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Thema: Mut-mach- & mir-geht's-wieder-gut-Thread, besonders @Hashi-Neulinge

  1. #291
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    Standard AW: Man braucht viel Durchhaltevermögen

    Ich hoffe, eines Tages kann ich hier auch schreiben: ES GEHT MIR GUT.
    Toller Thread.

  2. #292
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    Standard AW: Man braucht viel Durchhaltevermögen

    Hallo, ihr Lieben..Bin auch erst am Anfang..aber bei der Diagnose brach ich heulend zusammen...:-( Aber nicht vor Scham, sondern vor Freude. Zu mir: Bin Jahrgang 67... Ostkind :-) Zweimal verheiratet und 3 Kinder (26, 24,10) War schon als Kind mal dick, mal dünn, genau wie meine Mutter und meine Oma. Meine Mutter starb dieses Jahr im Juli an Eierstockkrebs. :-( Ich sah sie zwar im Sarg liegen, aber sie war mir fremd. Bin immer noch davon ausgegangen, sie käme nochmal zurück. :-( Aber ich kann sie jetzt jederezit auf dem Friedhof in unserer Nähe besuchen und in Gedanken ist sie eh immer bei mir :-) Heute weiß ich, was sie durchgemacht hat. :-( Ich selbst hatte vor der letzten Schwangerschaft eine vermutliche Unterfunktion. Es ging mir super. An Schlaf war eh nicht zu denken. Die Haare fielen mir aus. Dann blieben die Blutungen aus. Ich war 38. Laut Ärzte Haarausfall aufgrund Diät usw. Vor meinem Mann hatte ich Angst. Bin ihm aber immer fast an die Gurgel, wenn er was über meine Kinder sagte. :-( Der Arme!!!! Unter meiner SS (56 kg Zunahme) nach Aussage meiner damaligen Frauenärztin solle ich weniger essen und Lisinopril nehmen. Ich konnte kaum noch laufen und das Einzige, was ich noch zu mir nehmen konnte, war Eis. :-( Schilddrüsenhormone waren ja ok. Unter der Entbindung bekam ich dann einen Blutsturz und heulte nur noch. Meine regelmäßigen Zusammenbrüche ließen auf eine posttraumatische Erfahrung schließen. Also wieder Psycho. :-( Mutter, Kind, Kur..es war die Hölle. Die Kleine weinte nur und ich auch. Jeden Tag wollte ich nach Hause. Die Kleine war damals 5. Zum Schluss konnte ich auch kein Auto mehr fahren. Antidepressiva immer wieder. Dann letztes Jahr Brustkrebs. Chemo..ich erlebte alles wie im Traum..OP..4x Reanimation..ich war dabei. ;-) Ein von mir selbst gefordertes Schädel CT sagte: Alles ok. Erst nachdem eine Ärztin in der Bestrahlung mir wieder Mut machte und meine Mutter starb, konnte ich wieder was wahrnehmen. Aber zu dem Zeitpunkt hatte ich die Hormone rauf gesetzt und spürte wieder etwas. Ich bin erst am Anfang, aber noch lange nicht am Ende. Lebe zum zweiten Mal und bin mittlerweile 50. Und ich bin dankbar. Lange genug habe ich nur gekauft, ohne irgendwas zu spüren. bin jezt bei 112,5 mg L-Thyrox. Spüre auch noch immer die Zwänge und ungedduldig bin ich eh. Aber ich kann mittlerweile sagen: Stop. Schlafen geht etappenwweise, aber da können auch die Wechseljahre und das Antidepri mit reinspielen. Insofern glaubt mir: Jede niederschmetternde Diagnose hat auch was Gutes. Niemals aufgeben ;-) Hoffe, ich hab nicht alles querbeet geschrieben. :-)

  3. #293
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    Standard AW: Mut-mach- & mir-geht's-wieder-gut-Thread, besonders @Hashi-Neulinge

    Natürlich komme ich der bitte von RIKKI nach und stelle auch hier meinen "mir geht es gut" Thread rein! Ich hoffe wirklich ich kann manchen ein wenig hoffnung geben.

