liegt das alles im Rahmen. Ob sie da jetzt auch auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten geschaut haben, weiß ich gar nicht... entnimmt man das dem Blut? Urin wurde mir ja auch - auch als 24h Sammelurin - abgenommen. Danke jedenfalls für die Tipps!


    Zitat Zitat von Ingma Beitrag anzeigen
    Der fT3 ist ein bisschen sehr nahe an der oberen Normwertgrenze. Da ft3 das aktivere Hormon ist, kann man davon durchaus etwas merken, was in Richtung ÜF geht - dazu muss es keineswegs über der Normgrenze liegen.
    Hm...

    Zitat Zitat von Ingma Beitrag anzeigen
    Da sich hinter Deiner Schilderung außerdem ein Schubgeschehen verstecken kann, würde ich die SD als Verursacher nicht vorzeitig ausschließen. Insofern ist eine weitere Meinung durchaus sinnvoll, insbesondere, wenn die Diagnostik durch die Bestimmung der Antikörperwerte ergänzt wird.
    Okay, dann werde ich das beim Arzt nochmal ansprechen. Danke!

    Zitat Zitat von Ingma Beitrag anzeigen
    Etwas weiter hergeholt ist die Idee, auch mal ein Auge auf die Nebennieren werfen zu lassen. Ich komme v.a. wegen deiner Übelkeit und dem starken Gewichtsverlust darauf.

    lg Ingma
    Wie gesagt, mein Urin wurde ja auch untersucht - da kriegt man dann auch solche Sachen heraus, oder?
    Geändert von Tinkertrain (11.10.12 um 15:37 Uhr)

  5. #5
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Katzenmuddi
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    Standard AW: Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

    Dann stell doch mal die Blutwerte und Urinergebnisse ein. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser.

  6. #6
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    Standard AW: Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

    Ich würde die Antikörper machen lassen und den Nuk auf eine sog. Suppressionsszintigrafie ansprechen, zum Ausschluss einer Autonomie. Deine Werte sprechen nicht dafür, aber eben einfach zum Ausschließen. Sollte deine SD nur ab und zu feuern, könnte das schwankendes Befinden verursachen ohne dass sich das an den Werten gleich oder gerade zum Zeitpunkt der Kontrolle niederschlägt. Wie gesagt, von den Werten her sieht es nicht danach aus, sie sind sozusagen perfekt, aber um bei dem Punkt Schilddrüse alles auszuschöpfen, wären eben Antikörper (TRAK, TPO-AK, Tg-AK) und Supp.-Szinti denkbar.

  7. #7
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    Standard AW: Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

    Zitat Zitat von Tinkertrain Beitrag anzeigen
    Ich (m, 21) lese schon seit längerer Zeit hier im Forum mit, heute reitet es mich einfach dazu, um Rat zu fragen. Seit einiger Zeit habe ich den (meiner Meinung nach wohlbegründeten) Verdacht, an einer Schilddrüsenkrankheit, möglicherweise Morbus Basedow, zu leiden.

    Die Kurzfassung:

    - Werte vom 13.07., sonst wurden ft3 und ft4 nie mehr geprüft:
    TSH 1,08 (Normal: 0,40 - 4,2 mU/l)
    fT3 6,75 (Normal: 3,1 - 6,8 pmol/l)
    fT4 16,8 (Normal: 10 - 23 pmol/l)

    -> Abgenommen vom Nuklearmediziner, außerdem Ultraschall mit Knotenbefunden (zu klein für Szinti).

    Symptome: Kloßgefühl im Hals, Druck auf der Brust, Unruhe, Übelkeit, schmerzende und brennende Augen mit krisseliger Sicht und ab und zu Schleiern, Schwindelgefühle, Gefühl von verzerrter Wahrnehmung, manchmal Angst, schlaflose Nächte mit Herzrasen. Gewichtsverlust. Hausarzt und Krankenhaus schieben den Großteil der Beschwerden auf Psychosomatik. Sehe ich anders: Ich habe eine innere Überzeugung, dass es die Schilddrüse sein MUSS - habe aber Angst, mir da einfach nur was vorzumachen. Ich bitte deshalb um eine Einschätzung des Ganzen.


