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Thema: ARMOUR! Nicht geeignet für Jodempfindliche

  1. #21
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Mic
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    Antwort AW: ARMOUR! Nicht geeignet für Jodempfindliche

    Zitat Zitat von Shogoon Beitrag anzeigen
    hmm... spekulationen hin oder her - wer kann denn man ein paar fakten zusammenfassen und auf den tisch legen?
    Hallo Shogoon,

    Gärtner und Haen schreiben, dass der Jodvorrat in der SD zu lediglich 10% aus freiem Jodid besteht.

    Quelle: R. Gärtner, E. Haen (2001)
    Endokrinpharmakologie. Pharmakotherapie mit Hormonen.
    In: Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie (Hrsg: Forth W, Henschler D,
    Rummel W, Förstermann U und Starke K),
    8.Auflage, Verlag Urban & Fischer, München und Jena: 671-727.

    Nachzulesen in http://edoc.ub.uni-muenchen.de/3973/1/Goetz_Carolin.pdf
    (Iodversorgung des Pferdes – eine Feldstudie. Für eine Doktorarbeit sehr lesenswerte Literaturübersicht zum Jodstoffwechsel übrigens!)

    Allerdings ist auch zu bedenken, dass nur etwa 25% des gesamten, in der SD an Thyreoglobulin (Tg) gebundenen, organischen Jods letztendlich als SD-Hormone genutzt werden können (siehe ebenda). Der Rest setzt bei der Dejodierung des verdauten Tg wiederum teilweise anorganisches Jodid frei. Insofern hat Prof. Heufelder wohl doch nicht so Unrecht.

    Auf 100 µg T4 sollten dabei etwa zusätzlich 250 µg weiteres organisches Jod im Tg kommen, das nach Dejodierung zumindest teilweise als anorganisches Jodid in den Jodkreislauf gelangt. Das wäre dann allerdings schon eine ganz erhebliche zusätzliche Jodbelastung. Vielleicht sollte man bei den Armour-Nehmern wirklich mal die Jodausscheidung im Urin bestimmen.

    Michael D'Angelo hat mir übrigens ein Analysenzertifikat von Armour gemailt, wo ein Gesamtjodgehalt von 1000 mg/kg ausgewiesen wurde. Das entspricht von der Größenordnung her in etwa dem Jodgehalt einer menschlichen Schilddrüse.

    Liebe Grüße

    Mic

  2. #22
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    Antwort AW: ARMOUR! Nicht geeignet für Jodempfindliche

    Zitat Zitat von Michael D'Angelo Beitrag anzeigen
    Die SD wird ja gut durchblutet und so wir also immer das Jodid durch die SD permanent geleitet, daher vermute ich mal, braucht die SD eigentlich keinen großen Jodspeicher selber.
    Hallo Michael,

    für Jodid hat die SD tatsächlich keinen großen Speicher. Ohne das ständige aktive Pumpen von Jodid gegen einen hohen Konzentrationgradienten diffundiert das Jodid wohl auch wieder schnell aus der SD ("Iodid-Leck" nach Saller et al., 1997 [1]). Die Konzentration von Jodid in den SD-Zellen ist ja 20-50 mal höher als im umgebenden Blutplasma. Hört sich jetzt viel an, ist aber immer noch verdammt wenig. Unser Blut enthält ca. 2 ng Jodid/ml, das wird in der SD also angereichert auf bis zu 100 ng/ml = 0,1 µg/ml. Eine SD mit einem Volumen von 10 ml enthält also insgesamt nicht mehr als 1 µg anorganisches Jodid - wobei der Großteil des Volumens des SD-Gewebes ja nicht aus den Zellen besteht, sondern aus den von SD-Zellen umschlossenen Speicherbläschen, den Follikeln. Dort dürfte der Gehalt an anorganischem Jodid eher niedriger liegen, weil es dort ja eigentlich zu den SD-Hormonen (bzw. deren Vorstufe, dem jodierten Tg) weiterverarbeitet wird. Der Gehalt an organisch gebundenem Jodid in der SD dagegen liegt bei ca. 1 mg/ml - das ist rund das 10.000-fache!