    Hallo ihr lieben,

    ich möchte euch mal von meiner Geschichte erzählen, damit man sieht, dass es auch relativ harmlose Hashimotofälle gibt.

    Als im September bei mir eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert wurde, war ich erst noch nicht soooo beunruhigt. Erst als ich dann vom Spezialisten erfuhr dass diese Unterfunktion von Hashimoto kommt, begann ich mich im Internet zu informieren. Dabei bin ich gleich zu Anfang auf diese Seite hier gestossen. Ich verschlang regelrecht die ganzen Beiträge, und fühlte mich von Beitrag zu Beitrag schlechter.
    Ich dachte mir, dass ich bestimmt Schwierigkeiten haben werde, jemals Schwanger zu werden, mit sicherheit Depressionen bekomme, und es mir im gesamten mit meinem anfangs TSH wert von 6,6 richtig mies gehen wird. und laut der meisten Beiträge, hab ich mir auch keine großen Hoffnungen gemacht, dass dieser Wert schnell sinken könnte.
    Mir wurde L- Thyroxin 50 verschrieben, was ich innerhalb von 3 Wochen auf L- Thyroxin 75 erhöhen musste. Gleich nach der Erhöhung ging es mir nicht gut. Ich glaube das war einfach zu schnell eine zu hohe Dosis, das Unwohlsein legte sich jedoch nach ca. 3 Wochen. Nach 6 Wochen hatte ich noch einen TSH wert von 2,4. Das war ende Oktober. Seit dem nehme ich L- Thyroxin 100, und mein jetziger TSH wert liegt bei 0,93.

    Was ich damit sagen möchte ist, diese Krankheit kann nicht optimal verlaufen, MUSS aber nicht. Und wenn man sich mit der frischen Diagnose HASHIMOTO in Netz stürzt, dann kommt man auf diese, sehr gute und informative Seite. Jedoch ist diese Seite auch recht negativ lastig, wenn ich das mal so sagen darf. Klar, schreiben eher Leute hier rein denen es schlecht geht, die haben auch mehr bedarf sich auszutauschen wie diejenigen denen es mit Hashimoto gut geht. Jedoch wird es mit Sicherheit einigen so gegangen sein wie mir, die total verunsichert und geschockt wurden, durch diese oft doch sehr negativen berichte hier im Forum.

    Mir ist es jetzt eben ein sehr großes anliegen dass ich diesen Beitrag noch hier rein stelle, um einfach neudiagnostizierten Hashimotos ein wenig die angst zu nehmen, dass es ihnen zwangsläufig schlecht gehen muss.

    Ich hoffe es wird mir jetzt auch nicht negativ ausgelegt, von den vielen Usern hier, denen es nicht so gut geht, und deren verlauf nicht so leicht war wie meiner. (seit Diagnose bis jetzt sind 4,5 Monate vergangen)
    Mein Anliegen ist nur mut zu machen!

    Ich wünsche euch allen alles gute!

    Liebe Grüße


    Manu

    Sehr schön geschrieben... Nicht nur das Negative sehen. Hoffe, ich habe das jetzt so richtig gemacht mit dem Kopieren? :-( ;-)

  4. #294
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    Standard AW: Man braucht viel Durchhaltevermögen

    Zitat Zitat von Tanja Sop Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für diesen tollen Thread. Auch ich bin auf einem sehr guten Weg und freue mich darauf hier bald meine Geschichte aufschreiben zu können! Ich glaube es ist so wichtig positiv zu bleiben, nicht einfach ich weiss....
    Was ich mich aber, wenn ich diesen Thread lese so sehr frage ist Warum blicken es denn so wahnsinnig viele Ärzte nicht???? Warum liest man immer wieder "obwohl die Ärzte nicht glauben das meine Symptome etwas mit der Schilddrüse zu tun haben, schlug die Therapie an.....". Mir ging und geht es genauso, keiner glaubte das man so heftige Symptome von der SD oder irgendwelchen Mangeln haben könnte. Die Docs sollten diese Erfolgsgeschichten auch mal lesen!
    Danke für alle die ihre Geschichte erzählen.
    Da kann und muss ich dir recht geben...Leider :-( ;-)