    Langfassung:
    Alles fing in etwa vor 3 Monaten an. Es war ein wirklich schöner Tag, und als ich - euphorisiert von einer gelungenen Klausur im Rahmen meines Studiums - mich abends entspannte und auf ein EM-Spiel freute, zog sich mir vollkommen unvermittelt die Kehle zu. So dachte ich zumindest - nach einiger Panik wurde mir klar, dass ich sehr wohl noch Luft bekam, es aber ein gewisses Kloßgefühl im Hals war, was mir zu schaffen machte. Da dachte ich noch an eine allergische Reaktion wegen Pollen - die Saison war für mich aber schon längst vorbei.

    Ich habe mir nichts weiter gedacht - ich bin niemand, der sofort zum Arzt rennt. Im Laufe der nächsten Wochen aber stellten sich bei mir immer mehr Gefühle von Atemnot auch bei Belastung ein, noch dazu Herzrasen auch nachts. Nach der ersten deshalb schlaflosen Nacht und Übelkeit am nächsten Morgen kam mir dann doch der Gedanke, ich sollte das mal bei einem Allgemeinmediziner abklären lassen. Bis ich da mal einen Termin hatte (ich war seit meiner Kinderarzt-Zeit hausarztlos, weil ich nie besondere gesundheitliche Probleme hatte), vergingen noch einige Tage, an denen ich zum ersten Mal mir bis dato vollkommen unbekannte Schübe von innerer Unruhe erlebte. Meine Wahrnehmung schien mir zu entgleiten, ich hatte das Gefühl, verrückt zu werden. Das verging aber immer wieder.

    Mein auserkorener Hausarzt fragte mich nach besonderer Stressbelastung, ich verneinte, dann sprach er die Schilddrüse an. Er überwies mich zur Nuklearmedizin. Ich war so frohen Mutes, dass die Ursache des Ganzen womöglich schon gefunden ist. Die Tage darauf verbesserte sich mein Allgemeinbefinden bis auf wenige Ausreißer. Bei der Nuklearmedizin wurden beim Ultraschall ein echogleicher Knoten und eine Zyste an meiner Schilddrüse festgestellt. Zum szintigrafieren waren sie allerdings zu klein. Mir wurde dann noch Blut abgenommen. "Um zu gucken, ob es (die Beschwerden) auch wirklich an der Schilddrüse liegt." Da wurde ich zum ersten Mal skeptisch: Vielleicht doch alles nur stressbedingt? Aber ich fühlte mich doch gar nicht gestresst - durch die Beschwerden natürlich schon, nicht jedoch vom Alltag.

    Bis zur Übermittlung des Berichts an meinen Hausarzt vergingen noch einige Tage, in denen dann vor allem meine Augen plötzlich Probleme machten. Sowas kannte ich bis dato auch nicht: Schmerzen, ein gewisses Druckgefühl, krisselige Sicht (wie bei einem kleinen Kreislaufaussetzer), manchmal kleinere Schleier, als hätte man zu lange in die Sonne gesehen. Besonders Lichtempfindlichkeit (die hatte sich schon seit längerem langsam eingeschlichen). Und zwar durchgehend. Da fing ich zum ersten Mal an richtig zu googlen und stieß auf das Stichwort "Endokrine Orbitopathie". Die Lektüre zum Ganzen und Bilder von hervorstehenden Augäpfeln verstärkten meine Unruhezustände nur noch: "Alles, nur das nicht!", war mein Gedanke. Das trieb mich - obwohl die Blutwerte von der Nuklearmedizin noch nicht da waren - noch einmal zum Arzt. "Das kann auch mal vom Stress kommen", meinte er, verschrieb mir Tropfen und gab mir auch eine Überweisung zum Augenarzt (Dieser meinte später, das mit meinen Augen sei lediglich eine allergische Reaktion - ja klar). Ich hatte innerhalb weniger Tage auch schon 4 Kg an Gewicht verloren, und wie ich ihm vom Fund der Knoten in meiner Schilddrüse erzählte, meinte er: "Gut, dann warten wir noch auf die Blutwerte, spricht für eine Überfunktion - das wird dann auf eine medikamentöse Therapie hinauslaufen. Machen Sie sich ein paar schöne Tage bis dahin!"

