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Thema: Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

  1. #1
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Leni
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    Standard Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

    Hallo,

    ist nicht gerade der Mutmacher Thread. Ich will aber auch jetzt keine schlechte Laune verbreiten, nur, im Moment ist mir einfach danach, dies zu schreiben.

    Wo ist sie hin die Unbekümmertheit, die Unbeschwertheit, die Leichtigkeit?

    Irgendwie ist sie mir seit Hashimoto mit allem drum und dran abhanden gekommen. Futsch! Einfach futsch! Sie hat sich aus dem Staub gemacht. Ich finde es schon schade, gelinde ausgedrückt. Nein, ich finde es Sch.....

    Sagte gestern noch zu meinem Liebsten:" Es wäre schon schön, mal einen Tag nicht daran zu denken. Ob das noch mal sein wird?" Er meinte:" Ich glaub es kaum."

    Ich glaub es auch kaum. Wie soll das möglich sein? Es geht ja gar nicht. Man wird tagtäglich daran erinnert, immer irgendwelche Symptome. Dazu kommt die Jodsensibilität; allein schon übers Essen wird man stets damit konfrontiert. Ob man es will oder nicht. Es ist da!
    Man muss sich mit dem Japaner arrangieren und versuchen, das Beste daraus zu machen. Anders geht es nicht! Er gehört nun mal zu meinem Leben. Doch manchmal finde ich alles schon ganz schön bescheiden und anstrengend!

    Einigen geht es doch sicher auch so, oder?

    Liebe Grüße
    Leni

  2. #2
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    Standard AW: Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

    Hallo Leni,

    das ist glaube generell so, gleich welche Krankheit oder Lebenskrise der Mensch durchmacht, diese oder jene unangenhme Erfahrung sammelt, hinterher ist er immer um einige Erfahrungen reichen, die verarbeitet werden wollen.
    Der Mensch verändert sich dadurch, weil er begreift, wie zerbrechlich vieles wird.
    Diese durchlebten Erfahrungen kosten natürlich ein gut Stück der eigenen Unbekümmertheit.
    Vielleicht ist das sowieso nur das Recht der "Jüngeren", die oft nicht verstehen, das wenn man ihnen "Gesundheit" wünscht, meinen, sie hätte aber gerne dafür lieber ein Auto.
    Wer weis schon, was Gesundheit ist, wenn man sie noch nicht vermisst.

    Es ist also ein ganz normaler Reifungsprozess, nicht mehr und nicht weniger.

    LG von Steffi

  3. #3
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    Standard AW: Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

    Hallo Leni!

    Es geht mir ganz genauso - ich vermisse diese Unbekümmertheit so sehr!! Nur leider hat auch Steffi so Recht: Das Erlebte verändert deutlich und es hinterlässt seine Spuren.

    Leider habe ich einfach keine Einstellung mehr zur Unbekümmertheit - ich kann mein Leben nur noch sehr begrenzt überschauen, muss alles extrem planen und bin dennoch mit mir und meinem Körper sehr gestresst. Eigentlich will ich das alles gar nicht, möchte gerne wieder morgens aufstehen und mich in den Tag stürzen, einfach auf mich zu kommen lassen, was da kommt, aber was dann als kommt: oh je...

    Na ja, es muss nicht immer alles ein Mut-Macher sein, oder? Es ist auch ok, ein wenig was zu vermissen.

    LG Merta

  4. #4
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von kleine-elfe
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    Lächeln AW: Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

    hallo
    ach hast du aber schön geschrieben,den genauso fühle ich auch.als vor 5 jahren bei mir die diagnose angst und panikstörung gestellt wurde (wobei ich denke das es da schon hashi und uF war,nur hat keiner drauf geguckt)..hat sich schlagartig die leichtigkeit in den tag zu leben verflüchtigt....

    jeder tag war mit irgendwelchen symptomen überschattet,immer wieder ander nervige dinge.ich konnte 2 jahre nicht mehr arbeiten gehen,und nix war wie es mal war....

    da flog sie davon die leichtigkeit und unbeschwertheit.nun endlich nach meiner diagnose vor 8 wochen und LT einnahme gehts wieder besser.aber auch ich werde jeden tag daran erinnert,nämlich bei der einnahme vom LT,beim jod und beim eisen.

    jeder tag ist wie ein überraschungsei,man weiß nie was kommt oder drinn ist...es ist schon extrem nervig,und macht mich auch oft traurig.

    ich bin froh das ich meine psychologin haben,zu ihr habe ich letzten noch gesagt,ich gebe der hashi einstellung seine zeit aber dann ist schluß,dann will ich morgens meine tablette nehmen und fertig und wieder ich sein und nicht den ganzen tag über den sch**** nach denken.es kann ja nicht sein das diese erkrankung mein leben bestimmt,sie darf gerne ein teil von mir sein aber mehr auch nicht.