  5. #295
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    Standard AW: Man braucht viel Durchhaltevermögen

    Zitat Zitat von kathrin67 Beitrag anzeigen
    Da kann und muss ich dir recht geben...Leider :-( ;-)
    Ich habe das Glück mittlerweile bei einer tollen, kompetenten Ärztin zu sein - mein Unverständnis für viele andere bleibt aber.
    Generell bin ich aber wohl auch eine Erfolgsgeschichte :-)

  6. #296
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    Standard AW: LT senken nach Überdosierung

    Liebe Mit-Hashis,

    nachdem ich nun aus unterschiedlichen Gründen seit Ewigkeiten nicht mehr (oder bestenfalls zwischendurch mal kurz lesend) hier gewesen bin, hatte ich eigentlich den alten 'Mutmach'-Thread gesucht, um nach langer Zeit auch mal wieder einen Erfahrungsbericht abliefern.

    Nachdem ich den aber auf die Schnelle nicht gefunden habe, denke ich, daß mein Beitrag auch hier sehr gut reinpassen könnte

    Zum einen, weil ich weiß, wie hilfreich das für andere sein kann. Für 'Newbies' genauso wie für all die, die verzweifelt und oft über Jahre hinweg nach einer guten Einstellung suchen und dabei vielleicht auch noch ständig gegen ('TSH'-hörigen) Ärztewindmühlenflügel zu kämpfen haben, wie auch ich immer wieder.
    Vor allem dann, wenn das TSH egal ob unter Mono- oder Kombi-Therapie supprimiert. Wofür man dann von leider sehr vielen Ärzten umgehend eine 'iatrogene Hyperthyreose' bescheinigt bekommt, also eine durch Überdosierung von SD Medikamenten ausgelöste Überfunktion, mit ganz, ganz schlimmen Folgen ib für den Knochenstoffwechsel (Osteoporose) und das Herz; in aller Regel verbunden mit der besorgten Aufforderung die Dosierung umgehend (u.U. drastisch) zu senken.

    Ich weiß, daß es Studien gibt, die strenge Hinweise darauf liefern, daß ein über lange Zeit suppr. TSH negative Folgen sowohl für den Knochenstoffwechsel, als auch auf das Herz zu haben scheinen und man deshalb heute vielleicht mehr denn je bestrebt ist, den TSH Wert nicht supprimieren zu lassen.
    Allerdings sind diese Studien für mich keineswegs so eindeutig, wie manche (selbst Fachärzte) das einen gerne glauben machen möchten. Zum einen, weil die meisten der Probanden (zumindest der Studien die ich so dazu gesehen habe) in der Mehrheit entweder operiert, radioiodtherapiert, wegen Schilddrüsenkrebs behandelt wurden oder MBler waren. Also im Prinzip keine Hashis bei denen allein durch die Therapie mit SD Medikamenten - egal ob unter Mono- oder unter Kombitherapie - TSH supprimierte.
    Bleibt also (für mich jedenfalls) die sehr spannende Frage:
    Hat die TSH Suppression dann evtl. ganz andere Auswirkungen sowohl auf den Knochenstoffwechsel, als auch auf den des Herzens ?

    Ich gehöre auf jeden Fall zu den Hashis, die sich erst wohlgefühlt haben, als das THS verschwunden war und erst dann verschwanden nach und nach auch ausnahmslos ALLE Symptome und ich bin weiterhin seit sehr vielen Jahren immer noch komplett symptom und beschwerdefrei !