    Hätte ich gerne gemacht - wenn mich nicht die nächste schlaflose Nacht und ein darauf folgender Tag voller Übelkeit, Unruhe und Schwindelgefühle erwischt hätte. "Naja", dachte ich mir, "Es ist ja bald alles vorbei".

    Pustekuchen. Die Blutwerte vom 13.07. entsprechen einer normalen Schilddrüsenfunktion, erklärte mir dann mein Hausarzt, als es soweit war.

    TSH 1,08 (Normal: 0,40 - 4,2 mU/l)
    fT3 6,75 (Normal: 3,1 - 6,8 pmol/l)
    fT4 16,8 (Normal: 10 - 23 pmol/l)

    "Ist dann wohl doch alles nur stressbedingt", erklärte mir mein Hausarzt auch auf mein gewisses Druckgefühl in der Brust samt stechenden Schmerz, "Entspannen Sie sich, schauen sie ein schönes Fußballspiel, dann wird das wieder. Wenn was ist, kommen Sie wieder vorbei. Ansonsten reicht eine halbjährliche Kontrolle Ihrer Schilddrüse vollkommen aus."

    Zwei Tage später, wieder nach einer schlaflosen Nacht, landete ich im Krankenhaus. Es war ein Sonntag, mir war so übel, ich war dermaßen unruhig und hatte ein dermaßendes Stechen in der Brust...

    Im Krankenhaus wurde ich dann recht gründlich untersucht... hatte dort aber auch mehrere schlaflose und eine besonders panikartige Nacht, in der mir sogar das bisschen Valium, was mir die bemühte Nachtschwester gab, einfach nicht half. "Sie schaffen es einfach nicht, abzuschalten, oder?"

    Wieder begann ich mich zu fragen: Kann das denn wirklich alles nur psychisch bedingt sein? Immerhin ging es mir vorher doch prima! Oder hatte ich mir das die letzten Jahre nur vorgemacht?

    Nach etlichen Blutabnahmen (auch zweimal Schilddrüse, jeweils aber nur TSH bei einem Wert von 1,58 bzw. 1,54 (0,4 - 4,2)), Ultraschall und einer Magenspiegelung wurde ich mit zwei Magensachen (Korpusgastritis mit rätselhaftem Ursprung samt Mallory-Weiss-Syndrom) und der harmlosen Diagnose Morbus Meulengracht entlassen. Aber eben mit nochwas: Psychosomatisches Syndrom mit Panikattacken.

    Ich war dort demotiviert: Zwar sprach alles was ich so las dafür, dass ich an einer Schilddrüsensache leide... aber dann muss es ja wohl doch die Psyche sein!

    In der Zeit danach fing es dann an, richtig schlimm zu werden: Ich hatte (und habe) vermehrt Schwindel, Unruhezustände, das Gefühl von Benommenheit und irgendwie seltsamer Wahrnehmung, dauergereizte Augen, ich nehme einfach nicht mehr zu (7 kg mittlerweile runter). Mein Befinden schwankte, unterschwellig waren die Symptome aber wieder da. Magentabletten musste ich mir ständig neue verschreiben lassen, das sich das einfach nicht normalisierte. Wenn ich meinen Hausarzt von da an immer mal wieder auf das Thema Schilddrüse ansprach, winkte er ab - stattdessen empfahl er mir erstmal sanfte, pflanzliche Beruhigungstabletten.

    Mittlerweile bin ich ziemlich am Ende - all das zehrt am meinen Nerven, auch die Frage, ob ich mir nicht nur wünsche, dass es die Schilddrüse sei und eben nicht die Psyche. Die letzten zwei Nächte konnte ich kaum bis gar nicht schlafen, vergangene Nacht bin ich mit Puls von über 100 und einem zu hohen Blutdruck samt großer Übelkeit aufgewacht. Heute morgen nochmal beim Arzt gewesen, ihm alles erklärt, ihn nochmal auf die Schilddrüse hingewiesen. Er meinte ich sollte vielleicht wirklich mal bei einem Psychotherapeuten vorbeischauen. Für heute würde er mir nochmal Blut abnehmen, quasi zur Beruhigung - allerdings auch nur Leberwerte, Nierenwerte und TSH. Ich verspreche mir nicht viel davon, wenn ich morgen dort anrufe... natürlich wird mein TSH-Wert normal sein. Für die schlaflosen Nächte gab der Arzt mir Lorazepam mit. Ich möchte das nicht nehmen, hoffe, da drumrumzukommen. Ich habe heute den ganzen Tag lang fast nur geheult.

