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Thema: Hashimoto öffentlich machen

  1. #1
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Leni
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    Standard Hashimoto öffentlich machen

    In den Tageszeitungen Jülicher Nachrichten und Jülicher Zeitung ist auf meine Initiative hin vor kurzem ein Artikel „Bei Hashimoto ist Jod tabu“ erschienen. Der stellvertretende Direktor der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Düsseldorf hat daraufhin einen Leserbrief verfasst, in dem er unter anderem kundtut, dass die Diagnoseerstellung von Hashimoto Thyreoiditis sehr einfach möglich ist, diese Schilddrüsenentzündung weitgehend symptomlos verläuft, in den meisten Fällen die Hashimoto durch den Hausarzt diagnostiziert wird und vergleichsweise einfach zu behandeln ist. Ein Übersehen der Hashimoto-Erkrankung sei auszuschließen. Eine schlechte medizinische Versorgung würde in keiner Weise bestehen.

    Ich selber habe seit 5 Jahren Hashimoto (leider nicht symptomlos) und habe in einer Stellungnahme u.a. einen Besuch im Hashimoto-Forum empfohlen.

    Artikel, Leserbrief und Stellungnahme können auf der Website http://hl-reuters.de/jod/indexak.htm nachgelesen werden.

    Ich versuche jetzt seit einem Jahr, die Hashimoto und die damit zusammenhängende Jod-Problematik in die Öffentlichkeit zu bringen (zumindest regional). Dies ist mein Beitrag, hinsichtlich der miserablen medizinischen Versorgung vielleicht etwas in Gang zu bringen.
    Meine letztes Erlebnis: Bin von einem Nuk zu einem Endo gewechselt. Im ersten medizinischen Bericht wird mir trotz nicht mehr vorhandener Gebärmutter eine regelmäßige Menstruation attestiert. Eine fT3-Messung wurde nicht durchgeführt.

    Ich denke, dass die Leute hier im Jülicher Land schon ein wenig besser Bescheid über Hashimoto und Jod wissen als noch vor einem Jahr. Bisher konnte ich 3 Zeitungsartikel und einen Fernsehbericht in der Sendung Lokalzeit Aachen platzieren. Nur, das ist alles viel zu wenig; das ist ein Tropfen auf den heißen Stein. Wir müssen die Leute in ganz Deutschland für dieses Thema sensibilisieren. Ich denke, wenn viele mitmachen, kann man eher etwas erreichen. Hashi muss so bekannt werden wie Diabetes. An Zucker leiden 4% und jeder kennt diese Krankheit. Hashimoto haben bereits 10% und kaum einer kennt sie. Ich finde das schon irgendwie sehr merkwürdig. Ich bitte alle, die können, die Lust, Zeit und Kraft haben, über Hashi und Jod aufzuklären. Immer und immer wieder erzählen, was hier abläuft. Die regionale Tageszeitung kann man anrufen und davon berichten. Sie zeigen meist Interesse.

    Viele liebe Grüße und alles Gute
    Leni

  2. #2
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    Antwort Weiter So!!!

    Hallo Leni,

    Du legst Dich aber ganz schön ins Zeug. Ob Deine Antwort auf den Leserbrief von Dr. H. Hautzel, ihm die Stimme verschlagen hat??

    Ich finde es gut was du machst, denn wenn ich hier in unserer Region (WW) mit Leuten über meine Erkrankung reden, dann verstehen die meistens nur Bahnhof. Die wenigsten wissen noch nicht mal, was die Schilddrüse so macht.

    Ich wünsche dir alles Gute und viel Erfolg bei deiner Aktion.


    Hellfire81

  3. #3
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    Standard SternTV

    Liebe Leni.......weiter so
    ich selbst habe vor 3 Tagen an Günther Jauch von SternTV geschrieben und Ihm die Problematik der Hashimoto Erkrankung geschildert.......ich hoffe das Stern TV sich meldet.....das wäre doch schon mal ein Fortschritt oder.....?

    LG Maui

  4. #4
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    Hallo Leni,

    Dein Engagement in Ehren möchte ich jedoch einige Dinge anmerken.
    Jod ist (nahezu) unbestreitbar ein Auslösefaktor von Hashimoto Thyreoiditis, aber längst nicht der einzige.
    Eine gewisse Menge an Jod ist bei Hashimoto tolerierbar und man sollte es nicht komplett verteufeln - jedoch gibt es bei einigen HT-Betroffenen (und auch bei nicht HT-Betroffenen) eine besondere Empfindlichkeit gegenüber Jod - ob das mit der Autoimmunkrankheit zusammenhängt sei dahingestellt. Hierzu wären weitere Untersuchungen und Studien notwendig, um genaue Aussagen darüber zu treffen. Im übrigen bin ich auch für eine Deklarationspflicht für Jodzusatz in Lebensmitteln.
    Dagmar Braunschweig-Pauli ist das denkbar schlechteste Beispiel im Kampf gegen die Jodierung. Sie hat sich leider durch viele, belegbar falsche und überzogene Aussagen völlig disqualifiziert. Mit dieser Frau haben hier so einige im Forum (D'Angelo, Mic, etc.) ihre Erfahrungen gemacht - gib mal ihren Namen in die Such-Funktion ein. Sie oder ihre Homepage zu zitieren zieht einen vor den Augen eines Mediziners auf die Seite der Unglaubwürdigkeit.