    Dazu noch zu meiner Person (wer mag, kann das auch in meinem Profil nachlesen):
    Hashi wurde 2007 diagnostiziert, schon kurz darauf noch unter Monotherapie (50µ LT) supprimierte das TSH.
    Ich bin inzwischen 67, relativ frühe Menopause.
    Außer einer relativ langen, schwierigen (und überwiegend eigenmächtigen) Einstellung bei einer ordentlichen Latte an UF Symptomen, keine weiteren Erkrankungen oder Beschwerden.
    D.h. das suppr. TSH begleitet mich seit nunmehr über 10 Jahren.

    Dabei habe ich einige Male (vor allem wegen der entsprechenden Panikmache der Ärzte) versucht, meine Dosierung zu senken, unter 125µ bin ich jedoch nie gekommen, weil ab da jedes mal ein Symptom nach dem anderen zurückkehrte.
    Neben Obstipation, waren das vor allem massive Gelenkschmerzen, Kälteintoleranz, Gewichtzunahme, zunehmende Müdigkeit (hoher Schlafbedarf) und - sehr unangenehme Herzprobleme ! Steigender (ib diastolischer) BD und Bradykardie.

    Zwei mal habe ich es auch mit dem Weglassen des Thybons versucht.
    Das erste mal (2016) unfreiwillig, weil ich unterwegs war und vergessen hatte Thybon mitzunehmen, um es wie sonst, gleich nach der BE zu nehmen.
    Da ich deshalb fast drei Tage lang gar kein Thybon genommen hatte, bekam ich nach der ersten Einnahme derart massive Herzbeschwerden, die mich letzten Endes mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Notaufnahme brachten.
    Schon auf der Fahrt ins KH Entwarnung. Alle Herzparameter (Echo, EKG) waren ok.
    Es war NUR eine Bluthochdruckkrise; BD an die 200/120.
    Auch die Nachsorge durch den HA - Belastungs-EKG, 24 Std BD Messung - alles Bestens.

    Das letzte Mal vor etwa einem Monat. Dieses Mal absichtlich, allerdings nicht so abrupt, sondern asuschleichend. Jedoch letzten Endes auch mit drei Tagen ganz ohne.
    Zu einer Bluthochdruckkrise führte das dann dieses Mal zwar nicht, aber dennoch zu sehr ähnlichen / vergleichbaren Ergebnissen: Anstieg des BD (wieder ib der Diastole), Beklemmungsgefühl, Atemnot, Bradykardie (Puls z.T. nur knapp über 40).

    Inzwischen hat sich meine neue Einstellung (ib wegen gutem, absichtlichem Gewichtsverlust) auf einem neuen Niveau eingependelt, mit dem es mir nun auch wieder rundherum gut geht.
    D.h. die LT-Dosierung bei (inzwischen wieder) 137,5 µ (von vormals langjährig 150) und das Thybon bei - meistens - um die 15 (vormals 20 - 25).

    Letzte Werte (2018) noch unter 150 LT und 20-25 Thybon; neue Werte stehen demnächst an

    TSH basal 0,01 0,27 - 4,2
    fT3 3,1 2 - 4,4
    fT4 16 9,3 - 17,33



    Mein evtl. Osteoporoserisiko kenne ich nicht bzw. es wurde noch nie festegestellt.
    Da ich aber auch (trotz vieler Stürze) noch nie irgendwelche Knochenbrüche erlitten habe, gehe ich davon aus, daß diese Gefahr nicht besteht.
    Aus diesem Grund kann und werde ich auch nicht weiter auf diesen Teil der 'Gefahren' eines langjährig suppr. TSH eingehen. Ganz abgesehen davon, daß das 'Panna' hier bereits schon sehr gut abgedeckt hat und für mich der zweite Teil - die Auswirkungen eines suppr. TSH Wertes auf das Herz sehr viel spürbarer und wichtiger sind.