    Mein Arzt ist zwar einigermaßen bemüht und nett, aber ich glaube, er verkennt die Schilddrüsensymptomatik einfach. Mein Gedanke, der sich immer mehr verfestigt hat: Wenn ich in diesem Leben noch gesund werden will, muss ich zu einem anderen Arzt. Einem, der sich mit Schilddrüse auskennt. Aus der Liste von schilddruesenspezialisten.de habe ich mir einen empfohlenen Arzt ausgesucht. Zwar erst übernächste Woche einen Termin, aber besser als gar nichts.

    Trotzdem zweifele ich immer noch. Einerseits denke ich mir: Das MUSS doch was an der Schilddrüse sein. Andererseits habe ich die böse Vorahnung, dass auch der nächste Arzt dort nichts handfestes entdecken kann und auch eine vorsichtige Medikation "ins Blaue hinein" bzw. "nach meinem Befinden" nicht anschlägt. Und dass ich mir einfach vormache, es sei nicht die Psyche.

    Der Text ist ganz schön lang geworden... entschuldigt, dass ich mir das alles mal von der Seele reden musste... deshalb gibt's weiter oben auch eine Kurzfassung.

    Meine Frage also: Meint ihr, es ist bei mir in Sachen Schilddrüse etwas "zu holen"? Oder muss ich doch in meiner Psyche nach Problemen graben, in der Hoffnung, sie seien Ursache des Ganzen? Bin mittlerweile extrem verunsichert und auch ziemlich am Ende. Ich will mein altes Leben

    Vielleicht haben deine Beschwerden auch was mit deiner Diagnose Morbus Meulengracht zu tun? Hab` hier mal ein link für dich http://www.gesundheit.de/wissen/haet...s-meulengracht

    Passen da einige Symptome auf dich? Vielleicht hast du Schwermetalle, denn Schwermetallbelastung wirkt sich auch auf die Schilddrüse aus. Ich würde auch mal in diese Richtung schauen oder schauen lassen
    Geändert von Margitta (11.10.12 um 17:06 Uhr)

  8. #8
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Ingma
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    Standard AW: Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

    Wie gesagt, mein Urin wurde ja auch untersucht - da kriegt man dann auch solche Sachen heraus, oder?
    Das kommt drauf an . Aber Nebennieren haben hinsichtlich ihrer Funktion nichts mit den Nieren zu tun. Die heißen nur wegen ihrer Lage so, sind aber Hormondrüsen und für ganz andere Dinge zuständig als die Nieren.

    lg Ingma

  9. #9
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    Standard AW: Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

    Zitat Zitat von Tinkertrain Beitrag anzeigen
    Ich (m, 21) lese schon seit längerer Zeit hier im Forum mit, heute reitet es mich einfach dazu, um Rat zu fragen. Seit einiger Zeit habe ich den (meiner Meinung nach wohlbegründeten) Verdacht, an einer Schilddrüsenkrankheit, möglicherweise Morbus Basedow, zu leiden.

    Die Kurzfassung:

    - Werte vom 13.07., sonst wurden ft3 und ft4 nie mehr geprüft:
    TSH 1,08 (Normal: 0,40 - 4,2 mU/l)
    fT3 6,75 (Normal: 3,1 - 6,8 pmol/l)
    fT4 16,8 (Normal: 10 - 23 pmol/l)

    -> Abgenommen vom Nuklearmediziner, außerdem Ultraschall mit Knotenbefunden (zu klein für Szinti).

    Symptome: Kloßgefühl im Hals, Druck auf der Brust, Unruhe, Übelkeit, schmerzende und brennende Augen mit krisseliger Sicht und ab und zu Schleiern, Schwindelgefühle, Gefühl von verzerrter Wahrnehmung, manchmal Angst, schlaflose Nächte mit Herzrasen. Gewichtsverlust. Hausarzt und Krankenhaus schieben den Großteil der Beschwerden auf Psychosomatik. Sehe ich anders: Ich habe eine innere Überzeugung, dass es die Schilddrüse sein MUSS - habe aber Angst, mir da einfach nur was vorzumachen. Ich bitte deshalb um eine Einschätzung des Ganzen.