    Was ich allerdings nicht ganz verstehe, wo das Jodat des Kochsalzes in Jodid umgewandelt wird? Im Magen- oder Darm? Oder erst im Blut? Oder gar in der SD?
    Das passiert sofort im Magen-Darm-Trakt. Ins Blut gelangt also nur Jodid.

    Liebe Grüße

    Mic


    [1] Saller B, Fink H and Mann K (1997)
    Kinetics of acute and chronic iodine excess.
    Exp Clin Endocrinol Diabetes 106 (Suppl 3): S34-S38.
    Geändert von Mic (13.04.08 um 18:36 Uhr)

  3. #23
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    Frage Wirklich 10% des Jodvorrats in der SD freies Jodid?

    Zitat Zitat von Mic Beitrag anzeigen
    Gärtner und Haen schreiben, dass der Jodvorrat in der SD zu lediglich 10% aus freiem Jodid besteht.
    Diese Zahl muss man eigentlich nach meinen letzten Überlegungen in Zweifel ziehen! Wenn eine menschliche SD insgesamt rund 10 mg Jod gespeichert hat und davon sollten laut Gärtner/Haen rund 90% in Tg gebunden sein, dann blieben ja ca. 1 mg freies Jodid pro SD gesamt - pro ml SD also etwa 100 µg. Das Blut enthält aber nur 0,002 µg/ml, also ein 50-Tausendstel davon. Dann wäre die Anreicherung aus dem Blut ja 20- bis 50.000-fach und nicht nur 20 bis 50-fach. Was stimmt nun also? Letzteres ist ganz offenbar nicht richtig, wäre auch eine aberwitzige Zahl. Der Jodvorrat in der Schilddrüse kann also bestenfalls zu 0,01 % (= 0,1 ‰) aus freiem Jodid bestehen.

    Korrigiert mich bitte, wenn ich mich irgendwo vertan haben sollte.

    LG Mic

  4. #24
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    Standard AW: ARMOUR! Nicht geeignet für Jodempfindliche

    Zitat Zitat von Mic Beitrag anzeigen
    Insofern hat Prof. Heufelder wohl doch nicht so Unrecht.

    Auf 100 µg T4 sollten dabei etwa zusätzlich 250 µg weiteres organisches Jod im Tg kommen, das nach Dejodierung zumindest teilweise als anorganisches Jodid in den Jodkreislauf gelangt. Das wäre dann allerdings schon eine ganz erhebliche zusätzliche Jodbelastung. Vielleicht sollte man bei den Armour-Nehmern wirklich mal die Jodausscheidung im Urin bestimmen.

    Michael D'Angelo hat mir übrigens ein Analysenzertifikat von Armour gemailt, wo ein Gesamtjodgehalt von 1000 mg/kg ausgewiesen wurde. Das entspricht von der Größenordnung her in etwa dem Jodgehalt einer menschlichen Schilddrüse.

    Liebe Grüße

    Mic
    Hallo Mic,

    das Analysezertifikat stammt von mir, ich hatte es vor kurzem bei Eurofins in Auftrag gegeben. Interessant, dass das schon so die Runde gemacht hat - eigentlich wollte ich erst in den nächsten Tagen dazu einen Thread aufmachen.

    Aber wenn es hier schon diskutiert wird, kann ich noch ergänzen, dass die Messung nach Aussagen des Laborchemikers nicht nach anorganischem und organischem Jod unterscheiden konnte. Die gemessene Jodmenge beläuft sich, wenn ich richtig umgerechnet habe, auf 1 µG je mg Armour. Da 1 Grain Armour 60 mg wiegt, würde das Armour-Äquivalent von 100µG T4 (also rd. 1 1/4 Grain) etwa 75 µG Jod enthalten. Falls es von Interesse ist: Die Tablette wurde wohl "basisch aufgeschlossen" (TMAH-Extraktionsmittel) und das Jod nach der "ICP-MS"-Methode bestimmt.