    Mit diesem Teil meines Postings möchte ich aber erst einmal vor allem denen Mut machen, die vielleicht mit ihrer Einstellung gerade am Anfang stehen oder selbst nach (empfunden) 'ewig' langer Zeit immer noch kein Licht am Ende des Tunnels sehen und sich vermeintlich immer nur im Kreis drehen.
    Oder vielleicht auch all denen, bei denen das TSH schon nach relativ kurzer SD Hormontherapie verschwunden ist und die sich nun mit den bekannten Warnungen herumschlagen, von ihren Ärzten genötigt werden, die Dosis zu senken oder auch denen, die vielleicht gerne eine Kombi (aus T4 und T3) versuchen würden, sich das aber nicht trauen, obwohl vielleicht gerade das, die Lösung ihrer (noch bestehenden) Probleme sein könnte ?
    Seid mutiger !
    Manchmal hilft es auch schon, den Arzt zu wechseln (vielleicht sogar mehrmals).

    Eine Warnung möchte ich aber auch mit auf den Weg geben:
    Zusätzliches T3 (oder Kombi) ist KEIN Allheilmittel und u.U. auch nicht für jeden geeignet.
    Man sollte es auf keinen Fall zu vorschnell ausprobieren.
    Die Einstellung ist noch etwas kniffeliger, wenn man quasi gleich zwei Schräubchen hat, an denen man drehen kann und muß und das erfordert noch etwas mehr Geduld und Umsicht, als mit nur einem Präparat.

    Und ich möchte dabei auch zu bedenken geben, daß ich / mein Fall für diesen Weg vielleicht nicht wirklich repräsentativ bin. Zum einen, weil ich alles, was ich tue, immer sehr gut recherchiere und nur das tue und ausprobiere, was ich wirklich (auch gegenüber skeptischen oder uninformierten Ärzten ;-)) verantworten kann
    und vielleicht das wichtigste von all dem - ich habe keine Ko-Mobiditäten !
    Keine anderen Erkrankungen, keine zusätzlichen Autoimmungeschehen, wie leider viele hier.
    Was die ganze Einstellung natürlich sehr viel leichter und überschaubarer macht.

    Trotz allem an alle: Kopf hoch !


    Für den für mich wichtigen zweiten Teil: die potenziellen Auswirkungen eines suppr. TSH Wertes auf das Herz, fange ich besser einen neuen Thread an. Auch in der Hoffnung auf eine rege Diskussion und Erweiterung und Bereicherung der von mir dazu bereits gemachten Erfahrungen und Recherchen.

    Mit besten Grüßen
    vom rosasofa

  7. #297
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    Standard AW: LT senken nach Überdosierung

    Zitat Zitat von rosasofa Beitrag anzeigen
    Liebe Mit-Hashis,

    nachdem ich nun aus unterschiedlichen Gründen seit Ewigkeiten nicht mehr (oder bestenfalls zwischendurch mal kurz lesend) hier gewesen bin, hatte ich eigentlich den alten 'Mutmach'-Thread gesucht, um nach langer Zeit auch mal wieder einen Erfahrungsbericht abliefern.

    Nachdem ich den aber auf die Schnelle nicht gefunden habe, denke ich, daß mein Beitrag auch hier sehr gut reinpassen könnte

    Zum einen, weil ich weiß, wie hilfreich das für andere sein kann. Für 'Newbies' genauso wie für all die, die verzweifelt und oft über Jahre hinweg nach einer guten Einstellung suchen und dabei vielleicht auch noch ständig gegen ('TSH'-hörigen) Ärztewindmühlenflügel zu kämpfen haben, wie auch ich immer wieder.
    Vor allem dann, wenn das TSH egal ob unter Mono- oder Kombi-Therapie supprimiert. Wofür man dann von leider sehr vielen Ärzten umgehend eine 'iatrogene Hyperthyreose' bescheinigt bekommt, also eine durch Überdosierung von SD Medikamenten ausgelöste Überfunktion, mit ganz, ganz schlimmen Folgen ib für den Knochenstoffwechsel (Osteoporose) und das Herz; in aller Regel verbunden mit der besorgten Aufforderung die Dosierung umgehend (u.U. drastisch) zu senken.