    Langfassung:
    Alles fing in etwa vor 3 Monaten an. Es war ein wirklich schöner Tag, und als ich - euphorisiert von einer gelungenen Klausur im Rahmen meines Studiums - mich abends entspannte und auf ein EM-Spiel freute, zog sich mir vollkommen unvermittelt die Kehle zu. So dachte ich zumindest - nach einiger Panik wurde mir klar, dass ich sehr wohl noch Luft bekam, es aber ein gewisses Kloßgefühl im Hals war, was mir zu schaffen machte. Da dachte ich noch an eine allergische Reaktion wegen Pollen - die Saison war für mich aber schon längst vorbei.

    Ich habe mir nichts weiter gedacht - ich bin niemand, der sofort zum Arzt rennt. Im Laufe der nächsten Wochen aber stellten sich bei mir immer mehr Gefühle von Atemnot auch bei Belastung ein, noch dazu Herzrasen auch nachts. Nach der ersten deshalb schlaflosen Nacht und Übelkeit am nächsten Morgen kam mir dann doch der Gedanke, ich sollte das mal bei einem Allgemeinmediziner abklären lassen. Bis ich da mal einen Termin hatte (ich war seit meiner Kinderarzt-Zeit hausarztlos, weil ich nie besondere gesundheitliche Probleme hatte), vergingen noch einige Tage, an denen ich zum ersten Mal mir bis dato vollkommen unbekannte Schübe von innerer Unruhe erlebte. Meine Wahrnehmung schien mir zu entgleiten, ich hatte das Gefühl, verrückt zu werden. Das verging aber immer wieder.

    Mein auserkorener Hausarzt fragte mich nach besonderer Stressbelastung, ich verneinte, dann sprach er die Schilddrüse an. Er überwies mich zur Nuklearmedizin. Ich war so frohen Mutes, dass die Ursache des Ganzen womöglich schon gefunden ist. Die Tage darauf verbesserte sich mein Allgemeinbefinden bis auf wenige Ausreißer. Bei der Nuklearmedizin wurden beim Ultraschall ein echogleicher Knoten und eine Zyste an meiner Schilddrüse festgestellt. Zum szintigrafieren waren sie allerdings zu klein. Mir wurde dann noch Blut abgenommen. "Um zu gucken, ob es (die Beschwerden) auch wirklich an der Schilddrüse liegt." Da wurde ich zum ersten Mal skeptisch: Vielleicht doch alles nur stressbedingt? Aber ich fühlte mich doch gar nicht gestresst - durch die Beschwerden natürlich schon, nicht jedoch vom Alltag.

    Bis zur Übermittlung des Berichts an meinen Hausarzt vergingen noch einige Tage, in denen dann vor allem meine Augen plötzlich Probleme machten. Sowas kannte ich bis dato auch nicht: Schmerzen, ein gewisses Druckgefühl, krisselige Sicht (wie bei einem kleinen Kreislaufaussetzer), manchmal kleinere Schleier, als hätte man zu lange in die Sonne gesehen. Besonders Lichtempfindlichkeit (die hatte sich schon seit längerem langsam eingeschlichen). Und zwar durchgehend. Da fing ich zum ersten Mal an richtig zu googlen und stieß auf das Stichwort "Endokrine Orbitopathie". Die Lektüre zum Ganzen und Bilder von hervorstehenden Augäpfeln verstärkten meine Unruhezustände nur noch: "Alles, nur das nicht!", war mein Gedanke. Das trieb mich - obwohl die Blutwerte von der Nuklearmedizin noch nicht da waren - noch einmal zum Arzt. "Das kann auch mal vom Stress kommen", meinte er, verschrieb mir Tropfen und gab mir auch eine Überweisung zum Augenarzt (Dieser meinte später, das mit meinen Augen sei lediglich eine allergische Reaktion - ja klar). Ich hatte innerhalb weniger Tage auch schon 4 Kg an Gewicht verloren, und wie ich ihm vom Fund der Knoten in meiner Schilddrüse erzählte, meinte er: "Gut, dann warten wir noch auf die Blutwerte, spricht für eine Überfunktion - das wird dann auf eine medikamentöse Therapie hinauslaufen. Machen Sie sich ein paar schöne Tage bis dahin!"