    Ich persönlich bin immer noch verunsichert, ob mich nun das Jod aus Armour belästigt oder das T3. Mein Kopfhautekzem und die Missempfindungen in den Händen, welche ich allein durch eine strenge Joddiät fast ganz wegbekommen hatte, sind unter Armour wieder etwas stärker geworden. Andererseits hat Armour auch positive Wirkungen bei mir, insb. auf die Nackenverspannungen und das Schweregefühl in den Beinen. Ich hab übrigens schon meine Jodausscheidung im Tagessammelurin messen lassen (bei 1/2 Grain + 55µG LT). Sie lag mit 55 µG Jod je Gramm Creatinin recht gering.

    Mein bisheriges Zwischenfazit also: Nichts genaues weiß man nicht.

    LG
    Ollix
    Geändert von Ollix (13.04.08 um 20:17 Uhr)

  5. #25
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    Antwort AW: ARMOUR! Nicht geeignet für Jodempfindliche

    Zitat Zitat von Ollix Beitrag anzeigen
    Hallo Mic,

    das Analysezertifikat stammt von mir, ich hatte es vor kurzem bei Eurofins in Auftrag gegeben. Interessant, dass das schon so die Runde gemacht hat - eigentlich wollte ich erst in den nächsten Tagen dazu einen Thread aufmachen.

    Aber wenn es hier schon diskutiert wird, kann ich noch ergänzen, dass die Messung nach Aussagen des Laborchemikers nicht nach anorganischem und organischem Jod unterscheiden konnte.
    Ja, das habe ich auch schon Michael a.A. per Mail mitgeteilt. ICP-MS misst immer den Gesamtjodgehalt.

    Die gemessene Jodmenge beläuft sich, wenn ich richtig umgerechnet habe, auf 1 µG je mg Armour.
    Das ist korrekt.

    Da 1 Grain Armour 60 mg wiegt, würde das Armour-Äquivalent von 100µG T4 (also rd. 1 1/4 Grain) etwa 75 µG Jod enthalten.
    Ja, und 100 µg T4 würden intramolekular bereits 65 µg Jod enthalten (T3 entsprechend einem intramolekularem Jodgehalt von 58% etwas weniger, nämlich 58 µg). Viel freies Iodid (oder nicht-Hormon-Iod, gebunden in Tg ) kann also - wenn überhaupt - kaum darin enthalten sein. Es sei denn, die Angabe in Grain bezieht sich nicht auf den SD-Extrakt insgesamt sondern auf den Gehalt an SD-Hormonen.

    Ich persönlich bin immer noch verunsichert, ob mich nun das Jod aus Armour belästigt oder das T3. Mein Kopfhautekzem und die Missempfindungen in den Händen, welche ich allein durch eine strenge Joddiät fast ganz wegbekommen hatte, sind unter Armour wieder etwas stärker geworden.
    Kopfhautekzeme und Missempfindungen würde ich eher mit einem Mangel an B-Vitaminen in Verbindung bringen denn direkt mit Jodexzess. Eine strenge Joddiät reduziert aber den Bedarf an B-Vitaminen, so dass es dann vermutlich nicht zu solchen deutlichen Mangelerscheinungen kommt. T3 andererseits erhöht den Bedarf an B-Vitaminen wieder. Würde also deine Beobachtungen erklären. Bei mir jedenfalls sind Kopfhautekzeme und Missempfindungen unter regelmäßiger Substitution mit einem B-Komplex und Magnesium nahezu komplett verschwunden.