    Ich weiß, daß es Studien gibt, die strenge Hinweise darauf liefern, daß ein über lange Zeit suppr. TSH negative Folgen sowohl für den Knochenstoffwechsel, als auch auf das Herz zu haben scheinen und man deshalb heute vielleicht mehr denn je bestrebt ist, den TSH Wert nicht supprimieren zu lassen.
    Allerdings sind diese Studien für mich keineswegs so eindeutig, wie manche (selbst Fachärzte) das einen gerne glauben machen möchten. Zum einen, weil die meisten der Probanden (zumindest der Studien die ich so dazu gesehen habe) in der Mehrheit entweder operiert, radioiodtherapiert, wegen Schilddrüsenkrebs behandelt wurden oder MBler waren. Also im Prinzip keine Hashis bei denen allein durch die Therapie mit SD Medikamenten - egal ob unter Mono- oder unter Kombitherapie - TSH supprimierte.
    Bleibt also (für mich jedenfalls) die sehr spannende Frage:
    Hat die TSH Suppression dann evtl. ganz andere Auswirkungen sowohl auf den Knochenstoffwechsel, als auch auf den des Herzens ?

    Ich gehöre auf jeden Fall zu den Hashis, die sich erst wohlgefühlt haben, als das THS verschwunden war und erst dann verschwanden nach und nach auch ausnahmslos ALLE Symptome und ich bin weiterhin seit sehr vielen Jahren immer noch komplett symptom und beschwerdefrei !

    Dazu noch zu meiner Person (wer mag, kann das auch in meinem Profil nachlesen):
    Hashi wurde 2007 diagnostiziert, schon kurz darauf noch unter Monotherapie (50µ LT) supprimierte das TSH.
    Ich bin inzwischen 67, relativ frühe Menopause.
    Außer einer relativ langen, schwierigen (und überwiegend eigenmächtigen) Einstellung bei einer ordentlichen Latte an UF Symptomen, keine weiteren Erkrankungen oder Beschwerden.
    D.h. das suppr. TSH begleitet mich seit nunmehr über 10 Jahren.

    Dabei habe ich einige Male (vor allem wegen der entsprechenden Panikmache der Ärzte) versucht, meine Dosierung zu senken, unter 125µ bin ich jedoch nie gekommen, weil ab da jedes mal ein Symptom nach dem anderen zurückkehrte.
    Neben Obstipation, waren das vor allem massive Gelenkschmerzen, Kälteintoleranz, Gewichtzunahme, zunehmende Müdigkeit (hoher Schlafbedarf) und - sehr unangenehme Herzprobleme ! Steigender (ib diastolischer) BD und Bradykardie.

    Zwei mal habe ich es auch mit dem Weglassen des Thybons versucht.
    Das erste mal (2016) unfreiwillig, weil ich unterwegs war und vergessen hatte Thybon mitzunehmen, um es wie sonst, gleich nach der BE zu nehmen.
    Da ich deshalb fast drei Tage lang gar kein Thybon genommen hatte, bekam ich nach der ersten Einnahme derart massive Herzbeschwerden, die mich letzten Endes mit Verdacht auf Herzinfarkt in die Notaufnahme brachten.
    Schon auf der Fahrt ins KH Entwarnung. Alle Herzparameter (Echo, EKG) waren ok.
    Es war NUR eine Bluthochdruckkrise; BD an die 200/120.
    Auch die Nachsorge durch den HA - Belastungs-EKG, 24 Std BD Messung - alles Bestens.

    Das letzte Mal vor etwa einem Monat. Dieses Mal absichtlich, allerdings nicht so abrupt, sondern asuschleichend. Jedoch letzten Endes auch mit drei Tagen ganz ohne.
    Zu einer Bluthochdruckkrise führte das dann dieses Mal zwar nicht, aber dennoch zu sehr ähnlichen / vergleichbaren Ergebnissen: Anstieg des BD (wieder ib der Diastole), Beklemmungsgefühl, Atemnot, Bradykardie (Puls z.T. nur knapp über 40).