    Hätte ich gerne gemacht - wenn mich nicht die nächste schlaflose Nacht und ein darauf folgender Tag voller Übelkeit, Unruhe und Schwindelgefühle erwischt hätte. "Naja", dachte ich mir, "Es ist ja bald alles vorbei".

    Pustekuchen. Die Blutwerte vom 13.07. entsprechen einer normalen Schilddrüsenfunktion, erklärte mir dann mein Hausarzt, als es soweit war.

    TSH 1,08 (Normal: 0,40 - 4,2 mU/l)
    fT3 6,75 (Normal: 3,1 - 6,8 pmol/l)
    fT4 16,8 (Normal: 10 - 23 pmol/l)

    "Ist dann wohl doch alles nur stressbedingt", erklärte mir mein Hausarzt auch auf mein gewisses Druckgefühl in der Brust samt stechenden Schmerz, "Entspannen Sie sich, schauen sie ein schönes Fußballspiel, dann wird das wieder. Wenn was ist, kommen Sie wieder vorbei. Ansonsten reicht eine halbjährliche Kontrolle Ihrer Schilddrüse vollkommen aus."

    Zwei Tage später, wieder nach einer schlaflosen Nacht, landete ich im Krankenhaus. Es war ein Sonntag, mir war so übel, ich war dermaßen unruhig und hatte ein dermaßendes Stechen in der Brust...

    Im Krankenhaus wurde ich dann recht gründlich untersucht... hatte dort aber auch mehrere schlaflose und eine besonders panikartige Nacht, in der mir sogar das bisschen Valium, was mir die bemühte Nachtschwester gab, einfach nicht half. "Sie schaffen es einfach nicht, abzuschalten, oder?"

    Wieder begann ich mich zu fragen: Kann das denn wirklich alles nur psychisch bedingt sein? Immerhin ging es mir vorher doch prima! Oder hatte ich mir das die letzten Jahre nur vorgemacht?

    Nach etlichen Blutabnahmen (auch zweimal Schilddrüse, jeweils aber nur TSH bei einem Wert von 1,58 bzw. 1,54 (0,4 - 4,2)), Ultraschall und einer Magenspiegelung wurde ich mit zwei Magensachen (Korpusgastritis mit rätselhaftem Ursprung samt Mallory-Weiss-Syndrom) und der harmlosen Diagnose Morbus Meulengracht entlassen. Aber eben mit nochwas: Psychosomatisches Syndrom mit Panikattacken.

    Ich war dort demotiviert: Zwar sprach alles was ich so las dafür, dass ich an einer Schilddrüsensache leide... aber dann muss es ja wohl doch die Psyche sein!

    In der Zeit danach fing es dann an, richtig schlimm zu werden: Ich hatte (und habe) vermehrt Schwindel, Unruhezustände, das Gefühl von Benommenheit und irgendwie seltsamer Wahrnehmung, dauergereizte Augen, ich nehme einfach nicht mehr zu (7 kg mittlerweile runter). Mein Befinden schwankte, unterschwellig waren die Symptome aber wieder da. Magentabletten musste ich mir ständig neue verschreiben lassen, das sich das einfach nicht normalisierte. Wenn ich meinen Hausarzt von da an immer mal wieder auf das Thema Schilddrüse ansprach, winkte er ab - stattdessen empfahl er mir erstmal sanfte, pflanzliche Beruhigungstabletten.

    Mittlerweile bin ich ziemlich am Ende - all das zehrt am meinen Nerven, auch die Frage, ob ich mir nicht nur wünsche, dass es die Schilddrüse sei und eben nicht die Psyche. Die letzten zwei Nächte konnte ich kaum bis gar nicht schlafen, vergangene Nacht bin ich mit Puls von über 100 und einem zu hohen Blutdruck samt großer Übelkeit aufgewacht. Heute morgen nochmal beim Arzt gewesen, ihm alles erklärt, ihn nochmal auf die Schilddrüse hingewiesen. Er meinte ich sollte vielleicht wirklich mal bei einem Psychotherapeuten vorbeischauen. Für heute würde er mir nochmal Blut abnehmen, quasi zur Beruhigung - allerdings auch nur Leberwerte, Nierenwerte und TSH. Ich verspreche mir nicht viel davon, wenn ich morgen dort anrufe... natürlich wird mein TSH-Wert normal sein. Für die schlaflosen Nächte gab der Arzt mir Lorazepam mit. Ich möchte das nicht nehmen, hoffe, da drumrumzukommen. Ich habe heute den ganzen Tag lang fast nur geheult.