    so versuch ich darauf hin zu arbeiten,den die letzten 5 jahre haben mich doch sehr eingeschränkt.war ich doch einst unbeschwert,glücklich und zufrieden...
    so will ich wieder sein....ICH will wieder ICH sein

    ich nutze nun meine guten tag und die schlechten verdränge ich irgendwie.

    lg mel

  5. #5
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    Standard AW: Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

    Hallo Leni,

    tja, wo issi hin, die Unbekümmertheit? Ich hoffe auch jeden Tag, daß meine nur auf Urlaub ist und irgendwann mit'nem Taxi wieder angefahren kommt und unverhofft vor der Tür steht.

    Ich versuche zwar, den Mut nicht sinken zu lassen, meine positive Grundeinstellung zu allem zu behalten, aber manchmal ist es wirklich schwierig.
    Oft hab ich schon gedacht, mir auch mal ein paar Tage oder 'ne Woche Internet-Abstinenz zu verordnen und mich mal nur mit schönen Dingen zu befassen.
    Aber dann wach ich morgens auf, mir geht's elend, und dann mach ich doch wieder meine Recherchen, suche nach Erklärungen und vor allem Lösungen.

    Vor jedem Arztbesuch graut es mir, weil ich schon immer ahne, was mir blüht. Ignoranz, Borniertheit, Voreingenommenheit der "Götter in weiß".
    Jeden Tag schwanke ich mehrmals zwischen Hoffnung und Verzweiflung, weiß nicht ob ich einfach alle Gedanken an Hormone und alles über Bord werfen soll und mich halt in meine Depri-Diagnose ergebe.
    Aber ich kann und will mich damit nicht einfach abfinden. Ich will keine Antidepressiva schlucken, die mir durch ihre Nebenwirkungen vielleicht noch mehr schaden als nutzen.

    Täglich denke ich drüber nach, welche Tests ich auf eigene Kosten durchführen lassen soll, für welche selbst zu zahlende Therapie ich meine nächste Ausgabe tätigen soll.
    Für den Cortisol-Speicheltest? Mit DHEA? Oder ohne? KPU-Untersuchung? Vielleicht doch mal zu Dr. H. und das Geld investieren?
    Soll ich die BE beim Hausarzt machen lassen, oder doch einen neuen Endo suchen?

    Mir schwirrt der Kopf, und ich will das alles nicht mehr haben.

    Nicht mal meine Spaziergänge mit meinem Hund im Wald können mich jedes Mal aufmuntern, was früher immer der Fall war.
    Alles was ablenkt strengt auch an, dann hab ich am nächsten Tag prompt die Quittung dafür in Form von totaler Erschöpfung, Migräne, Übelkeit usw....
    Und DAS soll alles vom Depri kommen?!?

    Mit der Jod-Frage hab ich mich bisher kaum befasst, also, ob ich evtl. dagegen allergisch bin und was ich vertrage und was nicht.
    Ich baue mir meine Lebensmittel mittlerweile selber, also Brot backen z. B., aber man blickt ja kaum noch durch. Es wäre ein weiteres Thema, mit dem ich mich intensiv befassen müsste, aber manchmal hab ich einfach nur das Gefühl, mich verlässt auch meine geistige Kraft.

    Nee, ist alles nicht so dolle, aber ich versuche trotzdem immer wieder, das schöne zu sehen, was noch da ist.
    Daß ich liebe Freunde habe, mich mit meiner Familie verstehe, mich in meinem Häuschen wohlfühle, meinen Garten habe und daß ich immerhin weiß, wo ich Verständnis für meine Krankheit finde.

    Macht euch'nen schönen ersten Mai, trotz allem.

    Liebe Grüße
    Versatile

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von ottilie55
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    Standard AW: Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

    Hallole,

    seit Jahren beschäftigt mich diese Krankheit mal mehr und mal
    weniger.. mein Männe versteht es nicht.. weil ihm gehts gut ?
    er hat aber auch SD Krankheit-OP und Tbl. und gut isses...
    Ich bin RJT und mittlerweile besser zurecht als vorher..
    aber es fehlt die Leichtigkeit.. kein Internet hab ich auch mal versucht
    aber nicht geschafft ..
    Nun mache ich meine Bioresonanztherapie und kümmere mich
    um mich und geniesse jeden Tag wo es mir einigermassen gut geht.