    Inzwischen hat sich meine neue Einstellung (ib wegen gutem, absichtlichem Gewichtsverlust) auf einem neuen Niveau eingependelt, mit dem es mir nun auch wieder rundherum gut geht.
    D.h. die LT-Dosierung bei (inzwischen wieder) 137,5 µ (von vormals langjährig 150) und das Thybon bei - meistens - um die 15 (vormals 20 - 25).

    Letzte Werte (2018) noch unter 150 LT und 20-25 Thybon; neue Werte stehen demnächst an

    TSH basal 0,01 0,27 - 4,2
    fT3 3,1 2 - 4,4
    fT4 16 9,3 - 17,33



    Mein evtl. Osteoporoserisiko kenne ich nicht bzw. es wurde noch nie festegestellt.
    Da ich aber auch (trotz vieler Stürze) noch nie irgendwelche Knochenbrüche erlitten habe, gehe ich davon aus, daß diese Gefahr nicht besteht.
    Aus diesem Grund kann und werde ich auch nicht weiter auf diesen Teil der 'Gefahren' eines langjährig suppr. TSH eingehen. Ganz abgesehen davon, daß das 'Panna' hier bereits schon sehr gut abgedeckt hat und für mich der zweite Teil - die Auswirkungen eines suppr. TSH Wertes auf das Herz sehr viel spürbarer und wichtiger sind.

    Mit diesem Teil meines Postings möchte ich aber erst einmal vor allem denen Mut machen, die vielleicht mit ihrer Einstellung gerade am Anfang stehen oder selbst nach (empfunden) 'ewig' langer Zeit immer noch kein Licht am Ende des Tunnels sehen und sich vermeintlich immer nur im Kreis drehen.
    Oder vielleicht auch all denen, bei denen das TSH schon nach relativ kurzer SD Hormontherapie verschwunden ist und die sich nun mit den bekannten Warnungen herumschlagen, von ihren Ärzten genötigt werden, die Dosis zu senken oder auch denen, die vielleicht gerne eine Kombi (aus T4 und T3) versuchen würden, sich das aber nicht trauen, obwohl vielleicht gerade das, die Lösung ihrer (noch bestehenden) Probleme sein könnte ?
    Seid mutiger !
    Manchmal hilft es auch schon, den Arzt zu wechseln (vielleicht sogar mehrmals).

    Eine Warnung möchte ich aber auch mit auf den Weg geben:
    Zusätzliches T3 (oder Kombi) ist KEIN Allheilmittel und u.U. auch nicht für jeden geeignet.
    Man sollte es auf keinen Fall zu vorschnell ausprobieren.
    Die Einstellung ist noch etwas kniffeliger, wenn man quasi gleich zwei Schräubchen hat, an denen man drehen kann und muß und das erfordert noch etwas mehr Geduld und Umsicht, als mit nur einem Präparat.

    Und ich möchte dabei auch zu bedenken geben, daß ich / mein Fall für diesen Weg vielleicht nicht wirklich repräsentativ bin. Zum einen, weil ich alles, was ich tue, immer sehr gut recherchiere und nur das tue und ausprobiere, was ich wirklich (auch gegenüber skeptischen oder uninformierten Ärzten ;-)) verantworten kann
    und vielleicht das wichtigste von all dem - ich habe keine Ko-Mobiditäten !
    Keine anderen Erkrankungen, keine zusätzlichen Autoimmungeschehen, wie leider viele hier.
    Was die ganze Einstellung natürlich sehr viel leichter und überschaubarer macht.

    Trotz allem an alle: Kopf hoch !


    Für den für mich wichtigen zweiten Teil: die potenziellen Auswirkungen eines suppr. TSH Wertes auf das Herz, fange ich besser einen neuen Thread an. Auch in der Hoffnung auf eine rege Diskussion und Erweiterung und Bereicherung der von mir dazu bereits gemachten Erfahrungen und Recherchen.

    Mit besten Grüßen
    vom rosasofa
    Danke für deine wertvolle Rückmeldung rosasofa.
    Gruß Cactus

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