    Missverstehe mich bitte nicht - aber ich finde den Weg, der über das Jod führt, um über die Hashimoto Thyreoiditis aufzuklären nicht sehr günstig. Das Hauptproblem der meisten Betroffenen ist nicht das Jod, sondern die Tatsache, dass die Hashimoto bei den meisten Medizinern als komplikations- und beschwerdefrei gilt. Wieviele Betroffene hier haben teilweise die abenteuerlichsten Diagnosen und Fehlbehandlungen deswegen erdulden müssen? Da finde ich sollten wir ansetzen und nicht das Jod zum Aufhänger machen.

    Das Problem bei Tageszeitungen ist - und die Erfahrung haben wir in der lokalen Selbsthilfegruppe gemacht - dass sie lieber reisserische, und somit unsachliche Artikel hätten. Ansonsten interessiert sie der Kram herzlich wenig. Wir sind aber noch dabei dahingehen mehr zu erreichen.

    Viel Erfolg & Liebe Grüsse,
    El

  5. #5
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    Hallo Ell,
    innerhalb der letzten 10 Jahre habe ich mich von verschiedenen Radiologen und Endokrinologen untersuchen lassen. Kein einziger davon hat mir gesagt, ich solle vorsichtig sein mit Jod. So hatte ich keinen blassen Schimmer. Vor 2 Wochen hat mir meine 80jährige Nachbarin ein Buch unter die Nase gehalten. Sie schimpfte auf Krankenhausärzte, die bei ihr eine Wundbehandlung mit Jod durchgeführt hatten, woraufhin sie einen Kollaps bekommen hatte. Ihr Mann hatte noch versucht, das zu verhindern, aber keiner hatte ihn ernst genommen. Sie hat mir das Buch geliehen. Es ist von der Autorin, die Du kritisiert hast. Es ist mir ziemlich schnuppe, ob das Buch wissenschaftlich geschrieben ist. Ich habe eine Woche lang auf jodfreie Nahrung geachtet (sehr schwierig!) und siehe da - ich fühle mich wie neu geboren. Gestern habe ich dummerweise normal gegessen und siehe da - es geht mir gräßlich. Also ich warte bestimmt nicht auf irgendwelche Forschungsergebnisse. Meine ganze Problematik hat mit der Zwangsjodierung begonnen. Ohne Jod lassen die Beschwerden nach. Von daher bin ich allen medizinischen Laien sehr dankbar, die Aufklärungsarbeit leisten. Es geht ja nicht darum, Jod zu verteufeln: Es geht darum, eine freie Wahl zu haben. Und es geht darum, dass die Waren vernünftig deklariert werden: Wenn Fleisch und Milchrpodukte wesentlich mehr Jod enthalten als früher, dann hat der Verbraucher ein Recht, dies zu erfahren. Alles da ist leider nicht gewährleistet. Also egal, ob nun wissenschaftlich bereits Zusammenhänge nachgewiesen sind oder nicht: Der Jodgehalt unserer Nahrungsmittel wird künstlich erhöht und keiner weiß, wieviel Jod er eigentlich zu sich nimmt. Damit sollte endlich Schluss sein.

  6. #6
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Mouse
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    Hallo Ell,

    meine Rede, schließe mich Dir uneingeschränkt an. Die Braunschweig-Pauli scheint ja nicht schlecht von ihrer Panikmache zu leben.

    Im Hinblick auf das Dramatisierungsbedürfnis der Medien bin ich auch der Meinung, daß man das Thema Hashimoto und Ärzte-Ignoranz erst einmal getrennt von der durchaus existierenden Jodproblematik in der Öffentlichkeit diskutieren sollte.

    Das Thema Jodierung finde ich ja auch interessant, schade nur, daß es da anscheinend nur noch binäre Ansichten gibt. Entweder man ist total dafür und betet die (unbewiesenen?) Thesen des Arbeitskreis Jodmangel rauf und runter, oder man ist total dagegen und zitiert Braunschweig-Paulis pseudojournalistische Ergüsse.

    Was davon wirklich wert wäre, in der Öffentlichkeit diskutiert zu werden, ist z.B. die Frage, wieso die Unterstützer des Arbeitskreis Jodmangel und der DGE heute immer noch von Jodmangel sprechen dürfen, obwohl sie keine aktuellen Zahlen zur heutigen Jodversorgung der Bevölkerung bieten können.

    Oder die Frage, wer sich anmaßen kann, zu berechnen, was ein Mensch durchschnittlich pro Tag ißt und wie man sich so sicher sein kann, daß man bei "normaler Ernährung" die Grenzwerte (bei A.J. immerhin nur 300µg) nicht überschreiten kann.

    Wer legt fest, was normale Ernährung ist?

    Woher weiß ich, wieviel Jod in meinem Essen ist, wenn die zugesetzte Menge bei Fertigprodukten nicht angegeben werden muß?