    Mein Arzt ist zwar einigermaßen bemüht und nett, aber ich glaube, er verkennt die Schilddrüsensymptomatik einfach. Mein Gedanke, der sich immer mehr verfestigt hat: Wenn ich in diesem Leben noch gesund werden will, muss ich zu einem anderen Arzt. Einem, der sich mit Schilddrüse auskennt. Aus der Liste von schilddruesenspezialisten.de habe ich mir einen empfohlenen Arzt ausgesucht. Zwar erst übernächste Woche einen Termin, aber besser als gar nichts.

    Trotzdem zweifele ich immer noch. Einerseits denke ich mir: Das MUSS doch was an der Schilddrüse sein. Andererseits habe ich die böse Vorahnung, dass auch der nächste Arzt dort nichts handfestes entdecken kann und auch eine vorsichtige Medikation "ins Blaue hinein" bzw. "nach meinem Befinden" nicht anschlägt. Und dass ich mir einfach vormache, es sei nicht die Psyche.

    Der Text ist ganz schön lang geworden... entschuldigt, dass ich mir das alles mal von der Seele reden musste... deshalb gibt's weiter oben auch eine Kurzfassung.

    Meine Frage also: Meint ihr, es ist bei mir in Sachen Schilddrüse etwas "zu holen"? Oder muss ich doch in meiner Psyche nach Problemen graben, in der Hoffnung, sie seien Ursache des Ganzen? Bin mittlerweile extrem verunsichert und auch ziemlich am Ende. Ich will mein altes Leben zurück.
    Hallo, der Beitrag ist schon etwas älter, wie ist es dir in den letzten Jahren ergangen. Habe eine ähnliche Symtomatik.

  10. #10
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    Standard AW: Symptome sind da, bisher aber unauffällige Blutwerte - Mache ich mir nur was vor?

    Zitat Zitat von Ängstlich Beitrag anzeigen
    Hallo, der Beitrag ist schon etwas älter, wie ist es dir in den letzten Jahren ergangen. Habe eine ähnliche Symtomatik.
    Hallo Ängstlich!

    Ich antworte da sehr gerne drauf: Mir geht es mittlerweile wieder ziemlich gut. Meine Symptome rührten definitiv NICHT von einer Schilddrüsenproblematik her, sondern waren tatsächlich psychosomatisch bedingt. Ich leide an einer Angststörung, die ich seit dem Jahr 2013 erst einmal durch Betreiben von Sport, ab dem Jahr 2014 durch eine - nicht-medikamentöse - Psychotherapie wieder ziemlich gut in den Griff bekommen habe. Die Therapie habe ich im Sommer letzten Jahres abgeschlossen.

    Meine Schilddrüse wird übrigens seit der ersten Diagnose mindestens einmal jährlich in der Nuklearmedizin untersucht, die Blutwerte waren immer in Ordnung, meine kleinen Knötchen in der Schilddrüse wachsen fast gar nicht.

    In einem Fall wie meinem würde ich mittlerweile also empfehlen, zwar durchaus auf eine Abklärung/Kontrolle einer Schilddrüsenerkrankung hinzuwirken, es dann letzten Endes aber auch zu akzeptieren, wenn dort nichts festgestellt werden kann - und sich bei Symptomen wie beschrieben psychotherapeutische Hilfe zu suchen. Selbst wenn dann doch eine körperliche Erkrankung wie zum Beispiel eine Schilddrüsenproblematik als (Mit-)Verursacher von Symptomen festgestellt werden kann, so hat die Psychotherapie dann ja doch immer noch den Wert, einem Ängste und dergleichen nehmen zu können.

    Jeder Fall ist natürlich anders. Die Lehre, die ich daraus gezogen habe, ist, dass ich mich früher um eine Psychotherapie hätte kümmern sollen. Aber hinterher ist man immer schlauer. Es muss jedenfalls nicht immer die Schilddrüse sein.

    Ich hoffe, das konnte dir helfen und dir vielleicht auch etwas Mut machen.

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