    LG Mic

  6. #26
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    Standard AW: ARMOUR! Nicht geeignet für Jodempfindliche

    Zitat Zitat von Mic Beitrag anzeigen
    Kopfhautekzeme und Missempfindungen würde ich eher mit einem Mangel an B-Vitaminen in Verbindung bringen denn direkt mit Jodexzess. Eine strenge Joddiät reduziert aber den Bedarf an B-Vitaminen, so dass es dann vermutlich nicht zu solchen deutlichen Mangelerscheinungen kommt. T3 andererseits erhöht den Bedarf an B-Vitaminen wieder. Würde also deine Beobachtungen erklären. Bei mir jedenfalls sind Kopfhautekzeme und Missempfindungen unter regelmäßiger Substitution mit einem B-Komplex und Magnesium nahezu komplett verschwunden.


    LG Mic
    Danke für den Hinweis. Habe die B-Vitamine und das Magnesium zwar schon mal checken lassen:

    März 05: B1=93 (20-100) / B6=36,5 (7-30) / B12=383 (200-950)

    September 07: B12=405 (197-866) / Magnesium=0,92 (0,7-1,05)

    Aber seit Beginn der Armour-Einnahme noch nicht. Werde wohl bei der nächsten BU noch mal diesen HoloTc-Test und das Mag. bestimmen lassen.

    LG
    Ollix

  7. #27
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    Hallo Ollix,

    musstest du die Testung der B Vitamine selbst bezahlen?

    Ich habe bisher nur B12 auf Kasse getestet bekommen, kein anderes.

    Danke für deine Antwort im Voraus und alles Gute.

    LG Conny2

  8. #28
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    Hallo Conny, ich bin privat versichert und meine PKV hat alle Testungen gezahlt. Die B12-Bestimmung hatte rd. 16 Euro gekostet - die Kosten aus 2005 hab ich auf die Schnelle leider nicht gefunden.

    LG
    Ollix
    Geändert von Ollix (13.04.08 um 22:26 Uhr)

  9. #29
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    Standard AW: ARMOUR! Nicht geeignet für Jodempfindliche

    Hallo Ollix,

    danke für deine rasche Antwort.

    Hm, ich bin gesetzlich versichert.

    Würde eben auch ganz gern mal einen Vitamin B Status machen, aber leider wurde halt nur der B12 ab und an mal getestet, und das ist schon ein Erfolgserlebnis, den auf Kasse zu bekommen.

    Bei meiner neuen HÄ habe ich echt Glück, sie spritzt mir B12 aller 4 Wochen (Medi selbst gekauft), ohne erst alles ewig zu hinterfragen. Ich habe ihr gesagt, dass meine vorherige HÄ es auch so gemacht hat, was ja auch stimmte, und gut war.

    Die HÄ, die ich von Febr. bis März 08 mal kurzzeitig hatte, wollte es nur aller viertel Jahre machen.

    Werde mich mal erkundigen, was ein Vit. B Status privat kosten würde.

    Das wäre halt auch für meinen Freund mal wichtig, da er auch Hautsymptome usw. hat.

    Liebe Grüße Conny

  10. #30
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    Antwort AW: ARMOUR! Nicht geeignet für Jodempfindliche

    Zitat Zitat von Ollix Beitrag anzeigen
    Danke für den Hinweis. Habe die B-Vitamine und das Magnesium zwar schon mal checken lassen:

    März 05: B1=93 (20-100) / B6=36,5 (7-30) / B12=383 (200-950)

    September 07: B12=405 (197-866) / Magnesium=0,92 (0,7-1,05)
    Hallo Ollix,

    das ist schön, leider bei den genannten Werten aber wenig (B12, Mg) bis gar nicht (B1, B6) aussagekräftig! Diese Serumwerte unterliegen alle einer starken Homöostase und sagen von daher wenig über den tatsächlichen Versorgungszustand aus. Einen Mangel kann man so nicht wirklich ausschließen, bestenfalls eine akut toxische Überdosierung (Mehrfaches der Normobergrenze). Ich wiederhole mich in diesem Forum leider seit Jahren ständig wieder und wieder. *seufz*

    LG Mic

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