    Was sagen Tierschützer zu den hohen Jodgehalten im Tierfutter? Hat das keine Auswirkungen auf das Befinden des Tieres?

    Ich denke, man braucht überhaupt keine Braunschweig-Pauli, um öffentlich klarzumachen, daß auch die Pro-Jod-Propaganda es mit der exakten Wissenschaft ebenfalls nicht so genau nimmt und daß diese unkontrollierte Jodierung nicht zwangsläufig immer vorteilhaft ist.

    LG,
    Mouse

  7. #7
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    Kleiner Einwand: Ich wäre ohne dieses Buch nie auf die Idee gekommen, dass Jod für mich schädlich sein könnte. Kein Arzt hat mich darauf hingewiesen. Ich bin nur durch ein Buch der o.g. Autorin darauf gekommen. Die Autorin kann ja nichts dafür, dass sie keine wissenschaftlichen Beiträge liefern kann. Ist ja nicht ihre Schuld, dass während der jahrelangen, großflächigen Jodierung keiner auf die Idee gekommen ist, medizinische Daten zu sammeln und auszuwerten. Da keiner genau weiß, wieviel Jod er täglich aufnimmt und ab wann es für wen schädlich ist, ist es meiner Meinung nach völlig legitim, dass Laien hier mal kritisch nachhaken und darauf aufmerksam zu machen, dass offensichtlich beim Jod der Verbraucherschutz endet. Das Buch gibt wahrscheinlich genau das wieder, was man heutzutage mit viel Aufwand als Laie über Jod herausbekommen kann. Das kann unter Umständen mehr sein, als der durchschnittliche Hausarzt weiß... Perfektes, fundiertes, medizinisches Wissen kann die Autorin natürlich nicht präsentieren, denn wo Erhebungen fehlen, kann man keiner herzaubern.

  8. #8
    Benutzer mit vielen Beiträgen Avatar von Leni
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    Ich finde es traurig, dass der Beitrag in Richtung einer Diskussion um Frau Braunschweig-Pauli geht. Hier geht es um die Öffentlichmachung der Hashimoto und nicht darum, interne Zwistigkeiten zwischen Betroffenen, die doch die gleichen Ziele verfolgen, aus zutragen.

  9. #9
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    Hi Leni,

    meine Absicht war es nicht die Diskussion nur auf Dagmar Braunschweig-Pauli zu lenken. Ich habe sie nur erwähnt, weil Du sie zitierst. Sie polarisiert nun mal stark... lass Dich mal davon nicht verschrecken
    Wie gesagt: Dein Engagement finde ich gut - was ich darüber denke habe ich geschrieben. Was ist Deine Meinung?
    Es wäre schade, wenn der Thread hier beendet wäre...

    Liebe Grüsse,
    El

  10. #10
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    Antwort

    Hallo ,

    Die Idee die Hashimoto Problematik öffentlich zu machen ist eine gute Idee da viele Menschen inklusive Ärzte noch immer zu wenig darüber wissen.

    Als Beispiel ein Teil meiner Geschichte:

    Ich hatte mit Anfang Zwanzig eine vergrösserte SD und eine UF. Daraufhin wurde mir Jodthyrox verordnet 1x pro Jahr bin ich zur Kontrolle gegangen . Nach etwa 5 Jahren Hormoneinnahme meinte mein Nuk ich bräuchte nur noch Jod . Ich bekam ein Rezept für Jodid 200.

    Hab ich dann auch mehrere Jahre brav eingenommen.
    2001 begannen die Probleme : zittern, Haarausfall ,Depri , Hautprobleme, Druckgefühl im Hals .Diesmal zuerst mal einen anderen Nuk konsultiert da er in dem Haus seine Praxis hatte wo ich meine Umschulung machte.Diagnose : alles okay.

    Es ging mir immer noch nicht gut. Wieder zu meinem alten Nuk : Diagnose Hashi mit Kommentar kommen sie in 2 Jahren wieder u. Rezept für L-Thyroxin .
    Mein damaliger HA kannte sich auch nicht richtig aus und ich wusste über Hashi auch nicht richtig Bescheid.

    Mein Zustand wurde immer schlechter ich hörte überhaupt nicht mehr auf zu zittern , verlor massiv an Gewicht obwohl ich viel ass und stängig Hunger hatte, kollabierte bei kleinster Anstrengung ,konnte das Haus kaum noch verlassen bis zum 1. richtig schlimmen Kollaps im Wagen auf dem Weg zur Arbeit.

    Krankenhauseinweisung mit Notarzt: Diagnose massive ÜF . Der andere Nuk im KH meinte es sei unverantwortlich gewesen mir eine so hohe Dosis Thyroxin zu verordnen und die Jahrelange Einnahme von Jod habe Hashi mit verursacht.
    Ich sollte in der Anfangsphase alle 4 Monate kommen zur BE und Hormoneinstellung , 2 Jahre sei nicht vertretbar.

    Sorry, ist etwas lang geworden ich wollte damit nur sagen wie wichtig Aufklärung ist.

    Liebe Grüsse
    Uschi

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