    Ich habe eine schöne Anregung bekommen
    -vergrabe dein Schneckenhaus- und fliege mit dem Schmetterling
    frei und unbeschwert....
    klingt doch herrlich.. also suche ich nun schon jeden Tag danach
    und hab aber nur bewohnte gefunden..

    gruss otti

  7. #7
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    Standard AW: Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

    Zitat Zitat von Leni Beitrag anzeigen
    Dazu kommt die Jodsensibilität; allein schon übers Essen wird man stets damit konfrontiert. Ob man es will oder nicht. Es ist da!
    Hallo Leni,

    das ist für mich das belastendste an der ganzen Geschichte.
    Die Sorge um jodfreies Essen verhindert ja auch eine Normalisierung und Rückkehr der Unbekümmertheit.
    Die damit verbundene soziale Ausgrenzung die man sich selbst zufügen muss ist sehr schwer.

    Alles äußerst ärgerlich, aber man sollte auch nichts dramatisieren. Dies schadet einem nur selbst.
    Dennoch beruhigt es mich ungemein, zu wissen warum
    und wieso ich Beschwerden habe und diese durch Jodvermeidung praktisch ausschalten zu können.

  8. #8
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    Standard AW: Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

    In diesem Zusammenhang ist mir folgender Text von Reinhard Mey (aus dem Lied "Viertel vor Sieben") schon ziemlich lange ein wehmütiger Begleiter:

    Das Fell wird dünner und leerer der Becher,
    Der Zaubertrank wirkt nur noch schwer.
    Der Kummer ist tiefer, der Trost scheint schwächer,
    Und es heilt nicht alles mehr.
    Wo ist meine Sorglosigkeit geblieben,
    Was machte Erkenntnis daraus?
    Manchmal wünscht‘ ich, es wär‘ noch mal viertel vor sieben
    Und ich wünschte, ich käme nach Haus!
    Nur einen Augenblick noch mal das Bündel ablegen
    Und mit argslosem Übermut,
    Durch dunkle Wege, der Zuflucht entgegen
    Und glauben können: Alles wird gut!
    Manchmal wünscht‘ ich, die Dinge wär‘n so einfach geblieben
    Und die Wege gingen nur gradeaus,
    Manchmal wünscht‘ ich, es wär‘ noch mal viertel vor sieben
    Und ich wünschte, ich käme nach Haus!

    LG, Emilia
    Geändert von Emilia (30.04.09 um 17:08 Uhr)

  9. #9
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Leni
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    Standard AW: Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

    Hallo,

    ich sehe einige verstehen mich.
    Seit Hashi und dem bescheuerten Jod ist viel, sehr viel anders geworden.

    Ich hatte von 1998 - 2003 14 Operationen, meist an Sehnen und Gelenken. Bin mir mittlerweile ziemlich sicher, dass das mit Hashi in Zusammenhang steht. (wusste zu der Zeit noch nichts von Hashimoto.)
    Ich war zu der Zeit, auch wenn sich das jetzt blöd anhört gerne im Krankenhaus. Ich war einfach unbekümmert, dachte, die machen schon alles richtig.
    Heute sieht das ganz anders aus. Nur im äußersten Notfall ins Krankenhaus, habe viel zu viel Angst dort könnte mehr falsch für mich als richtig gemacht werden.

    Emilia, das ist ein schönes Lied von Reinhard Mey. Kenn ich gar nicht.

    Manchmal wünscht‘ ich, es wär‘ noch mal viertel vor sieben
    Und ich wünschte, ich käme nach Haus!

    Das wünschte ich mir auch noch mal. Doch die Zeiten sind vorbei. Gott sei Dank kam das damals als noch alles okay war des öfteren vor.

    Ich will ja auch nicht sagen, dass jetzt alles schlecht ist. Nein, ich sage ein neues Leben, ein anders Leben hat begonnen, das ja auch schön sein kann. Nur, jetzt kommt es wieder diese Unbekümmertheit, die fehlt leider.

    Nichtsdestotrotz wünsche ich ein schönes, unbekümmertes (so weit das möglich ist) Wochenende.
    Leni

  10. #10
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von (b)Engel
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    Standard AW: Die UNBEKÜMMERTHEIT! Wo ist sie hin?

    Na, das kommt aber nicht nur auf das Alter an.

    Ich sehe ca. 50/60jährige oder älter die stundenlang Sport machen.


    Dann denke ich auch ach, 50% würden mir schon reichen
    Aber ich bin ja noch nicht eingestellt, ich denke aber auch nicht dass es ganz beschwerdefrei wird.


    Ein Lichtblick: haben den Babysitter bestellt und waren in unserer Lieblingskneipe Band hat gespielt. Ganz ohne Hitze, Kälte oder Atemnot.
    Und ein Radler habe ich auch noch getrunken.
    Hach ging es mir da gut.

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